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NEWS
von der AVA und aus der Branche
AVA-Seminar im März 2026 in Österreich: Praktisch angewandte Milchvieh-Herdenernährung - Wie ein „guter Betrieb“ von 34 auf 40 l kommt – welche MUST HAVES eine gute Ration haben muss.
AVA-Seminar in Oberösterreich am 11.-12. März 2026 in A- 3313 Wallsee mit kostenfreiem Vortrag (auch für Nicht-Seminarteilnehmer) am 11. März ab 19.30 Uhr (der kostenfreie Vortrag ist auch separat buchbar). Jetzt bereits anmelden!

AVA-Seminar: Fütterungs- und Fütterungscontrolling im Milchviehbetrieb:
Termin: Mi 11.- Do 12. März 2026 in A-3313 Wallsee (OÖ) mit kostenfreiem Vortrag (für Alle) am 11. März ab 19.30 Uhr (der kostenfreie Vortrag ist auch separat buchbar).
Ein Intensivseminar für Tierärzte/-innen, Landwirte/-innen Herdenmanager/-innen und Berater/-innen in der Milchviehherdenbetreuung
Anmelden können Sie sich gerne ab jetzt.
Die AVA möchte die Milchkuhhalter, Tierärzte, Berater, Studiierende.., zu einem hoch interessanten AVA-Seminar einladen.
Informieren Sie bitte auch andere mögliche Interessenten (Tierärzte, Landwirte, Berater, Studierende,…) und weisen Sie doch bitte auf das Tierernährungsseminar hin.
Hier der Link zur Fütterungsveranstaltung in Österreich (Wie ein „guter Betrieb“ von 34 auf 40 l kommt – welche MUST HAVES eine gute Ration haben muss.)
Das praktische AVA-Fütterungs- und -Controlling-Seminar wurde schon mehrfach in Deutschland mit „großem Erfolg“ durchgeführt. Auf Wunsch österreichischer Kollegen und Kolleginnen bietet die AVA nun dieses Seminar erstmals auch in Österreich an:
Seminarthema: Praktisch angewandte Milchvieh-Herdenernährung - Wie ein „guter Betrieb“ von 34 auf 40 l kommt – welche MUST HAVES eine gute Ration haben muss.
Ein Intensivseminar für Tierärzte/-innen, Landwirte/-innen Herdenmanager/-innen und Berater/-innen in der Milchviehherdenbetreuung
Termin: Mi 11.- Do 12. März 2026 in A-3313 Wallsee (OÖ) mit kostenfreiem Vortrag (für Alle) am 11. März ab 19.30 Uhr (der kostenfreie Vortrag ist auch separat buchbar).
Ganz besonders die gemeinsamen Diskussionen der Tierärzte*innen mit den teilnehmenden Landwirt*innen/Herdenmanagern/-innen und Futterberater*innen sind aufgrund der unterschiedlichen (beruflichen) Sichtweisen eine große Bereicherung, die allen Teilnehmenden sehr viel „bringen“ wird und bisher „gebracht“ haben – was immer wieder in den Evaluationen dieser AVA-Fütterungskurse bestätigt wurde.
Die Teilnehmerzahl für das AVA-Seminar ist begrenzt. Melden Sie Sie sich bitte früh genug an, um sich einen Seminarplatz zu sichern.
Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gerne für Sie zur Verfügung. Schreiben Sie uns einfach eine Mail.
Immer weniger Agrarbetriebe in Brandenburg - Mehr Geflügel, weniger Rinder
5.200 statt 6.900 Höfe, deutlich weniger Rinder, mehr Hühner: Brandenburgs Landwirtschaft hat sich massiv gewandelt. Wissenswertes aus der Statistik zur Grünen Woche.
Weniger Bauernhöfe, weniger Anbaufläche: In der brandenburgischen Landwirtschaft sind binnen 25 Jahren rund ein Viertel der Betriebe verschwunden.
Auch Ackerland und Ernte haben sich verändert: Brandenburg wandelte sich vom Roggenland zum Sonnenblumen-Spitzenreiter, wie aus Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg anlässlich der Grünen Woche in Berlin hervorgeht.
Einige Zahlen im Überblick
- Rückgang bei Betrieben und Fläche: Seit 2001 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg von 6.900 auf 5.200 im vergangenen Jahr geschrumpft. Die Ackerfläche verringerte sich von mehr als einer Million Hektar um 60.000 Hektar.
- Weniger Arbeitskräfte: Laut Statistik sank die Zahl um rund 15 Prozent auf 31.800. Saisonarbeitskräfte machten 2001 gut ein Viertel aller Arbeitskräfte aus - 2023 ein Drittel.
- Land der Sonnenblumen: Wichtigste Kulturen bleiben Weizen, Roggen, Gerste. Dabei hat sich die Roggenfläche mit rund 130.000 Hektar im Vergleich zu 2001 fast halbiert. Brandenburg ist dagegen inzwischen bundesweit führend beim Sonnenblumenanbau. 2025 wuchsen Sonnenblumen auf 21.300 Hektar.
Plus beim Spargel - Minus bei Äpfeln
- Spargelland: Wichtigste Gemüseart ist der Spargel. Gartenbaubetriebe produzierten 2025 nach vorläufigen Ergebnissen 18.700 Tonnen. Vor 25 Jahren waren es dagegen nur 5.712 Tonnen. Beim Apfel hat sich die Produktion halbiert: 2001 waren es 33.230 Tonnen - 2025 noch 16.585 Tonnen.
- Weniger Rinder, Schweine und Schafe: Bei Rindern gab es binnen 25 Jahren einen Rückgang um 243.400 Tiere (37,5 Prozent) auf 406.000. Landwirte hielten 2025 rund 685.000 Schweine - laut Statistik-Behörde ein Minus von 20,2 Prozent. Bei den Schafen hat sich der Bestand mehr als halbiert: Es waren noch gut 71.000 Tiere.
- Mehr Geflügel und Eier: Brandenburg legt bei der Eierproduktion zu: Für 2025 wurden 958 Millionen Stück erwartet. Das ist ein Plus von 20 Prozent. Die Zahl der Hühner lag bei knapp 8 Millionen Tiere (Stand 2023) - 2001 waren es gut 6 Millionen.
Minister Robert F. Kennedy Jr Kennedy über Trumps Essen: Weiß nicht, wie er noch lebt
Der 79-Jährige Präsident greift gerne zu Burgern und Cola statt zu gehobener Küche - allerdings nur auf Reisen, wie sein Gesundheitsminister verrät.
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Umstellung auf Bio muss sich lohnen!
Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat eine faire Vergütung von Bio-Produkten gefordert. Fast jede Handelskette biete heute Bio-Eigenmarken an.
«Das macht Bio zwar massentauglich, drückt aber die Erzeugerpreise. Bio darf kein billiges Marketinginstrument des Handels werden», sagte Verbandspräsident Karsten Trunk der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Beginns der Grünen Woche in Berlin.
Wachstum funktioniere in dem Bereich nur, wenn Bio fair vergütet werde und es sich für die Betriebe rechne. «Rund zehn Prozent der Bauern wären zur Umstellung bereit, wenn die Wirtschaftlichkeit stimmt - genau daran hakt es derzeit», betonte Trunk. 2024 steigerte die Bio-Lebensmittelbranche nach Zahlen des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft bundesweit ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf fast 17 Milliarden Euro.
MV bei der Grünen Woche
In Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftet gut ein Viertel der Betriebe ökologisch, vor allem auf Grünland. Klar sei aber, dass es ohne eine leistungsfähige konventionelle Landwirtschaft keine Versorgungssicherheit gebe, so Trunk. Es gehe nicht um «Bio gegen Konventionell», sondern um wirtschaftlich tragfähige Betriebe in beiden Bereichen.
Auch auf der 100. Grünen Woche (16.-25. Januar) spielt das Thema ökologischer Anbau eine Rolle. Die «Bio-Halle» (Halle 22a) steht unter dem Motto «Bio erleben». Als erstes Bundesland wird Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr das offizielle Partnerland der Grünen Woche in Berlin sein. Das lässt sich das Land mehr als 1,3 Millionen Euro kosten.
Auch aus Sicht des MV-Bauernpräsidenten gut angelegtes Geld, wenn daraus echte Wertschöpfung entstehe. «Die Grüne Woche darf kein Hochglanz-Schaufenster sein, sondern muss Absatz, Kontakte und Verständnis für Landwirtschaft bringen.» MV wird auf der Grünen Woche eine eigene Halle mit 78 Ausstellern haben.
EU-Verordnung bedroht Landwirtschaft: Bürokratie statt Klimaschutz
Die Diskussion um die EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) erreicht einen kritischen Punkt, da immer mehr Stimmen aus der Land- und Forstwirtschaft Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ernährungssicherheit und den Aufbau klimaresilienter Wälder äußern. Die Kampagne #LandschafftZukunft! hebt hervor, dass ohne substanzielle Überarbeitung des Regelwerks weitreichende negative Folgen für die nachhaltige Nutzung von Wald-, Acker- und Grünlandflächen drohen.
Warnungen aus der Branche
Initiatoren der Kampagne betonen, dass die Verordnung zu faktischen Flächenstilllegungen führen könnte, während praxisferne Auflagen und ein Anstieg der Bürokratie zusätzliche Herausforderungen darstellen. Dies hätte nicht nur Konsequenzen für die Betriebe, sondern auch für die Verbraucher durch steigende Preise. Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst fordern daher von der Bundesregierung, ihr Koalitionsversprechen einzulösen und sich für praktikable Lösungen einzusetzen.
Fehlender Praxisbezug
AGDW-Präsident Prof. Dr. Andreas Bitter kritisiert den Ansatz der Verordnung als verfehlt, da sie historische Lebensräume wiederherstellen wolle, ohne die aktuellen klimatischen Veränderungen angemessen zu berücksichtigen. Dies ignoriere nicht nur wertvolle forstwissenschaftliche Erkenntnisse, sondern gefährde auch den notwendigen Aufbau klimaresilienter Wälder. Er betont die Bedeutung des ländlichen Raums für die Zukunft des Landes und fordert mehr Gestaltungsspielraum anstelle eines Rückschritts zu veralteten Methoden.
Bürokratische Hürden
Max von Elverfeldt von den Familienbetrieben Land und Forst warnt vor einem neuen Bürokratiemonster, das durch die W-VO entstehen könnte. Neben dem Entzug von landwirtschaftlichen Flächen würde dies auch die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen sowie die geopolitische Unabhängigkeit gefährden. Während Klimaschutzziele grundsätzlich geteilt werden, sei dieser Weg nicht zielführend.
Kritik auf politischer Ebene
Auf europäischer Ebene wird ebenfalls Kritik laut: Elf Bundesländer äußerten ihre Bedenken auf der Agrarministerkonferenz 2025. Sie bemängelten unter anderem die unzureichende finanzielle Ausstattung und unrealistische Zeitvorgaben der Verordnung sowie deren kontraproduktive Auswirkungen auf Klimaanpassungsmaßnahmen im Wald.
Die Kampagne #LandschafftZukunft! setzt sich dafür ein, dass diese Verordnung grundlegend überarbeitet wird. Nur so könne eine zukunftsfähige Bewirtschaftung gewährleistet werden, die sowohl ökologischen als auch ökonomischen Anforderungen gerecht wird.
Neue ITW-Standards: Chancen in Haltungsformstufen 3 und 4
Die Initiative Tierwohl (ITW) hat angekündigt, ihr bestehendes Programm für Schweine- und Geflügelfleisch um die Haltungsformstufen 3 und 4 zu erweitern. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die neue EU-Verbraucherschutzrichtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo), die Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Tierwohlprogramme klarer zu kennzeichnen und Greenwashing zu vermeiden. Derzeit werden Fleischprodukte der ITW im Handel vor allem unter der Haltungsformstufe 2 angeboten.
Neue Standards und ihre Auswirkungen
Die neuen Programme der ITW richten sich an Marktteilnehmer, die vermehrt Produkte aus höheren Haltungsformen anbieten möchten. Wie ITW-Geschäftsführer Robert Römer erklärte, sollen diese Programme Unternehmen helfen, die aufgrund der neuen Anforderungen ihre eigenen Tierwohlmaßnahmen nicht mehr umsetzen können. Während das bisherige HF2-Programm mit dem Zusatz „Stall plus Platz“ unverändert bleibt, werden die neuen Standards als „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ (HF3) und „Initiative Tierwohl Auslauf“ (HF4) bezeichnet.
Regulatorische Anforderungen
Die EmpCo-Richtlinie fordert von den Programmen eine Offenheit für alle Marktteilnehmer, sofern sie die erforderlichen Kriterien erfüllen. Zudem müssen unabhängige Kontrollinstanzen eingebunden werden, um die Einhaltung dieser Standards sicherzustellen. Die ITW sieht sich durch wissenschaftlich fundierte Methoden in der Lage, diese Anforderungen zu erfüllen.
Einfluss auf Landwirte und den Markt
Laut Römer ist es wichtig, dass Tierwohlprogramme nicht nur bestimmten Vertragslandwirten vorbehalten sind. Durch die Bündelung unter dem ITW-Dach wird ein Wechsel zwischen verschiedenen Vermarktern erleichtert. Landwirte, die bereits am ITW-Programm teilnehmen, sollen keine drastischen Änderungen bemerken. Neue Teilnehmer können sich ab März 2026 über einen ITW-Bündler anmelden.
Anforderungen an Mäster in den neuen Stufen
Die neuen Haltungsformstufen bauen auf den bestehenden Anforderungen des HF2-Programms auf. Für Schweine bedeutet dies beispielsweise den Einsatz von Offenfrontställen in Stufe 3 und das Angebot von Auslauf in Stufe 4. Die Flexibilität für Händler wird erhöht, da sie Produkte aus höheren Stufen auch in niedrigeren vermarkten können.
Kosten und Marktreaktionen
Es fallen weiterhin keine Teilnahmegebühren für Landwirte an. Die Kosten für notwendige Anpassungen am Betrieb variieren je nach Umfang der Änderungen zur Erfüllung der neuen Anforderungen. Der Markt könnte durch diese Richtlinienumsetzung beeinflusst werden, jedoch erwartet Römer weiterhin eine Vielfalt an Tierwohlprogrammen verschiedener Anbieter.
Ab Mitte 2026 sollen Fleischprodukte mit den neuen Siegeln im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich sein. Ob der Einzelhandel diese Standards künftig voraussetzt oder ob kleinere Programme fortbestehen können, bleibt abzuwarten.
ITW steigert Ferkelangebot: 2,7 Mio. neue Tiere für mehr Tierwohl
Die Initiative Tierwohl (ITW) hat kürzlich die Registrierung neuer Schweinehalter abgeschlossen, wodurch nun insgesamt 2,7 Millionen zusätzliche Ferkel jährlich in das Programm aufgenommen werden. Somit steigt die Anzahl der ITW-Ferkel auf etwa 19 Millionen pro Jahr. Trotz dieses Zuwachses ist die vollständige Rückverfolgbarkeit der Tiere, bekannt als Nämlichkeit, noch nicht vollständig gewährleistet.
Mehr Betriebe unter dem ITW-Dach
Mit der Aufnahme von 198 neuen Ferkelaufzuchtbetrieben umfasst die ITW derzeit über 9.000 schweinehaltende Betriebe. Darunter befinden sich 1.589 Ferkelaufzüchter und 1.250 Sauenhalter. Insgesamt produziert das Programm nun rund 22,5 Millionen Mastschweine und etwa 19 Millionen Ferkel, wie aus einer Mitteilung der ITW hervorgeht.
Fortschritte bei der Nämlichkeit
Trotz dieser Fortschritte bleibt eine Lücke von rund 3,5 Millionen Mastschweinen, die nicht mit ITW-Ferkeln versorgt werden können. Anfang des Jahres 2025 betrug diese Differenz noch etwa 7,7 Millionen Ferkel, was zeigt, dass sich das Angebot zunehmend dem Bedarf annähert. Die ITW verfolgt das Ziel, für jedes Ferkel eine verlässliche Herkunftskennzeichnung zu gewährleisten.
Anreize für Tierwohl
Ein finanzieller Anreiz für die Einhaltung der Tierwohlstandards ist ein Entgelt von 4,50 Euro pro Ferkel an zertifizierte Mäster. Diese Zahlung bleibt jedoch nur bis Ende 2026 bestehen. Ab dem Jahr 2027 plant die ITW, die Finanzierung der Nämlichkeit vollständig über den Markt zu regeln und so die Herkunftssicherung ab Geburt zu gewährleisten.
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Die Initiative steht vor der Herausforderung, die verbleibende Lücke bei der Versorgung mit ITW-Ferkeln zu schließen und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle teilnehmenden Betriebe den Tierwohlstandards gerecht werden. Der Übergang zur eigenständigen Finanzierung durch den Markt ab 2027 könnte hierbei ein entscheidender Schritt sein.
Für die Landwirtschaft bedeutet dies nicht nur eine Anpassung an neue Standards, sondern auch eine Chance zur Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen und zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in nachhaltig produzierte Fleischprodukte.
Milchkuhbestände steigen trotz sinkender Rinderzahlen in Deutschland
Im November 2025 wurden in Deutschland etwa 10,4 Millionen Rinder gezählt, was einem leichten Rückgang von 0,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung zeigt eine verlangsamte Abnahme im Vergleich zu den Vorjahren. Während die Gesamtzahl der Rinder abnahm, stieg die Zahl der Milchkühe leicht um 0,2 % an und erreichte knapp 3,6 Millionen.
Anhaltender Rückgang bei Rinderhaltungsbetrieben
Trotz des leichten Anstiegs bei den Milchkühen hat sich die Anzahl der Betriebe, die Rinder halten, weiter verringert. Im Jahr 2025 gaben 1.762 Betriebe, was etwa 1,4 % aller Betriebe ausmacht, ihre Haltung auf. Somit blieben noch 122.430 Betriebe, die sich mit der Rinderhaltung beschäftigten. Besonders stark war der Rückgang bei Milchviehbetrieben mit einem Minus von 3,1 %.
Krankheitsfolgen beeinflussen Bestände
Die gestiegenen Milcherzeugerpreise führten dazu, dass Landwirte ihre Kühe länger auf den Höfen behielten. Dies zeigte sich in den Schlachtzahlen: Von Januar bis Oktober 2025 wurden 7,1 % weniger Milchkühe geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Blauzungenkrankheit hatte zudem Langzeitfolgen: Genesene Tiere konnten erst später wieder für die Reproduktion genutzt werden, was zu einer Verzögerung bei Kalbungen führte.
Zunahme bei Kälbern und Jungrindern
Die Auswirkungen der verzögerten Kalbungen spiegelten sich in einer Zunahme der Kälberbestände wider. Die Zahl von Kälbern und Jungrindern stieg um 0,5 %, wobei besonders Kälber unter acht Monaten mit einem Anstieg von 1,7 % zu dieser Entwicklung beitrugen.
Erschütterungen in Altersstruktur der Rinderbestände
Tiere im Alter von einem Jahr und älter nahmen hingegen ab. Der Bestand dieser Altersgruppe sank um 2,2 %, wobei weibliche Kälber einen besonderen Rückgang von 3,1 % verzeichneten. Auch ältere Rinder über zwei Jahren wurden weniger gehalten.
Mutterkuhhaltung auf dem Vormarsch
Trotz des allgemeinen Rückgangs der Rinderhaltung nahm die Mutterkuhhaltung im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 % zu. Dieser Trend zeigt eine Verschiebung hin zu mehr Aufzucht innerhalb der Mutterkuhhaltung statt in reinen Aufzuchtställen.
Betriebsgrößen wachsen weiter an
Zwar verringerte sich die Anzahl der Milchkuhhaltenden Betriebe fast überall in Deutschland; jedoch stieg die durchschnittliche Betriebsgröße weiter an. Bundesweit lebten im November 2025 pro Milchviehbetrieb durchschnittlich 76,3 Kühe, was eine Zunahme von 2,5 Kühen pro Betrieb bedeutet.
Konzentration auf größere Herdenstrukturen
Laut aktuellen Daten befinden sich rund 61 % der Milchkühe in Herden mit mehr als 100 Tieren. Im Gegensatz dazu ging die Zahl kleinerer Betriebe zurück. Insgesamt setzte sich der Trend fort: Kleine Betriebe weichen größeren Strukturen aufgrund wirtschaftlicher und personeller Herausforderungen.
Diesen Entwicklungen stehen verschiedene Ursachen zugrunde: Der Wunsch nach wirtschaftlicher Effizienz führt zur Erhöhung der Kuhzahlen pro Betrieb; gleichzeitig zwingen Ressourcenmangel oder fehlende Nachfolger viele kleinere Landwirte zur Aufgabe ihrer Betriebe.
Sauenhalter vor der Entscheidung: Umbau für 4 Mrd. Euro oder Ausstieg?
Die deutsche Sauenhaltung steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Laut der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sind Investitionen von rund vier Milliarden Euro notwendig, um die Ställe an neue gesetzliche Anforderungen anzupassen. Diese finanziellen Herausforderungen bringen viele Betriebe an ihre Grenzen und führen zu einer Neubewertung ihrer Zukunftsaussichten.
Spannungsfeld zwischen Umbau und Ausstieg
Eine aktuelle Umfrage unter 244 großen Sauenhaltungsbetrieben, die zusammen knapp 100.000 Sauen betreuen, zeigt ein gemischtes Bild. Während eine signifikante Anzahl der Betriebe weiterhin auf das Bundesprogramm Umbau Tierhaltung (BUT) setzt, wächst auch die Gruppe jener, die das Handtuch werfen möchte. So planen etwa 41 Prozent der Befragten den Umbau ihres Deckzentrums bis 2029, während 44 Prozent noch unentschlossen sind. Ein weiteres 15 Prozent der Betriebe hat bereits beschlossen, aus der Sauenhaltung auszusteigen.
Abferkelställe als größte Herausforderung
Besonders kritisch ist die Situation bei den Abferkelställen. Nur etwa ein Fünftel der Betriebe hat hier mit dem Umbau begonnen. Für rund 30 Prozent bleibt die Zukunft unklar, und beinahe die Hälfte könnte aussteigen, wenn es um diesen Teil der Investitionen geht. Eine große Zahl von Betrieben hat bisher keine konkreten Pläne entwickelt, was den Fortbestand der Sauenhaltung weiter infrage stellt.
Bedeutung und Probleme der Förderung
Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Bundesprogramm Umbau Tierhaltung für viele Landwirte zentral. Etwa 31 Prozent planen ihre Investitionen ohne Fördermittel, während 24 Prozent versuchen, diese noch fristgerecht zu beantragen. Allerdings sehen viele keine realistische Chance mehr, dies binnen der Frist zu schaffen — nur rund sechs Prozent haben bereits eine Förderung erhalten oder beantragt.
Finanzielle Belastungen für die Branche
Die Kosten für den notwendigen Umbau sind immens: Der ISN zufolge belaufen sich die Ausgaben auf durchschnittlich 696 Euro je Sauenplatz im Deckzentrum und 3.157 Euro im Abferkelbereich. Insgesamt ergibt sich daraus ein Investitionsbedarf von über vier Milliarden Euro für die gesamte deutsche Sauenhaltung.
Druck auf Politik und Branche
Laut Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN, wird ohne ausreichende Förderprogramme und Bestandsschutz für bestehende Ställe eine dramatische Ausstiegswelle in der Ferkelerzeugung befürchtet. Er fordert Bund und Länder auf, gemeinsam rasche Lösungen zu entwickeln, um den Fortbestand vieler Betriebe zu sichern.
Tierhaltungskennzeichnung ab 2027: Was Landwirte jetzt wissen müssen
Die Einführung einer Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch soll im kommenden Jahr erfolgen, wie aus aktuellen politischen Diskussionen hervorgeht. Obwohl ursprünglich ein früherer Start geplant war, hat der Bundestag nun beschlossen, die Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 zu verschieben. Diese Entscheidung wurde Mitte Januar gefällt und sieht vor, dass verpacktes Schweinefleisch einen schwarz-weißen Hinweis zur Haltungsform der Tiere tragen wird. Die Verzögerung soll jedoch nicht als Aufschub verstanden werden, betonte der Unionsabgeordnete Christoph Frauenpreiß. Qualität habe Vorrang vor Schnelligkeit.
Praxistauglichkeit und Anpassungen
Ursprünglich wurde das Gesetz bereits 2023 ins Leben gerufen, stieß jedoch sowohl bei Landwirten als auch Tierschützern auf Kritik. Nach dem Regierungswechsel haben Union und SPD die Regelung erneut überarbeitet und argumentiert, dass mehr Zeit für eine umfassende Reform nötig sei. Ziel ist es, das Gesetz praxistauglich zu gestalten, um Unsicherheiten in der Branche zu vermeiden. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer von der CSU betonte die Notwendigkeit einer praktikablen Umsetzung ab dem ersten Tag. Trotz der Änderungen bleibt das Grundkonzept gleich: Es gibt keine neuen Mindestanforderungen an die Tierhaltung, jedoch müssen Landwirte die Haltungsform ihrer Tiere melden und belegen. Kontrollen und Strafen sind vorgesehen.
Schwein zuerst, Gastronomie folgt
Das Kennzeichnungssystem umfasst fünf Stufen, von der Stallhaltung als Mindeststandard bis hin zur Bio-Haltung. Anfangs wird es nur für frisches Schweinefleisch gelten; Wurstprodukte bleiben vorerst unberücksichtigt. Langfristig sollen auch andere Tierarten sowie die Gastronomie und verarbeitete Produkte einbezogen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Erzeuger zu stärken. Der SPD-Abgeordnete Jens Behrens betonte während einer Debatte die Bedeutung von Transparenz und Akzeptanz durch diese Maßnahmen.
Kritik und alternative Labels
Kritik kommt insbesondere von Tierschützern und den Grünen. Zoe Mayer von Bündnis 90/Die Grünen kritisierte die Unvollständigkeit der Kennzeichnung: Schlechtes Haltungsbedingungen könnten durch geschicktes Marketing verschleiert werden. Landwirte, die in bessere Tierhaltung investieren, müssten mit Produkten konkurrieren, die intransparent sind – was sie als unfair empfindet. Neben der staatlichen Kennzeichnung existieren bereits andere Labels wie das der „Initiative Tierwohl“. Diese kündigte auf der Internationalen Grünen Woche für 2026 zwei neue Programme an, die Preisaufschläge für zusätzliche Tierwohlanforderungen beinhalten.
