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Gericht stärkt Schulautonomie: Kein Anspruch auf tägliche Fleischmahlzeit
Eltern verklagen eine vegetarisch ausgerichtete Schule – und scheitern. Der Streit um das Schnitzel auf dem Speiseplan wird zum Symbol einer tieferen gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

- 27.05.2025
Eltern klagen gegen ihre Grundschule, weil diese nur einmal pro Woche Fleisch serviert. Das Verwaltungsgericht Freiburg weist ihre Forderung nach täglichen Fleischmahlzeiten ab und stärkt damit die Entscheidungsfreiheit der Schulträger. Der Fall einer Konstanzer Ganztagsgrundschule mit drei vegetarischen oder veganen Verpflegungstagen wird zum juristischen Präzedenzfall.
Die klagenden Eltern hatten eine tägliche Fleischoption gefordert und mit einer drohenden Mangelernährung ihrer Tochter argumentiert. Das Gericht ließ diesen Einwand jedoch nicht gelten und betonte den “erheblichen Gestaltungsspielraum” der Schulträger bei der Mittagsverpflegung. Gleichzeitig verwies es auf praktische Alternativen: Eltern könnten außerhalb der Schulzeiten oder durch mitgebrachtes Essen für fleischhaltige Mahlzeiten sorgen.
Diese Entscheidung trifft auf ein politisches Umfeld, das zwischen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen und traditionellen Essgewohnheiten zerrissen ist. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, ein gelernter Metzgermeister aus den Reihen der CSU, hatte erst vor zwei Wochen mehr Fleisch in Schulen und Kitas gefordert. Sein Parteichef Markus Söder unterstützte diese Position mit einem Seitenhieb gegen die vorherige vegetarische Ausrichtung und propagierte eine Rückkehr zu traditionellen Fleischgerichten.
Doch Prof. Melanie Speck vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie bezeichnet Rainers Vorstoß als “unter gesundheitlichen Gesichtspunkten alles andere als sinnvoll”. Studien belegen, dass deutsche Kinder und Jugendliche bereits heute deutlich mehr Fleisch konsumieren, als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Diese setzt auf maximal eine Fleischmahlzeit pro Woche und favorisiert stattdessen Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte.
Mit der zunehmenden Bedeutung von KI steigt der Druck auf die Schulen. Pölert betont, dass KI gezielt in bestehende Schulkonzepte integriert werden muss, anstatt als Selbstzweck zu dienen. Finanzielle Investitionen sind notwendig, um Lehrkräfte entsprechend zu trainieren und geeignete Plattformen zur Verfügung zu stellen. Letztlich erfordert die Digitalisierung nicht nur Technik, sondern auch eine offene und praxisorientierte Lernkultur.


