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von der AVA und aus der Branche
Das Wichtigste im Überblick: Unbekanntes Virus (Shamonda-like-Virus) bei Rindern in Süddeutschland nachgewiesen - mit Vorlage für den betreuenden Hoftierarzt an die entsprechende Klientel
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat Anfang August 2026 erstmals in Deutschland ein zuvor unbekanntes, aus Afrika, Asien und Australien stammendes „Shamonda-like“-Virus bei Rindern in Süddeutschland nachgewiesen.

Bei erwachsenen Tieren äußert sich die Infektion durch Fieber, Durchfall und einen oft deutlichen Rückgang der Milchleistung.
Symptome: Bei erwachsenen Tieren äußert sich die Infektion durch Fieber, Durchfall und einen oft deutlichen Rückgang der Milchleistung.
Verlauf: Die bisherigen Krankheitsverläufe sind überwiegend mild, und die infizierten Tiere erholen sich meist innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig. Todesfälle sind aktuell nicht bekannt.
Übertragung: Das Orthobunyavirus wird primär durch blutsaugende Gnitzen (eine Mückenart) übertragen. Da die Gnitzensaison voraussichtlich bis November andauert, rechnen Experten mit einer weiteren Ausbreitung. Auch eine Übertragung vom Muttertier auf den Fötus im Mutterleib (intrauterin) wird vermutet. Für den Menschen besteht nach derzeitigem Wissensstand keine Gefahr.
Betroffene Tierarten: Neben Rindern sind vermutlich auch andere Wiederkäuer wie Schafe und Ziegen für das Virus empfänglich.Handelsstatus: Da es sich nicht um eine behördlich gelistete Tierseuche handelt, gibt es aktuell keine Handelsrestriktionen. Der Handel mit gesunden Tieren läuft unverändert weiter.
Handlungsempfehlungen für Landwirte und Tierhalter
Da es aktuell keinen Impfstoff gegen das Virus gibt, konzentrieren sich die Maßnahmen auf Vorsorge und Symptombekämpfung:
Gnitzenabwehr: Nutzen Sie bewährte Schutzmaßnahmen analog zur Blauzungenkrankheit. Dazu gehören der Einsatz von Repellentien auf den Tieren, das Minimieren potenzieller Brutstätten (stehendes Wasser) und die Reduktion von Mücken im Stallumfeld.
Besondere Aufmerksamkeit bei Trächtigkeit: Weil Viren dieser Gruppe (wie das verwandte Schmallenberg-Virus) zu Aborten, Totgeburten oder Missbildungen bei Neugeborenen führen können, sollten das Fruchtbarkeitsmanagement angepasst und im Zweifel Trächtigkeitsuntersuchungen durchgeführt werden.
Tierarzt kontaktieren: Bei unklaren Krankheitssymptomen, Fieberschüben oder Auffälligkeiten bei Kälbern sollte zügig der Hoftierarzt für eine veterinärmedizinische Abklärung und Probenahme herangezogen werden.
Der praktizierende Tierarzt (Hoftierrzt) spielt der Erfassung dieses neuen Erregers eine Schlüsselrolle. Da es sich um ein neuartiges Phänomen handelt, steht die diagnostische Absicherung und die klinische Dokumentation im Vordergrund.
Nachfolgend detaillierte Informationen zu den Untersuchungsmöglichkeiten sowie konkrete Handlungsschritte für die TA-Praxis:
Untersuchungsmöglichkeiten & Diagnostik
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die Diagnostik für das Shamonda-like-Virus etabliert und arbeitet eng mit den Landesuntersuchungsämtern (z. B. in Baden-Württemberg oder Bayern) zusammen.
Verfügbare Testverfahren: Der Nachweis erfolgt primär mittels einer spezifischen RT-PCR (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion), die das Erbgut des Virus direkt nachweist. Serologische Tests (Antikörper-Nachweis) befinden sich in der Validierung.
Geeignetes Probenmaterial:
Bei lebenden, akut erkrankten Tieren (Fieberphase): EDTA-Blut oder Serum.
Bei Aborten, Totgeburten oder missgebildeten Kälbern: Gehirngewebe, Milz oder Nabelschnurblut des Fötus/Kalbes.
Einsendeweg: Senden Sie die Proben wie gewohnt an Ihr zuständiges Landesuntersuchungsamt (LUA / CVUA). Bei begründetem Verdacht leiten diese die Proben zur Bestätigung und Sequenzierung an das Nationale Referenzlabor am FLI (Insel Riems) weiter.
Kosten/Meldepflicht: Das Virus ist aktuell (Stand August 2026) noch keine staatlich gelistete oder anzeigepflichtige Seuche. Klären Sie vorab mit dem LUA, ob die Kosten im Rahmen von Monitoring-Programmen oder über die Tierseuchenkasse übernommen werden.
Checkliste: Gnitzenbekämpfung im Stall
Da Gnitzen (Culicoides spp.) dämmerungs- und nachtaktiv sind und primär außerhalb des Stalls brüten, aber zur Blutmahlzeit in den Stall fliegen, hilft diese Checkliste bei der Beratung der Landwirte:
- Medikamentöser Schutz am Tier
Pour-On-Präparate: Rechtzeitiger Einsatz von Pyrethroiden (z. B. Deltamethrin, Permethrin) über die gesamte Gnitzensaison (bis November).
Intervalle anpassen: Durch UV-Strahlung und Regen lässt die Wirkung auf der Weide nach. Intervalle streng nach Beipackzettel oder erhöhtem Infektionsdruck wählen.
- Bauliche & Technische Maßnahmen im Stall
Ventilatoren installieren: Gnitzen sind schlechte Flieger. Ein konstanter Luftstrom im Liegebereich (Luftgeschwindigkeit > 3 m/s) hält die Insekten von den Tieren fern.
Lichtmanagement: Gnitzen werden von Licht angezogen. In den Abend- und Nachtstunden die Stallbeleuchtung auf das Nötigste reduzieren oder auf gelbes UV-freies Licht umstellen.
Insektenschutzgitter: Bei geschlossenen Ställen oder Kälberställen feingemaschte Netze (Maschenweite < 1 mm) an den Lufteinlässen anbringen.
- Umgebungs- und Hygienemanagement
Brutstätten minimieren: Gnitzen brüten in feuchtem, organischem Material. Misthaufen und Jauchegruben im direkten Stallumfeld abdecken oder regelmäßig abschieben.
Pfützen beseitigen: Stehendes Wasser, schlammige Stellen rund um Tränken und Regentonnen auf dem Hofgelände trockenlegen oder beseitigen.
Aufstallung zur Dämmerung: Hochgradig gefährdete Tiere (z. B. hochtragende Rinder) während der Hauptflugzeit der Gnitzen (Dämmerung und Nacht) im geschlossenen Stall halten.
Praxisleitfaden
Differenzialdiagnostische Matrix: Ein direkter Vergleich zwischen dem Shamonda-like-Virus, dem Schmallenberg-Virus (SBV) und der Blauzungenkrankheit (BTV) bezüglich des optimalen Probenmaterials (EDTA-Blut, fetales Gehirngewebe, Milz) und der bevorzugten Testverfahren (RT-PCR).
Praxis-Leitfaden zur Probenahme: Konkrete Hinweise zur Kühlung, Kennzeichnung („Verdacht auf Shamonda-like-Virus“ für eine beschleunigte Weiterleitung durch das LUA an das Friedrich-Loeffler-Institut) und Abrechnung.
Checkliste zur Gnitzenbekämpfung: Strukturierte Handlungspunkte für Ihre Mandanten auf dem Hof (medikamentöser Schutz, Lüftungs- und Lichtmanagement, Sanierung von Brutstätten).
Wichtige differenzialdiagnostische Abgrenzung für den Praxisalltag
Da das klinische Bild (plötzlicher Milchrückgang, Fieberschübe im Bestand sowie spätere Aborte und Fehlbildungen) stark mit bereits bekannten Viren überlappt, ist die Abgrenzung entscheidend:
Blauzungenkrankheit (BTV-3): Zeigt bei Rindern oft ausgeprägtere Schleimhautläsionen, Krusten an den Zitzen und deutliche Lahmheiten. Das Shamonda-like-Virus verläuft bei adulten Tieren nach aktuellen Erkenntnissen meist milder und klingt schneller ab.
Schmallenberg-Virus (SBV): Gehört zur selben Familie (Peribunyaviridae). Die adulten Tiere zeigen fast identische, kurzzeitige Symptome. Die Unterscheidung kann verlässlich nur im Labor via RT-PCR erfolgen, da die Zielsequenzen des Erbguts variieren.
EG Hellwig, Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA)
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Hier eine Vorlage, die speziell für Rinderhalter optimiert ist, um die wichtigsten Kernpunkte und Schutzmaßnahmen zu vermitteln:
AVA-Vorlage für z-B. einer Rundmail an Rinderhalter der Tieraztpraxis
Betreff: Wichtig: Neues „Shamonda-like-Virus“ in Süddeutschland – Infos & Schutzmaßnahmen für den Rinderbestand:
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat kürzlich erstmals in Süddeutschland ein neues, durch Gnitzen übertragenes „Shamonda-like-Virus“ bei Rindern nachgewiesen. Da die Gnitzen-Saison aktuell auf dem Höhepunkt ist, möchten wir Sie kompakt informieren, wie Sie Ihren Bestand schützen.
Das Wichtigste in Kürze:
Keine Gefahr für Menschen: Das Virus ist für den Menschen absolut ungefährlich. Milch und Fleisch können normal vermarktet werden.
Keine Handelsrestriktionen: Es handelt sich um keine staatlich gelistete Tierseuche. Es gibt keine Sperren.
Symptome bei Kühen: Achten Sie auf plötzliches Fieber, Durchfall und einen akuten Rückgang der Milchleistung. Die Tiere erholen sich meist nach wenigen Tagen.
Hauptrisiko Trächtigkeit: Das Virus kann auf ungeborene Kälber übertragen werden und zu Aborten, Totgeburten oder Missbildungen führen.
Sofort-Maßnahmen für den Rinderbetrieb:
Insektenschutz prüfen: Nutzen Sie konsequent Pour-On-Präparate (Pyrethrolyte). Überprüfen Sie die Behandlungsintervalle, da der Wirkstoff durch UV-Strahlung und Regen auf der Weide schneller abbaut.
Gnitzen im Stall abwehren: Schalten Sie vorhandene Ventilatoren ein. Gnitzen sind schlechte Flieger und meiden starke Luftströme (> 3 m/s) im Liegebereich.
Brutstätten minimieren: Gnitzen brüten in feuchtem, organischem Material. Beseitigen Sie Pfützen rund um Tränken und schieben Sie Mist- und Jauchebereiche im Stallumfeld regelmäßig ab.
Weidezeiten anpassen: Falls logistisch möglich, holen Sie hochtragende Tiere während der Hauptflugzeit der Gnitzen (Dämmerung und Nacht) in den geschlossenen Stall.
Wie geht es im Verdachtsfall weiter?
Sollten akute Leistungseinbrüche, unklare Fieberschübe oder Auffälligkeiten bei Kälbern bemerkt werden: Tierarzt zeitnah anrufen.
Über das Landesuntersuchungsamt können mittels einer schnellen PCR-Untersuchung (EDTA-Blut oder Gewebeproben von Aborten) exakt abgeklärt werden, ob es sich um das Shamonda- oder das optisch sehr ähnliche Schmallenberg-Virus handelt.
Untersuchungsantrags für das Labor
Um eine schnelle und reibungslose Abwicklung im Labor (Landesuntersuchungsamt/CVUA) zu gewährleisten, muss der Untersuchungsantrag präzise ausgefüllt sein.
Da das Shamonda-like-Virus neu ist, erleichtert ein gezielter handschriftlicher oder digitaler Vermerk den Labormitarbeitern die Zuordnung. z.B.:
„Verdacht auf Infektion mit Shamonda-like-Virus (Orthobunyavirus).
Bitte um differenzialdiagnostische Abklärung mittels RT-PCR (Abgrenzung zu Schmallenberg-Virus und BTV).“
Checkliste für den Probenversand
Probenmaterial richtig wählen: EDTA-Blut von akut erkrankten Kühen (während der Fieberphase ist die Viruslast im Blut am höchsten) oder Proben von ZNS/Milz des Fötus bei Aborten.
Kühlung: Proben bis zum Transport bei 4 °C lagern und gekühlt (Kühlakkus) versenden. Nicht einfrieren, da dies die Sensitivität mancher PCR-Tests beeinträchtigen kann.
Eindeutige Kennzeichnung: Beschriften Sie die Probenröhrchen witterungs- und flüssigkeitsbeständig mit der Ohrmarkennummer und dem Entnahmedatum.
EG hellwig, Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA)
Gefahr beim Gassigehen: Kostenlose App warnt Hundehalter per GPS vor Giftködern
Eine kostenlose App soll Hundebesitzern mehr Sicherheit beim täglichen Spaziergang bieten. Sie zeigt nicht nur hundefreundliche Orte auf einer Karte an, sondern warnt auch automatisch vor gemeldeten Gefahren wie Giftködern oder Glasscherben.
Die App Pawtrify des deutschen Entwicklers Jan Schuhmacher bündelt zahlreiche Informationen für Hundebesitzer in einer interaktiven Karte. Neben Hundewiesen finden Nutzer dort unter anderem Trinkwasserstellen, Kotbeutelspender, Hundebadestellen und Tierärzte. Ein Benutzerkonto ist für die Nutzung nicht erforderlich.
Tierarzt in Hamburg gesucht? Warum dahinter vielleicht Mars und Nestlé stecken
Tiermedizin ist ein lukrativer Markt. Doch immer mehr Tierarztpraxen gehören zu großen Ketten
Tiermediziner stehen unter Druck, viele finden keine Nachfolger für ihre Praxen – und verkaufen an große Ketten. Das steckt dahinter... .
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EU grenzt Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin weiter ein
Im Kampf gegen sogenannte Superkeime schränkt die EU die Ausnahmeregelungen für den Antibiotika-Einsatz in der Tiermedizin ein. In einem neuen Verzeichnis werden jetzt antimikrobielle Arzneimittel erfasst, die in der Tierhaltung künftig auch in Sonderfällen nicht oder nur mit strengen Auflagen eingesetzt werden dürfen. Die Regelung ist Teil der EU-Tierarzneimittelverordnung und tritt am Samstag in Kraft. „Ziel ist es, die Entstehung antimikrobieller Resistenzen einzudämmen und damit die Wirksamkeit lebenswichtiger Antibiotika für die Behandlung von Menschen zu erhalten“, erläuterte die EU-Kommission.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt antimikrobielle Resistenzen zu den größten Gesundheitsbedrohungen weltweit. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung begünstigt nach Angaben des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) die Resistenzentwicklung. Da resistente Bakterien über tierische Lebensmittel oder den Kontakt mit Tieren auf Menschen übertragen werden können, hat die EU den Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin in den vergangenen Jahren fortlaufend eingeschränkt.
Seit Februar 2023 dürfen viele Antibiotika in der EU nur noch in der Humanmedizin verwendet werden. Die EU-Arzneimittelagentur EMA führt eine entsprechende Liste. Sie enthält vor allem Reserveantibiotika. Diese werden nur bei schweren Infektionen mit resistenten Erregern eingesetzt oder wenn herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken. Der in der Landwirtschaft lange praktizierte Einsatz von Antibiotika bei gesunden Tieren für schnelleres Wachstum und mehr Leistung ist in der EU bereits seit 2006 verboten. Auch der präventive Einsatz, um etwa Hygiene- oder Haltungsmängel auszugleichen, ist untersagt.
Bisher durften Tierärztinnen und Tierärzte aber immer noch in begründeten Notfällen, etwa mangels medizinischer Alternativen, bestimmte Antibiotika außerhalb der zugelassenen Indikation anwenden. Diese eigenverantwortliche „Umwidmung“ wird durch das neue EU-Verzeichnis strenger reglementiert. Außerdem verschärft die EU ihre Importbestimmungen. Ab September dürfen keine Lebensmittel tierischen Ursprungs aus Drittländern mehr eingeführt werden, wenn bei deren Produktion Reservearzneimittel im Spiel waren.
Den Mangel an neuen Antibiotika will die EU auch mit der Reform ihrer Pharmagesetzgebung beheben. Das von den EU-Institutionen Ende 2025 vereinbarte Pharma-Paket beinhaltet Wettbewerbsvorteile und finanzielle Anreize für die Pharmaforschung und -entwicklung in diesem Bereich... .
Weiterführende Links:
BfR-Informationen zum Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung
Martin Häusling (MDE-Die Grünen) zur EMA-Liste der Reserveantibiotika
EMA-Gutachten: Diese Antibiotika sind für den Menschen reserviert
Warum Landwirte in Kühe blasen: Mehr Milch dank warmem Atem (mit Video)
Manche Technik in der Landwirtschaft ist etwas ins Hintertreffen geraten. Wie das Kuhblasen. Die Ur-Kuh ist nicht einfach so zum Menschen an den Frühstückstisch gestratzt und hat aus freien Stücken Milch beigesteuert. Das Melken einer Kuh, oder auch eines anderen milchgebenden Tieres, ist eine Zivilisationsleistung, auf die man erst einmal kommen muss.
Kuhblasen und die Rolle bei der Haustierwerdung
Möglicherweise ist den Ahnen der heutigen Milchbauern aufgefallen oder der Gedanke gekommen, dass eine Kuh ruhiger steht, wenn man Luft in ihre Vagina oder den Anus bläst. Damit könnte das Kuhblasen eine wichtige Rolle bei der Haustierwerdung der Kühe gespielt haben. Und nicht nur das: Es wird auch mehr Oxytozin, das Bindungshormon, ausgeschüttet. Und damit steigert sich die Milchproduktion. Eine Untersuchung aus der Schweiz hat ergeben, dass beim Aufblasen von Kühen 7 bis 10 Mal mehr Oxytocin freigesetzt wird als bei Handstimulation des Euters.
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Lassen Sie uns das Thema gerne diskutieren. (Wir von der AVA lehnen diese Methode aus Hygienegründen ab). Schreiben Sie Ihren Kommentar zum "Kuhblasen" gerne an :info@ava1.de
Gefahr durch Blaualgen (Cyanobakterien) in Gewässern
Die bisweilen extrem hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben so manchem Gewässer einen Farbwechsel beschert. Stecken Cyanobakterien dahinter, besteht eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier.
Wechseln Seen ihre Farbe in Richtung Grün, kann dies ein Hinweis auf eine gesundheitsgefährdende Veränderung des Gewässers sein, die sich in den vergangenen Wochen vollzogen hat. Es gibt eine Vielzahl an Algenarten, die das Wasser grün färben können, viele davon sind harmlos. Bei sogenannten Blaualgen – wissenschaftlich korrekt Cyanobakterien – ist jedoch Vorsicht geboten: Denn einige dieser Baktierenarten bilden gesundheitsgefährdende, mitunter lebensbedrohliche Toxine. Eine Unterscheidung in „gut“ und „böse“ ist mit bloßem Auge jedoch nicht möglich. Daher gilt es auf der Hut zu sein, wenn sich in Ufernähe von Seen oder Tümpeln grüne Schlieren bilden, sich grüne bis bläuliche Schichten an der Wasseroberfläche ansammeln und das Wasser insgesamt sehr trüb ist.
Häufig kommt es zur einer massenhaften Vermehrung der Bakterien bei hohen Außentemperaturen (über 30 °C), durch die sich besonders flache und stehende Gewässer stark erwärmen. Auch eine starke landwirtschaftliche Nutzung mit Gülleaustrag in der Umgebung von Seen und Weihern kann begünstigend wirken.
In Deutschland werden in befallenen Gewässern als Blaualgentoxine am häufigsten Microcystine festgestellt, die in erster Linie lebertoxisch wirken. In jüngerer Zeit wird auch das ebenso lebertoxische Cylindrospermopsin nachgewiesen. Die besonders gefürchteten Neurotoxine, wie Anatoxin a und a(s) treten hierzulande bislang hingegen seltener auf…. .
Forscher:innen entschlüsseln die Genetik des Gefieders
Warum Hühner so viele Farben haben: Die farbliche Vielfalt des Gefieders von Hühner ist in einer aktuellen Studie auf molekularer Ebene untersucht worden.
Ob schneeweiß, tiefschwarz oder goldbraun – die Gefiederfarben von Haushühnern sind so vielfältig wie kaum bei einem anderen Nutztier. Warum das so ist, erklärt eine neue internationale Studie mit maßgeblicher Beteiligung der Universität Leipzig: Ein einziges Gen ist in der Lage, die ganze Bandbreite zu erzeugen. Damit liefert die Studie ein Beispiel dafür, wie genetische Vielfalt und sichtbare Merkmale in evolutionär kurzer Zeit entstehen können. Die Ergebnisse sind aktuell im Journal PNAS veröffentlicht worden.
Ein Forschungsteam der Universität Leipzig, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Uppsala Universität in Schweden hat gezeigt, wie die erstaunliche Farbenvielfalt bei Haushühnern auf molekularer Ebene entsteht. Untersucht wurde der sogenannte Melanocortinrezeptor 1 (MC1R): Ein Eiweißmolekül, das in den Hautzellen von Wirbeltieren die Farbbildung steuert. Das Gen, das die Bauanleitung für diesen Pigmentierungsrezeptor enthält, ist beim Haushuhn seit dessen Domestizierung ungewöhnlich stark verändert worden. Das Forschungsteam identifizierte 18 verschiedene Varianten dieses Gens – eine Vielfalt, die bei Wildvögeln so nicht vorkommt. „Wir zeigen, dass durch die Anhäufung und Neukombination von Mutationen innerhalb eines einzigen Gens zahlreiche neue Varianten entstanden sind, mit direkt sichtbaren Folgen für das Erscheinungsbild der Tiere", sagt PD Dr. Claudia Stäubert, Wissenschaftlerin am Rudolf-Schönheimer-Institut für Biochemie der Universität Leipzig.
Der MC1R funktioniert wie ein molekularer Schalter: Je nachdem, wie aktiv er ist, produziert eine Zelle mehr dunkles oder mehr helles Pigment. Die Wissenschaftler:innen konnten in Zellkulturen zeigen, dass einzelne Genmutationen die Aktivität des Schalters entweder steigern oder mindern. Treten mehrere Mutationen gemeinsam auf, können sie sich gegenseitig verstärken oder abschwächen und so Farbmuster erzeugen, die keine der einzelnen Veränderungen allein hervorbringen würde.
Ein kleines Zeitfenster in der Evolution
Ausgangspunkt war eine Genomstudie der Universität Uppsala in Schweden, bei der das Erbgut von mehr als 10.000 Hühnern analysiert wurde. Dabei fiel der MC1R als besonders variabler Genort auf. Die Forscherinnen am Rudolf-Schönheimer-Institut der Universität Leipzig, PD Dr. Claudia Stäubert und Dr. Aenne-Dorothea Liebing, brachten ihre langjährige Expertise in der funktionellen Analyse von Rezeptormolekülen ein, um den Zusammenhang zwischen genetischen Varianten des MC1R, deren Auswirkungen auf die Rezeptorfunktion und den daraus resultierenden Gefiederfarben aufzuklären. Das Team von Dr. Patrick Scheerer, Wissenschaftler am Institut für Medizinische Physik und Biophysik der Charité, untersuchte ergänzend dazu die strukturellen Konsequenzen der identifizierten Mutationen. Die Zusammenarbeit für diese Publikation zwischen Leipzig und Berlin entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1423 „Strukturelle Dynamik der GPCR-Aktivierung und Signaltransduktion“, der an der Universität Leipzig angesiedelt ist.
Die Studie zeigt exemplarisch, wie neue genetische Varianten entstehen und sich ausbreiten können – ein Grundprinzip der Evolution, das hier in einem evolutionär kurzen Zeitraum von wenigen Jahrtausenden besonders deutlich zu beobachten ist. Die Erkenntnisse sind nicht nur für die Grundlagenforschung wertvoll, sondern könnten auch in der Tierzucht dabei helfen, Farbmerkmale besser vorherzusagen und gezielt zu steuern. Die Forscher:innen planen, in künftigen Studien zu untersuchen, ob ähnliche Evolutionsmuster wie beim Haushuhn auch bei anderen Wirbeltieren auftreten.
Geestferkel GmbH insolvent: Das hat auch Folgen für Sachsen-Anhalt
Das Schweinezuchtunternehmen Geestferkel ist insolvent. Eine riesige Zahl von Tieren ist in Sachsen-Anhalt betroffen. Wie kommen sie jetzt über die Runden? Die Suche nach Lösungen läuft.
Von der Insolvenz des Schweinezuchtunternehmens Geestferkel GmbH mit Sitz in Niedersachsen sind in Sachsen-Anhalt nach aktuellem Stand rund 106.000 Tiere betroffen. Das teilte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle mit. Es sucht nach Lösungen.
«Die größte Herausforderung besteht derzeit darin, die Versorgung der Tiere sicherzustellen», erklärte eine Sprecherin. «Die vorhandenen Mittel reichen insbesondere für Futtermittel, tierärztliche Versorgung, Energieversorgung, Wasser, Gülleentsorgung und weitere betriebsnotwendige Leistungen nur eingeschränkt aus.»
Den Angaben zufolge zählt Geestferkel zu den größten Ferkelerzeugern in Deutschland. In Sachsen-Anhalt befänden sich 14 von 23 Stallstandorten. Weitere seien in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Das Unternehmen mit rund 188 Mitarbeitern habe am 28. Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Bundesweit seien mehr als 200.000 Tiere betroffen.
Knappe Futtervorräte
Bei den jüngsten Untersuchungen seien die Tiere noch nicht unterversorgt gewesen, so das Landesverwaltungsamt weiter. «Die Futtervorräte an den einzelnen Standorten waren jedoch nur noch für wenige Tage ausreichend. Die Versorgungslage wird deshalb von allen Beteiligten als hochkritisch bewertet.» Betreuende Tierärzte hätten bislang keine gravierenden Tierschutzverstöße festgestellt.
Seit Anfang August liefen intensive Abstimmungen zwischen der Insolvenzverwaltung, den Veterinärbehörden, betroffenen Landkreisen sowie den zuständigen Landesministerien, hieß es. Es seien schon erste Maßnahmen auf den Weg gebracht: ein Besamungsstopp, geeignete Tiere würden beschleunigt vermarktet, Tierzahlen reduziert. Die Suche nach Investoren laufe. Für einen Großteil der Ställe seien Übergangslösungen gefunden worden. «Die Lage ist stabil, aber weiterhin sensibel, da die Zukunft einzelner Standorte noch nicht abschließend geklärt ist», so das Landesverwaltungsamt.
Deutlicher Rückgang beim Geflügelfleisch
Die Fleischproduktion in Deutschland ist erneut gesunken. Besonders beim einstigen Trendprodukt Geflügelfleisch zeigt sich ein deutlicher Rückgang.
Im ersten Halbjahr ist in Deutschland die Produktion von Fleisch zurückgegangen. Besonders deutlich ist der Rückgang beim Geflügel, das mit 755.000 Tonnen Fleisch 3,2 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum lag. Einen niedrigeren Wert hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2017 gegeben, wie das Statistische Bundesamt berichtet.
Als möglicher Grund für den Rückgang beim Geflügel gelten verschiedene Tierseuchen in den Beständen. Es fehlten aber belastbare Daten, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut auf Anfrage mit. Im Frühjahr waren einer Sprecherin zufolge wegen des Ausbruchs der Newcastle Krankheit rund 4,9 Millionen Legehennen und Masthühner getötet und unschädlich beseitigt worden. Betroffen waren auch Elterntierherden von Broilern. Bereits im Jahr 2025 hatte es zahlreiche Ausbrüche der Vogelgrippe gegeben.
Rindfleisch ging im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozent zurück, während die Produktion von Schweinefleisch leicht wuchs. Schweinefleisch dominiert weiterhin mit einem Mengenanteil von 63,7 Prozent die Fleischproduktion in Deutschland.
Rindfleisch ging im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozent zurück, während die Produktion von Schweinefleisch nahezu unverändert blieb. Schweinefleisch dominiert weiterhin mit einem Mengenanteil von 63,6 Prozent die Fleischproduktion in Deutschland.
Gesamtproduktion leicht gesunken
Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts stellten die gewerblichen Schlachtunternehmen knapp 3,4 Millionen Tonnen Fleisch her. Das waren 0,7 Prozent oder 24.200 Tonnen weniger als ein Jahr zuvor. Dafür wurden im Halbjahr 21,7 Millionen Schweine getötet. Dazu kamen 1,4 Millionen Rinder und 343,2 Millionen Tiere verschiedener Geflügelarten. Schafe, Ziegen und Pferde machten zusammen einen Anteil von 0,3 Prozent der Fleischproduktion aus.
Erstes Halbjahr 2026: Spaniens Import lebender Schweine bricht ein
Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums verzeichnen die Importe lebender Schweine nach Spanien eine drastische Trendumkehr. Aufgrund von Handelshemmnissen infolge der ASP-Fälle im Land brachen die Einfuhren im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel ein. Besonders die Ferkellieferungen aus den Niederlanden sind spürbar rückläufig.
Die jahrelang steigenden Importe lebender Schweine nach Spanien haben im ersten Halbjahr 2026 eine drastische Kehrtwende vollzogen. Wie das internationale Fachportal Pig333 unter Berufung auf Daten des spanischen Landwirtschaftsministeriums (MAPA) berichtet, führte Spanien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 1,83 Millionen lebende Schweine ein. Dies entspricht einem massiven Rückgang von 35,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Den Hauptanteil der Importe machten mit knapp 80 % Ferkel aus, deren Lieferungen spürbar zurückgingen. Hinzu kommt ein prozentual noch deutlicherer Einbruch beim Import von Schlachtschweinen, die aufgrund ihres geringen Anteils am Gesamtvolumen jedoch weniger stark ins Gewicht fallen… .
