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NEWS
von der AVA und aus der Branche
1 Platz wurde frei: AVA-Workshop: Fütterungscontrolling im Milchkuhbetrieb in 16928 Pritzwalk (Brandenburg) mit 14 ATF-h
Gerne können Sie sich noch anmelden: Ein gemeinsamer AVA-Workshop für Tierärzte, Landwirte und Berater mit Praxisbesuch und „Controlling-Übungen“ auf einem 900er Milchviehbetrieb in Brandenburg. Die bisherigen Workshops dieser Art wurden in der Summe sehr gut evaluiert. Sie können auch noch sehr kurzfristig buchen.

Am 11.-12. März wurde ein ähnlicher AVA-Workshop sehr erfolgreich in Oberöstereich durchgeführt.
Wollen Sie noch dabei sein?
Melden Sie sich auf der AVA-Homepage doch bitte an!
Unter fachkundiger Leitung von Dr. Wolfram Richardt, Bereichsleiter des LKS in Niederwiesa (Sachsen), erfolgt ein intensiver Diskurs über Fütterungsstrategien, Leistungsparameter sowie deren Auswirkungen auf die Tiergesundheit – stets mit dem Ziel, sowohl das Wohlergehen der Tiere als auch den nachhaltigen Erfolg des Betriebes zu fördern.
Darüber hinaus werden die aktuellen Empfehlungen des Ausschusses für Bedarfsnormen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen eingehend erörtert und fachlich erläutert. Diese Leitlinien erfordern die Entwicklung gänzlich neuer Konzepte in der Energie- und Proteinversorgung.
Dr. Richardt, Ausschussmitglied der DGE, wird im AVA-Workshop die Konsequenzen für die praktische Umsetzung der neuen Bedarfsnormen erklären und in seine Ausführungen einbauen.
Im praktischen Teil des Workshops besichtigen und evaluieren die Teilnehmenden den Milchviehbetrieb in Schönhagen (Brandenburg). Mithilfe strukturierter Checklisten wenden sie das zuvor Erarbeitete unmittelbar in der Praxis an. Diese Controlling-Übungen finden auf einem Großbetrieb mit rund 900 Milchkühen und einer täglichen Ablieferungsmenge von etwa 26.000 Kilogramm statt – ein besonders eindrucksvolles und praxisnahes Erlebnis!
„Gucken – Denken – Tun“. So werden die Kühe, der Stall, die Technik und natürlich das Grundfutter entsprechend von den Tierärzten, Beratern und Landwirten „begutachtet“, Notizen gemacht und am nächsten Tag im Seminarraum intensiv diskutiert. Auch die Betriebsleitung wird in der gemeinsamen Diskussion mit den Teilnehmern sicher viele Anregungen und Tipps erhalten, um im Betriebsmanagement die eine oder andere Stellschraube im positiven Sinne zu drehen.
Der Milchviehherden-Betreuungsspezialist, Tierarzt André Hüting (Tierarztpraxis Güterstraße/KuhBlick GmbH), wird in seinen Beiträgen und dem Betriebsbesuch die Schwerpunkte auf den „tierärztlichen Controllingbereich“ legen. Er gibt gerne seine über 25-jährigen Praxiserfahrungen der Betreuung von Milchviehherden an die teilnehmenden Tierärzte, Landwirte/Produktionsleiter und Berater weiter... .
Bauernverband befürchtet steigende Lebensmittelpreise
Bundeskanzler Merz hat Erwartungen an schnelle Entlastungen gedämpft. Die Debatte aber geht weiter.
Bauernpräsident Joachim Rukwied hat die Bundesregierung wegen der jüngsten rasanten Preissteigerungen zum Handeln aufgefordert.
«Angesichts der dramatischen Preisentwicklung bei Diesel und Düngemitteln brauchen wir zwingend schnelle Entscheidungen für eine Entlastung der Landwirtschaft», sagte Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. «Diese enormen Kosten schnüren unseren Betrieben die Luft ab. Wenn keine schnelle Entscheidung fällt, kann es sein, dass die Erntemengen zurückgehen und die Lebensmittelpreise ab dem Sommer deutlich ansteigen.»
Spitzenvertreter von Union und SPD wollen am Wochenende über die hohen Energiepreise, aber auch über die anstehenden Reformen beraten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat angekündigt, dass dazu am Sonntag auch der Koalitionsausschuss zusammenkommen wird - neben dem Kabinett das wichtigste Entscheidungsgremium des schwarz-roten Regierungsbündnisses. Seitens der Koalitionsparteien und aus dem Kanzleramt gab es dazu aber keine offizielle Bestätigung.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Hoffnung auf schnelle Entlastungen wegen der hohen Spritpreise gedämpft. Die Bundesregierung sei «in engstem Dialog», man solle aber nicht mit kurzfristigen Entscheidungen rechnen, sagte der CDU-Chef am Donnerstag in Berlin. Zwischen Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Reiche gibt es Streit über mögliche Maßnahmen.
Die Bundesregierung müsse beim Diesel die CO2-Besteuerung aussetzen und die Energiesteuer zeitweise reduzieren, forderte Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Zudem brauche es eine Preisbeobachtung für Düngemittel und eine zeitweise Aussetzung des CO2-Grenzausgleichs für Dünger.
«Besonders Stickstoffdünger hat sich seit Jahresbeginn auf den Weltmärkten um 30 bis 40 Prozent verteuert, die Abgabepreise an deutsche Landwirte liegen mittlerweile bis zu 30 Prozent über dem Vorjahr», sagte Rukwied. Auf das Düngen zu verzichten, sei keine Option. «Ohne Stickstoff sinken Ertrag und Qualität unmittelbar.»
Zeckensaison: Wichtige Informationen zur FSME-Impfung
Im Frühling werden die Zecken wieder aktiv: Warum Sozialministerin Köpping zur FSME-Impfung rät und weshalb jetzt eine weitere Region in Sachsen als Risikogebiet gilt.
Die Zeckensaison hat begonnen - und es werden bereits die ersten Borreliose-Infektionen und FSME-Fälle in Sachsen gemeldet. Wie aus dem epidemiologischen Wochenbericht der Landesuntersuchungsanstalt hervorgeht, wurden bis Ende März 160 Borreliose-Infektionen registriert.
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Tierschutzbund sieht wachsende Probleme im deutschen Galopprennsport
Der Deutsche Tierschutzbund hat auf Grundlage aktueller Statistiken und Rennberichte für das Jahr 2025 erneut gravierende Missstände im deutschen Galopprennsport festgestellt. Aus Sicht der Organisation stehen dabei insbesondere mangelnde Transparenz sowie zunehmende tierschutzrelevante Vorfälle im Fokus.
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft das geringe Alter der eingesetzten Tiere und die Belastungen während der Rennen. „Die eingesetzten Pferde bei Galopprennen sind sehr jung, teilweise gerade mal zwei Jahre alt. Jockeys treiben die Tiere mithilfe der Peitsche zu Höchstleistungen an“, kritisiert Andrea Mihali, Referentin für Pferde beim Deutschen Tierschutzbund. Gleichzeitig ist ein Anstieg problematischer Vorfälle wie Lahmheiten, Nasenbluten und regelwidrigem Peitscheneinsatz zu verzeichnen. Dies wiegt umso schwerer, da im Vergleich zum Vorjahr sogar weniger Rennen stattfanden. Insgesamt wurde die Peitsche 68-mal entgegen den Vorschriften eingesetzt.
Darüber hinaus sieht der Deutsche Tierschutzbund erhebliche Defizite in der Nachvollziehbarkeit des Verbleibs ehemaliger Rennpferde. „Jedes Jahr verschwinden Hunderte Pferde aus den Statistiken. Offizielle Angaben zu Todesfällen fehlen. Der Verband für Rennsport muss offenlegen, wo die Pferde bleiben und welche Risiken sie tragen“, so Mihali. Besonders auffällig ist der deutliche Rückgang der Bestandszahlen ab einem Alter von fünf Jahren. So standen im Jahr 2024 nahezu doppelt so viele vierjährige Pferde im Rennbetrieb wie ein Jahr später fünfjährige.
Diese Entwicklung wirft nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes grundlegende Fragen auf, da längst nicht alle Tiere in Zucht oder private Haltung überführt werden können. Auch die vom Verband angeführte weitere Nutzung vieler Pferde als Zuchttiere erscheint angesichts der ausgeglichenen Geschlechterverteilung zweifelhaft, da zahlreiche Hengste kastriert und somit für die Zucht ungeeignet sind. Verlässliche Daten fehlen jedoch, wodurch unklar bleibt, was mit einem großen Teil der Tiere tatsächlich geschieht.
Neben diesen Aspekten kritisiert der Deutsche Tierschutzbund auch die bestehenden Kontroll- und Sanktionsmechanismen. Wiederholt wurden Jockeys wegen Regelverstößen auffällig, teilweise handelt es sich um bekannte Fälle aus den Vorjahren. Nach Einschätzung des Verbandes zeigen die bisherigen Maßnahmen keine nachhaltige Wirkung.
Auch die Haltungsbedingungen der Tiere stehen in der Kritik. Insbesondere junge Pferde werden häufig über längere Zeiträume einzeln in Boxen gehalten, anstatt – wie es die „Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport“ vorsehen – bis zu einem Alter von 30 Monaten in Gruppen auf der Weide zu leben. Insgesamt ergibt sich aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ein Bild struktureller Probleme, die sowohl den Umgang mit den Tieren als auch die Transparenz innerhalb des Rennsports betreffen.
Tularämie oder Hasenpest: Risiko für Mensch und Tier
Die Tularämie, ist eine gefährliche bakterielle Infektion, verursacht durch das Bakterium Francisella tularensis. Diese Zoonose betrifft vor allem wild lebende Hasen, Kaninchen und Nagetiere, aber auch Menschen können sich infizieren. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die Erkrankung.
Die Tularämie, auch Hasenpest genannt, ist eine bakterielle Erkrankung, die insbesondere Nagetiere, aber auch eine Vielzahl anderer Tiere einschließlich Vögel betrifft. Besonders empfindlich sind Feldhasen und Kaninchen. Menschen können sich ebenfalls mit dem Erreger infizieren. Verantwortlich für die Krankheit ist das gramnegative und unbewegliche Bakterium Francisella tularensis.
Der pleomorphe, unbegeißelte Erreger lässt sich aerob auf speziellen Nährmedien kultivieren, wobei er sehr langsam wächst. Er ist sehr widerstandsfähig gegen äußere Bedingungen, bildet aber keine Sporen. Fachleute unterscheiden vier Unterarten, von denen die in Nordamerika verbreiteten F. tularensis subspecies (ssp.) tularensis und die in Europa vorkommende ssp. holarctica die wichtigsten sind. Ersterer weist eine höhere Virulenz auf, weshalb er nur in Laboren der Schutzstufe 3 untersucht werden darf, für F. tularensis ssp. holarctica reichen Labore der Sicherheitsstufe 2.
Die Übertragung auf Tiere und Menschen erfolgt auf verschiedenen Wegen, die Sie im Beitrag erfahren… .
Hühnerhaltung im Garten in einem Dorf
Nachbar hält viele Hühner im Garten - Der Nachbar: "Gestank und Lärm durch Hühner nicht auszuhalten!"
Im Verfahren trugen die Nachbarn vor, dass der Hahn jeden Morgen ab 4:00 Uhr krähe, was zu einer unerträglichen Lärmbelästigung für sie und ihren Ehemann sowie einer erheblichen Beeinträchtigung ihres Schlafes führe. Auch tagsüber verursachten die Hühner erheblichem Lärm. Außerdem verursache der Kot der Tiere erheblichen Gestank.
Die Parteien sind Nachbarn einer kleinen ländlichen Gemeinde. Die Bebauung besteht überwiegend aus Einfamilienhäusern mit relativ großzügigen Grundstücken. Im Ortsgebiet halten zumindest drei Personen Hühner, so auch der beklagte Nachbar der rund 25 Hühnern sowie einem Hahn hält.
Von dieser Hühnerhaltung fühlten sich die Nachbarn auf mehrfache Weise belästigt. Im Verfahren trug sie vor, dass der Hahn jeden Morgen ab 4.00 Uhr krähe, was zu einer unerträglichen Lärmbelästigung für sie und ihren Ehemann sowie einer erheblichen Beeinträchtigung ihres Schlafes führe. Auch tagsüber verursachten die Hühner erheblichem Lärm. Außerdem verursache der Kot der Tiere erheblichen Gestank. Die Nachbarn forderte deshalb eine Unterlassung der Tierhaltung.
Die Hühnerhalter verteidigten sich damit, dass der Ort ländlich geprägt sei. Insoweit seien die entstehenden Geräusche- und Geruchsemissionen als ortsüblich anzusehen. Nach Abschluss von 2 Teilvergleichen streiten die Parteien weiter um Geräusch- und Geruchsimmissionen, die von einem von dem Beklagten gehaltenen Hühnervolk ausgehen sollen.
Duldungspflicht von Hühnerhaltung in ländlichen Regionen
Die Gemeinde, in der die Parteien wohnen, liegt in absolut ländlicher Umgebung. Die Gemeinde ist geprägt durch eine Bebauung mit Einfamilienhäusern, die auf relativ großzügigen Grundstücken errichtet worden sind. Die Gemeinde weist einen dörflichen Charakter auf. Hier ist auch heute eine Nutztierhaltung mit Hahnengeschrei nichts Ungewöhnliches.
Mit Wölfen leben: Würzburger Studien zeigen Wege auf
Die Rückkehr der Wölfe sorgt für Konflikte. Zwei neue Dissertationen am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Empirische Kulturwissenschaft der Uni Würzburg zeigen, wie Menschen und Wölfe künftig koexistieren können.
Wölfe leben wieder in ganz Deutschland. Die meisten Territorien befinden sich in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
„Nach den aktuellen Monitoringdaten für 2024/25 leben in Deutschland circa 219 Rudel, 43 Wolfspaare und 14 Einzeltiere“, heißt es auf den Webseiten der Bundesregierung.
Doch die Rückkehr der Wölfe bringe Probleme mit sich, besonders für die Weidetierhaltung. Zudem habe das Konfliktpotenzial mit Teilen der Bevölkerung zugenommen.
Vor diesem Hintergrund entschied der Bundesrat Ende März 2026, den Europäischen Grauwolf (Canis lupus) ins Jagdrecht aufzunehmen. Damit erhalten Bundesländer, in denen es viele Wölfe gibt, die Möglichkeit, die Bestände über die Jagd einzuhegen.
Jagd ist nur eine Strategie der Koexistenz
„Den Wolf zu bejagen, ist aber nur eine von vielen Strategien, um das Zusammenleben mit den großen Beutegreifern zu gestalten“, sagt Professorin Michaele Fenske, Leiterin des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie und Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Würzburg.
Unter ihrer Leitung wurde am Würzburger Lehrstuhl über Wölfe geforscht – im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „Die Rückkehr der Wölfe. Kulturanthropologische Studien zum Prozess des Wolfsmanagements in der Bundesrepublik Deutschland“... .
Ärger über Weidepflicht - EU sieht Versäumnisse im Land
Die EU-Regeln stehen schon lange fest: Kühe brauchen Zugang zur Weide, damit ihre Milch als «bio» gilt. Nun werden sie auch in Bayern strenger durchgesetzt. Bauern bangen, die EU pocht auf Umsetzung.
In der Debatte um die Bio-Weidepflicht sieht EU-Agrarkommissar Christophe Hansen vor allem Versäumnisse in Deutschland.
Die EU-Ökoverordnung schreibe schon seit 1999 vor, dass Biotiere einen Zugang zur Weide haben, sagt Hansen der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Wenn Betriebe dennoch bisher so wirtschaften konnten und sich nun 27 Jahre später noch nicht an die Vorgaben angepasst haben, sei das ein Problem.
Deutschland und Bayern haben die Regeln lange lockerer ausgelegt. An einer strengeren Anwendung gibt es hierzulande Kritik. Vor allem in Süddeutschland fehle der verlangte Weidezugang, heißt es bei der Interessengemeinschaft «Kein Zwang zur Weide». Die Flächen vieler Betriebe in Bayern oder Baden-Württemberg seien zu weit weg von der Hofstelle, die Ställe lägen oft direkt in Ortschaften. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes haben 2025 etwa 8 Prozent der Ökobetriebe wegen der EU-Vorgabe die Produktion von Biomilch eingestellt.
Aus anderen EU-Staaten höre er keine Kritik an der Regelung, sagte Hansen, der nach seinem Amtsantritt alle 27 Mitgliedstaaten besucht hat, um dort jeweils die landwirtschaftlichen Strukturen kennenzulernen. Entsprechend brauche es nationale und regionale Anstrengungen. Die EU-Kommission könne aber dabei unterstützen, die bestmöglichen Lösungen zu finden.
Idee: Land tauschen
Als Ideen nennt der Luxemburger etwa, bei Ländertausch zu vermitteln, «damit der Landwirt, der nichts hinterm Hof hat, vielleicht eine Parzelle tauschen kann mit denen, die es können». Jungvieh könnte auch für den Sommer auf die andere Seite einer Straße transportiert werden. In den nächsten Monaten bis zwei Jahren seien Anstrengungen nötig, um den betroffenen Landwirten zu helfen. Ansätze für Lösungen könnte auch der Austausch mit Österreich bieten, so Hansen, wo sich die Höfe bereits an die Regeln angepasst hätten.
Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums hatte vor kurzem mitgeteilt, es bedürfe «praxisnaher und fairer Lösungen, damit Ökoerzeugung in ganz Deutschland möglich bleibt - für kleine wie große Höfe, im Dorfkern wie im Außenbereich». Man stehe mit der Europäischen Kommission im intensiven Austausch. «Es kann und darf nicht sein, dass Höfe, die seit Jahren verantwortungsvoll und ökologisch wirtschaften und sich um Lösungen für ihre Tiere bemühen, am Ende gezwungen sind, aus der Ökoerzeugung auszusteigen.»
Viele Betriebe hätten sich mittlerweile angepasst, sagte Hansen. «Es ist natürlich einfacher, nichts zu machen. Aber wenn man jetzt den Landwirten hilft, diesen letzten Sprung zu machen, bin ich zuversichtlich, dass bald in den meisten Fällen auch eine Lösung gefunden werden kann.»
Wissenschaftliches Gutachten über Futtermittelzusatzstoff
Der Futtermittelzusatzstoff Bovaer wird nach Angaben der Bundesregierung derzeit wissenschaftlich überprüft. In Zusammenhang mit kritischen Berichten über das Mittel habe die EU-Kommission im Januar 2026 der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein Mandat für eine wissenschaftliche Stellungnahme zur Bewertung der Sicherheit von Bovaer für Milch- und Zuchtkühe erteilt, heißt es in der Antwort (21/5162) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/4722) der AfD-Fraktion.
Ziel des wissenschaftlichen Gutachtens sei es, zu beurteilen, ob die Zulassung des Futtermittelzusatzstoffs hinsichtlich der Sicherheit für die Tiere noch den in der EU-Verordnung festgelegten Bedingungen entspreche. Die Frist für die Übermittlung der wissenschaftlichen Stellungnahme der EFSA an die EU-Kommission sei der 30. Juni 2026. Danach werde die Stellungnahme geprüft. Möglich sei sodann eine Änderung, die Aussetzung oder der Widerruf der Zulassung.
Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Hoher ASP-Druck in Rumänien: Studie zeigt Übertragungsproblematik in Schweinebetrieben
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt in Rumänien bei vielen Hausschweinebeständen auf. Eine kürzlich veröffentlichte Studie liefert Einblicke in die Übertragungswege und verdeutlicht, dass das Virus hauptsächlich auf direkten oder indirekten Kontakt zwischen Betrieben zurückzuführen ist. Die Biosicherheit scheint somit vor Ort eine große Schwachstelle zu sein.
Die Ausbreitung der ASP in Hausschweinebeständen ist in Rumänien ein massives Problem. Laut Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) werden in Rumänien landesweit 70 Fälle bei Hausschweinen und 229 Fälle bei Wildschweinen gemeldet (Stand 08.04.26). Damit ist Rumänien mit Abstand das Land mit den meisten ASP-Fällen in Hausschweinebeständen.
60 % der Infektionen entstehen durch Kontakte zwischen Betrieben
Wie das Fachportal Pig Progress berichtet, weisen aktuelle Studienergebnisse nun darauf hin, dass die Ausbreitung über Wildschweine nicht das einzige Problem ist. Eine kürzlich im Fachjournal Nature Communications veröffentlichte Studie französischer und rumänischer Wissenschaftler (u.a. von INRAe und Anses) zeigt nun auf, dass rund 60 % der Infektionen auf direkten oder indirekten Kontakt zwischen landwirtschaftlichen Betrieben zurückzuführen sind.
Während 27 % der Infektionen aus Wildschweinpopulationen in den Betrieb übersprangen, infizierten sich umgekehrt auch Wildschweine in 40 % der Fälle an benachbarten Schweinehaltungen. Diese wechselseitige Übertragung zeigt, dass die Abschottung der Ställe (Schnittstelle Wild- zu Nutztier) und die Biosicherheitsmaßnahmen auf den Betrieb nicht greifen.
