IQ im freien Fall: Werden wir immer dümmer?

Die „Jugend von heute“ hat es traditionell schwer. Ihr wird Faulheit und schwindende Intelligenz vorgeworfen – vermutlich zu Unrecht. Ist jetzt erstmalig was dran?

Seit Jahrhunderten, nein Jahrtausenden, ereilt jede Generation das Gefühl, dass die nachfolgende Generation fauler, weniger leistungsstark, respektloser und weniger belastbar ist – also an die Grandiosität und Intelligenz der eigenen Generation nicht herankommt. Davon zeugen zahllose Aussagen, die meist mit den Worten „Die Jugend von heute“ beginnen. Dieses Phänomen lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Schon im Jahr 1.000 v. Chr. soll auf einer babylonischen Steintafel festgehalten worden sein:

„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten.“

…eine komplizierte Welt verlangt nach komplexen Antworten, nicht nach vereinfachten, emotional aufgeladenen Statements. Die Fähigkeit zur tiefen Auseinandersetzung mit komplexen Fragestellungen, die möglicherweise Ende des 20. Jahrhunderts noch besser gelang, ist eine zentrale Voraussetzung für Wissenschaft und Demokratie. Der Fokus der Diskussion um die gesellschaftliche Intelligenz sollte also weniger auf den gemessenen IQ-Werten liegen. Wichtiger ist es, darauf aufmerksam zu machen, welche Formen von Intelligenz die moderne Welt fördert – und welche nicht… .

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