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von der AVA und aus der Branche
Deutlich mehr FSME-Fälle wegen geringer Impfquote
In der vergangenen Zeckensaison wurden 63 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Sachsen registriert und damit fast doppelt so viele wie 2023. Das Sozialministerium spricht von einem «deutlichen Anstieg» im Vergleich zu Vorjahren.
Deutlich mehr FSME-Fälle wegen geringer Impfquote
Dresden - In der vergangenen Zeckensaison wurden 63 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Sachsen registriert und damit fast doppelt so viele wie 2023. Das Sozialministerium spricht von einem «deutlichen Anstieg» im Vergleich zu Vorjahren.
Steiermark: Landwirtschaftskammerpräsident ortet viele Herausforderungen
Importverbote auf Grund der Maul- und Klauenseuche, Frostnächte und das Thema Vollspaltenböden sorgen in der Landwirtschaft derzeit für große Verunsicherung. Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger sieht entsprechenden Handlungsbedarf, blickt aber optimistisch in die Zukunft.
Die in der Slowakei und Ungarn kursierende Maul- und Klauenseuche betrifft die steirische Landwirtschaft derzeit nur indirekt, denn nach wie vor ist kein Fall in Österreich bekannt. Dennoch müssen die Landwirte vorsorglich Schutzmaßnahmen ergreifen. Länder wie die USA, Kanada und Japan haben zudem ein Importverbot für bestimmte Waren aus Österreich verhängt.
Seuchenausbruch in Steiermark nicht erwartet
Laut Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger sei der Schaden, der der steirischen Landwirtschaft dadurch möglicherweise entsteht, noch nicht abschätzbar: „Hier verhandeln gerade Wirtschafts- und Gesundheitsministerium und da haben wir noch keine endgültigen Ergebnisse.“
Was einen möglichen Ausbruch der Seuche auch in der Steiermark betrifft, zeigt sich Steinegger optimistisch, auch auf Grund der bereits getroffenen Vorkehrungen. So unterrichten landwirtschaftliche Fachschulen etwa nur mit strengen Hygieneauflagen in den Stallungen, Rindermärkte wurden abgesagt.
Steinegger meint daher: „Ich gehe davon aus, dass dieser Fall nicht eintreten wird.“ Andernfalls werde es für die betroffenen Landwirte in den so genannten „Keulungszonen“ Entschädigungen geben, „die aber nur den unmittelbaren Schaden abdecken.“ Einkommensverluste seien davon nicht abgedeckt, so Steinegger, der selbst 30 Milchkühe auf seinem Hof hält…. .
BMASGPK: Neue Verordnung zu MKS – Importverbot für tierische Produkte aus Ungarn gezielt angepasst
Importverbot gilt ab Montag nur mehr für Regionen mit Schutz- oder Sperrzonen – Maßnahmen zum Schutz der Tiergesundheit bleiben aufrecht
Ab Montag, 14.04.2025, gilt eine neue Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), mit der die bestehenden Importbeschränkungen im Zusammenhang mit der Maul- und Klauenseuche (MKS) gezielt angepasst werden. Konkret wird das bisher flächendeckende Einfuhrverbot für bestimmte tierische Produkte aus Ungarn auf jene Gebiete beschränkt, die gemäß EU-Seuchenrecht als Schutz-, Überwachungs- oder weitere Sperrzonen ausgewiesen sind.
BETROFFEN VOM EINFUHRVERBOT BLEIBEN WEITERHIN FOLGENDE PRODUKTGRUPPEN AUS DEN GENANNTEN RESTRIKTIONSGEBIETEN:
* lebende Tiere empfänglicher Arten
* frisches Fleisch und Rohmilch
* Gülle und Stallmist
* Wildbret, Wild in der Decke sowie Jagdtrophäen
Diese Maßnahmen waren und sind Teil eines umfassenden Vorsorgekonzepts, das Österreich in enger Abstimmung mit der AGES, den Nachbarstaaten und der Europäischen Kommission umsetzt. Ziel bleibt es, die Einschleppung der hochansteckenden Tierseuche auf österreichisches Staatsgebiet zu verhindern.
Die Veterinärbehörden in Ungarn und der Slowakei haben zwischenzeitlich intensive Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung ergriffen. Die aktuelle Lageeinschätzung erlaubt es nun, das Importverbot geografisch zu differenzieren – unter Beibehaltung eines hohen Schutzniveaus.
Unverändert aufrecht bleiben die verstärkten Grenzkontrollen, die vorübergehende Schließung kleinerer Grenzübergänge sowie die strengen Biosicherheitsvorgaben für Betriebe. Auch die wöchentlichen flächendeckenden Beprobungen in der Überwachungszone sowie die risikobasierten Untersuchungen in der erweiterten Sperrzone werden fortgeführt.
Die epidemiologische Lage wird weiterhin laufend durch die AGES bewertet. Die Umsetzung aller Schutzmaßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit den zuständigen Ministerien, den Landesbehörden und der Europäischen Kommission.
Informationen darüber, welche Gebiete aktuell als Schutz-, Überwachungs- oder Sperrzonen gelten, sind auf der Website der Verbrauchergesundheitsbehörde hier abrufbar.
»Ameisen gehören zu den sozialen Superstars«
Ameisen gelten geradezu als Inbegriff von Kooperation. Doch warum wurden sie in der Evolution so viel sozialer als etwa Taufliegen – obwohl sich ihre Gehirne nur wenig voneinander unterscheiden? Welche Rolle Pheromone dabei spielen, erklärt der Biologe Daniel Kronauer im Interview.
Daniel Kronauer und sein Team erforschen die soziale Evolution in komplexen Insektengemeinschaften. Sie interessieren sich für Fragen wie diese: Wie kann in einer Kolonie von genetisch identischen Klonen so etwas wie Arbeitsteilung entstehen? Wir haben Kronauer in seinem New Yorker Labor an der Rockefeller University getroffen.
Herr Kronauer, Sie wollen herausfinden, wie sich komplexe Sozialgemeinschaften bei Insekten entwickelt haben. Weshalb sind Ameisen für Sie so spannend?
Die Tiere differenzieren sich derart, dass sie wie verschiedene Organe eines multizellulären Organismus agieren. Die Ameisenkönigin ist dabei so etwas wie die Keimbahn des Körpers und die Arbeiterinnen sind das somatische Gewebe. Letztere pflanzen sich also nicht fort und erfüllen unterschiedlichste Aufgaben: Einige gehen auf Nahrungssuche, andere ziehen die Larven auf oder arbeiten auf der »Müllhalde«. Und bei Wanderameisen gibt es Arbeiterinnen mit säbelartigen Mandibeln – es sind Soldatinnen, die selbstständig gar keine Nahrung mehr aufnehmen können. Die natürliche Selektion greift hier auf der Ebene der Kolonie, die einzelne Ameise hat ihre Individualität größtenteils aufgegeben.
Ameisen werden immer wieder als Beispiel für menschliche Staatsformen herangezogen. Das macht mich nervös, denn sie sind viel extremer als wir. Daher bin ich auch vorsichtig mit Vergleichen. Für uns wäre es Horror, in so einer Kolonie zu leben.
Eine Spezies interessiert Sie besonders, nämlich Ooceraea biroi – die klonale Räuberameise, auf Englisch »clonal raider ant«. Was ist an ihr so speziell?...
Debattenkultur in Deutschland: Die Spaltung überwinden
Politische Debatten scheinen immer öfter in wütenden Tiraden zu enden, nicht nur bei hochumstrittenen Themen wie Migration oder Klimaschutz. Wie lassen sich die Gräben überbrücken?
Tausende von Bürgern gehen »gegen Rechte« auf die Straße, Klimaaktivisten werden von Autofahrern angefeindet, und schon während der Covid-19-Pandemie demonstrierten wütende »Coronaleugner« gegen Schutzmaßnahmen: In den letzten Jahren kochten in politischen Fragen die Emotionen in Deutschland oftmals hoch, wie auch der vergangene Wahlkampf zeigte. Gerade bei Streitthemen wie Migration oder Klimaschutz scheint das Land zunehmend gespalten. Zumindest bekommt man in der medialen Berichterstattung und in sozialen Medien schnell diesen Eindruck. Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist jedoch längst nicht so eindeutig, ob es die viel beschworene Spaltung der Gesellschaft tatsächlich gibt. Politischen Dissens und teils heftige Auseinandersetzungen existierten jedenfalls schon immer. Wie gespalten ist das Land also wirklich?
Die Soziologinnen Céline Teney von der Freien Universität Berlin und Li Kathrin Rupieper von der Leibniz-Universität Hannover haben in einer 2023 erschienenen Studie untersucht, wie sich die Ansichten von Bürgern zur Einwanderung, zur EU, zu offenen Märkten und zum Umweltschutz zwischen 1991 und 2018 veränderten. Ergebnis: Auf keinem der betrachteten Felder ergaben die Befragungen eine eindeutige Polarisierung zwischen zwei konkurrierenden Lagern. Zwar gab und gibt es hochumstrittene Themen, beispielsweise beim Vertrauen in die Brüsseler Bürokratie. Eine wachsende Unversöhnlichkeit oder Radikalisierung der Positionen in den letzten Jahrzehnten stellten die beiden Forscherinnen jedoch nicht fest… .
Ein Jahr Vogelgrippe (H5N1) bei US-Rindern: Fachleute für Pandemievorsorge und Maßnahmen
Die hochpathogene Vogelgrippe treibt Fachleute um. Bei einem internationalen Austausch unter anderem über Forschungslücken zu H5N1 mahnte eine Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Vorsorge hinsichtlich einer möglichen Influenzapandemie an.
Man müsse sicherstellen, dass die Pandemic Preparedness auf nationaler, regionaler und globaler Ebene vorangetrieben werde, sagte die Epidemiologin Maria van Kerkhove vergangene Woche bei einem virtuellen Termin zu H5N1.
Seit einem Jahr ist bekannt, dass H5N1 (Klade 2.3.4.4b) im Zuge der Ausbreitung bei Säugetieren überraschend auch den Sprung auf Rinder in den USA geschafft hat. Van Kerkhove machte bei dem WHO-Termin deutlich, dass Wachsamkeit geboten sei, auch wenn bisher keine konsistenten Veränderungen des Virus hin zu einer gesteigerten Übertragbarkeit unter Menschen beobachtet worden seien.
Sie appellierte an Mitgliedsstaaten, die strategische Überwachung bei Tieren zu verstärken – und auch bei Menschen, bei denen beispielsweise ein berufliches Expositionsrisiko besteht. Außerdem müssten klinische Proben, Viren und Sequenzdaten von allen neuen Influenzaviren für eine rechtzeitige Risikobewertung geteilt werden.
H5N1-Viren und insbesondere die der Klade 2.3.4.4b breiteten sich weiterhin geografisch aus und diversifizierten sich genetisch, berichtete van Kerkhove. Es sei eine beunruhigende Situation, die sich dynamisch weiterentwickle.
„Was wir fordern, sind rasche und gründliche Untersuchungen“, appellierte sie. Diese seien entscheidend, um unübliche Ereignisse und damit auch mögliche Veränderungen hin zu einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung früh zu erkennen.
Sie hob hervor, dass globale Zusammenarbeit und Koordination entscheidend seien. Bei der WHO seien mit Partnern bereits umfangreiche Vorbereitungen im Gange – selbst falls man diese aktuell nicht für eine Pandemie brauche, so sei es auch wichtig für die Zukunft.
Auf das Management des andauernden Ausbruchs in den USA und den Informationsaustausch mit der WHO kam van Kerkhove nicht zu sprechen. Sie hatte bei einem anderen Termin nach der Amtsübernahme Donald Trumps aber bereits von einem abgerissenen Kontakt zu den dortigen Fachleuten berichtet. Trump hatte den Austritt der USA aus der WHO angekündigt.
Den WHO-Daten zufolge sind seit 2003 mehr als 900 H5N1-Nachweise bei Menschen in mehr als 20 Ländern erfolgt, wobei es sich um verschiedene Arten von H5N1-Viren handelte. Seit 2024 seien 89 H5-Nachweise bei Menschen erfasst worden (nicht alle wurden subtypisiert), die meisten davon in den USA, sagte van Kerkhove. Häufig bestand demnach vorheriger Kontakt zu infizierten Tieren oder kontaminierter Umgebung.
Milde Verläufe seien genauso beobachtet worden wie schwere und tödliche. „Bisher haben wir bei H5N1 aber keine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung gesehen“, sagte van Kerkhove. In der Vergangenheit sei es zwar bei engen Kontakten schon zu Übertragungen gekommen, nicht aber in jüngster Zeit. Die höchste bisher erfasste Fallzahl gab es demnach im Jahr 2015.
Forscherappell zu Gegenmaßnahmen
Angesichts der Ausbreitung der hochpathogenen Vogelgrippe empfiehlt unterdessen ein Forscherteam auch in einem aktuellen Online-Beitrag im Journal of Virology (DOI: 10.1128/jvi.02209-24) dringend Maßnahmen zum Reduzieren des Pandemierisikos.
Der H5N1-Ausbruch bei Rindern in den USA müsse etwa durch Impfung von Kühen oder besseren Infektionsschutz – oder beides – unter Kontrolle gebracht werden, schreibt das Team um Florian Krammer (Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York).
Vorgeschlagen werden unter anderem auch Impfungen für Geflügel sowie in der Pelztierzucht und Impfangebote für Arbeiter auf Höfen mit hohem Expositionsrisiko.
Erste Länder wie Finnland hätten inzwischen Vogelgrippeimpfstoffe für Personen mit höherem Expositionsrisiko zur Verfügung gestellt, was Regierungen weltweit nachmachen sollten, so die Autoren. Derartige Schritte seien umso wichtiger, da leider etwa gegen die Viruszirkulation in Wildvogelpopulationen nicht viel unternommen werden könne.
Fachleute sehen Mängel in Überwachung und Diagnostik
Nötig sei eine Echtzeitüberwachung unter anderem von Milchkühen mit aktuellen, empfindlichen und schnellen Diagnosemethoden, die sich leicht vor Ort einsetzen lassen, appellierte der Leiter der Abteilung Ökologie und Evolutionsbiologie der University of Arizona, Michael Worobey, bei dem WHO-Meeting. Man müsse sich darauf konzentrieren, mögliche weitere Übersprünge auf Kühe in den USA und außerhalb zu erkennen… .
Schweizer Kühe: 15 kg Milch pro Lebenstag anstreben
Die Nutzungsdauer einer Schweizer Milchkuh beträgt im Schnitt vier Jahre. Je länger sie Milch gibt, desto besser.
Die verminderte Fruchtbarkeit ist in der Schweiz, gefolgt von Euter- und Klauenerkrankungen, der Hauptabgangsgrund bei Milchkühen. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei rund vier Jahren.
Genetischer Wert zählt
Neben Euter- und Klauenerkrankungen beeinflussen der Schlachtpreis, die Anzahl Nachzuchttiere sowie die Milchleistung und der genetische Wert eines Tieres den Schlachtzeitpunkt. Im Sinne einer wirtschaftlichen und effizienten Milchproduktion gilt es, die Kühe möglichst gesund zu halten und lange zu nutzen. Während der Aufzucht entstehen Kosten und Emissionen, die durch die spätere Milchleistung und die eigenen Nachkommen amortisiert werden müssen.
Der Direktzahlungsbeitrag für eine längere Nutzungsdauer gibts seit 2024 für jene Betriebe, die im Schnitt pro Milchkuh mindestens drei oder mehr Abkalbungen haben. Je höher die Nutzungsdauer im Durchschnitt, desto höher der Beitrag. Der Maximalbetrag von 200 Franken pro Großvieheinheit wird ab einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von sieben Jahren oder mehr ausbezahlt. Mindestens genauso wichtig bezüglich Wirtschaftlichkeit wie die Nutzungsdauer ist die Lebenstagesleistung (kg Milch/ Lebtag). Eine wirtschaftliche Kuh erreicht im Minimum eine Lebenstagesleistung von 15 kg.
Ideal geplante Aufzucht
Damit dies möglich ist, braucht es eine möglichst lange Nutzungsdauer und ein ideales Erstkalbealter. Damit Milchkühe älter werden und ihr Leistungspotenzial voll ausschöpfen können, muss bereits die Aufzucht ideal gestaltet sein. Das beginnt bei der richtigen Kolostrumgabe von mindestens vier Litern in den ersten vier Lebensstunden, geht über eine ausreichende Mineralstoff- und Spurenelementversorgung, dem Ausschöpfen des Wachstumspotenzials dank idealer Fütterung und eine top Rundumbetreuung.
Außerdem muss das Tier eine gute Fruchtbarkeit aufweisen und möglichst ohne Krankheiten durch das Leben kommen. Dazu ist einerseits das genetische Potenzial der Kuh von Bedeutung, aber auch die Fütterung und das Herdenmanagement haben einen entscheidenden Einfluss. Bei Kühen mit hohen Lebenstagesleistungen vollbringen sowohl die Kuh wie auch der Landwirt oder die Landwirtin Höchstleistungen.
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Intensivaufzucht
Kälber, die als Rind früh kalben sollen, werden intensiv aufgezogen. Vom Absetzen bis zum Alter von neun Monaten sollten tägliche Zunahmen von 650 bis 850g erreicht werden. Ab dem Absetzen bis rund einjährig sind 600 bis 700g Zunahmen pro Tag anzustreben. Das ideale Alter für die erste Belegung liegt bei Holstein und bei Brown Swiss mit einer sehr intensiven Aufzucht bei etwa 15 Monaten, sodass die Rinder mit 24 Monaten zum ersten Mal abkalben.
MV-Bauernpräsident Trunk: Agrarpolitik gefährdet Nutztierhaltung und ländlichen Raum
Agrardiesel, Mindestlohn, Stoffstrombilanz: Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern kritisiert die Pläne der neuen Bundesregierung und fordert auf dem Bauerntag in Linstow eine neue Agrarstrategie der Bundesregierung.
Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern ruft die neue Bundesregierung zu einem Kurswechsel in der Agrarpolitik auf. Es sei höchste Zeit zum Handeln, so Bauernpräsident Karsten Trunk beim Bauerntag am 2. April 2025 in Linstow (Landkreis Rostock) mit Blick auf die Regierungsbildung zwischen Union und SPD.
Warnung vor dem Aus für Veredelungswirtschaft
Viele altbekannte Probleme seien seit Jahren ungelöst, erklärte Trunk und verwies auf Themen wie die überbordende Bürokratie, steigende Energiekosten, Düngemittelpreise sowie die Schließung von Schlachthöfen. Dem Rückgang der Nutztierhaltung müsse dringend entgegengewirkt werden. „Wenn da jetzt nicht die Weichen gestellt werden und es klare Rahmenbedingungen gibt, dann fällt die Entscheidung gegen die Veredlungswirtschaft“, ist sich der Bauernpräsident sicher. Sinken die Bestände an Schweinen und Rindern, müssten Schlachthöfe und Molkereien schließen, warnte er.
Agrardieselrückvergütung unzureichend
Auch die Zusage der Agrardieselrückvergütung sei nicht ausreichend, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Landwirtschaft zu sichern.
Kritik an Mindestlohnplänen
„Um das klarzustellen, es handelt sich nicht um eine Subvention, sondern um eine Steuerrückerstattung“, so Trunk. Kritik äußerte er auch an den Mindestlohn-Plänen. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Mindestlohn, wir sind gegen einen politisch verordneten Mindestlohn“, betonte er. Erntehelfer aus dem Ausland verlangten keinen Mindestlohn, zudem seien diese Kosten nicht tragbar. „Wenn nicht gegengesteuert wird, wird es im ländlichen Raum bergab gehen. Gerade im Hinblick auf die Sonderkulturen“, mahnte er. Union und SPD hatten sich in ihrem Sondierungspapier auf einen möglichen Mindestlohn von 15 Euro ab 2026 geeinigt.
Agrardiesel und steuerfreie alternative Kraftstoffe
Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) versicherte den Delegierten in Linstow, dass es Ziel der Koalitionsverhandlungen in Berlin sei, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und die Attraktivität der ländlichen Räume als Wohn- und Arbeitsort zu verbessern. „Wir brauchen eine solide ausgestattete Agrarpolitik“, so der Minister au Mecklenburg-Vorpommern.
Neben der Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung stellte Backhaus den Landwirten die Befreiung alternativer Kraftstoffe von der Energiesteuer in Aussicht. „Uns allen ist klar, dass klimaschädliche Subventionen durch bessere Alternativen abgelöst werden müssen, aber eben nicht über Nacht und nicht auf Kosten einer Branche, die unser Überleben sichert“, betonte Backhaus.
Bürokratieabbau geplant: Stoffstrombilanz soll gestrichen werden
Auch die viel diskutierte Verordnung zur Stoffstrombilanz im Düngegesetz solle ersatzlos gestrichen werden, um Bürokratie abzubauen, sagte er. Sie biete keinen Mehrwert für den Gewässerschutz, aber hohe Nachweispflichten für die Betriebe.
Zudem solle der Agrarantrag vereinheitlicht werden, um Doppelmeldungen zu vermeiden. Die 194 Vorschläge der Länder zum Bürokratieabbau, die bereits der Ampel-Koalition vorlagen, sollen neu bewertet werden.
Bestandsschutz für neue und umgebaute Ställe
Der Koalitionsvertrag sende Minister Backhaus zufolge auch ein klares Signal an die Nutztierhaltung als wichtiges Standbein der deutschen Landwirtschaft. Bis 2028 sollen jährlich rund 1,5 Mrd. Euro für den Umbau tierwohlgerechter Ställe bereitgestellt werden. Der Bestandsschutz für neue und umgebaute Ställe werde auf 20 Jahre erhöht.
Schnellere Zulassung von Pflanzenschutzmitteln gefordert
Die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel sollen beschleunigt werden. „Wir müssen den Umfang und das Risiko beim Pflanzenschutzmitteleinsatz reduzieren, indem wir die Präzisionslandwirtschaft und den integrierten Pflanzenschutz stärker fördern“, so Backhaus. Deutschland dürfe hier keinen Sonderweg gehen, sondern brauche eine EU-weite Strategie für befristete Zulassungen, wenn keine Alternativen vorhanden sind.
In den vergangenen 30 Jahren habe sich die Verfügbarkeit zugelassener Wirkstoffe von 700 auf 200 reduziert. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht an der Realität auf dem Feld vorbei agieren. Wissenschaftliche Bewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollten Grundlage für politische Entscheidungen sein – nicht populistische Verbotsforderungen“, betonte der Minister.
Änderung des Dauergrünlanderhaltungsgesetzes
Abschließend informierte Backhaus über die Änderung des Dauergrünlanderhaltungsgesetzes. Künftig könne Dauergrünland, das ab dem 1. Januar 2021 entstanden ist, wieder in Ackerland umgewandelt werden, mit wenigen Ausnahmen. Dies betrifft landesweit etwa 4.000 ha. Die Pflugregelung entfalle, was ökonomisch und ökologisch sinnvoll sei und zur Verbesserung der Biodiversität beitrage, so der Minister. Diese Maßnahmen sollen bereits in den ersten 100 Tagen nach Bildung der neuen Bundesregierung umgesetzt werden, kündigte Backhaus an.
Beim Thema Bürokratieabbau erwarten die Landwirte ein Umdenken der zukünftigen Koalitionäre in Berlin. Der Ball liege jetzt in Berlin, so Trunk. Von dort seien erste Signale gekommen, etwa zu einem vereinfachten Antragsverfahren. Sogar von einem einheitlichen Agrarantrag für alle Landwirte in Deutschland sei die Rede. „Hier können schon kleine Schritte Entlastung für uns Landwirte bringen“, sagte Trunk.
MKS-Vorsorge in Österreich: Sicherheitsvorkehrungen verschärft
Auch wenn in Österreich bisher noch kein Fall der Maul- und Klauenseuche aufgetreten ist, steigt die Nervosität gerade in jenen Regionen, wo viele Schweine- oder Rinderbetriebe sind, an. In der Oststeiermark wurde diese Woche ein Zuchtrindermarkt ersatzlos gestrichen.
Damit soll das Risiko eines Überschwappens der Krankheit nach Österreich gering gehalten werden. Auch an landwirtschaftlichen Fachschulen wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. An der Fachschule für Forst- und Landwirtschaft in Kirchberg am Walde (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) lebt der Unterricht von der Arbeit mit den Tieren. Derzeit dürfen die Schülerinnen und Schüler nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in den Stall.
Direktor Wolfgang Fank erklärt: „Also den täglichen Stalldienst haben wir jetzt ausgesetzt, weil er nicht hundertprozentig von einem Lehrer betreut und überwacht wird. Wir machen aber den Praxisunterricht noch unter Anführungszeichen normal, aber mit besonderen Hygienemaßnahmen.“ Konkret bedeute das bei Betreten des Stalles einen Schuh- und Kleidungswechsel. „Somit können wir einigermaßen den Unterricht noch aufrechterhalten.“
Seuchenteppich in Tierwelt Herberstein
Die Greinbachhalle bei Hartberg ist ein Marktplatz für Zucht- und Mastrinder. Rund 200 Landwirte aus der Region verkaufen hier ihre Tiere. Diese Woche wurde eine Zuchtrinderversteigerung aus Sicherheitsgründen abgesagt, sagt der Obmann des Zucht- und Mastrindervermarktungszentrums, Bernhard Schirnhofer, gegenüber „Steiermark heute“: „Der Schaden ist natürlich gegeben für die Verkäufer, weil sie die Tiere nicht für den Verkauf anbieten können, aber auch für die Käufer, die die Tiere brauchen zum Nachstellen im Stall – der Schaden steht aber in keiner Relation zu einem möglichen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche.“
Bis auf Weiteres können Zuchtrinder online bestellt werden. Im Tierpark Herberstein wurde schon vor einer Woche der Streichelzoo gesperrt. Ab sofort ist außerdem ein Seuchenteppich am Eingang angebracht, um Ziegen, Esel und Alpakas noch mehr zu schützen. Denn in den Osterferien werden verstärkt Urlaubsgäste aus den Nachbarländern wie Ungarn oder der Slowakei erwartet, wo es bereits Ausbrüche der gefährlichen Tierseuche gibt.
Bundestierärztekammer appelliert: Freigängerkatzen kastrieren
Der kalendarische Frühlingsbeginn liegt hinter uns und so langsam brechen Frühlingsgefühle bei Tier (und Mensch) aus. Die längere Lichteinstrahlung sorgt dafür, dass vermehrt Sexualhormone produziert und weibliche Katzen rollig werden.
Anlässlich des Tags der Haustiere am 11. April appellierte die Bundestierärztekammer (BTK) an alle Tierhaltenden vor allem von Freigängerkatzen, diese kastrieren zu lassen, um Katzenjammer zu vermeiden. „Für Katzen bedeutet der Geschlechtstrieb vor allem Stress“, sagt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel.
„Auch kastrierte Kater leben stressfreier und länger, denn auf der Suche nach einer Partnerin streunen unkastrierte Kater und Katzen oft tagelang umher, legen weite Strecken zurück und laufen so Gefahr, überfahren zu werden. Außerdem können blutige Revierkämpfe zu gefährlichen Wunden führen“, erklärt Dr. Vogel. Besonders bei weiblichen Katzen in der „Rolligkeit“ sei dieser Stress ausgeprägt und auch für die Besitzer anstrengend. Die Katze ist ständig unruhig, wälzt und rollt sich hin und her und schreit schrill nach Katern.
Sie will nicht fressen und nimmt zum Teil stark ab. Wird sie nicht gedeckt, kann es durch die hormonellen Veränderungen im Körper sogar zu Erkrankungen wie Zysten, Dauerrolligkeit, Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündung kommen. Ein Risiko, das übrigens bei Wohnungskatzen noch größer ist, da sie nicht selten dauerrollig werden können.
Katzen können schon mit einem halben Jahr das erste Mal Nachwuchs bekommen, und das dann durchschnittlich zweimal im Jahr. Bei bis zu sieben Kätzchen pro Wurf ist die Nachkommenschaft schnell auf ein Vielfaches angewachsen. Folglich gibt es dann noch mehr verwilderte Katzen, die unterernährt und krank ihr Leben fristen müssen. Ein Großteil der verwilderten Katzen leidet an chronischen und ansteckenden Krankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche oder Leukose, außerdem können sie von Hautpilzen oder Parasiten wie Flöhen, Spul- oder Bandwürmern befallen sein.
„Über eines sollten sich alle Katzenbesitzer und -besitzerinnen bewusst sein – Katzenkastration bedeutet Tierschutz und ist keine Tierquälerei“, sagt der BTK-Präsident.
Der kalendarische Frühlingsbeginn liegt hinter uns und so langsam brechen Frühlingsgefühle bei Tier (und Mensch) aus. Die längere Lichteinstrahlung sorgt dafür, dass vermehrt Sexualhormone produziert und weibliche Katzen rollig werden.
Anlässlich des Tags der Haustiere am 11. April appelliert die Bundestierärztekammer (BTK) an alle Tierhaltenden vor allem von Freigängerkatzen, diese kastrieren zu lassen, um Katzenjammer zu vermeiden. „Für Katzen bedeutet der Geschlechtstrieb vor allem Stress“, sagt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel.
„Auch kastrierte Kater leben stressfreier und länger, denn auf der Suche nach einer Partnerin streunen unkastrierte Kater und Katzen oft tagelang umher, legen weite Strecken zurück und laufen so Gefahr, überfahren zu werden. Außerdem können blutige Revierkämpfe zu gefährlichen Wunden führen“, erklärt Dr. Vogel. Besonders bei weiblichen Katzen in der „Rolligkeit“ sei dieser Stress ausgeprägt und auch für die Besitzer anstrengend. Die Katze ist ständig unruhig, wälzt und rollt sich hin und her und schreit schrill nach Katern.
Sie will nicht fressen und nimmt zum Teil stark ab. Wird sie nicht gedeckt, kann es durch die hormonellen Veränderungen im Körper sogar zu Erkrankungen wie Zysten, Dauerrolligkeit, Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündung kommen. Ein Risiko, das übrigens bei Wohnungskatzen noch größer ist, da sie nicht selten dauerrollig werden können.
Katzen können schon mit einem halben Jahr das erste Mal Nachwuchs bekommen, und das dann durchschnittlich zweimal im Jahr. Bei bis zu sieben Kätzchen pro Wurf ist die Nachkommenschaft schnell auf ein Vielfaches angewachsen. Folglich gibt es dann noch mehr verwilderte Katzen, die unterernährt und krank ihr Leben fristen müssen. Ein Großteil der verwilderten Katzen leidet an chronischen und ansteckenden Krankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche oder Leukose, außerdem können sie von Hautpilzen oder Parasiten wie Flöhen, Spul- oder Bandwürmern befallen sein.
„Über eines sollten sich alle Katzenbesitzer und -besitzerinnen bewusst sein – Katzenkastration bedeutet Tierschutz und ist keine Tierquälerei“, sagt der BTK-Präsident.
