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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Emissionen (I): Wie entstehen Treibhausgas- und Ammoniakemissionen in unseren Betrieben?
In diesem ersten Artikel über Emissionen erklärt Xavier Flotats, wie die wichtigsten Treibhausgase und Ammoniak in unseren Betrieben entstehen.
Die Ammoniakemissionen (NH3) aus der Landwirtschaft in der Europäischen Union (EU) beliefen sich im Jahr 2020 auf insgesamt 3,2 Mio. t, was 96,6 % der gesamten Ammoniakemissionen entspricht. Davon entfallen schätzungsweise 67 % auf die Güllewirtschaft, was einem leichten Rückgang von 5 % gegenüber 2008 entspricht. Während die gesamten Treibhausgasemissionen in der EU im Zeitraum 2008-2020 um 27 % zurückgingen, blieben die Emissionen des Agrarsektors mit rund 465 Mio. t CO2eq/Jahr nahezu unverändert. Dies entspricht 16,9 % der Gesamtemissionen im Jahr 2020, wobei Methan (CH4) für 44,5 % dieser Emissionen verantwortlich ist. Diese Emissionen müssen dringend reduziert werden, um die globale Erwärmung und ihre Folgen zu bekämpfen.
Der Gesamt- und der Ammoniumstickstoff in Gülle lassen sich relativ einfach messen, so dass die Menge, die auf einem Feld ausgebracht werden muss, um den Bedarf der Pflanzen zu decken und die EU-Nitratrichtlinie einzuhalten, leicht abgeschätzt werden kann. Stickstoff in Form von Ammoniak (NH3) oder Distickstoffoxid (N2O) und Methan (CH4) sind dagegen nicht so einfach zu messen. Sie sind unsichtbare Feinde.
Problematisch ist, dass die Tiere diese Gase einatmen und davon betroffen sind, wenn die Gülle in Gruben unter den Spaltenböden gelagert wird, dass der verflüchtigte Stickstoff den Düngewert und den wirtschaftlichen Wert der Gülle mindert und dass die CH4-Emissionen das Potenzial zur Erzeugung von Biogas für energetische und wirtschaftliche Zwecke verringern. Darüber hinaus haben diese Gase negative Auswirkungen auf die Umwelt, da sie im Falle von NH3 und Stickoxiden sauren Regen verursachen und einen Treibhauseffekt haben, der im Falle von CH4 etwa 25-mal stärker und im Falle von N2O 298-mal stärker ist als der von CO2. Die Vermeidung von NH3-, N2O- und CH4-Emissionen muss eines der Ziele eines verbesserten Güllemanagements sein.
Die Hauptquelle für Ammoniumstickstoff ist Harnstoff, gefolgt von der anaeroben Zersetzung von eiweißhaltigem organischem Material. Ammoniumstickstoff liegt im flüssigen Medium in ionisierter Form (NH4+) und als NH3 vor. Das Gleichgewicht zwischen NH4+ und NH3 hängt vom pH-Wert und von der Temperatur ab. Mit steigender Temperatur bzw. steigendem pH-Wert verschiebt sich das Gleichgewicht nach rechts (wie in der Abbildung dargestellt), wobei sich mehr flüchtiges NH3 bildet.
CH4 entsteht bei der anaeroben Zersetzung von organischem Material. Je mehr verdauliche flüchtige Feststoffe die organische Substanz in der Gülle enthält, desto mehr CH4 kann gebildet werden.
Ein drittes Gas, das emittiert wird, ist Kohlendioxid (CO2)…. .
Gestaltung von Schweineställen – Strategische Aspekte für die Zukunft (2/3): Biosicherheit
Die Entwicklung der Schweineproduktion hin zu großen Integratoren und die Ausbreitung hochgradig tödlicher Krankheiten wie der ASP haben dazu geführt, dass die Biosicherheit und die Methoden zum Schutz der mit großen Schweinebeständen verbundenen Vermögenswerte immer mehr in den Mittelpunkt rücken.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich der globale Schweinesektor stark gewandelt. Vor allem die chinesische und asiatische Schweineproduktion hat eine extreme Entwicklung durchgemacht: Während sie früher von Tausenden von Hinterhofproduzenten dominiert wurde, sind es heutzutage einige wenige große Integratoren, die riesige Bestände in hochmodernen Anlagen kontrollieren. Darüber hinaus sind chinesische Unternehmen Vorreiter bei der Schweineproduktion in mehrstöckigen Gebäuden. Gleichzeitig hat sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) von Osteuropa bis nach Asien ausgebreitet und zu großen wirtschaftlichen Verlusten geführt, da ihr Millionen von Schweinen zum Opfer gefallen sind. Aufgrund dieser beiden Entwicklungen sind die Biosicherheit und die Methoden zum Schutz der mit großen Schweinebeständen verbundenen Vermögenswerte immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.
Biosicherheit
Die Schweinehaltungsbetriebe werden immer größer, sodass Infektionskrankheiten verheerende Auswirkungen auf die Produktivität und den Gewinn haben können, da im schlimmsten Fall der gesamte Schweinebestand betroffen ist.
Um die Einschleppung von Krankheiten in die Bestände zu verringern, wurden neue Technologien entwickelt, wie z.B. Luftfilter und Überdruckbelüftungssysteme und die UV-Bestrahlung.
Gestaltung von Schweineställen – Strategische Aspekte für die Zukunft (1/3): Tierschutz und Genetik
Viele Parameter für die Gestaltung der landwirtschaftlichen Betriebe haben sich geändert. Der Tierschutz hat an Bedeutung gewonnen und die genetische Entwicklung hat zu Leistungsunterschieden zwischen den Rassen geführt.
Seit ich 2007 den ersten Artikel über die Planung von Schweinebetrieben in 333 veröffentlicht habe, haben sich viele Gestaltungsparameter geändert. Der Tierschutz hat bei der Planung von Schweineställen und der Entwicklung neuer Technologien an Bedeutung gewonnen. Darüber hinaus hat die genetische Entwicklung zu großen Unterschieden in der Reproduktionsleistung und im Wachstum zwischen den verschiedenen Rassen geführt, die bei der Planung der Betriebe zu berücksichtigen sind. Die Ernährungsbedürfnisse hochproduktiver Rassen werden zu weiteren Entwicklungen von Fütterungssystemen führen, die eine Feinabstimmung der Futtermenge für diese Tiere ermöglichen. In jüngster Zeit haben die Nachfrage und der Mangel an Arbeitskräften zu einer zunehmenden Automatisierung bestimmter Arbeitsaufgaben geführt, wie z. B. der Reinigung, die bis zu einem gewissen Grad von Robotern übernommen werden kann. Einige der wichtigsten Änderungen, die sich auf die Gestaltung von Schweineställen auswirken, werden im Folgenden vorgestellt.
Tierwohl
Die EU-Gesetzgebung zur Unterbringung trächtiger Sauen hat zwischen 2003 und 2013 zu einer intensiven Entwicklung neuer Haltungssysteme für trächtige Sauen geführt. Der größte Teil der Entwicklung fand in den EU-Ländern statt, während Nordamerika, wo es keine entsprechenden Rechtsvorschriften gibt, nur langsam folgte. Asien und Südamerika sind noch Neulinge in der Gruppenhaltung von Sauen, aber Finanzinstitutionen wie die Weltbank beginnen, die Gruppenhaltung von Sauen als Voraussetzung für eine Finanzierung zu fordern.
Mehrere europäische Länder sind über die allgemeinen EU-Anforderungen hinausgegangen. So müssen Sauen in einigen nordeuropäischen Ländern während des gesamten Zeitraums vom Absetzen bis zum nächsten Abferkeln in Freilaufbuchten bzw. in Gruppen gehalten werden, wobei nur wenige Tage in Einzelbuchten erlaubt sind. Darüber hinaus schreibt Deutschland bereits vor, dass Sauen in neuen Anlagen während der Laktation frei herumlaufen müssen, und in mehreren Ländern haben neue Betriebe dieses System bereits eingeführt. Im vergangenen Jahr veröffentlichte das Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen umfassenden Bericht über die artgerechte Haltung von Schweinen in der EU, in dem vorgeschlagen wird, dass Sauen künftig in Freilaufbuchten gehalten werden sollten. Sollte die EU-Kommission den Empfehlungen folgen, ist mit zahlreichen Änderungen in der zukünftigen Gesetzgebung zur Unterbringung und Haltung von Schweinen zu rechnen.
Weitere Punkte:
-Auswirkungen auf Gruppenhaltung während der Deckzeit
-Säugende Sauen in Gruppen- bzw. Freilaufhaltung
- Rassen mit hoher Wurfleistung
… .
Blauzungenkrankheit, Vogelgrippe & Co.: Experte fordert besseren Schutz vor Tierseuchen
Blauzungenkrankheit, Vogelgrippe, Afrikanische Schweinepest: Allein 2024 verursachten Tierseuchen bei Landwirten Schäden von fast 100 Millionen Euro. Auch 2025 bleibt die Lage angespannt: Je nach Region grassieren bis zu fünf Seuchen gleichzeitig. Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut fordert mehr Prävention und Aufklärung.
- Die Ausbreitung vieler Tierseuchen hängt eng mit weltweiter Mobilität und eingeschleppten Produkten zusammen.
- Tierhaltungsstrukturen und fehlende Biosicherheit erhöhen das Risiko von Seuchenausbrüchen.
- Verbraucher müssen sich nicht vor einer Ansteckung sorgen – sollten aber keine nicht-erhitzten Lebensmittel aus Nicht-EU-Staaten mitbringen.
MDR AKTUELL: Dass im Moment fünf Tierseuchen gleichzeitig auftreten – ist das für Sie ein Alarmsignal?
Professor Martin Beer: Es ist schon beunruhigend, dass wir gerade in den letzten Jahren und auch Monaten vermehrt Tierseuchen hatten, die zum Teil auch neu eingeschleppt sind. Aber es sind auch eine ganze Reihe wieder verschwunden: Wir müssen ganz klar sagen, die Maul- und Klauenseuche, sie ist vorbei. Seit April sind wir wieder völlig frei von der Maul- und Klauenseuche. Also, dieses Problem ist zum Glück gelöst worden und hat auch nur einen Betrieb betroffen. Das ist eine positive Nachricht.
Auch andere Seuchen wie die Vogelgrippe sind deutlich zurückgegangen in den letzten Monaten und wir sehen zudem, dass die Blauzungenkrankheit zwar wieder auftritt – die wird ja durch kleine Mücken-Gnitzen übertragen –, aber auch dort rechnen wir in diesem Jahr nicht unbedingt mit der gleichen Welle wie im letzten Jahr.
Das sind ja eigentlich gute Nachrichten. Aber woher kommen diese Seuchen? Mit Blick auf das vergangene Jahr: Reden wir da über hausgemachte Probleme in Deutschland oder spielt da auch die Globalisierung eine Rolle? Stichwort: weltweite Exporte von Agrarprodukten beziehungsweise Tieren – spielt das auch eine Rolle?
Das spielt auf jeden Fall eine Rolle, vor allem aber eben die Globalisierung in dem Sinne, dass jeder überall hinreist und auch Dinge mitbringen kann. Das trifft jetzt zum Beispiel bei der Maul- und Klauenseuche zu. Wir haben die ja in vielen Ländern außerhalb der EU und wenn ich dort zum Beispiel Produkte mitbringe, die nicht erhitzt wurden – das kann Frischkäse sein aus einem Land, das von der Maul- und Klauenseuche betroffen ist, – und das wird achtlos weggeworfen, dann kann das eine Ursache sein.
Das Gleiche betrifft auch die Afrikanische Schweinepest. Das ist das, was wir als Wurstbrötchen-Verbreitung bezeichnen. Wenn dort jemand aus einem der betroffenen Länder etwas wegwirft, im Wald, an einem Rastplatz, dann können Wildschweine das aufnehmen. Diese Viren sind sehr stabil und können eben auch mal in so einer Rohwurst erhalten bleiben. Deswegen finden Sie auch überall Aufrufe, so etwas nicht zu tun, nichts mitzubringen. Das sind auf jeden Fall Risiken.
Dazu kommen Einschleppungen, zum Beispiel über Insektenvektoren, die eventuell auch aus Ländern mitgebracht werden, vielleicht auch eben durch Importe von Blumen aus der ganzen Welt oder von Früchten. Das sind Möglichkeiten. Und dann haben wir noch sehr mobile Reservoire. Das trifft dann die Vogelgrippe. Zugvögel bringen diese Viren mit und können damit das Virus immer wieder neu einschleppen. Das sind Dinge, die können wir nur zum Teil beeinflussen. Deswegen kommt es auch immer wieder zu solchen Ausbrüchen… .
Antibiotikadatenbank: QS-Rindermast: Tierhaltern droht Sperre ab Juli
Antibiotikamonitoring wird geprüft: Ab Juli 2025 droht Rindermästern ohne vollständige Daten die Sperrung.
Ab dem 1. Juli 2025 überprüft QS die Stammdaten sämtlicher QS-Rindermastbetriebe in der QS-Antibiotikadatenbank auf Vollständigkeit. Wie die QS Qualität und Sicherheit GmbH bekannt gab, wird Betrieben ab diesem Zeitpunkt automatisch die Lieferberechtigung im QS-System entzogen, wenn
In diesen Fällen verlieren Tierhalter die Lieferberechtigung
- Angaben zur durchschnittlich belegten Tierplatzzahl
- oder zur betreuenden Tierarztpraxis fehlen.
QS-Betriebe mit Rindermast betroffen
Sobald die fehlenden Daten nachgemeldet wurden, wird der Betrieb wieder entsperrt. Auch das erfolgt automatisch im Zuge des nächtlichen Datenabgleichs. Diese Regelung soll ausschließlich QS-Betriebe mit Rindermast betreffen. Andere Produktionsarten innerhalb kombinierter Betriebe bleiben davon unberührt.
Ziel der Prüfung ist laut QS eine vollständige Datenerfassung im Rahmen des QS-Antibiotikamonitorings. Dieses ist seit Anfang 2023 auch für Rindermastbetriebe verpflichtend.
Blauzungenkrankheit, Vogelgrippe & Co.: Experte fordert besseren Schutz vor Tierseuchen
Blauzungenkrankheit, Vogelgrippe, Afrikanische Schweinepest: Allein 2024 verursachten Tierseuchen bei Landwirten Schäden von fast 100 Millionen Euro. Auch 2025 bleibt die Lage angespannt: Je nach Region grassieren bis zu fünf Seuchen gleichzeitig. Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut fordert mehr Prävention und Aufklärung.
- Die Ausbreitung vieler Tierseuchen hängt eng mit weltweiter Mobilität und eingeschleppten Produkten zusammen.
- Tierhaltungsstrukturen und fehlende Biosicherheit erhöhen das Risiko von Seuchenausbrüchen.
- Verbraucher müssen sich nicht vor einer Ansteckung sorgen – sollten aber keine nicht-erhitzten Lebensmittel aus Nicht-EU-Staaten mitbringen.
MDR AKTUELL: Dass im Moment fünf Tierseuchen gleichzeitig auftreten – ist das für Sie ein Alarmsignal?
Professor Martin Beer: Es ist schon beunruhigend, dass wir gerade in den letzten Jahren und auch Monaten vermehrt Tierseuchen hatten, die zum Teil auch neu eingeschleppt sind. Aber es sind auch eine ganze Reihe wieder verschwunden: Wir müssen ganz klar sagen, die Maul- und Klauenseuche, sie ist vorbei. Seit April sind wir wieder völlig frei von der Maul- und Klauenseuche. Also, dieses Problem ist zum Glück gelöst worden und hat auch nur einen Betrieb betroffen. Das ist eine positive Nachricht.
Auch andere Seuchen wie die Vogelgrippe sind deutlich zurückgegangen in den letzten Monaten und wir sehen zudem, dass die Blauzungenkrankheit zwar wieder auftritt – die wird ja durch kleine Mücken-Gnitzen übertragen –, aber auch dort rechnen wir in diesem Jahr nicht unbedingt mit der gleichen Welle wie im letzten Jahr.
Das sind ja eigentlich gute Nachrichten. Aber woher kommen diese Seuchen? Mit Blick auf das vergangene Jahr: Reden wir da über hausgemachte Probleme in Deutschland oder spielt da auch die Globalisierung eine Rolle? Stichwort: weltweite Exporte von Agrarprodukten beziehungsweise Tieren – spielt das auch eine Rolle?
Das spielt auf jeden Fall eine Rolle, vor allem aber eben die Globalisierung in dem Sinne, dass jeder überall hinreist und auch Dinge mitbringen kann. Das trifft jetzt zum Beispiel bei der Maul- und Klauenseuche zu. Wir haben die ja in vielen Ländern außerhalb der EU und wenn ich dort zum Beispiel Produkte mitbringe, die nicht erhitzt wurden – das kann Frischkäse sein aus einem Land, das von der Maul- und Klauenseuche betroffen ist, – und das wird achtlos weggeworfen, dann kann das eine Ursache sein.
Das Gleiche betrifft auch die Afrikanische Schweinepest. Das ist das, was wir als Wurstbrötchen-Verbreitung bezeichnen. Wenn dort jemand aus einem der betroffenen Länder etwas wegwirft, im Wald, an einem Rastplatz, dann können Wildschweine das aufnehmen. Diese Viren sind sehr stabil und können eben auch mal in so einer Rohwurst erhalten bleiben. Deswegen finden Sie auch überall Aufrufe, so etwas nicht zu tun, nichts mitzubringen. Das sind auf jeden Fall Risiken.
Dazu kommen Einschleppungen, zum Beispiel über Insektenvektoren, die eventuell auch aus Ländern mitgebracht werden, vielleicht auch eben durch Importe von Blumen aus der ganzen Welt oder von Früchten. Das sind Möglichkeiten. Und dann haben wir noch sehr mobile Reservoire. Das trifft dann die Vogelgrippe. Zugvögel bringen diese Viren mit und können damit das Virus immer wieder neu einschleppen. Das sind Dinge, die können wir nur zum Teil beeinflussen. Deswegen kommt es auch immer wieder zu solchen Ausbrüchen… .
Stoffwechselstörungen bei Milchkühen früh erkennen
Mit welchen Parametern lässt sich die individuelle Neigung zur Fettmobilisation und anderer Stoffwechselstörungen bei Kühen frühzeitig erkennen? Um diese Fragen ging es im EIP-Projekt MeMoGen in Thüringen.
Nach wie vor sind krankheitsbedingte Abgänge durch Stoffwechselstörungen in Milchviehherden ein großes Problem. Sie beeinträchtigen das Tierwohl und verringern die Wirtschaftlichkeit. 8,3 Prozent der Gesamtabgänge im Jahr 2014 in Thüringen erfolgten aufgrund von Stoffwechselstörungen.
Wenn man hierzu noch infektiöse Faktorenkrankheiten wie Euter- und Klauenerkrankungen hinzuzählt, bei denen Stoffwechselstörungen ebenfalls eine Rolle spielen, sowie die Fruchtbarkeitsstörungen, dann wiesen 68,8 Prozent der Gesamtabgänge einen Zusammenhang mit Stoffwechselstörungen auf.
Das Ziel des EIP-Projektes MeMoGen war deshalb die Entwicklung eines Verfahrens zur frühen Diagnose von Stoffwechselstörungen. Bei 406 melkenden Holstein-Kühen wurden an drei verschiedenen Zeitpunkten, eine Woche vor der Geburt, in der ersten Woche nach der Geburt und drei Wochen nach der Geburt, Blut- und Harnproben sowie Milchproben nach der Geburt genommen. Die Proben wurden auf 15 Blutparameter und 5 Harnparameter untersucht.
Der Fokus lag auf der Früherkennung der tierindividuellen Neigung zur Fettmobilisation und anderer Stoffwechselstörungen, um einen Beitrag zur Reduzierung von Stoffwechselstörungen und damit verbundenen entzündlichen Erkrankungen wie Mastitis, Metritis, Laminitis und Labmagenverlagerung zu leisten.
Die Ergebnisse im Originalbeitrag… .
Tote Tiere: Die deutsche Agrarpolitik hinkt hinterher
Das Ernährungssystem kann nur zukunftsfest werden, wenn weniger Fleisch gegessen wird. Zwei Nachbarländer zeigen, wie Transformation funktioniert.
Weniger Grün, mehr Wurst: Zumindest für Markus Söder scheint das das Ziel der Agrarpolitik der Regierungskoalition zu sein. Den neuen CSU-Landwirtschaftsminister Alois Rainer präsentierte er im April mit den hoffnungsfrohen Worten „Jetzt gibt’s wieder Leberkäs statt Tofutümelei.“ Entlang des Themas Ernährung wird von Politikern wie Söder ein Kulturkampf inszeniert, in dem Fleischfans ihre Freiheit gegen linksgrüne Veggies verteidigen müssten.
Der Minister selbst gab sich in seiner Regierungserklärung Mitte Mai zwar versöhnlicher. Er betonte aber, dass „mündige Bürgerinnen und Bürger“ selbst entscheiden sollten, was sie einkaufen, und dass für ihn Fleisch zu einer „ausgewogenen Ernährung“ dazugehöre – dabei ist erwiesen, dass Fleisch für die Gesundheit nicht nötig und in den heute üblichen Mengen schädlich ist. In der Tierhaltung in Deutschland sieht Alois Rainer keine Probleme – sie stehe schon jetzt für höchste Qualität... .
Österreichs Tierärzte fordern EU-weites Verbot der Pelztierzucht
Heimische Tierärzte fordern ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht. “Die Haltung und Zucht von Tieren zur ausschließlichen Nutzung ihres Fells ist mit grundlegenden Prinzipien des Tierschutzes unvereinbar und stellt darüber hinaus eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar”, sagte der Präsident der Österreichischen Tierärztekammer, Kurt Frühwirth.
Pelztiere wie Nerze, Füchse, Chinchillas und Marderhunde in engen Drahtgitterkäfigen zu halten, sei unethisch und mit Tierschutz unvereinbar, gleichzeitig aber auch ein Gesundheitsrisiko für den Menschen: “Der enge Kontakt zwischen Tieren und die hohe Tierdichte auf Pelztierfarmen fördern die Entstehung und Verbreitung von Zoonosen, Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragbar sind”, erklärte Frühwirth.
Übertragung von SARS-CoV-2 und Vogelgrippe
2020 wurde beispielsweise in Dänemark nachgewiesen, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 von Nerzen auf den Menschen übertragen wurde. Zudem würden vermehrt Ausbrüche von Vogelgrippe auf Pelztierfarmen gemeldet.
Die Österreichische Tierärztekammer fordert von der Europäischen Kommission, die Forderungen der Bürgerinitiative “Fur Free Europe” mit mehr als 1,5 Millionen Unterzeichnenden ernst zu nehmen. Ein EU-Verbot “wäre ein starkes Signal weit über Europa hinaus und die große Chance, diese unnötige Tierquälerei endlich zu beenden”, hieß es dazu von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die auch für ein Verbot des Handels bzw. Imports von Pelzprodukten eintritt. Weltweit hätten sich schon über 1.600 Modekonzerne dem “Fur Free Retailer”-Programm angeschlossen.
21 EU-Mitgliedstaaten haben die Pelztierzucht entweder vollständig verboten oder stark reguliert. Österreich hatte als eines der ersten Länder ein nationales Verbot umgesetzt.
Bürokratieabbau in der Landwirtschaft
Nach Auffassung der AfD-Fraktion stellt eine „überbordende Bürokratie“ die höchste Hürde für Landwirte in ihrem beruflichen Alltag dar. In einer Kleinen Anfrage (21/314) wollen die Abgeordneten der AfD von der Bundesregierung unter anderem wissen, ob sie die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vereinbarte Neubewertung der 194 Vorschläge der Länder zum Bürokratieabbau sowie die Einführung von Bürokratie-Praxischecks umsetzen werde. Die gleiche Frage stellt sich den Fragestellern mit Blick auf die vereinbarte Forderung, dass die GAP in der ersten Säule „einkommenswirksam, bürokratieärmer, transparenter und effizienter ausgestaltet werden“ müsse. Wenn ja, dann wünschen sich die Abgeordneten der AfD Aufklärung darüber, was in diesem Zusammenhang konkret die Forderung, bürokratieärmer zu werden bedeute, beziehungsweise welche Maßnahmen damit gemeint seien. „Versteht die Bundesregierung unter Bürokratieabbau in der Landwirtschaft vorrangig die technische Optimierung und Digitalisierung bestehender Regelungen und Kontrollen, oder sind darüber hinaus auch Maßnahmen geplant, um die Regelungs- und Kontrolldichte deutlich zu verringern und den Betrieben wieder mehr Vertrauen entgegenzubringen und die Eigenverantwortung zu stärken“, fragen die Abgeordneten.„
Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten,
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
