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Der neue AVA-Newsletter vom 27. März 2026 wurde an die weit über 3.000 Abonnenten verschickt.

Ein neuer AVA-Newsletter vom 27. März 2026 wurde an die weit über 3.000 Abonnenten verschickt.
Themen u.a.:
- Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes, des Tierarzneimittelgesetzes und des Tiergesundheitsrechtlichen Bußgeldgesetzes (TiergesG TAMG)
- Antibiotika-Rückstände: Milchbauern kämpfen gegen ungerechtfertigte Sanktionen
- Umstrittene Schlachthof-Betäubungsmethode kommt vor Gericht
- Massiver Spardruck auf Gießener Uni-Tiermedizin: Personal fällt weg – Versorgung in Gefahr
- usw.
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AVA-Workshop: Fütterungscontrolling im Milchkuhbetrieb in 16928 Pritzwalk (Brandenburg) mit 14 ATF-h
Ein gemeinsamer AVA-Workshop für Tierärzte, Landwirte und Berater mit Praxisbesuch und „Controlling-Übungen“ auf einem 900er Milchviehbetrieb in Brandenburg. Die bisherigen Workshops dieser Art wurden in der Summe sehr gut evaluiert. Es sind noch Plätze frei

Am 11.-12. März wurde der AVA-Workshop sehr erfolgreich in Oberöstereich durchgeführt.
Unter fachkundiger Leitung von Dr. Wolfram Richardt, Bereichsleiter des LKS in Niederwiesa (Sachsen), erfolgt ein intensiver Diskurs über Fütterungsstrategien, Leistungsparameter sowie deren Auswirkungen auf die Tiergesundheit – stets mit dem Ziel, sowohl das Wohlergehen der Tiere als auch den nachhaltigen Erfolg des Betriebes zu fördern.
Darüber hinaus werden die aktuellen Empfehlungen des Ausschusses für Bedarfsnormen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen eingehend erörtert und fachlich erläutert. Diese Leitlinien erfordern die Entwicklung gänzlich neuer Konzepte in der Energie- und Proteinversorgung.
Dr. Richardt, Ausschussmitglied der DGE, wird im AVA-Workshop die Konsequenzen für die praktische Umsetzung der neuen Bedarfsnormen erklären und in seine Ausführungen einbauen.
Im praktischen Teil des Workshops besichtigen und evaluieren die Teilnehmenden den Milchviehbetrieb in Schönhagen (Brandenburg). Mithilfe strukturierter Checklisten wenden sie das zuvor Erarbeitete unmittelbar in der Praxis an. Diese Controlling-Übungen finden auf einem Großbetrieb mit rund 900 Milchkühen und einer täglichen Ablieferungsmenge von etwa 26.000 Kilogramm statt – ein besonders eindrucksvolles und praxisnahes Erlebnis!
„Gucken – Denken – Tun“. So werden die Kühe, der Stall, die Technik und natürlich das Grundfutter entsprechend von den Tierärzten, Beratern und Landwirten „begutachtet“, Notizen gemacht und am nächsten Tag im Seminarraum intensiv diskutiert. Auch die Betriebsleitung wird in der gemeinsamen Diskussion mit den Teilnehmern sicher viele Anregungen und Tipps erhalten, um im Betriebsmanagement die eine oder andere Stellschraube im positiven Sinne zu drehen.
Der Milchviehherden-Betreuungsspezialist, Tierarzt André Hüting (Tierarztpraxis Güterstraße/KuhBlick GmbH), wird in seinen Beiträgen und dem Betriebsbesuch die Schwerpunkte auf den „tierärztlichen Controllingbereich“ legen. Er gibt gerne seine über 25-jährigen Praxiserfahrungen der Betreuung von Milchviehherden an die teilnehmenden Tierärzte, Landwirte/Produktionsleiter und Berater weiter... .
Nach dem Fleischgipfel der Bundesregierung
Nach dem sogenannten Fleischgipfel beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Alois Rainer , hat die Faktion der AfD noch Fragen. In ihrer Kleinen Anfrage (21/5034) mit dem Titel „Ergebnisse zum Fleischgipfel der Bundesregierung“fordern die Abgeordneten der AD vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) Auskunft unter anderem über die Entwicklung der Schweinepreise und über die ,der Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Deutschland in den letzten zehn Jahren . Zudem fragen sie nach den Folgen der Schweinepest und wollen wissen, welche Maßnahmen die Bundesregierung nach dem Fleischgipfel in Berlin ergreifen will, um den Strukturwandel und die Probleme der Schweinehalter in Deutschland zu lösen.
Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Vogelgrippe: Erster H9N2-Fall beim Menschen in der EU gemeldet
In der Lombardei wurde erstmals in der EU eine Infektion mit dem aviären Influenzavirus H9N2 beim Menschen bestätigt.
Erstmals ist in der EU eine Infektion mit dem aviären Influenzavirus H9N2 beim Menschen nachgewiesen worden. Der Fall betrifft einen Reiserückkehrer in Italien. Gesundheitsbehörden sehen aktuell nur ein sehr geringes Risiko für die Bevölkerung.
In der italienischen Region Lombardei ist erstmals in der EU/EEA eine Infektion des Menschen mit dem aviären Influenzavirus A(H9N2) bestätigt worden. Wie das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) mitteilte, handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus einem Nicht-EU-Land, in dem das Virus bereits in Vogelpopulationen nachgewiesen wurde.
Der Patient, der Vorerkrankungen aufweist, wird derzeit isoliert im Krankenhaus behandelt. Die italienischen Gesundheitsbehörden haben nach eigenen Angaben vorsorglich eine Kontaktverfolgung eingeleitet, um mögliche Übertragungen zu identifizieren und einzudämmen. Parallel dazu laufen epidemiologische und mikrobiologische Untersuchungen.
Nach Angaben des ECDC wurden seit 1998 weltweit insgesamt 195 humane Infektionen mit A(H9N2) aus zehn Ländern in Asien und Afrika gemeldet (Stand: 27. Februar 2026). Lediglich zwei dieser Fälle verliefen tödlich. Es wurden keine Cluster von menschlichen Infektionen mit Influenza A(H9N2) und keine dokumentierten Fälle einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung berichtet, so die Behörde... .
Europäischer Milchmarkt: Brüssel belässt es beim Beobachten
Die EU-Kommission sieht weiterhin keinen zwingenden Anlass, Maßnahmen für eine Intervention auf dem europäischen Milchmarkt auf den Weg zu bringen. Das hat Agrarkommissar Christophe Hansen am Montag (30.3.) beim Agrarrat in Brüssel zu verstehen gegeben.
Zwar räumte der Luxemburger ein, dass die Erzeugerpreise für Milch nach dem 2025 erreichten Rekordstand derzeit nach unten korrigiert würden. Zugleich gebe es aber Anzeichen für eine allmähliche Verbesserung der Marktlage. Hansen verwies in diesem Zusammenhang auf die Preise für Magermilchpulver, die zuletzt um mehr als 20% angestiegen seien und das Vorjahresniveau überschritten hätten. Auch die Nachfrage auf dem Binnenmarkt und beim Export entwickelt sich laut dem Agrarkommissar gut. Er versicherte, dass die EU-Kommission den Milchmarkt weiterhin sehr aufmerksam beobachten und im Bedarfsfall eingreifen werde.
Bereits beim Agrarrat im Januar hatten Italien und Ungarn die EU-Kommission aufgefordert, zugunsten der Erzeuger in den Milchmarkt einzugreifen. Beim jüngsten Treffen der Minister ging die Initiative von Belgien und der Slowakei aus; zusätzliche Unterstützung erhielten die beiden Mitgliedstaaten unter anderem von Litauen und Slowenien. Auch Polen und Spanien sprachen sich für Marktinterventionen aus, wobei Warschau dabei auch Kartoffeln und Getreide im Auge hat. Neben einem freiwilligen Lieferverzicht halten die Unterstützer eines Eingriffs auch Beihilfen für die Private Lagerhaltung (PLH) für sinnvoll; nach den Vorstellungen Italiens sollte so beispielsweise Käse vom Markt genommen werden.
Aus Sicht der deutschen Delegation sind Marktinterventionen oder andere außerordentlichen Maßnahmen derzeit nicht gerechtfertigt. Nach einer langen Phase niedriger Anlieferungsmengen und hoher Preise normalisiere sich in Deutschland der Milchmarkt, hieß es. Das Geschehen sollte jedoch weiter intensiv beobachtet werden, da Auszahlungspreise deutlich unterhalb von 40 Cent/kg nicht für alle deutschen Milchlieferbetriebe wirtschaftlich seien. Sollte die Kommission angemessene Vorschläge zu Maßnahmen im Milchsektor vorlegen, will Deutschland diese "konstruktiv prüfen".
Tiermedizin in Horb und Umgebung: Damit Kuh und Kalb gesund bleiben – ein Zeitungsbericht
Gynäkologie bei Rindern ist das Fachgebiet des Tiermediziners Florian Fischer. Die Landtagsabgeordnete Katrin Schindele hat ihn besucht.
Einen praxisnahen Einblick in die moderne Nutztiermedizin und Landwirtschaft erhielt Katrin Schindele, als sie den Tierarzt und Agrarwissenschaftler Florian Fischer bei seiner Arbeit begleitete.
Im Mittelpunkt standen Termine bei regionalen landwirtschaftlichen Betrieben, unter anderem bei Schäfers Landwirtschaft in Betra sowie im Kuhstall der Familie Ziefle in Kälberbronn und bei Gerhard Faßnacht in Horb-Altheim.
Florian Fischer hat sich auf Gynäkologie bei Rindern und Bestandsbetreuung spezialisiert. Ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit sind Trächtigkeitsuntersuchungen per Ultraschall. „Im Grunde kann man sich das wie eine Kinderwunschklinik für Kühe vorstellen“, erklärte Fischer. Ziel sei es, die Fruchtbarkeit der Herden zu verbessern, Tiergesundheit zu sichern und damit auch die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe zu stärken… .
Tiermedizin-Lehre in Leipzig neu gedacht: Mental Health im Tiermedizinstudium
An der Universität Leipzig bereiten Prof. Dr. Hamedy und Dr. Rolzhäuser Tiermedizinstudierende mit einem Mental-Health-Workshop auf das Schlachthofpraktikum vor. Im Interview erzählen sie, warum das so wichtig ist – und wie gute Vorbereitung echte Resilienz schafft.
Prof. Dr. Ahmad Hamedy und Dr. Philipp Rolzhäuser vom Institut für Lebensmittelhygiene, Professur Fleischhygiene, an der Universität Leipzig denken Lehre neu. Zur Vorbereitung auf das Schlachthofpraktikum sprechen sie mit Tiermedizinstudierenden über „Mental Health“. Unterstützt werden sie dabei von einer Psychotherapeutin der psychosozialen Beratung der Studierendenwerke der Universität Leipzig und HTWK Leipzig.
Wie kamen Sie auf die Idee, das Thema „Mental Health“ in Ihre Veranstaltung zu integrieren?
Die Entscheidung, das Thema „Mental Health“ in unsere Veranstaltung zu integrieren, entsprang der Erkenntnis, dass psychische Gesundheit ein oft übersehener, aber wesentlicher Bestandteil der Ausbildung im Bereich Tiermedizin ist. Das Schlachthofpraktikum kann für Studierende emotional und mental herausfordernd sein, da es nicht nur fachliches Wissen, sondern auch psychische Belastbarkeit erfordert.
Im Austausch mit den Studierenden wurde deutlich, dass das Schlachthofpraktikum bei vielen bereits im Vorfeld Ängste und Sorgen auslöst – teilweise schon am ersten Studientag oder vor dem Studium. Gemeinsam mit dem bvvd führten wir zudem eine Umfrage zur Berufsperspektive in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch. Studierende und Absolvent*innen (bis 5 Jahre nach Abschluss) berichteten von belastenden Situationen im Praktikum, etwa Überforderung, das Arbeitsklima, Tierschutzverstöße oder Sexismus. In den Freitextantworten wurde häufig eine bessere emotionale Vorbereitung durch die Universität gewünscht. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen.
Erzählen Sie uns gerne etwas über den Ablauf Ihrer Mental-Health-Veranstaltung.
Die Veranstaltung findet im 8. Fachsemester im Rahmen des Fleischhygienekurses statt und wird gemeinsam mit einer Psychotherapeutin durchgeführt. Die Veranstaltung ist als interaktiver Workshop gestaltet. Nach einer kurzen Einführung zum Praktikum und erläutern, warum psychische Gesundheit gerade in der Tiermedizin so wichtig ist, reflektieren die Studierenden zunächst im Zweiergespräch, später im Plenum, ihre Erwartungen, Ängste und Sorgen. Häufig genannte Themen sind Überforderung (z. B. hohe Schlachtzahlen), das Arbeitsumfeld, Tierschutzverstöße, Rollen- und Wertekonflikte (z. B. im Hinblick auf Nutztierhaltung und das eigene Konsumverhalten) sowie Sexismus. Anschließend vermitteln wir Strategien zur Stärkung psychosozialer Kompetenzen – etwa Resilienz, Rollenfindung, Gewaltfreie Kommunikation und das Setzen persönlicher Grenzen.
Warum löst gerade das Schlachthofpraktikum bei vielen Studierenden bereits im Vorfeld Stress aus?... .
Gibt es zu Ostern genügend Eier?
Lieferengpässe und Tierseuchen setzen dem Eiermarkt zu. Warum Rheinland-Pfalz dennoch kaum Versorgungsprobleme zu Ostern erwartet.
Kurz vor Ostern steht der deutsche Eiermarkt weiter unter Druck. Grund seien unter anderem Lieferengpässe infolge eines Bestandsabbaus in den Niederlanden, sagte Harald Kopp von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.
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Darm-Herz-Achse: Herzgesundheit beginnt auch im Darm – neue Perspektiven in der Kardiologie
Dr. Christian Meyer im Interview: Neue Erkenntnisse verändern die Herzmedizin
Herzkrankheiten nehmen trotz aller medizinischer Fortschritte weiter zu und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache weltweit – und dies, obwohl die moderne Kardiologie in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht hat. Herzinfarkte können schneller behandelt, Gefäße gezielt geöffnet und Leben verlängert werden. Und doch zeigt sich ein zentrales Problem immer deutlicher: Die Medizin ist heute sehr gut darin geworden, Erkrankungen zu reparieren – aber noch zu selten darin, ihre Ursachen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Doch die gute Nachricht lautet: Seit einigen Jahren nimmt ein wachsender wissenschaftlicher Forschungsbereich rasant zu, der auch die Kardiologie grundlegend verändert. Die Erkenntnis, dass der Darm mit seinen verschiedenen Achsen zu anderen Organen und Körpersystemen eine der zentralen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit bildet, verändert – Stichworte: Mikrobiom, Darmbarriere, Darmgesundheits-Prävention – die Medizin von Grund auf. In der Kardiologie spielt dementsprechend die Darm-Herz-Achse eine zunehmend maßgebliche Rolle in Diagnostik und Therapie. Das Info-Portal ZEOLITH WISSEN hat darüber mit einem der zukunftsorientiertesten Fachärzte Deutschlands, Dr. med. Christian G. Meyer, gesprochen.
Der Darm als vormals unterschätzter Schlüssel zur Herzgesundheit
"Die moderne Medizin zeigt immer deutlicher, dass der menschliche Körper ein hochvernetztes System ist. Der Zustand unseres Darms, unseres Mikrobioms und unserer Darmbarriere kann direkten Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben."
Mit diesen Worten bringt Dr. med. Christian G. Meyer, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Facharzt für Allgemeinmedizin und zertifizierter Longevity-Experte, der in den Schlosspraxen Meyer in Hachenburg, Rheinland-Pfalz, praktiziert, eine Entwicklung auf den Punkt, die zunehmend in den Fokus der Forschung und bereits jetzt bei engagierten Ärzten wie Dr. Meyer in der Praxis umgesetzt werden.
In den vergangenen Jahren haben immer mehr Studien gezeigt, dass der Darm weit mehr ist als ein Verdauungsorgan. Milliarden von Mikroorganismen in Form unseres Mikrobioms produzieren Stoffwechselprodukte, die über den Blutkreislauf im gesamten Körper wirken können – und dabei auch Entzündungsprozesse, Gefäßfunktionen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen.
Wichtig dabei: Eine gestörte Darmbarriere (diese besteht aus verschiedenen Schichten, in denen auch unser Immunsystem verankert ist), die heute viele Millionen Menschen in Form Darmerkrankungen wie Reizdarm-Syndrom oder Leaky Gut betrifft, kann dazu führen, dass entzündungsfördernde Stoffe in den Körper gelangen – ein Mechanismus, der heute als zentraler Treiber chronischer Erkrankungen gilt.
Herz-Prävention beginnt viel früher als bisher gefordert
Die Konsequenzen dieser Erkenntnisse sind weitreichend. Denn da Darm, Mikrobiom und Entzündungsprozesse eng mit der Herzgesundheit verknüpft sind, bedeutet das auch, Darmerkrankungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und dass Prävention deutlich früher ansetzen muss als vormals gefordert.
"Die meisten Menschen denken erst über ihr Herz nach, wenn es schon zu spät ist", erklärt Dr. Meyer im Interview. Denn viele chronische Erkrankungen entstehen so über Jahre oder Jahrzehnte hinweg – leider oft unbemerkt. Gleichzeitig eröffnet genau diese Zeitspanne die Chance, frühzeitig gegenzusteuern: durch Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressreduktion, Entgiftung von Umweltbelastungen und einer gezielten Unterstützung der Darmgesundheit. Vorsorgemaßnahmen für die Herzgesundheit sind damit nicht länger ein Thema des Alters, sondern sollten bereits im Alltag junger Menschen beginnen.
Vom Reparieren zum Regenerieren: Ein Paradigmenwechsel in der Medizin
Parallel zu diesen neuen Erkenntnissen entwickelt sich ein weiterer zentraler Trend in der modernen Medizin: der Übergang von der klassischen Reparaturmedizin hin zur Regenerationsmedizin. Während herkömmliche Verfahren darauf abzielen, akute Schäden zu behandeln, rücken zunehmend Therapien in den Fokus, die die körpereigenen Regenerationsmechanismen aktivieren.
Ein Beispiel dafür ist die Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT), die Dr. Meyer in den Schlosspraxen Meyer in Hachenburg einsetzt. Dabei werden nicht-invasive mechanische Impulse genutzt, um die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern und körpereigene regenerative Prozesse anzustoßen. Geeignet ist die CSWT-Therapie vor allem als additive Behandlung bei Angina pectoris infolge einer koronaren Herzerkrankung (KHK), bei ischämischer Herzschwäche und sogar bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK). Diese Entwicklung steht sinnbildlich für eine neue medizinische Denkweise: Nicht nur Schäden beheben – sondern Gesundheit aktiv erhalten und wiederherstellen.
Medizinische Zukunft schon jetzt im Hier und Heute
Dr. med. Christian G. Meyer gehört zu einer neuen Generation von Ärzten, die diese Entwicklungen bereits heute in ihrer Praxis umsetzen. Als Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin verbindet er moderne Diagnostik, umfangreiche präventive Ansätze und innovative regenerative Therapieverfahren. Als zertifizierter Longevity-Experte – hier geht es nicht um einen kurzfristigen Hype, sondern um mehr Lebensqualität auch im Alter – verfolgt er ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit, das in der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Verbindung von Darmgesundheit, Prävention und regenerativen Therapieformen wird seines Erachtens nach in den kommenden Jahren zu einem grundlegenden Wandel in der Medizin führen.
Das vollständige Interview auf ZEOLITH WISSEN mit Dr. Christian Meyer zur Darm-Herz-Achse und neuen Möglichkeiten in Prävention und Therapie in der Kardiologie lesen Sie hier.
Sesshafter Lebensstil beschleunigt biologisches Altern
Gut ernährte Pinguine leben länger, altern jedoch schneller – ähnlich wie moderne Menschen
Die Folgen eines sesshaften Lebensstils lassen sich in Studien am Menschen nur schwer untersuchen. Deswegen hat ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Hamburg sie nun an Königspinguinen erforscht. Das Ergebnis: Ein üppiges Nahrungsangebot bei geschützten Lebensbedingungen fördert zwar ein schnelles Wachstum, führt aber letztlich zu beschleunigtem Altern.
Die Erforschung des Alterns in modernen Gesellschaften ist komplex, da viele Faktoren es beeinflussen. Beispielsweise spielen soziale, verhaltensbezogene und umweltbedingte Aspekte wie Ernährungssicherheit, medizinischer Fortschritt, Armut oder auch Alkoholkonsum eine Rolle. Diese vielfältigen Faktoren machen Langzeitanalysen schwierig. Doch anders als bei Menschen haben sich die sozio-ökonomischen Lebensumstände von Königspinguinen in den vergangenen Jahrhunderten nicht gravierend verändert. Ihre Lebenserwartung von zwanzig bis vierzig Jahren ist für Tiere relativ hoch und ermöglicht damit Vergleiche zum Menschen – das macht sie zu besonders geeigneten Modelltieren.
Ziel der jetzt in „Nature Communications“ veröffentlichten Studie war es, das biologische und das chronologische Alter von wildlebenden und sesshaften Königspinguinen zu vergleichen. Dafür wurden 34 Tiere aus der freien Wildbahn und 30 Zootiere untersucht. Die wildlebenden Tiere fand das internationale Forschungsteam auf den Crozetinseln, einer Inselgruppe im Indischen Ozean, die zwischen Südafrika und der Antarktis liegt. Die Zootiere führen im Zoo Zürich und im Loro Parque auf Teneriffa ein komfortables Leben mit vergleichsweise wenig Bewegung bei konstantem Futterangebot – ähnlich wie Menschen in modernen westlichen Gesellschaften.
„Es ist spannend, dass moderne wissenschaftliche Methoden wie sogenannte epigenetische Uhren, die ursprünglich für die Erforschung des menschlichen Alterns entwickelt wurden, heute auch bei Tieren angewendet werden können. Diese Analysemethode erfasst chemische Markierungen auf der DNA, die sich im Laufe des Lebens verändern“, erklärt Dr. Britta Meyer, Evolutionsbiologin an der Universität Hamburg und Co-Autorin der Studie.
Die Ergebnisse der Blutanalysen sind eindeutig: Das Leben im Zoo beschleunigt den Alterungsprozess bei Pinguinen gravierend. „Ein 15-jähriger Pinguin im Zoo hat das biologische Alter eines 20-jährigen Pinguins in der Wildnis. Das Interessante ist, dass die Zoo-Pinguine insgesamt trotzdem länger leben“, erklärt der Erstautor der Studie, Dr. Robin Cristofari von der Universität Helsinki. … .
