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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Mehr Tote durch antibiotikaresistente Keime als durch Aids oder Malaria

Veröffentlicht am: 25.01.2022 09:52:03
Kategorie : Allgemein

Dramatische Erkrankungen mit Massen von Toten setzen nicht voraus, dass – wie bei Covid-19 – ein Virus um die Welt geistert. Aktuelles Beispiel: antibiotika-resistente Keime. Sie entstehen infolge eines Übergebrauchs von Antibiotika, vor allem in der Massentierhaltung. An diesen bakteriellen Erregern sterben jedes Jahr mehr Menschen als durch Aids oder Malaria – und fast doppelt so viele wie in zwei Jahren Corona-Pandemie.

Jedes Jahr sterben weltweit rund 1,27 Millionen Menschen direkt infolge einer Infektion mit  antibiotikaresistenten Krankheitserregern. Darauf weist die Tierrechtsorganisation „PETA“ unter Berufung auf eine gerade in der Fachzeitschrift „Lancet“ erschienene Studie hin. Das seien mehr Todesfälle als durch Aids oder Malaria.

Im Zusammenhang mit einer antibiotikaresistenten bakteriellen Infektion waren der zitierten Studie zufolge allein im Jahr 2019 4,95 Millionen Todesfälle zu beklagen. Zum Vergleich: Infolge der Corona-Pandemie starben bisher etwa 5,5 Millionen Menschen – in den ersten zwei Pandemie-Jahren und damit in einem doppelt so langen Zeitraum..

Hühner- oder Putenhaltung: Antibiotika im Getränkewasser

In einer Mitteilung weist die Tierrechtsorganisation darauf hin, dass rund 70 Prozent aller pro Jahr verbrauchten Antibiotika in der Tiermast eingesetzt würden. Bettina Eick, Fachreferentin für Ernährung und Tiere in der Nahrungsmittelindustrie bei „Peta“, übt heftige Kritik am Medikamenteneinsatz bei der Fleischproduktion. „In der industriellen Tierwirtschaft kommen Antibiotika massenhaft präventiv zum Einsatz – und das nur, um fühlende Lebewesen unter krankmachenden Haltungsbedingungen so lange am Leben zu halten, bis ihnen im Schlachthaus die Kehlen aufgeschlitzt werden“, sagt die Fachreferentin. In der Hühner- oder Putenhaltung würden Antibiotika wie Colistin beispielsweise ins Getränkewasser gemischt. „Kein Wunder, dass zahlreiche Geflügelfleischprodukte aus dem Supermarkt mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind.“

Testkauf bei Discountern: Putenfleisch häufig keimbelastet

Erst im Sommer 2021 hatten  Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe 62 Testkäufe bei deutschen Discountern durchgeführt und das dort erworbene Putenfleisch ins Labor geschickt. Ergebnis der Analyse durch die Universität Greifswald: Jede dritte Putenfleischprobe von Lidl und jede vierte Probe von Aldi war mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Auf jeder vierten Lidl -Putenfleischprobe (26 Prozent) fand das Labor sogar besonders gesundheitsgefährliche Erreger, die gegen die für Menschen wichtigen Reserve-Antibiotika resistent sind. Diese kommen zum Einsatz, wenn Standard-Antibiotika nicht mehr helfen und Lebensgefahr besteht.

Tierrechtler fordern Abkehr von industrieller Tierhaltung

Die Tierwirtschaft befeuere ein Massensterben von Menschen durch antibiotikaresistente Keime, so die Tierrechtsorganisation weiter. Die könne in Zukunft „zu einem gewaltigen Problem“ werden, falls nicht umgehend gegengesteuert werde. „Peta“ fordert deshalb einen Strukturwandel in der Landwirtschaft – weg von der industriellen Tierhaltung hin zum veganen Ökolandbau. „Nur so können wir Klima, Umwelt und Tiere schützen und lebensrettende Antibiotika ihre Wirkung behalten", argumentiert die in Stuttgart ansässige Organisation weiter.

Antibiotika: Schon in der Humanmedizin ein heißes Thema

Die Verordnung von Antibiotika ist bereits in der Humanmedizin ein heißes Thema. Nach einem Lagebericht des „Wissenschaftlichen Instituts der AOK" (WIdO) verschreiben Ärzte auch für Menschen oft vorschnell Antibiotika und häufig auch sehr starke oder auch unspezifische, die quasi nach dem Schrotflintenprinzip wirken. So wurde im Kalenderjahr 2019 in jedem zweiten Fall (53 Prozent) von Ärzten ein Reserve-Antibiotikum verschrieben.

Tiermedizin: 670 Tonnen Antibiotika jährlich zugefüttert

In der Tiermedizin ist das Thema noch einmal heißer. In der Tierhaltung zur Produktion von Lebensmitteln werden derzeit laut WIdO jährlich mit 670 Tonnen zusätzlich noch einmal doppelt so viele Antibiotika eingesetzt wie bei der Heilung von Menschen (339 Tonnen). Der Grund für einen Medikamenten-Einsatz im Tonnen-Bereich liegt der Deutschen Umwelthilfe zufolge in der industriellen Massentierhaltung, wo sich große Mengen von Tieren in rasanter Geschwindigkeit gegenseitig anstecken könnten.

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