Kolostrum: Superfood für die ersten Lebenstage

Neugeborenenmilch stärkt das Immunsystem des Babys.

Biestmilch/Kolostrum: Ja oder Nein?

Aus Kostengründen alleine schon: selbstverständlich Ja! 

Die erste Milch, die eine Frau nach der Geburt ihres Kindes bildet, ist das Kolostrum. Sie ist dickflüssig und gelblich und wird auch Neugeborenenmilch genannt. Sie hilft das anfangs noch unreife Immunsystem des Kindes aufzubauen. „Kolostrum ist für Babys echtes Superfood – jeder Tropfen zählt und ist wertvoll“, sagt Dr. Constance Rybak, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung. „Es stärkt den Aufbau des kindlichen Immunsystems und die Darmfunktion, senkt das Risiko einer Gelbsucht und unterstützt eine gesunde Entwicklung.“

Bereits während der Schwangerschaft wird Kolostrum gebildet und ist unmittelbar nach der Geburt verfügbar. Das Baby nimmt es mit den ersten Stillmahlzeiten auf. Studien belegen, dass es wie ein „Immun-Shot“ wirkt und die Abwehrkräfte des Babys stärkt. Auch wenn eine Mutter nicht stillt, kann ihr Kind von der Neugeborenenmilch profitieren: Sie kann sie von Hand gewinnen und mit einem Löffel oder einem kleinen Becher füttern.

Kolostrum ist perfekt auf die individuellen Bedürfnisse des Babys und seinen Entwicklungsstand angepasst: Der anfangs gerade mal kirschgroße und kaum dehnbare Magen kann nur kleinste Mengen fassen. Aufgrund der hohen Nähr- und Immunstoffkonzentration des Kolostrums reichen in den ersten drei Tagen schon zwei bis zwanzig Milliliter Kolostrum pro Stillmahlzeit aus, um das Baby optimal zu versorgen und zu sättigen. Von einer größeren Menge Milch wäre es anfangs überfordert. Zudem muss es erst lernen, Atmen, Trinken und Schlucken zu koordinieren.

Kolostrum enthält viele Nährstoffe und bioaktive Substanzen, es ist durch kein anderes Lebensmittel ersetzbar:

  • Reichhaltig: Kolostrum ist reich an fettlöslichen Vitaminen und Mineralstoffen. Diese sind entscheidend für die Entwicklung von Gehirn, Sehkraft und Herz sowie für den Knochenaufbau.
  • Individuell: Die Zusammensetzung des Kolostrums unterscheidet sich je nach Region und den dort auftretenden Krankheiten.
  • Komplex: Über 200 komplexe Kohlenhydrate fördern die natürliche Entwicklung der Darmflora. Sie sorgen dafür, dass sich wichtige Bifidobakterien im Darm des Babys ansiedeln.
  • Schützend: Immunglobuline der Mutter gehen in die Muttermilch über und schützen das Neugeborene vor Krankheiten, die die Mutter bereits durchgemacht hat.
  • Risikominimierend: Enthält das Blut zu viel Bilirubin, kann das Baby Gelbsucht bekommen. Kolostrum wirkt abführend, so dass der gelbe Blutfarbstoff Bilirubin mit dem ersten Stuhlgang ausgeschieden wird und das Risiko einer Gelbsucht sinkt.

                               -----------------------------

AVA-Kommentar: Ob diese Aussagen alle wissenschaftlich zu begründen, bzw. wissenschaftlich korrekt sind, "wissen' wir nicht genau".

Deshalb auch diese Anmerkungen: "Humankolostrum versus Kuhkolostrum".

Ist Humankolostrum für das Neonatale lebensnotwendig?

Diese Frage möchten wir erst einmal verneinen.

Die Placenta der "Humanmutter" ist eine "Placenta hemochorialis". Hier gehen die Antikörper direkt über den Blutweg dxer Mutter in den Blutkreislauf des Fetus. Sie ermöglicht also den direkten Übergang von Serumproteinen.

Der Fetus wird also direkt, bereits vor der Geburt, mit maternalen Antikörpern versorgt und benötigt nach seiner Geburt nicht die Biestmilch/Kolostrum, um mit Antikörpern (passive Immunität) versorgt zu werden. Muttermilch dient der Ernährung des Säuglings und nicht unbedingt zur passiven Antikörperübertragung.

Eine passive Immunisierung mittels Kolostrum ist nicht lebenswichtig, um den "Humansäugling" vor Erkrankungen zu schützen. Auf Muttermilch kann also aus immunologischer Sicht bei den Neonatalen verzichtet werden.

Anders bei der Kuh:

Die Plazenta stellt den Stoffaustausch zwischen dem Fetus und der Mutter sicher. Durch  diese werden dem Fetus benötigte Stoffe zur Verfügung gestellt und anfallende Abfallprodukte abtransportiert. Da aber die Placenta der Kuh in Summe aus 6 Schichten besteht (3 maternale und 3 fetale), also eine Placenta Epithelio-Endo-Chorialis. Daher bleiben der fetale und maternale Kreislauf immer getrennt.

Maternale Antikörper können nicht diese Schranke zur Frucht überwinden. Die wichtigen Antikörper fehlen also, wenn die Frucht (Kalb) geboren wird und müssen somit auf andere Art und Weise ins Kalb gelangen.

Und dies geschieht über das Kolostrum/Biestmilch.

Ein Kalb ist also in der Regel ohne Biestmilchgaben nicht überlebensfähig, da  Antikörper nicht über die Plazenta, sondern ausschließlich über die erste Milch (Kolostrum/Biestmilch= passive Immunisierung) ins Kalb gelangen.

Die passive Immunisierung über das Kolostrum ist die erste und entscheidende Schutzmaßnahme für die Gesundheit des Kalbes.

 

Aber ganz wichtig für Landwirte: Humankolostrum und nachfolgend Humanmilch als Säuglingsnahrung kostet nichts. Ist also billig. Alleine dies ist schon ein Grund, Frauenmilch nicht nicht zu nutzen.

(Natürlich wird die Mutter-Kind-Bindung durch das Brustanlegen gefördert (u.a.Herzschlag etc.). Auf Humanmilch sollte also auch diesen Gründen nicht verzichtet werden. Und sie kostet eben "nichts".

Lesen Sie hier

Weitere News