Erfolgsversprechende mRNA-Impfstoff-Tests gegen Maul- und Klauenseuche

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat erfolgreich einen neuartigen mRNA-Impfstoff gegen die Maul- und Klauenseuche getestet. Die geimpften Tiere blieben von der Seuche verschont. Die Herstellung des Impfstoffs gilt als deutlich einfacher als bei herkömmlichen Verfahren.

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine der gefährlichsten Tierseuchen bei Paarhufern wie Rindern, Schafen oder Schweinen. Ein Ausbruch - wie zuletzt im Januar in einem brandenburgischen Betrieb mit 14 Wasserbüffeln - hat enorme wirtschaftliche Konsequenzen, weil sofort Exportbeschränkungen greifen.

Impfstoff von australischen und US-amerikanischen Forschern entwickelt

Am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben Forscher jetzt einen neuartigen Impfstoff getestet, der die Bekämpfung der Tierseuche deutlich erleichtern könnte. Es handelt sich um einen mRNA-Impfstoff, den Mitarbeiter des australischen Bundesstaates New South Wales zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen Tiba Biotech entwickelt haben.

mRNA-Impfstoff erfolgreich getestet

Die Versuche mit 24 Rindern in den Hochsicherheitsställen des Bundesforschungsinstituts zeigten, dass dieser Impfstoff hocheffizent ist. "Wir haben gesehen, dass die Rinder nach der Infektion nicht klinisch erkrankt sind", sagt der FLI-Projektleiter Michael Eschbaumer. Es sei der erste mRNA-Impfstoff gegen MKS, der erfolgreich an Großtieren getestet wurde.

Klassische Impfstoffe enthalten viel Virus

Zwar gibt es bereits klassische und sehr wirksame Impfstoffe gegen die Tierseuche. Aber die mRNA-Impfstoffe könnten bei der Bekämpfung von Tierseuchen künftig eine deutlich größere Rolle spielen, sind die Wissenschaftler überzeugt. Denn sie können aufgrund ihres besonderen Wirkmechanismus unter deutlich geringeren Biosicherheitsanforderungen hergestellt werden. "Die existierenden klassischen Impfstoffe sind sogenannte inaktivierte Vollvirus-Impfstoffe", erklärt Eschbaumer. Das heißt, zur Impfstoff-Herstellung muss vorher MKS-Virus industriell vermehrt und dann inaktiviert werden. "Und dieser Schritt ist aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit des MKS-Virus sehr gefährlich und kann nur in sehr aufwendigen, teuren Anlagen durchgeführt werden."

Herstellung von mRNA-Impfstoffen sicherer und unkomplizierter

Der neue mRNA-Impfstoff habe den Vorteil, dass er in der Herstellung viel unkomplizierter ist. Denn im Impfstoff sei lediglich die genetische Information für die Herstellung dieser Virusbestandteile enthalten. "Die Herstellung der Bestandteile und die Immunreaktion darauf erfolgt dann erst im geimpften Tier", so der Wissenschaftler weiter. Und das sei gerade bei der Seuchenbekämpfung wichtig, weil man die Verbreitung des Virus verhindern möchte. Auch für andere Tierseuchen wie die Vogelgrippe wird an mRNA-Impfstoffen geforscht…. .

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