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Handelshemmnisse: UK-Fleischbranche drängt auf vereinfachte Exportbedingungen in die EU
Im Rahmen einer laufenden Untersuchung zur sogenannten „dynamischen Angleichung“ im Handel zwischen Großbritannien und der EU wirbt die Fleischbranche für ein neues SPS-Abkommen zur Reduzierung von Handelshemmnissen.

- 18.05.2026
Die britische Fleischbranche will die Auswirkungen der aktuellen Gesundheits- und Pflanzenschutzkontrollen (SPS) auf den Export in die Europäische Union stärker in den politischen Fokus rücken. Der Verband der britischen Fleischproduzenten (BMPA) verweist auf deutlich rückläufige Fleischausfuhren sowie steigende Kosten seit dem Brexit.
Der im April als neuer Kopf der Branchenorganisation BMPA angetretene John Powell will am 19. Mai vor dem EU-Ausschuss des britischen Oberhauses auf das Problem aufmerksam machen. Powell tritt dort gemeinsam mit Tom Bradshaw, Präsident der National Farmers’ Union (NFU), sowie Richard Ballantyne, Chief Executive der British Ports Association, auf.
Entwicklung der Exporte
Nach Angaben des BMPA sind die Fleischexporte in die EU seit 2019 deutlich zurückgegangen. Die Rindfleischexporte sanken um mehr als 20 Prozent, die Schaffleischexporte um mehr als 15 Prozent und die Schweinefleischexporte um mehr als ein Drittel.
Die EU bleibt dennoch der wichtigste Absatzmarkt für rotes Fleisch aus dem Vereinigten Königreich. Nach Verbandsangaben entfallen bis zu 90 Prozent der Schaffleischexporte und rund 80 Prozent der Rindfleischexporte auf die EU.
Laut dem Branchenverband hat der britische Agri-Food-Sektor seit 2020 rund 289 Millionen Pfund für Exportzertifizierungen aufwenden müssen. Die laufenden jährlichen Kosten im Fleischsektor sollen bei über 50 Millionen Pfund liegen. Auf einzelne Lieferungen können für Fleischexporteure aufgrund der erforderlichen Dokumentationspflichten, Inspektionen und Grenzverzögerungen somit zusätzliche Kosten von 2.500 bis 3.000 Pfund pro Ladung anfallen.
Der Verband bezeichnet diese Ausgaben als „non-value-added costs“, da sie keinen Beitrag zu Produktivität oder Wachstum leisteten.
Im Gegensatz dazu verläuft der klassische Zollprozess nach Einschätzung der Branche weitgehend reibungslos. Dieser koste laut BMPA teilweise nur rund 20 Pfund pro Lieferung. Als zentrales Handelshemmnis werden daher nicht Zölle, sondern SPS-Vorgaben wie Gesundheitszertifikate und veterinärmedizinische Kontrollen genannt.
Die Lieferketten seien bereits auf die EU-Standards ausgerichtet, erklärt der BMPA. Erzeuger, Transportunternehmen, Schlachthöfe und Verarbeitungsbetriebe arbeiteten bereits im Einklang mit den EU-SPS-Vorgaben. Ein Großteil der Zertifizierung diene daher der formalen Bestätigung bestehender Standards.
Auswirkungen auf kleinere Unternehmen und Logistik
Von den bestehenden Vereinbarungen seien besonders kleinere Exporteure betroffen, die durch den Wegfall sogenannter „Groupage“-Strukturen – also der gemeinsamen Bündelung von Transporten – zunehmend vom EU-Markt ausgeschlossen seien. Dies habe die Marktteilnahme kleinerer Unternehmen eingeschränkt.
Zudem warnt der Verband vor Unsicherheiten im Übergang zu einem neuen SPS-Rahmen. Unklare Zeitpläne könnten Lieferketten stören, insbesondere bei gelagerter Ware, und zu Engpässen bei veterinärmedizinischem Personal führen, falls Fachkräfte die Branche verlassen.
Bei einer Reform der bestehenden Handelspraxis fordert der Verband klare Übergangsfristen, verbindliche Zeitpläne sowie praktikable Lösungen für Kennzeichnung, Zertifizierung und bereits im Umlauf befindliche Ware, um Störungen der Lieferkette möglichst gering zu halten.
Quelle: British Meat Processors Association


