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Internationale Maßnahmen gegen die Ausweitung von Antibiotikaresistenzen

- 01.01.2026
Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization – WHO) zählt Antibiotikaresistenzen zu den größten Herausforderungen für die globale öffentliche Gesundheit und registriert aktuell mit großer Besorgnis eine deutliche Zunahme von Antibiotikaresistenzen. Neben der menschlichen Gesundheit stellen Antibiotikaresistenzen auch eine bedeutende Bedrohung für die Gesundheit von Tieren sowie die Ernährungssicherheit dar. Daher stehen Antibiotikaresistenzen weltweit im Fokus.
Auf internationaler, regionaler und nationaler Ebene sind mittlerweile Aktionspläne gegen Antibiotikaresistenzen etabliert worden.
Die WHO hat 2015 den Globalen Aktionsplan gegen antimikrobielle Resistenzen veröffentlicht, der darauf abzielt, durch Aufklärung, Überwachung, Forschung und einen verantwortungsvollen und sachgerechten Antibiotikaeinsatz die zunehmende Resistenz von Bakterien zu bekämpfen und die Mitglieder bei der Einführung und Umsetzung von entsprechenden nationalen Aktionsplänen zu unterstützen. In Deutschland ist dies die Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie (DART), die bereits seit 2008 etabliert ist.
Aktuell wird der Globale Aktionsplan gegen Antibiotikaresistenzen im Sinne des One-Health-Ansatzes durch die sogenannte Quadripartite (Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), United Nations Environment Programme (UNEP), WHO und World Organisation for Animal Health (WOAH)) in Abstimmung mit den jeweiligen Mitgliedern überarbeitet und aktualisiert. Diese Arbeiten sollen 2026 fertig gestellt werden.
Auch auf EU-Ebene ist ein Aktionsplan zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen nach dem One-Health-Ansatz durch die EU-Kommission verabschiedet worden (2017), der die drei Hauptziele verfolgt:
- die EU in eine „Best-Practice-Region“ zu verwandeln
- Forschung, Entwicklung und Innovation zu fördern und
- die globale Agenda hinsichtlich Antibiotikaresistenzen mitzugestalten.
Bei der Tiermedizin und in der Tierhaltung verfolgt die EU-Kommission mit ihrer ‚Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem‘ aus dem Jahr 2020 das Ziel, den Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung und Aquakultur bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren (Referenzjahr 2018).
Auch die seit 2022 EU-weit anzuwendende EU-Tierarzneimittelverordnung (Verordnung (EU) 2019/6) verfolgt als ein wesentliches Ziel die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen der von Tieren stammenden Bakterien. Im Mittelpunkt stehen hierbei neben Vorschriften zum verantwortungsvollen und sachgemäßen Antibiotikaeinsatz durch Tierärztinnen und Tierärzte auch die verpflichtenden Meldungen von Antibiotikaabgabemengen und Antibiotikaverbrauchsmengen in der Tiermedizin durch die Mitgliedstaaten an die Europäische Arzneimittel-Agentur. (30.12.2025)




