Österreich: Weniger Bauern und Kühe, aber deutlich mehr Milch

Am 1. Juni ist Weltmilchtag. In Österreich machen AMA und die Landwirtschaftskammern deshalb auf die Leistungen und Herausforderungen der heimischen Produktion aufmerksam. Diese erlebt seit Jahren einen Strukturwandel, denn immer mehr Milch wird auf weniger Höfen gemolken.

Um die 25 Liter - so viel Milch erhält man in Österreich pro Kuh und Tag im Durchschnitt. Das entspricht auch ungefähr dem Inhalt einer klassischen Metallmilchkanne, in der das Produkt früher transportiert wurde. Die österreichischen Kühe sind aber im Vergleich zu früher in „Hochleistung“, denn was in unserem Bundesland vor 20 Jahren noch 107.000 Kühe produziert haben, machen heute 101.000 Tiere, wie die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LKNÖ) zählt. In Zahlen ist das ein Rückgang von 5,6 Prozent. Niederösterreich nimmt bei der Milchproduktion den zweiten Platz ein. Oberösterreich melkt mit 32 Prozent der Gesamtmenge ein Drittel, hierzulande sind es 20 Prozent, wie Zahlen von Statistik Austria zeigen.

Was sich im 1920er-Jahre-Vergleich deutlich abzeichnet, ist, dass viele kleine Milchviehbetriebe aufgehört haben (nach einem Generationenwechsel) und bestehende Betriebe größer geworden sind. Seit 2006 ist die Zahl der Betriebe in Niederösterreich von 8.000 auf 3.590 zurückgegangen, also um die 55 Prozent, teilt die LKNÖ auf NÖN-Nachfrage mit. In Oberösterreich schrumpft die Anzahl um die 60 Prozent. Der Strukturwandel und die Veränderung der Milchmenge liege aber nicht nur an der Betriebsgröße oder den Kapazitäten der Kühe - heutzutage produzieren Milchbauern auch viel effizienter. Was früher schwere Handarbeit war, wird durch immer bessere Melkroboter erledigt.

Wie viel Milch konsumieren die Österreicherinnen und Österreicher nun? Im Jahr 2024 kauften heimische Haushalte laut AMA rund 610.000 Tonnen Milch und Milchprodukte und gaben monatlich um die 50 Euro dafür aus. Trotz rückläufiger Milchproduktion in anderen Ländern bleibt Milch international in den Geschäften ein gefragtes Produkt. Österreich hält dabei vieles „in der Hand“, was die wirtschaftliche Stärke betrifft, sagt die Landwirtschaftskammer. Diese solle man nicht aus den Augen verlieren, immerhin schaffe die Milchproduktion viele Arbeitsplätze und eine wirtschaftliche Wertschöpfung. Für die Absicherung dieser habe sich die NÖM auch mit der Genossenschaft Vorarlberger Milch vor Kurzem verpartnert. Durch die Kooperation erhalten die Vorarlberger Milchlieferanten ab Juni 2025 einen um etwa fünf Cent höheren Milchpreis für gentechnikfreie Milch… .

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