Rufen Sie uns an: +49 (0) 2551-78 78
NEWS
von der AVA und aus der Branche
Lage zu Lumpy Skin Disease (LSD): Stabil in Italien und Frankreich – Impfkampagnen angelaufen
Seit dem Wiederauftreten der Lumpy Skin Disease (LSD) in Europa im Juni 2025 bleiben die Fallzahlen in Italien und Frankreich auf niedrigem Niveau. Erste Fälle sind derweil in Spanien beobachtet worden, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt.

In Italien und Frankreich werden die von der EU vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt. In Frankreich wurden im September zwei neue Ausbrüche außerhalb bisheriger Cluster gemeldet, was zur Einrichtung neuer Schutz- und Überwachungszonen führte. Die Impfkampagnen werden fortgesetzt, unter anderem auch auf Korsika, so das FLI.
In Italien konzentrieren sich alle bisherigen 68 Ausbrüche auf Sardinien, wo Rinder ebenfalls geimpft würden und ein Verbringungsverbot bestehe. Am 3. Oktober 2025 wurde der erste LSD-Fall in Spanien (Katalonien) bestätigt und am 5. Oktober 2025 wurde in einem nah gelegenen Rinderbetrieb ein zweiter LSDV-Fall entdeckt, die Schutzmaßnahmen reichen bis nach Südfrankreich.
In Deutschland sollte weiterhin auf Symptome von LSD geachtet und Ausschlussuntersuchungen bei klinisch verdächtigen Tieren durchgeführt werden… .
Mozart macht Milchkühe munter
Nein, wenn Bello nach den Zuckerkügelchen nicht mehr humpelt, liegt es wirklich nicht an der vermeintlichen Wirksamkeit – sondern am Placebo-Effekt. Warum die Täuschung auch bei Tieren funktioniert und Kühe mit Klassik mehr Milch geben.
„Placebo“ bedeutet übersetzt: Ich werde gefallen. Ein Placebo-Medikament ist im Grunde ein Scheinmedikament. Es lebt von der Erwartung, dass es wirkt – man könnte auch von einer Art Täuschung sprechen. Täuschung ist kein rein menschliche Phänomen. Auch in der Natur setzen Tiere Täuschung gezielt ein – ein wichtiger Punkt, um zu verstehen, warum Placebo-Effekte auch bei Tieren messbar sind.
Fazit
Placebo‑Effekte lassen sich bei Tieren nachweisen, beruhen aber oft auf den Erwartungen ihrer Besitzerinnen und Besitzer und können dann indirekt auch auf die Tiere wirken. Was sicher feststeht: Eine gute Atmosphäre, Zuversicht und Freundlichkeit ersetzen die Medizin zwar nicht immer, entfalten jedoch im Alltag von Mensch und Tier jedoch eine Wirkung, die man nicht unterschätzen sollte…. .
THKG: Breite Zustimmung für Gesamtkonzept der Verbände
Das Konzept der Verbände-Allianz fand breiten Zuspruch
Führende Verbände der Wertschöpfungskette haben in einem Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ihr Gesamtkonzept zur Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG) vorgestellt und sich mit dem Minister ausgetauscht.
ISN: Die breite Zustimmung für das Gesamtkonzept ist ein guter Start für eine praxistaugliche Ausgestaltung des THKG.
Beim Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am heutigen Dienstag (7.10.) stellten die führenden Verbände der Wertschöpfungskette ihr Gesamtkonzept zur Novellierung des THKG vor, welches in der anschließenden Aussprache auf breite Zustimmung stieß. Es beruht im Wesentlichen auf fünf zentralen Säulen, die gemeinsam umgesetzt werden müssen: Die Nutzung privatwirtschaftlicher Systeme, die Ausweitung auf den Außer-Haus-Verzehr, eine Kennzeichnungspflicht auch für ausländische Ware, die gesetzlich verpflichtende Deklaration mittels klar definierter Begriffe, sowie die vollumfängliche Möglichkeit des Downgradings.
Start für eine konkrete Ausgestaltung des THKG
Aus Sicht der Wertschöpfungskette ist der Weg für eine schnelle, verbraucherorientierte und praxisnahe Umsetzung eines novellierten staatlichen Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes ist frei. Das heutige Verbändetreffen müsse der Start für die konkrete Ausgestaltung des Gesetzes in Zusammenarbeit mit der Wertschöpfungskette sein, da das Gesetz in seiner bisherigen Form zum 01. März 2026 auf keinen Fall in Kraft treten darf.
Einbindung ausländischer Ware geht mit EU-Recht konform
Auch eine Kennzeichnungspflicht für importiertes Fleisch ist grundsätzlich mit dem EU-Recht vereinbar. Dies geht aus einem Rechtsgutachten der renommierten Kanzlei Kapellmann und Partner (Brüssel) hervor, das vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV), dem Deutschen Bauernverband (DBV), dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) und dem Verband der Fleischwirtschaft (VDF) in Auftrag gegeben wurde. Die Einbeziehung von ausländischer Ware schafft auch die Basis für die dringend geforderte Verbrauchertransparenz im Außer-Haus-Verzehr.
Praxis will bei konkreter Ausgestaltung helfen
Beim heutigen Gespräch hat die Verbände-Allianz ihr Angebot bekräftigt, an der konkreten Ausgestaltung des Gesetzes tatkräftig mitzuwirken. Ziel müsse es sein, in enger Zusammenarbeit zwischen Politik und Praxis eine Tierhaltungskennzeichnung zu entwickeln, die ohne bürokratischen Mehraufwand umgesetzt werden kann, von den Verbraucherinnen und Verbrauchern akzeptiert wird und das Tierwohl tatsächlich stärkt.
Auf privatwirtschaftliche Systeme setzen
Zentrale Forderung der Allianz ist, auf bestehende privatwirtschaftliche Systeme zu setzen, anstatt neue und parallele Strukturen aufzubauen. Die Initiative Tierwohl und die Haltungsform-Kennzeichnung des Handels haben sich als transparente und verbraucherorientierte Kontrollsysteme etabliert. Die Einhaltung der Anforderungen in den höheren Haltungsformen kann somit weiterhin über die bewährten privatwirtschaftlichen Systeme kontrolliert werden.
Unbürokratische Lösungen zur Kennzeichnung
Mit der uneingeschränkten Möglichkeit zum Downgrading fordern die Verbände eine praxisgerechte Lösung ein, die Lebensmittelverschwendung verhindert. Ebenso fordern sie die Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf alle Vertriebswege, also auch auf den Außer-Haus-Verzehr. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig auch in Restaurants oder Kantinen erkennen können, aus welcher Haltungsform das Fleisch stammt. Dafür schlägt die Allianz einfache und unbürokratische Lösungen vor – etwa die Angabe der Haltungsform auf dem Kassenbon oder in der Speisekarte.
Bewusste Kaufentscheidung der Verbraucher ermöglichen
Die Verbände-Allianz ist davon überzeugt: Die von ihr vorgeschlagene, bürokratiearme, rechtssichere und auf Effizienz ausgerichtete Ausgestaltung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes führt zu mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher und mehr Fairness und Wettbewerbsgleichheit für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft. Dadurch wird die Sichtbarkeit der Haltungsstufen in allen Bereichen des täglichen Lebens verbessert und dem Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung ermöglicht.
Veggie-Fleischnamen vor dem Aus: EU-Parlament will irreführende Bezeichnungen verbieten
Pflanzlich oder tierisch? Das EU-Parlament will irreführende Bezeichnungen von Fleischersatzprodukten verbieten
Veggie-Schnitzel, Tofu-Wurst und Co: Diese Bezeichnungen könnten bald aus den Regalen verschwinden. Dafür hat gestern das Europäische Parlament mehrheitlich abgestimmt. Bezeichnungen wie Steak, Schnitzel, Wurst oder Burger sollen ausschließlich Produkten vorbehalten sein, die tatsächlich Fleisch enthalten.
ISN: Die Entscheidung des EU-Parlaments ist zu begrüßen. Eine Benennung der Imitate sehr nah am original tierischen Ursprung ist und bleibt eine Irreführung der Verbraucher. Am Ende soll jeder essen, was er will.
Am gestrigen Mittwoch (08.10.2025) haben die Abgeordneten im Europäischen Parlament die Einführung einer neuen Definition von Fleisch als die zum Verzehr geeigneten Teile von Tieren beschlossen. Eine Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, dass Bezeichnungen wie Steak, Schnitzel, Wurst oder Burger ausschließlich Produkten vorbehalten sein sollen, die tatsächlich Fleisch enthalten. Zellkultivierte Alternativen sollen nach Ansicht der Abgeordneten diese Bezeichnungen nicht tragen dürfen. Bezeichnungen wie Veggie-Schnitzel oder Tofu-Wurst könnten also bald aus den Supermarktregalen verschwinden.
Die Abstimmung über die Bezeichnung von Fleischersatzprodukten auf EU-Ebene war Teil eines Gesetzespakets, mit dem die EU die Position der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette verbessern will. Damit das Vorhaben in Kraft gesetzt werden kann, müssen noch die 27 EU-Staaten zustimmen.
Die ISN meint:
Unsere Meinung dazu war und ist klar: Vegetarische und vegane Lebensmittel, die als Kopie eine Namensanleihe an dem eigentlichen Original tierischen Ursprungs machen, stellen eine Irreführung der Verbraucher dar. Daher begrüßen wir die Entscheidung des EU-Parlaments. Was auf der Verpackung drauf steht, sollte auch drin sein. Die Differenzierung zwischen tierischen Produkten und pflanzlichen Alternativen muss im Supermarkt-Regal klar und auf den ersten Blick erkennbar sein - und nicht nur mit der Leselupe. Und dann kann auch jeder selbst wählen und bestimmen, was er isst.
QS: Neues Online-Meldeformular für den Ereignisfall
Die QS Qualität und Sicherheit GmbH stellt ihren Systempartnern ab sofort ein digitales Online-Formular zur Verfügung, um Ereignisfälle schnell und unkompliziert melden zu können.
Eine konsequente Qualitätssicherung bietet den besten Schutz vor Krisen. Kommt es dennoch zu einem Vorfall, zählt vor allem schnelles und zielgerichtetes Handeln. Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) weist darauf hin, dass Landwirte im QS-System verpflichtet sind, einen Ereignisfall bei dem Gefahren für Mensch, Tier, Umwelt oder für das Vertrauen in Lebensmittel im Ganzen drohen, bei QS zu melden.
Dazu gehören zum Beispiel das in den Verkehr bringen von Lebensmitteln, die nicht den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit entsprechen oder Ermittlungen von Behörden. Aber auch wenn landwirtschaftliche Betriebe Opfer von öffentlichkeitswirksamen Aktionen oder negativen Medienberichten geworden sind, ist eine Meldung notwendig.
Online-Formular vereinfacht Ereignisfall-Meldung
Damit Systempartner solche Fälle künftig noch einfacher und schneller melden können, stellt QS ab sofort neben den bisherigen Ereignisfallblättern auch ein digitales Online-Formular zur Verfügung. Die Nutzer werden dabei Schritt für Schritt durch den Prozess geführt: Zunächst wird die passende Stufe der Wertschöpfungskette ausgewählt, anschließend lassen sich alle wichtigen Angaben zum Vorfall eintragen sowie – falls erforderlich – ergänzende Dokumente hochladen.
Mit dem Absenden der Meldung erhält das QS-Krisenmanagement unmittelbar eine Benachrichtigung und kann den betreffenden Systempartner sofort mit organisatorischer und kommunikativer Unterstützung begleiten. Dabei geht es laut QS um alle Maßnahmen, die helfen, einen Schaden von dem betroffenen Betrieb, anderen Systempartnern und vom QS-System abzuwenden und die bestehenden Probleme möglichst schnell zu lösen.
Das Online-Formular erreichen Sie hier: QS - QS Qualität und Sicherheit GmbH
Dort werden auch einige Fragen zu kritischen Ereignissen und zur Online-Meldung beantwortet.
Forschungsergebnisse: Antibiotikaabgabe in Tiermedizin leicht gestiegen
Polypeptidantibiotika auf niedrigstem Wert seit 2011, leichter Anstieg bei
Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation
Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika ist in Deutschland im Jahr 2024 leicht gestiegen. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden insgesamt 562 Tonnen Antibiotika an Tierärzte und weitere Empfänger abgegeben. Das ist ein Plus von 34 Tonnen (6,4 %) gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2011, dem ersten Jahr der Erfassung, beträgt der Rückgang 67 Prozent.
Von den 562 Tonnen (t) Antibiotika, die 2024 abgegeben wurden, entfallen wie in den Vorjahren die größten Mengen auf Penicilline (222 t) und Tetrazykline (113 t). Es folgen Sulfonamide (62 t), Makrolide (53 t), Aminoglykoside (37 t) und Polypeptidantibiotika (31 t).
Von den Antibiotika, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuft werden (Highest Priority Critically Important Antimicrobials for Human Medicine), sind für Polypeptidantibiotika erneut geringere Mengen abgegeben worden als im Vorjahr (Colistin; 31 t; -7,4 %). Damit erreichten diese ihren bisher niedrigsten Wert seit dem Jahr 2011. Für die Fluorchinolone wurde ein leichter Anstieg der Abgabemengen um 0,2 t verzeichnet (+3,5 %). Auch die
Abgabemenge von Cephalosporinen der 3. und 4. Generation stieg leicht um 0,1 t im Vergleich zum Vorjahr (+4,4 %).
"Trotz des geringen Anstiegs bewegen sich die Antibiotikaabgabemengen auf einem im Vergleich zum Jahr 2011 sehr niedrigen Niveau und haben sich stabilisiert. Die in Deutschland getroffenen Maßnahmen zum verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz sind wirksam und für die Human- und Veterinärmedizin von Bedeutung", erklärt Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL.
Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der Tierarzneimittel, welche diese Wirkstoffe enthalten, für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist.
Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden seit dem Jahr 2023 nicht nur Antibiotika erfasst, die von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte abgegeben werden, sondern zum Beispiel auch an Apotheken, Veterinärbehörden und Hochschulen. Bedingt durch die Änderungen sind die erfassten Zahlen deshalb nur eingeschränkt mit denen der vorherigen Jahre (2011-2022) vergleichbar. Ein zuverlässiger Trend ist erst wieder in zukünftigen Jahren ableitbar.… .
Innovative Startups verändern die Tiermedizin in Deutschland
In Deutschland entsteht eine neue Welle von Startups, die die Tiermedizin mit modernen Ansätzen und digitalen Dienstleistungen revolutionieren. Diese jungen Unternehmen setzen auf innovative Praxisgestaltung und bessere Arbeitsbedingungen, um sich in einem wachsenden, aber herausfordernden Markt zu behaupten.
In der deutschen Tiermedizin zeichnet sich ein bemerkenswerter Wandel ab, der von innovativen Startups wie Filu aus München und Rex aus Berlin vorangetrieben wird. Diese jungen Unternehmen setzen auf moderne Praxen, digitale Dienstleistungen und verbesserte Arbeitsbedingungen, um sich in einem wachsenden, aber herausfordernden Markt zu behaupten. Der Trend, der ursprünglich aus den USA stammt, bringt frischen Wind in die Branche und stellt traditionelle Ketten vor neue Herausforderungen.
Ein zentrales Thema in der Tiermedizin ist der steigende Anteil von Frauen in diesem Berufsfeld. Laut dem aktuellen „Veterinary Atlas“ sind 70% der praktizierenden Tierärzte in Deutschland Frauen, und unter den Studierenden liegt der Anteil sogar bei 87%. Diese Entwicklung führt zu einer hohen Nachfrage nach flexiblen Arbeitszeitmodellen, was es Praxisinhabern erschwert, Nachfolger zu finden. Dies ist einer der Gründe für die zunehmende Konsolidierung der Praxislandschaft in größere Ketten… .
Stundenlang ohne Wasser: Schreiende Kälber auf Lkw: Polizei stoppt Tiertransport in der Steiermark
Ein defekter Lkw mit Kälbern steht 15 Stunden auf einem Parkplatz – erst der Anruf einer Frau, die daneben wohnte, bringt Hilfe. Den Kälbern fehlte unter anderem Wasser.
Die Polizei kontrollierte am vergangenen Wochenende in Deutschfeistritz im Bezirk Grad-Umgebung in Österreich einen Tiertransporter. Zuvor war das Fahrzeug von einem besorgten Bürger gemeldet worden. Am Samstagabend, den 4. Oktober, gegen 18.30 Uhr rückten die Beamten zur dortigen Raststation aus. Der Grund: Eine Bürgerin habe angerufen. Wie die Landespolizeidirektion Steiermark erklärt, habe die Frau den Tiertransporter seit den Morgenstunden beobachtet.
Kontrolle deckt Missstände im Stall auf Rädern auf
Sie gab an, dass die Kühe auf dem Lkw schreien würden. Streifen der Autobahnpolizeiinspektion Gleinalm fuhren sofort zum betreffenden Parkplatz in Deutschfeistritz. Bei ihrem Eintreffen bestätigte sich die Meldung. Die Beamten konnten tatsächlich auf einem Tiertransport-Lkw aus Ungarn schreiende Kälber feststellen. Allerdings wurden bei der mit einem Amtstierarzt durchgeführten Kontrolle, die nach den Bestimmungen des Tiertransportgesetzes erfolgte, weder verletzte noch verendete Tiere gefunden. Die Polizei stellte aber zahlreiche Übertretungen fest, wie beispielsweise ein falsches Tränkesystem… .
Sicherheitsnetz für Landwirte wegen Mercosur-Deal geplant
Um den anhaltenden Protesten von Landwirten gegen die geplante EU-Freihandelszone mit dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat die Europäische Kommission zusätzliche Sicherheitsklauseln vorgeschlagen.
EU-Handelspolitik
Landwirte fürchten sich vor zusätzlicher Konkurrenz aus Südamerika und wollen den Abschluss des geplanten Handelsdeals mit dem Staatenbund Mercosur verhindern. Kann ein neuer Vorstoß sie besänftigen? (c) proplanta
Im laut der Behörde unwahrscheinlichen Fall eines schädlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls für die EU-Erzeuger sollen damit rasch Schutzmaßnahmen in Gang gesetzt werden. Diese würden dazu führen, dass Zollvorteile vorübergehend wieder ausgesetzt werden.
Eine besonders intensive Überwachung ist den Angaben der Kommission zufolge bei der Einfuhr von Produkten wie Rindfleisch, Geflügel, Reis, Honig, Eier, Knoblauch, Ethanol und Zucker geplant. Alle sechs Monate soll es einen Bericht zu den Auswirkungen von Importen aus den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay geben.
Schutzmaßnahmen innerhalb von drei Wochen
Konkret sieht der Vorschlag zudem vor, dass auf einen ausreichend begründetem Antrag eines Mitgliedstaates hin unverzüglich eine Untersuchung eingeleitet wird. Ebenso will sich die Kommission verpflichten, in dringenden Fällen innerhalb von 21 Tagen nach Eingang des Antrags vorläufige Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In der Regel sollen Untersuchungen innerhalb von vier Monaten abgeschlossen werden und damit dreimal schneller als grundsätzlich erforderlich.
In der EU läuft derzeit das finale Abstimmungsverfahren über die geplante riesige Freihandelszone. Die Europäische Kommission hofft, dass die Mitgliedstaaten spätestens bis Jahresende zustimmen und damit den endgültigen Abschluss des Abkommens ermöglichen.
Kritiker befürchten Preiskampf
Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wäre nach Angaben der Behörde die weltweit größte dieser Art und soll auch ein Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump setzen. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen.
Kritiker der Pläne befürchten, dass europäische Landwirte in einen gnadenlosen Preiskampf gezwungen werden könnten und die Regenwaldzerstörung in Südamerika befeuert wird. Mit dem Vorschlag für die zusätzlichen Sicherheitsklauseln müssen sich nun das Europäische Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten beschäftigen. Die EU-Kommission rechnet mit einer raschen Zustimmung.
Qual für Hühner? Verdacht löst Debatte um Tierwohl-Label aus
Gegen drei Hähnchenmastbetriebe in Brandenburg ermitteln Staatsanwaltschaften wegen Verstößen gegen den Tierschutz
Nutztierhaltung
Drei Hähnchenmastbetriebe aus Brandenburg sollen gegen den Tierschutz verstoßen haben. Eine Fastfood-Kette reagiert. Auch ein Tierwohl-Siegel gerät in die Kritik. (c) proplanta
Ihr Fleisch ging auch an die Fast-Food-Kette KFC. Das Besondere: Die in Verdacht stehenden Betriebe haben sich der Initiative Tierwohl angeschlossen, die nun nach eigenen Aussagen Sanktionen prüft. Das Unternehmen KFC, das mit hohen Standards beim Tierschutz wirbt, beendete die Zusammenarbeit und teilte mit: «Diese Betriebe wurden sofort ausgelistet (...).»
Während Tierschützer den Sinn von Tierwohl-Siegeln infrage stellen, spricht die Initiative Tierwohl - ein Zusammenschluss aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel - von Einzelfällen. Geflügelfleisch wird in Deutschland immer beliebter. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch ist 2024 im Jahresvergleich um knapp 4 Prozent auf durchschnittlich 13,6 Kilogramm gestiegen.
Videos aus der Hähnchenmast
Die Verdachtsfälle wurden durch Videomaterial der Tierrechtsorganisation Aninova ausgelöst, die sich gegen Massentierhaltung einsetzt und gravierende Missstände in den Betrieben anprangert. Es geht um Anlagen in den Landkreisen Oder-Spree, Oberhavel und Prignitz.
Aninova kritisiert etwa «Enge, Dreck und Leid». Kranke und verletzte Tiere würden in den Mastanlagen sich selbst überlassen, teils auf engstem Raum und mit baulichen Mängeln. Auch tote Tiere seien darunter gewesen. Die Masthähnchen gingen an die Plukon Food Group, die unter anderem Geflügelfleisch-Produkte anbietet und auch die Fast-Food-Kette KCF beliefert.
Die Staatsanwaltschaft Neuruppin bestätigte zwei Ermittlungsverfahren aufgrund von Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Auch die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) ermittelt. Aninova hatte vor Monaten auch in Niedersachsen Missstände in einer großen Hähnchenmastanlage angeprangert.
KFC und Plukon kündigen Konsequenzen an
Die Fast-Food-Kette KFC teilte mit, die geschilderten Missstände seien «inakzeptabel» und verstießen gegen die Standards des Unternehmens im Bereich Tierwohl. Nach Einschätzung von Plukon stammt weniger als ein Prozent des gesamten Hähnchenbezugs von KFC in Deutschland aus den genannten Betrieben. In Zukunft seien aber zusätzliche Kontrollen auch bei anderen Geflügellieferanten geplant. Von Plukon hieß es: «Wir prüfen derzeit die im Raum stehenden Hinweise in enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden und werden gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen einleiten.» Die einzelnen Betriebe, gegen die ermittelt wird, reagierten auf eine Anfrage bislang nicht.
Tierwohl-Initiative sperrt Betriebe
Nach Angaben der Initiative Tierwohl haben sie ein Gütesiegel für die Einhaltung von festgelegten Kriterien bei der Tierhaltung bekommen. In zwei der Betriebe seien im Juni Verstöße festgestellt worden, teilte die Initiative mit. Sie wurden daraufhin für einige Zeit gesperrt. Nun seien «Sanktionsverfahren» eingeleitet. Dies könne spezielle Auflagen, Geldstrafen oder einen Ausschluss aus dem System zur Folge haben. Beim dritten Betrieb hätten bis zur Veröffentlichung der Bilder keine Hinweise auf Verstöße vorgelegen. Man habe den Betrieb aber sofort gesperrt.
Debatte um Tierwohl-Siegel
Die Tierrechtsorganisation Aninova kritisierte, Tiersiegel könnten ihre Versprechen nicht einhalten. Laut der Initiative Tierwohl, der nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Betriebe angeschlossen sind, hält sich jedoch die «überwältigende Mehrheit» an die geforderten Kriterien.
Um ein Tierwohl-Label zu bekommen, müssen bestimmte Vorgaben erfüllt werden wie etwa mehr Maßnahmen zur Tiergesundheit, mehr Platz im Stall und tierschonende Verfahren. Jeder einzelne Betrieb wird laut Initiative mindestens zweimal pro Jahr überprüft, einmal davon ohne Vorankündigung.
