| Trotz des umfangreichen Rohstoffaufkommens zeigte sich der Markt insgesamt freundlich. An den Flüssigmärkten war zuletzt kein ausgeprägter Angebotsdruck mehr erkennbar, vielmehr belebte sich die Nachfrage deutlich. Die feiertagsreiche Zeit im Mai erschwerte zusätzlich die Produktions- und Lieferplanung, wodurch kurzfristige Verfügbarkeiten und Liefertermine stärker in den Fokus rückten. Die Preise für Magermilchkonzentrat, Rahm und Spotmilch tendierten entsprechend fester. Magermilchkonzentrat wurde zuletzt im Mittel bei 1,6 €/kg Trockenmasse gehandelt und lag damit rund 0,3 € über Vorwochenniveau. Der Spotmilchpreis stieg in Deutschland in der 20. Kalenderwoche um 1,7 Ct/kg auf 18,2 Ct/kg. In Norditalien bewegten sich die Spotpreise weiterhin oberhalb der Marke von 30 Ct/kg. China importierte bis April 2026 wieder mehr Produkte. Vollmilchpulver wurde um 62,9 % und Käse um 16,8 % mehr nachgefragt. Insgesamt wurden 13,6 % mehr Milcherzeugnisse nach China exportiert im Vergleich zum Vorjahr. Profitiert haben hiervon alle großen Exportländer. Die erhöhte Einfuhr von Milchprodukten steht auch im Zusammenhang mit den Ausbrüchen der Maul- und Klauenseuche in China. Laut der Weltorganisation für Tiergesundheit wurden im April neue Ausbrüche gemeldet. Die geringe Impfquote der Bestände erschwert die Eindämmung vor Ort. Weitere Auswirkungen auf den Markt gelten als wahrscheinlich. In der EU haben die Anlieferungen im letzten Quartal deutlich die Vorjahreslinie überstiegen. In allen großen Erzeugerländern wurde weiterhin mehr angeliefert. Die größten Milchproduzenten produzierten deutlich über Vorjahresniveau. Dieser Trend setzte sich bis heute fort. So wurde bis jetzt 4,8 % mehr Milch als im Vorjahr abgeliefert. In Deutschland wurde insgesamt 6,0 % mehr Milch angeliefert. Auch Belgien (+9,8 %) Frankreich (+5,3 %), Niederlande (+5,8 %) und Polen (+3,2 %) produzierten mehr Milch. Demgegenüber wurde in Rumänien (-10,6 %), Bulgarien (-4,2 %), Estland (-4,2 %) weniger Milch produziert. Bei den Exporten von Milchprodukten aus der EU gab es Produktverschiebungen. So wurde vor allem mehr Butter (+24 %) exportiert. Hauptabnehmer waren die USA, Ägypten und Marokko. Auch Magermilchpulver konnte vermehrt exportiert werden. Hier beliefen sich die Zuwächse auf 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Fat Filled Milk Powder hat eine Steigerung von 6 % erfahren. Vollmilchpulver wurde in fast gleichem Umfang wie im Vorjahr exportiert (+1 %). Käse blieb stabil, ist aber nach wie vor das bedeutendste Exportprodukt der EU. Das Vereinigte Königreich fragte etwas weniger Käse nach, dies wurde durch kleine Länder und einer erhöhten Nachfrage von Japan kompensiert. Rückläufig waren Babynahrung mit -10 % und Molkenpulver (MMP) mit -3 % gegenüber dem Vorjahresniveau. Magermilchpulver der EU war am Weltmarkt sehr gefragt. Der Preis für MMP der EU ist momentan am niedrigsten, sodass das Interesse der Drittländer sehr hoch ist. Gleiche Ware aus den USA kostet 1,5 x so viel. Die überwiegend gute Grundfutterversorgung in Deutschland durch die guten Wachstumsbedingungen von 2025, mit dem milden Sommer und der ausbleibenden Hitzewelle und damit einhergehend ausreichend zur Verfügung stehendem Futter, tragen dazu bei, dass wir gute Inhaltstoffe und sehr viel Milch haben. Der Preiskampf des LEHs, der Mitte September 2025 begonnen hat, wirkt bis heute. Anfang März wurde durch die rege Nachfrage vor Ostern der Butterpreis um 20 Cent auf 1,19 €/250 g-Päckchen angehoben. Ende April wurde der Butterpreis jedoch wieder um 14 Cent auf 1,05 €/250 gPäckchen gesenkt. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Butterpreis 94 Ct/250 g-Päckchen geringer. Am Buttermarkt bestimmten hohe Bestellmengen und eine rege Nachfrage weiterhin das Marktgeschehen. Vor allem abgepackte Butter wurde vom Lebensmitteleinzelhandel umfangreich nachgefragt. Unterstützt wurde die Nachfrage durch die Feiertage sowie das vergleichsweise niedrige Verbraucherpreisniveau. Im Preiseinstiegssegment kostete ein 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter zuletzt unverändert 1,05 € und damit deutlich weniger als im Vorjahr. Die Produktionen liefen vielerorts unter hoher Auslastung, vereinzelt wurde von Auslieferungsschwierigkeiten berichtet. Die Notierung für Formbutter blieb in Kempten stabil bei 3,85 bis 4,45 €/kg. Der Markt für Blockbutter verlief dagegen ruhiger. Kurzfristig schien der Bedarf vieler Marktteilnehmer gedeckt, gleichzeitig blieb aufgrund des vergleichsweise niedrigen Preisniveaus Interesse an längerfristigen Lieferterminen bestehen. Die Notierung für Blockbutter wurde unverändert in einer Spanne von 3,80 bis 3,95 €/kg festgestellt. Die Rohstoffpreise zeigten sich daher eher ruhig und befinden sich auf einem niedrigen Niveau. Die Eiweißseite verzeichnet eine leichte Belebung. Die Preise für abgepackte Butter haben sich im Mai stabilisiert. Formbutter wird rege nachgefragt. Die niedrigen Verbraucherpreise und die Feiertage haben die Nachfrage erhöht. So zeigte sich der Preis für abgepackte Butter stabil. Die Notierung an der Kemptner Butterbörse waren bei 4,15 €/kg Fett (unverändert gegenüber der Vorwoche). An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig zeigte sich Anfang Mai der Preis stabil. Insgesamt wurden wenig Kontrakte gehandelt. Die Preise am Eiweißmarkt sind in letzter Zeit gestiegen. Molkenpulver in Lebensmittelqualität wird weiter rege nachgefragt. Die Preise konnten sich somit nochmals festigen. Magermilchpulver (MMP) in Lebensmittelqualität kostet derzeit 2,97 €/kg. Molkenpulver zeigte eine gewisse Stabilität in den letzten Wochen. In KW 18 war nochmal ein deutlicher Preisanstieg zu erkenne. Molkenpulver wird in KW 21 nun mit 1,47 €/kg gehandelt (alles Lebensmittelware). Lange Zeit war der Preis für Süßmolkenpulver stabil. Seit Mitte Februar ist der Preis kontinuierlich angestiegen, da die Nachfrage nach Molkenproteinkonzentraten stark zugenommen hat. In KW 21 sind wir bei 1,79 €/t angelangt. Der Käsemarkt präsentierte sich weiterhin stabil bis freundlich. Die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel blieb auf hohem Niveau und auch der Großverbraucherbereich orderte kontinuierlich Ware. Zusätzlich entwickelte sich das Exportgeschäft weiterhin rege. Vor allem aus Südeuropa gingen im Zuge der bevorstehenden Urlaubssaison verstärkt Anfragen ein. Die Käsereien produzierten aufgrund des hohen Milchaufkommens weiterhin unter hoher Auslastung. Gleichzeitig sorgte die lebhafte Nachfrage dafür, dass die Lagerbestände niedrig blieben und kurzfristig verfügbare Mengen vielfach knapp waren. Die Preise tendierten überwiegend stabil. Die Notierungskommission in Hannover setzte die Spanne für Blockware unverändert bei 3,45 bis 3,65 €/kg fest, Brotware wurde stabil mit 3,60 bis 3,80 €/kg bewertet. Der aus den Butter- und MMP-Preisen abgeleitete Kieler Rohstoffwert befand sich im Februar bei 33,9 ct/kg. Seitdem steigt er moderat an. Im April stieg der Rohstoffwert nochmal leicht um 0,2 Cent auf 39,2 Ct/kg. Stützend wirkt sich die hohe Nachfrage nach Milcheiweiß aus. Demgegenüber steht jedoch der geringere Butterpreis. Aktuell verzeichnen Prognosen, dass sich der extreme Preisverfall der Erzeugerpreise für konventionelle Milchabbremst. So hat sich im März der Rückgang deutlich schwächer gezeigt. Im Vergleich zum Vormonat sank der Preis nur noch um 0,2 Ct/kg und lag im März somit bei 37,7 Ct/kg Milch. Im gleichen Zeitraum wurde ein Jahr zuvor 13 Cent mehr ausbezahlt. Es scheint jedoch so, als ob sich die Preise stabilisieren. Der Spotmarkt ist momentan sehr volatil. In KW 20 stiegen die Preise auf 18,2 Ct/kg (+1,7 Ct). Die Spanne der Erzeugerpreise liegt bei den Baden-Württembergischen Molkereien zwischen 33 ct/kg und 40,08 ct/kg. Eine Vielzahl der Molkereien konnte den Preis vom Vormonat halten, lediglich drei Molkereien mussten die Preise nach unten anpassen. Eine Molkerei konnte den Preis um 1,5 Ct/kg Milch anheben. Weiter Molkereien prognostizieren eine Preiserhöhung im Mai. In den vergangenen beiden Monaten zeigte sich der Milchmarkt insgesamt in stabiler Verfassung. Während die Milchanlieferung saisonal bedingt kontinuierlich zunahm, entwickelten sich zahlreiche Produktpreise gleichzeitig stabil bis fester. Vor allem im April stieg das Rohstoffaufkommen deutlich an, ohne dass daraus stärkerer Preisdruck entstand. Im Mai setzte sich diese Entwicklung fort. Die Milchanlieferung lag zuletzt spürbar über dem Vorjahresniveau, während sich insbesondere die Preise für Rahm, Magermilchkonzentrat und Spotmilch weiter befestigten. Auch die Nachfrage nach Käse und Formbutter blieb anhaltend hoch. An den Pulvermärkten zeigte sich dagegen ein differenzierteres Bild: Lebensmittelqualitäten tendierten überwiegend fester, während Futtermittelware meist stabil bewertet wurde. Es scheint jedoch so, als ob wir langsam an der Milchspitze angelangt wären. Saisonüblich sinkt die Milchmenge ab Mai. Preisstützend könnte die erhöhte Nachfrage bei den Eiweißprodukten sein. Das Bio-Milchaufkommen in Deutschland ist in den ersten vier Monaten 2026 weiter deutlich gestiegen. In den ersten beiden Monaten des Jahres lieferten die Erzeuger rund 6,9 % mehr Bio-Milch an milchwirtschaftliche Unternehmen im Land als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch in den nächsten Monaten wird von einem erneuten Plus bei der Bio-Milchmenge ausgegangen. Allerdings wird das derzeit hohe Angebot auch von der anhaltend stabilen Nachfrage der privaten Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Milchprodukten relativ gut aufgenommen. Bleibt es bei dieser Entwicklung, dürfte sich der Bio-Milchmarkt im weiteren Jahresverlauf auf einem gefestigten Niveau stabilisieren. Der Auszahlungspreis für Bio-Milch ist im April 2026 im bundesweiten Mittel nach Zahlen von Bioland, www.biomilchpreise.de, um 0,3 Cent gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen und lag bei 64,5 Ct/kg, im Süden lag er mit 64,7 Ct/kg Milch leicht darüber. Viele Molkereien haben ihren Auszahlungspreis im April bereits konstant gehalten und auch für Mai wurden von einigen Molkereien gleichbleibende Preise angekündigt. Der konventionelle Milchpreis ist im April erstmals wieder leicht gestiegen und lag ersten Schätzungen nach im bundesweiten Mittel bei 38,5 ct/kg Milch. Der Preisabstand Bio zu konventionell lag damit bei rund 26 ct/kg Milch. |