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Durch innovative Fort- und Weiterbildung für Tierärzte, Landwirte und Berater schafft die Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) praktische Grundlagen für eine optimierte, moderne Nutztierhaltung. Die AVA hat sich als einer der kompetentesten, praxisorientiertesten und erfolgreichsten Fortbilder im Nutztierbereich etabliert. Jährlich besuchen über 4000 Fachleute in der Tierproduktion die Tagungen, Seminare und Workshops.

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22. AVA – Haupttagung vom 30. März bis 02. April 2022

Zur CORONA-Information:

Aufgrund der "unsicheren" Coronapandemie-Situation  werden wir die 22. AVA-Haupttagung von Mittwoch, 30.03., bis Samstag, 02.04.2022, unter den entsprechenden Coronaregeln und nach  Vorgaben der Behörden in Göttingen, im Hotel “Freizeit In“, nach geltenden 2G-Richtlinien (geimpft, genesen)  durchführen. Natürlich hoffen wir, zur Haupttagung aus der "4.Welle" heraus zu sein.


Wollen die Humanmediziner die Resistenzsituation der Antibiotika durch "Unwissenheit" und "Sachlichkeitsverdrehung" (Fake News) bewusst den Tierärzten unterschieben? 

Die Mediziner  verordnen viel zu gerne Reserveantibiotika. Die AOK veröffentlicht, dass mehr als 50% des Verordnungsvolumens Reserve AB sind, was im Journal Antibiotics veröffentlicht wurde. Der Verbrauch von Cephalosporinen in Deutschland im Vergleich zu Dänemark ist um das 80- bis 100-fach höher. Bei den Fluorchinolonen sieht es ähnlich aus. Die deutschen Ärzte verbrauchen im Vergleich zu GB etwa die 2,3- bis 3,2-fache AB-Menge.

Siehe auch hier → Quality Appraisal of Ambulatory Oral Cephalosporin and Fluoroquinolone Use in the 16 German Federal States from 2014–2019

Dazu ein Kommentar vom Tierarzt Dr. Stefan Gabriel aus dem Sauerland: 

Auch wenn's keiner, vor allem die Ärztefunktionäre, nicht mehr hören wollen: Wir Tierärzte haben unsere Hausaufgaben gemacht und setzen die "kritischen" Antibiotika (die nicht die RESERVE-AB im engeren Sinne sind !) zumindest in dem von mir einsehbaren Bereich der Kleintierpraxen verantwortungsvoll und von der Apothekenaufsicht fein überprüft, ein. Der Verbrauch ist in den letzten 6 Jahren drastisch gesunken.

Leider ist es unbequem, ein solches - wissenschaftlich dringend gebotenes- Vorgehen auch von den Humanmedizinern einzufordern. Und unsere vielgescholtenen Standesvertreter, deren erfolgreicher Intervention es zu verdanken ist, dass das generelle Verbot dieser AB für die gesamte Tiermedizin nicht in Brüssel beschlossen wurde, waren in der Vergangenheit (sicher aus taktischen Erwägungen) immer zu höflich, im Einklang mit "One Health" auch die Misstände in deutschen Arztpraxen anzuprangern.

Was hält das deutsche GEsundheitswesen noch ab, nun endlich einen sachgerechten Antibiotikaeinsatz auch in der Humanmedizin nicht nur zu fordern, sondern durchzusetzen......


Pressemeldung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 12.10.2021

Abgabemengen von Antibiotika in der Tiermedizin leicht gestiegen

Mengen für Polypeptidantibiotika und Cephalosporine der 3. und 4. Generation auf niedrigstem Wert seit 2011, leichter Anstieg bei Fluorchinolonen

Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika ist in Deutschland im Jahr 2020 leicht gestiegen. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilt, wurden insgesamt 701 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben – 31 Tonnen mehr als im Vorjahr (plus 4,6 %). Im Vergleich zu 2011, dem ersten Jahr der Erfassung, betrug der Rückgang der abgegebenen Antibiotika 59 %. Die Abgabemenge der für die Therapie beim Menschen besonders wichtigen Fluorchinolone stieg in 2020 leicht an. Die Polypeptidantibiotika (Colistin) erreichten ihren bisher niedrigsten Wert seit 2011.

 Die Menge der abgegebenen Fluorchinolone stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 t (6,7 %). Trotz dieses leichten Anstiegs lag sie deutlich unter dem Anfangswert aus dem Jahr 2011 (-22 %). Einen Rückgang gab es im Vergleich zum Vorjahr dagegen bei den Polypeptidantibiotika (-9,2 %). Auch sie gehören wie die Cephalosporine der 3. und 4. Generation, die Fluorchinolone und die Makrolide zu den Wirkstoffen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen (Highest Priority Critically Important Antimicrobials for Human Medicine) eingestuft wurden. Insgesamt war zwischen 2011 und 2020 eine Reduktion um 2,2 t (-63,4 %) bei den Cephalosporinen der 3. und 4. Generation sowie um 67 t (53 %) bei den Polypeptidantibiotika zu verzeichnen. Bei den Makroliden gab es 2020 einen Anstieg um 3,7 t (6,4 %) im Vergleich zum Vorjahr, jedoch eine Gesamtreduktion über den Erfassungszeitraum um 112 t (64,9%).

Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich einzelnen Tierarten nicht zuordnen, da die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist. Dies wird im Rahmen der Umsetzung der EU-Tierarzneimittelverordnung ((EU) 2019/6) möglich werden. In Artikel 57 wird die Erfassung der Abgabe- und Verbrauchsmengen von Arzneimitteln mit antimikrobiellen Wirkstoffen, die bei Tieren angewendet werden, vorgeschrieben. Gemäß Art. 57 (5) der VO (EU) 2019/6 müssen die Daten für die ersten Tierarten (Rind, Schwein, Huhn, Pute) ab 2023 erfasst werden, weitere Tierarten werden ab 2027 folgen.

Lesen Sie mit den jeweiligen Tabellen und Grafiken hier weiter → Abgabemengen von Antibiotika in der Tiermedizin leicht gestiegen


BVL-Kennzahlen: Antibiotikaeinsatz bei Schweinen weiter reduziert

Die Schweinehalter haben den Antibiotikaeinsatz im ersten Halbjahr 2021 erneut weiter gesenkt. Das geht aus den neuen Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervor. Die Werte für Ferkel und Mastschweine haben sich auf einem niedrigen Niveau eingependelt. 

ISN: Ein beachtlicher Erfolg der verantwortungsvoll zusammenarbeitenden Schweinehalter und Tierärzte! Viel Spielraum für weitere Senkungen des Antibiotikaverbrauches in der Schweinehaltung scheint es angesichts der nur noch minimalen Veränderungen der Kennzahlen nicht mehr zu geben. Es ist höchste Zeit, das Monitoringsystem zu überdenken.

Seit Einführung des Antibiotikamonitorings im Jahr 2015 haben sich die Werte drastisch reduziert und sich mittlerweile auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Werte für Ferkel und Mastschweine im jüngsten Zeitraum weiter reduziert.

Aus den gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen zur Antibiotika-Datenbank berechnet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) halbjährlich für jeden Betrieb und jede Nutzungsart den betriebsindividuellen Therapiehäufigkeitsindex. Ende März wurden die Kennzahlen des 2. Halbjahres 2020 veröffentlicht.

Für das 1. Halbjahr 2021 wurden vom BVL folgende Kennzahlen ermittelt:

Entwicklung der BVL-Kennzahlen bei Mastschweinen seit 2015

Ferkel bis 30 kg Körpergewicht

Kennzahl 1     1,848        (2. Halbjahr 2020: 2,110)

Kennzahl 2     9,268        (2. Halbjahr 2020: 9,268)

Mastschweine über 30 kg Körpergewicht

Kennzahl 1     0,300        (2. Halbjahr 2020: 0,356)

Kennzahl 2     3,117        (2. Halbjahr 2020: 3,362)

Eigene Daten mit den Kennzahlen vergleichen

Schweinehalter mit der Pflicht zur Teilnahme an der Antibiotika-Datenbank müssen nun die veröffentlichten Kennzahlen mit dem eigenen Therapiehäufigkeitsindex vergleichen. Liegt der individuelle Wert über der Kennzahl 1, sollten Landwirte und Tierärzte gemeinsam die Ursachen dafür ermitteln und den Antibiotikaeinsatz nach Möglichkeit reduzieren.

Im Fall einer betrieblichen Kennzahl höher als der Kennzahl 2 müssen die Tierhalter innerhalb von vier Monaten einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes an die Überwachungsbehörde vorlegen. Dieser Maßnahmenplan sollte gemeinsam mit dem Hoftierarzt erstellt werden.

Entwicklung der BVL-Kennzahlen bei Ferkeln seit 2015

Die ISN meint:

Die Anstrengungen der Schweinehalter und der Hoftierärzte haben erneut zu einem sehr guten Ergebnis geführt. Seit 2015 sind die Werte der Antibiotika-Kennzahlen stark gesunken. Ein beachtlicher Erfolg der verantwortungsvoll zusammenarbeitenden Schweinehalter und Tierärzte! Angesichts der schon seit langem auf dem niedrigen Niveau befindlichen Ergebnisse kann man nur jedes Mal wiederholen: Es ist höchste Zeit, das derzeit geltende Monitoringsystem anzupassen. So liegen nämlich immer 25 % der Betriebe über der Kennzahl 2 – egal wie niedrig diese auch sein mag. Das bedeutet: 25 % der Betriebe werden zur Erstellung von Maßnahmenplänen und deren Umsetzung gezwungen. Angesichts des niedrigen Niveaus wäre es viel sinnvoller, wenn nur Betriebe mit Ausreißer-Kennzahlen – also nur wenige Prozent der Betriebe – mit diesen Vorgaben belegt würden.


"Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin als Ursache von Todesfällen beim Menschen aufgrund von Resistenzen?" 

Nutztierärzte sind schuld ? - Ärztefunktionäre unterstützen kritiklos EU-Grünen Antrag zum Antibiotikaverbot

„Massentierhaltung, massenhafter Antibiotikaeinsatz, Resistenzprobleme im Krankenhaus“ … das hört und liest man seit Jahren ständig in den Medien, klingt logisch, also muss es „wahr“ sein, oder?

Es ist ein bekanntes publizistisches Phänomen, dass sich Lügen zur Wahrheit wandeln, wenn sie nur ständig wiederholt werden und v.a., wenn sie dem Weltbild des Rezipienten entsprechen. Ich erinnere dabei z.B. an die „Dolchstoßlegende“ oder die Sache mit den „weapons of massdistruction“ die als Begründung für den Angriff auf den Irak herhalten musste. Hier lobe ich den Ex-Politiker Joschka Fischer, der eine Beteiligung Deutschlands verneinte mit den Worten: „Sorry, I´m not convinced …“.

Interessiert habe ich in der FAZ im Beitrag „Muss Waldi sterben?“ gelesen, dass „… zwei Drittel der Resistenzen auf Nutzung in der Humanmedizin zurückgehen.“ Ich bin hier auch nicht „convinced“ und Sie sollten einmal beim BfR nachfragen, wie es dort eingeschätzt wird.

Wenn 97 % aller MRSA-Stämme aus dem Krankenhausbereich kommen und seit vielen Jahren konstant nur 3 % der Probleme durch den Stamm 398 (einziger Stamm in der Schweinehaltung) verursacht werden, dann habe ich Zweifel an Ihrer Aussage.

Wenn bei der Anwendung von Antibiotika im Schweinebereich nur 1,7 % der Antibiotika in den Definitionsbereich „Reserveantibiotika“ fallen, jedoch 50 % des Antibiotikaeinsatzes im Humanbereich, dann brauchen wir eigentlich nicht weiter diskutieren, oder?

Warum wird der Focus ausschließlich auf die verunglimpfte „Massentierhaltung“ zentriert?

Herr Häusling meint in seiner Pressemitteilung, "...von Heimtierhaltung geht keine besondere Gefährdung aus...". Worauf begründet er diese Idee? Seit wann differenzierten Bakterien zwischen Tierarten oder Haltungsformen bei der Bildung von Resistenzen? Und bei den Heimtieren werden durch den intensiven persönlichen Kontakt "Tier-Mensch" die Bakterien, auch resistente, ausgetauscht". Es geht nicht um die behandelte Tierart, nur um den verwendeten Wirkstoff. Chloramphenicol ist z.B. in der Nutztierhaltung seit langer Zeit VERBOTEN, nicht aber im Kleintierbereich.

Könnte es sein, dass Herr Häusling keine Probleme bei den Heimtieren, jedoch bei der „Massentierhaltung“ sieht, weil er auf einem Auge blind ist? Weil er mit einem Auge auf die Millionen Kleintierhalter als Wählerklientel schielt und die nicht verprellen möchte?

Dummerweise ist bei der Formulierung der EU-Tierarzneimittel-Verordnung offenbar nicht aufgepasst worden, dass es nur um die „Massentierhaltung“ gehen sollte. Hat da niemand mit dem ideologisch „nötigen Sachverstand“ Korrektur gelesen? Die Folge des Aufstands im Kleintierbereich ist natürlich unangenehm.

Jede Anwendung bzw. Freisetzung eines Antibiotikums beinhaltet die Möglichkeit der Entstehung von Resistenzen, das betrifft alle Anwendungsbereiche, egal ob Nutz- oder Heimtierbereich und natürlich auch bei uns Menschen. Gerade in der Humanmedizin werden  die Mittel mit der besten Aussicht auf Behandlungserfolg eingesetzt (ohne Antibiogramm, wohl aus Kostengründen?). Mit jeder Anwendung schwindet aber die „Schärfe des Schwertes“ Antibiotikum. Diesen grundsätzlichen Sachverhalt scheint Herr Häusling zu ignorieren.

Im Schweinebereich werden Reserveantibiotika nur per Injektion, also bei Einzeltieren eingesetzt. Ihre Art der Darstellung lässt etwas völlig falsches annehmen. Das ist kein korrekter, verantwortungsvoller Journalismus.

Der Vorwurf, Tierärzte würden  am Antibiotikaverkauf an die Landwirte verdienen und daher viel einsetzen wollen, kennen wir auch schon aus der Diskussion vor Jahren zum Verbot des Dispensierrechts. Bitte nicht schon wieder diese „olle Kamelle“ aus der Mottenkiste. Ich dachte, das hätten wir hinter uns. Seit Einführung des Antibiotikamonitoring in der Nutztierhaltung ist der Einsatz von Antibiotika sehr stark rückläufig, er wurde mehr als  halbiert. Selbst Überwachungsbehörden sind mittlerweile der Meinung, dass eher zu wenige Tiere behandelt werden, obwohl behandlungsbedürftig, und das wäre auch nicht im Sinne des Tierschutzes, denn natürlich müssen kranke Tiere behandelt werden.

Ich bin bei Ihnen, wenn es darum geht, dass Haltungsbedingungen einen Anteil an Erkrankungen haben können. Diese Haltungsbedingungen müssen ökonomisch aber tragbar sein. Ökonomisch nicht tragbar sind so viele Erkrankungen, dass in jedem Mastdurchgang alle Tiere einmal behandelt werden müssen. So lange der Verbraucher an der Kasse gegen die Finanzierung dieser „besseren“ Haltungsbedingungen abstimmt, sind sie nicht realisierbar.

Natürlich können wir in Deutschland ideologisch idealisierte Haltungsbedingen per Gesetz erzwingen. Die Folge ist dann die Verlagerung der Tierhaltung in Länder, wo wir sie gar nicht mehr beeinflussen können und wo sie eher schlechter sind als hier. Deutschland wird auf diese Weise „schweinefrei“ gemacht, worüber Veganer nicht traurig wären.

Wir haben bei den Ferkeln einen Eigenversorgungsgrad von vielleicht 70-75 %, der aktuell stark rückläufig ist. Spanien hat Deutschland in der EU als größten Schweinehalter bereits abgelöst. In den Läden findet sich schon billiges Schweinefleisch aus Chile. Soll das die Zukunft sein?

Die Bedingungen für Schweinehalter werden in Deutschland  weiter verschärft, das führt nur zu weiter steigenden Importen aus anderen Ländern. Allein aus Dänemark werden ca. 13 Mio. Ferkel jährlich exportiert, weitere Millionen aus den Niederlanden, d.h. eine Reduzierung der Tierhaltung hier durch „Aussteigerprämien“ für Sauenhalter (wie von der Bundeslandwirtschaftsministerin angedacht und in den Niederlanden seit langem praktiziert) bringt eher nichts.

Die Sauenhaltung in Deutschland ist im letzten Jahr um über 10 % rückläufig (v.a. in Hessen). Millionen Ferkel kommen weiter aus NL und DK nach Deutschland. Gerade jetzt sind die Preise für Schweinefleisch so niedrig, dass die Schweinhalter Geld vernichten. Viele überlegen aus der Tierhaltung auszusteigen und was dann?

Die Tierhaltung in DK, NL und besonders in Spanien ist weitaus billiger, weil weniger Auflagen bestehen. Gerade in DK steht der Staat hinter seinen Landwirten! Beispielhaft sei erwähnt, dass die „Kastration unter Betäubung“ mit Isofluran so nur in Deutschland seit dem 01.01.21 durchgeführt wird. In den NL ist dazu Kohlendioxid erlaubt, was zu Erstickungsängsten führt und aus Tierschutzsicht nicht akzeptabel ist. Auch QS (Qualität und Sicherheit) will das hier in Deutschland nicht, akzeptiert aber den Import von so „behandelten“ Ferkeln nach Deutschland. Das ist eine bewusste Marktverzerrung.

Die Deutsche konventionelle Schweinehaltung wird konkurrenzunfähig reguliert, weil Grüne Tierschützer sie nicht mehr wollen. Der Verbraucher will aber weiter „billiges Fleisch“ und wird es auch bekommen, nur nicht aus Deutschland. Wir haben dann keinen Einfluss mehr auf die Haltungsbedingungen.

Wenn wir hier so weitermachen, werden wir demnächst Schweinefleisch aus China bekommen aus den dortigen Großanlagen mit 100.000 Sauen. Dort lachen sie nur über animal welfare, wie wir es hier betreiben. Ganz besonders werden sie dort lachen, wenn sie die „BIO-Haltung“ des von dort gelieferten Schweinefleisch per Stempel bestätigen, weil die „dummen Deutschen“ es glauben wollen. Papier ist geduldig.

Es kann auch nicht sein, dass wir hier hohe (berechtigte) Auflagen bei der Produktion von Antibiotika haben, so dass in Deutschland die Produktion völlig eingestellt worden ist. Wir werden jetzt aus China beliefert. Dort und in Indien werden die Wirkstoffe in die Umwelt freigesetzt, es entstehen Resistenzen und über Touristen werden sie dann in die EU (auch Deutschland) importiert.

Ich sehe hier Parallelen zur Entwicklung in der Deutschen Schweinehaltung.

Für weitere Information empfehle ich das Epidemiologische Bulletin des RKI vom Juli 2011. Da können Sie mehr  über MRSA lesen. In der Schweinehaltung wurde MRSA (Stamm 398) erstmals 2008 nachgewiesen. Es stellt sich somit die Frage, ist MRSA vielleicht aus dem Humanbereich in die Tierhaltung gekommen? … also umgekehrt als immer dargestellt wird?

Immerhin kennen wir MRSA seit mittlerweile rund  60 Jahren in der Humanmedizin, aber erst seit 13 Jahren in der Schweinehaltung.

In der FAZ war die Rede von 33.000 Toten in europäischen Krankenhäusern, laut Herr Häusling, aber wie kommt es zu diesen Infektionen?

Auch hier scheint Herr Häusling nur rudimentär informiert zu sein. In einer Veröffentlichung über Resistenzen in China aus dem Jahre 2017 stand u.a., dass die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sogar von fast einer Million Infektionen und mindestens 30.000 Todesfällen allein in Deutschland ausgeht. Laut Bundesgesundheitsministerium erkranken jährlich 400.000 bis 600.000 Patienten in Deutschland an Krankenhausinfektionen. Ein Krankenhausaufenthalt ist also nicht ohne Risiko.

Ein großes Problem ist die Übertragung von Keimen im Krankenhaus durch Verstöße gegen Vorgaben bei der Pflege. Hier will ich auf keinen Fall den Pflegekräften einen Vorwurf machen, denn es liegt am Pflegeschlüssel von 1 : 2,4 Patienten. In den Niederlanden liegt der Schlüssel bei 1 : 1 und das ist auch notwendig so. 

Ein Professor in Deutschland hat einmal mit Stoppuhr gemessen, wie lange die üblichen Pflegetätigkeiten dauern und kam auf ca. 6 Stunden je Person. "Verstöße" gegen Vorgaben sind da in Deutschland vorprogrammiert. Er hatte es gemacht, weil es immer wieder Problemfälle gab aufgrund Nichteinhaltung von Pflegevorgaben. 

Was die Freisetzung von Wirkstoffen (auch radioaktive Substanzen) in die Umwelt betrifft, so ist dieser Aspekt auch absolut relevant!!! ... aber wie werden die Abwässer aus den Krankenhäusern behandelt? Diese Freisetzung findet natürlich auch statt bei einer Antibiose im privaten häuslichen Umfeld. Darüber wird nie berichtet. Um diese Freisetzung zu vermeiden, bedürfte es einer Behandlung unter „kontrollierten“ Bedingungen. Die Ausscheidungen müssten theoretisch separiert und „unschädlich“ entsorgt werden, was natürlich völlig unrealistisch ist.

Was die antibiotische Behandlung des fiktiven „Meerschweinchens“ von Herrn Montgomery betrifft, mit der möglichen Folge eines Sterbefalls auf einer Intensivstation, so dürften dann zumindest keine Reserveantibiotika mehr in der Tierhaltung (egal ob Heim- oder Nutztiere) eingesetzt werden. Wenn ich dabei an Ohrentzündungen im Kleintierbereich denke, dann wäre das mit erheblichen Schmerzen bis zum Tot von Tieren verbunden, weil keine Behandlung mehr möglich wäre. Herr Montgomery stuft mit seiner Aussage Tiere als Geschöpfe ein, die dem Wohl des Menschen unterzuordnen sind. Da Tiere im Grundgesetz als Mitgeschöpfte verankert wurden, wäre hieraus ein Verstoß gegen das GG zu folgern. 

Ich hoffe, Ihren Kenntnisstand etwas erweitert und zu differenzierten Überlegungen bei der aktuellen Diskussion angeregt zu haben, die wir eigentlich seit vielen Jahren wiederholt führen. Unausgesprochen geht es eigentlich um einen ideologischen Kampf gehen die Haltung von Nutztieren in Deutschland, die es dann nicht mehr geben wird.

Das wir uns richtig verstehen, auch ich bin der Meinung, dass der Konsum tierischer Produkte reduziert werden sollte, auch aus gesundheitlichen Gründen. Wir können dieses Ziel sicher durch Verteuerung der Produkte erreichen, die aus „verbesserten“ Haltungsbedingungen resultieren, so wie in der Schweiz, aber dazu braucht es einen geschlossenen Markt. Billigimporte aus dem Ausland dürfte es nicht geben, das widerspricht aber dem Prinzip des freien Warenhandels innerhalb der EU und weltweiter Tendenzen.

Sie sehen, wir befinden uns in einer Zwickmühle voller Widersprüche. Viele Aspekte werden wissentlich ignoriert, oder vielleicht aus Dummheit?

Gießen,13. 09.2021

Tierarzt Franz Josef Koch


EU Grüner Martin Häusling: der bpt irrt mit seinen Behauptungen (Pressemeldung der EU Grünen vom 10.09.2021)

Gefährliche Kampagne des Tierärzteverbandes (bpt):

Schutz von Antibiotika steht auf der Kippe
Die gegen eine rechtliche Initiative der Grünen gerichtete Kampagne des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (bpt), die Haustieren eine lebenswichtige Antibiotikaversorgung sicherstellen solle, läuft ins Leere. Ein Factsheet der Europäischen Kommission bestätigt endgültig, dass der bpt mit seinen Behauptungen irrt. Denn die Kommission ist es selbst, die in Zukunft ein wesentlich eingeschränkteres Arzneimittelportfolie für die Behandlung für Haustiere vorsieht. Die Kommission stellt ausdrücklich klar, dass die Antibiotika, die auf der Liste der Reserveantibiotika für die Humanmedizin landen, für alle Tierarten verboten sind, und zwar ohne Ausnahme.

Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied im EU-Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments ist der Initiator des vom bpt so heftig kritisierten Rechtstextes, über den am 15.9. abgestimmt wird.

Hier die Pressemeldung der EU Grünen ->  GEFÄHRLICHE KAMPAGNE DES TIERÄRZTEVERBANDES: SCHUTZ VON ANTIBIOTIKA STEHT AUF DER KIPPE

Was ist denn "da" jetzt los?  

Für mich und sicher für viele andere ist das doch alles sehr verwirrend und unklar. Der EU-Grüne Martin Häusling "kackt" den bpt an und der bpt "kackt" den Häusling an. Warum gibt es zumindest für uns Tierärzt*innen nicht einmal eine Reaktion vom bpt auf die "Behauptungen" von Martin Häusling.

Auch das Gutachten der RA-Kanzlei Günther ( Davina Bruhn) wurde bisher nicht von der Tierärzteseite "kommentiert" (jedenfalls weiß ich nichts davon).


Ja, was denn nun?

Der bpt hat eine erfolgreiche Kampagne "gegen" die  Forderung der Europa-Grünen (unter Martin Häusling) zum EU-weiten Verbot der Reserve-Antibiotika gestartet. Auch viele Tierhalter*innen haben die Petition in den Tierarztpraxen unterschrieben aus Angst, "Hund, Katze, Maus" können dann nicht mehr erfolgreich therapiert werden.  Die Deutsche-Umwelthilfe-Agrarexpertin , Reinhild Benning, verweist auf ein Gutachten, worin klargestellt werden soll, dass hier nicht "Hund, Katze, Maus" gemeint seien, sondern nur die Verabreichung bei Nutztieren (Geflügel, Schwein, Rind, über Futter und Wasser). 

Desinformation-Kampagne macht Stimmung für Freifahrtschein bei Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung

Um den massenhaften Einsatz von Reserve-Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung schnellstmöglich zu verbieten, muss die EU-Kommission mit einer Korrektur der Tierarzneimittelverordnung klarstellen, dass die entsprechenden Regeln nicht für Einzeltiere wie Hund, Katze oder Pferd gelten. Damit dürften Einzeltiere weiter mit Reserve-Antibiotika behandelt werden – die Resistenzen fördernde massenhafte Verabreichung dieser extrem wichtigen Antibiotika über das Futter oder Wasser in der industriellen Tierhaltung würde hingegen untersagt, denn Reserve-Antibiotika müssen immer häufiger Menschenleben retten, weil andere Antibiotika gegen resistente Erreger unwirksam werden. Zur Zeit macht eine Kampagne mit Desinformation über emotionale Bilder und Slogans Stimmung bei Haustierhalterinnen und -haltern, statt eine Klarstellung des Anwendungsbereiches einzufordern, und behauptet, von dem Verbot von Reserve-Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung wären automatisch alle Haustiere betroffen.

"...Dazu Reinhild Benning, Deutsche-Umwelthilfe-Agrarexpertin: „Es ist beschämend, wie hier versucht wird, Tierfreundinnen und -freunden Angst zu machen, ihre geliebten Katzen oder Hunde würden gefährdet. Das ist nicht der Fall, wie auch unser neues Rechtsgutachten (Rechtsanwältin Dr.Davis Bruhn) noch einmal eindeutig klarstellt, wenn die vom EU-Umweltausschuss geforderte Korrektur kommt. Das Interesse einiger weniger Tierärztinnen und Tierärzte mit engem Draht zur Agrarindustrie ist dabei so durchschaubar wie unmoralisch: Werden Hund und Hamster in der EU-Regel weiter in einen Topf geworfen mit Lebensmittel-Tieren, dürfen weiter tonnenweise Antibiotika im Trog der Massentierhaltung landen – zum Profit einiger weniger Tierarztpraxen, die bis zu 78 Prozent ihres Umsatzes durch den Verkauf von Tierarzneimitteln scheffeln..."

Ein Gutachten im Auftrage der Deutschen Umwelthilfe unterscheidet zwischen Lebensmittel- und Nicht Lebensmitteltiere

Rechtsanwältin Dr. Davina Bruhn schreibt u.a. im Fazit ihres Gutachtens: "... Der Einspruch zielt auf eine konsequente Eindämmung des Einsatzes von Reserveantibiotika bei Lebensmittel-Tieren ab, ohne dabei die Möglichkeit einzelner Tiere in Ausnahmefällen aus den Augen zu verlieren. Mit dem jetzigen Entwurf des delegierten Rechtsaktes dürften Reserveantibiotika weiterhin auch als Gruppenmedikation in der industriellen Tierhaltung eingesetzt werden, statt bei diesen Lebensmittel-Tieren die Tiergesundheit mit anderen Maßnahmen konsequent zu verbessern, wie es gesellschaftlich gefordert wird. Der jetzige Entwurf des delegierten Rechtsaktes würde daher das Ziel des Gesetzgebers verfehlen und der voranschreitenden Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen nicht entgegentreten und den extensiven Einsatz von Reserveantibiotika in der industriellen Tierproduktion nicht wirksam verbieten. Die pauschale Kampagne der Tierärzte spielt nicht nur mit den Ängsten von Haustierbesitzern, sondern gibt Inhalte des Einspruchs teilweise unzutreffend und verkürzt wieder. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass sich die Verantwortlichen für die Kampagne möglicherweise doch für den weiteren Einsatz von Reserveantibiotika in der industriellen Tierhaltung stark machen, dies jedoch mit dem vorgeschobenen Fokus auf Nicht-Lebensmittel-Tiere wie Hunde zu überspielen versuchen...". 

Hier lesen Sie das Gutachten von Rechtsanwältin Dr. Davina Bruhn → Kurzgutachten

Das Interesse einiger weniger Tierärztinnen und Tierärzte mit engem Draht zur Agrarindustrie ist dabei so durchschaubar wie unmoralisch: Werden Hund und Hamster in der EU-Regel weiter in einen Topf geworfen mit Lebensmittel-Tieren, dürfen weiter tonnenweise Antibiotika im Trog der Massentierhaltung landen – zum Profit einiger weniger Tierarztpraxen, die bis zu 78 Prozent ihres Umsatzes durch den Verkauf von Tierarzneimitteln scheffeln..."

Den Pressebericht im "proprium" lesen Sie hier → Pressebericht

Die Resolution vom EU-Grünen Martin Häusling zur Tierarzneimittelverordnung finden Sie hier → MOTION FOR A RESOLUTION


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TIERÄRZTE FORDERN MEHR TIERSCHUTZ!


EIN JAHR NACH DEM ERSTEN ASP-FUND BEI EINEM WILDSCHWEIN IN DEUTSCHLAND

– WO STEHEN WIR JETZT? 

(ISN, 10.09.2021) Ein Jahr ist es her, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Deutschland bei einem Wildschwein nachgewiesen wurde. Die Zahl der amtlich bestätigten Fälle liegt mittlerweile über der 2.000er Marke und die Lage in den betroffenen Bundesländern Brandenburg und Sachsen ist nach wie vor angespannt. Es hakt nach wie vor an vielen Stellen bei der Umsetzung von Bekämpfungsmaßnahmen. Zudem ist der Seuchendruck entlang der polnischen Grenze unverändert sehr hoch.

2.073 ASP-Fälle – Regionale Konzentration in Brandenburg und Sachsen

Ein Jahr nach dem ersten ASP-Ausbruch in Brandenburg am 11.09.2020 liegt die Zahl der amtlich bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) nach Angaben des TierSeuchenInformationsSystems (TSIS) bei 2.073 (Stand 07.09.21). So gut wie alle Fälle betreffen Wildschweine in Brandenburg und Sachsen. Das Seuchengeschehen im Schwarzwildbestand reißt nicht ab und es werden wöchentlich immer wieder neue ASP-Fälle bei Wildschweinen festgestellt, sodass die Restriktionszonen einige Male erweitert werden mussten. Bei den ASP-Fällen in Hausschweinebeständen ist es bislang bei drei betroffenen Betrieben geblieben, welche im Juli in den brandenburgischen Landkreisen Märkisch-Oderland und Spree-Neiße festgestellt worden waren.

Beim Blick auf das Seuchengeschehen bleibt ein positiver Aspekt zu erwähnen – und zwar ist es seit dem Erstausbruch der ASP in Deutschland gelungen, die ASP regional auf das grenznahe Gebiet in Ostdeutschland in Brandenburg und Sachen zu begrenzen, auch wenn die Restriktionszonen bereits mehrmals erweitert werden mussten. Trotzdem hat das ASP-geschehen natürlich erhebliche Auswirkungen für die gesamte deutsche Schweinehaltung. Ganz besonders dramatisch sind die Folgen für die Schweinehalter in den betroffenen Regionen.

Unterstützung für betroffene Länder fehlt

Die Lage in Brandenburg und Sachen ist nach wie vor angespannt. Zusätzlich zur ohnehin katastrophal schlechten finanziellen Lage der Schweinehalter in Deutschland hat sich vor allem nach dem Ausbruch der ASP bei Hausschweinen der ökonomische Druck für die Schweinehalter in Brandenburg noch weiter erhöht. In einer extra einberufenen Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) forderten die Länder vom Bund mehr Unterstützung. Auf der anschließenden Pressekonferenz der Sonder-AMK wurden allerdings erhebliche Diskrepanzen zwischen Bund und Ländern deutlich, die in einem Schlagabtausch gipfelten.

Nach Sicht der ISN müssen die Forderungen aus den betroffenen Ländern  ernst genommen werden. Zum einen braucht es finanzielle Mittel zum Ausgleich der massiven Verluste in den vergangenen Monaten und zum anderen wirksame und schnelle Maßnahmen zu einer effektiven ASP-Bekämpfung. Zudem hat das Thema weder etwas im Wahlkampf zu suchen, noch darf die Bekämpfung im Zuständigkeitsgerangel zwischen Bund und Ländern ausgebremst werden. Die Auswirkungen der ASP-Ausbrüche in Brandenburg und Sachsen sind schon jetzt für die Schweinehalter dramatisch, nicht nur in den betroffenen Gebieten, sondern auch bundesweit. Deshalb ist es jetzt so wichtig, dass alle Maßnahmen endlich konsequent umgesetzt werden. Der Fokus muss auf Zusammenarbeit und Vernetzung aller Akteure liegen.

(Darüber haben wir auch in folgender Meldung berichtet: ASP-Krisentreffen in Brandenburg – ISN: Kompetenzgerangel muss ein Ende haben ASP-Krisentreffen in Brandenburg – ISN: Kompetenzgerangel muss ein Ende haben)

Koordination und Information vor Ort verbessern!

Auch bei der Koordination der Bekämpfungsmaßnahmen und beim Informationsverhalten beklagen die landwirtschaftlichen Organisationen vor Ort noch immer erhebliche Defizite. Wie kann das noch immer sein? Schwachpunkte müssen sofort abgestellt werden. Hier liegt die Verantwortung klar bei Politik und Behörden in den betroffenen Bundesländern – denn dort müssen die direkten Bekämpfungsmaßnahmen wirksam umgesetzt werden. Die ortsansässigen Landwirte der Region müssen endlich mehr mit eingebunden werden. Diese Spezialisten kennen sich dort wie kaum jemand sonst vor Ort aus. Sie bieten Hilfe an und zeigen die Schwachstellen konkret auf.

Drittlandsexporte weiter blockiert - Verhandlungen über Regionalisierungsabkommen nicht vergessen

Seit dem Auftreten der ASP in Ostdeutschland verhängten fast alle wichtigen Drittländer Einfuhrsperren für deutsches Schweinefleisch. Ein Jahr nach dem Verlust des Exportstatus ASP-frei ist der Erfolg der Bundesregierung für die Wiederaufnahme der Schweinefleischexporte ausgesprochen dürftig. Die anhaltenden Restriktionen für die Exportdestinationen sind eine große Belastung für den Schweinepreis. Es ist dringend notwendig, dass mehr Anstrengungen von Seiten der Politik unternommen werden, damit der Drittlandsexport endlich wieder in Gang kommt. Fakt ist: Die Öffnung weiterer Drittlandsmärkte muss weiterhin ganz oben auf der To Do Liste stehen – und zwar auf der der jetzigen und zukünftigen Regierungsspitze in Berlin.

Noch kein Durchbruch beim ASP-Impfstoff

In den vergangenen Monaten kamen immer wieder Meldungen aus einzelnen Ländern auf, erste Erfolge bei der Erforschung eines Impfstoffs gegen die ASP zu verzeichnen. Doch es konnte noch kein entscheidender Durchbruch erzielt werden. Dieser Ansatz ist zwar vielversprechend, aber die Forschungen bis zur Praxisreife werden noch weiter andauern.

Biosicherheitskonzepte nicht außer Acht lassen!

Bislang ist es in drei Hausschweinebeständen in Deutschland zu einem ASP-Ausbruch gekommen, wodurch sich die ASP-Situation im Juli noch einmal verschärft hat. Damit das so bleibt, ist weiterhin höchste Vorsicht geboten denn das Einschleppungsrisiko ist hoch. Die Biosicherheitsmaßnahmen sind mit allerhöchster Konsequenz weiter umzusetzen. Das gilt für Schweinehalter, Jäger und alle anderen Beteiligten gleichermaßen. Mit unserer Checkliste können Schweinehalter ihre Betriebshygiene noch einmal überprüfen und ggf. optimieren.

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(entsprechen nicht unbedingt der Redaktionsmeinung)

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