Hantavirus Symptome: Puumala-Virus, Tula-Virus, Dobrava-Belgrad-Virus, Andes-Virus

Hantaviren stehen seit Anfang Mai 2026 wegen eines Ausbruchs auf einem Kreuzfahrtschiff mit seltener Mensch-zu-Mensch-Übertragung und Todesfällen international im Fokus der Berichterstattung.

Menschen infizieren sich mit dem Hantavirus meist durch das Einatmen von kontaminiertem Staub, der Ausscheidungen infizierter Nagetiere enthält. Möglich sind zudem Ansteckungen über verunreinigte Lebensmittel, Hautverletzungen oder den direkten Kontakt mit Nagern und deren Exkrementen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel ein bis drei Wochen.

Typische Symptome einer Hantavirus-Infektion sind Fieber über 38 °C, starke Rücken-, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Eiweiß- oder Blutbeimengungen im Urin. In schweren Fällen kann die Nierenfunktion eingeschränkt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Die Erkrankung heilt jedoch meist vollständig ohne bleibende Schäden aus. Die Sterblichkeitsrate liegt bei unter 0,2 Prozent. In Deutschland wird der Großteil der Erkrankungen durch das Puumalavirus verursacht, dessen Hauptreservoir die Rötelmaus ist. Sie lebt vor allem in Wäldern und waldnahen Gebieten im nordwestlichen und südlichen Teil Deutschlands.

Im Osten Deutschlands treten zudem vereinzelt Infektionen mit dem Dobrava-Belgrad-Virus auf, dessen natürlicher Reservoirwirt die Brandmaus ist.

Ein weiteres in Deutschland nachgewiesenes Hantavirus ist das Tulavirus, das nach aktuellem Forschungsstand jedoch nur eine geringe krankmachende Bedeutung für den Menschen besitzt, aber laut dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI) deutschlandweit verbreitet ist.

Als mögliche Ursache der Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius gilt das Andes-Virus. Dieser Hantavirus-Typ kommt vor allem in Südamerika vor. Im Gegensatz zu den in Europa verbreiteten Varianten weist das Andes-Virus eine Besonderheit auf: Nach Angaben von Gesundheitsbehörden ist hier eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich.

 

 

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