Krisengespräch: Schweinegipfel endet mit Appell an Verbraucher

Der dreitägige Runde Tisch zur Lage der Schweinebranche endet mit einem Appell an die Verbraucher. Auf konkrete Hilfsmaßnahmen wartet der Sektor allerdings weiterhin.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Schweinebranche an die Verbraucher appelliert, beim Einkauf auf heimische Ware zu setzen. „Wer Schweinefleisch kauft, sollte bewusst auf deutsche Herkunft achten – am besten aus den Regionen“, forderte der CSU-Politiker im Anschluss an das Krisengespräch.


Ein Appell für Schweinefleisch aus Deutschland scheint damit vorerst das greifbarste Ergebnis des „Schweinegipfels“ im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) zu sein. Rainer hatte sich zwischen Mittwoch und Freitag vergangener Woche im Rahmen eines „Runden Tisches“ mit Vertretern der Erzeugerseite, der Fleischwirtschaft und des Lebensmittelhandels ausgetauscht.

„Offen, konstruktiv und lösungsorientiert“

Nach Angaben des BMLEH verliefen die Gespräche „offen, konstruktiv und lösungsorientiert“. Ähnlich hatten sich bereits am Mittwoch Vertreter der Erzeugerseite geäußert. Grundsätzlich wurde begrüßt, dass Rainer die angespannte Lage der Branche aufgegriffen und die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette an einen Tisch gebracht habe.

Hinter vorgehaltener Hand fiel die Bilanz allerdings verhaltener aus. Einzelne Teilnehmer zeigten sich enttäuscht darüber, dass aus den Gesprächen keine konkreten Hilfsmaßnahmen für die Schweinehalter hervorgegangen seien.

Rainer verweist auf bereits beschlossene Entlastungen

Im Anschluss an das Treffen mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels verwies Rainer vor allem auf bereits umgesetzte oder angestoßene Entlastungen. „Viele Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe haben wir bereits vorangetrieben“, betonte der Minister.


Er nannte unter anderem die wieder eingeführte Agrardieselrückvergütung, ein Sonderprogramm für Liquiditätshilfen gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank sowie die Exportstrategie, die nach seinen Angaben bereits erste Erfolge zeige. Zudem sei das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG) zur Notifizierung in Brüssel eingereicht worden.

Fortschritte könnte es laut Rainer auch bei der vom Berufsstand seit Langem geforderten steuerfreien Risikoausgleichsrücklage geben. Bei diesem Thema befinde man sich in „intensiven Gesprächen“ mit dem Bundesfinanzministerium, ließ der Minister durchblicken.

 

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