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Radar Bulletin Januar 2026 zur Tierseuchensituation
Im Radar Bulletin werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen, die für Deutschland und die Schweiz relevant sind, zusammengestellt und bewertet.

- 12.02.2026
Das Radar Bulletin wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler Institut (FLI) erstellt. Es erscheint in der Schweiz und in Deutschland in zwei unterschiedlichen Ausgaben. Die Risikobeurteilungen werden länderspezifisch dargestellt, wobei BLV und FLI jeweils die redaktionelle Verantwortung für die Ausgabe in ihrem Land tragen.
ASP: Hausschweine In Deutschland kam es innerhalb des Berichtszeitraum zu keinem weiteren Ausbruch in einer Hausschweinehaltung.
ASP-Fälle beim Wildschwein haben sich zum Vormonat mehr als halbiert ( jetzt: 24, im Vormonat: 53).
In Deutschland bleibt die Entwicklung der ASP weiter „günstig“. Der Osten des Landes bleibt weiterhin ASP-frei und in Nordrhein-Westfalen und Hessen ist die Anzahl der Fälle rückläufig bzw. auf niedrigem Niveau stabil und das Geschehen breitet sich nicht aus.
In Spanien hat sich die Anzahl der ASP-Nachweise gegenüber dem Vormonat noch einmal mehr als verdoppelt. Im Restriktionsgebiet bei Barcelona ist die Anzahl der Nachweise damit seit Beginn des Geschehens im November 2025 auf insgesamt 103 angestiegen.
Blauzungenkrankheit (BT)
Im Berichtzeitraums ist die Anzahl der gemeldeten Blauzungenausbrüche in Deutschland leicht angestiegen (168, Vormonat:156).
Die meisten Ausbrüche wurden aus Süddeutschland gemeldet. Auf den Karten im Bulletin ist deutlich zu erkennen, dass die Mehrzahl an Ausbrüchen nach wie vor durch den Serotyp BTV-3 verursacht wurde. Innerhalb des Berichtzeitraums traten nur sechs Ausbrüche von BTV-8 auf. Bei 16 Ausbrüchen blieb der Serotyp unbestimmt. Insgesamt wurden 157 Ausbrüche aus Rinderbeständen, fünf aus Schafbeständen und zwei aus Ziegenhaltungen gemeldet. Betroffen waren auch eine Alpakaund eine Rotwildhaltung. Zwei Nachweise erfolgten auch bei wild lebendem Rotwild.
H5N1:
In den Niederlanden wurde bei einer Milchkuh ein serologischer Einzelnachweis von Antikörpern gegen HPAIV H5N1 ohne Hinweise auf aktive Viruszirkulation festgestellt (Antistoffen vogelgriepvirus gevonden bij melkkoe | Nieuwsbericht | Rijksoverheid.nl).
Die Infektionswelle 2025/2026 im Zusammenhang mit dem Beginn der Wildvogelmigration erreichte ihren Höhepunkt im November 2025.
Lumpy Skin Disease (LSD)
Seit den ersten Ausbrüchen in Europa im Juni 2025 sind drei europäische Länder (Frankreich, Spanien und Italien) mit der Bekämpfung der LSD konfrontiert. In allen drei Ländern werden die von der EU vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt. Frankreich bestätigte im Berichtszeitraum einen weiteren Ausbruch am 2.1.2026 im Südwesten, im Département Ariège (ADIS).
Erfahrungen aus der erfolgreichen Bekämpfung auf dem Balkan nach den LSD-Ausbrüchen in 2015–2017 zeigen, dass eine vollständige Eliminierung des Virus in der ersten Saison nicht realistisch ist. Gründe hierfür können subklinisch infizierte Tiere, ungenügende Impfabdeckung, sowie die mögliche Überwinterung des Virus in Zecken sein.
Lumpy Skin Disease (LSD) ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche des Rindes. Im neuen Tiergesundheitsrecht (AHL) ist LSD als Seuche der Kategorien A, D und E gelistet und unterliegt den entsprechenden Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen dieser Seuchen. Deutschland ist bisher frei von der Seuche. Aufgrund der momentanen Ausbreitung der Krankheit ist es sehr wichtig, verdächtige Symptome bei Rindern abklären zu lassen. Es sollte umgehend das zuständige Veterinäramt informiert und eine entsprechende Beprobung eingeleitet werden (FLI).
MKS
Seit dem letzten Ausbruch in Ungarn am 17.04.2025 wurden weder in Deutschland noch in Ungarn oder der Slowakei weitere MKS-Ausbrüche gemeldet. Aus der Türkei wurden im Berichtszeitraum 10 Ausbrüche in Rinderbeständen für den Dezember 2025 nachgemeldet, weitere 18 Ausbrüche bei Rindern und zwei bei Schafen wurden für den aktuellen Berichtsmonat gemeldet (alle SAT1). …


