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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Nach Skandal-Bildaufnahmen: Bio-Schlachthof in Neuruppin schließt
Das Deutsche Tierschutzbüro hat Anfang des Jahres Bildmaterial aus dem Bio-Schlachthof der Firma Färber in Neuruppin bei Berlin veröffentlicht.
Die Bilder zeigten, wie brutal mit den Schweinen im Betäubungsbereich umgegangen wurde. So wurden die Tiere mehrfach getreten, geworfen und zum Teil mit Haken geschlagen. „Dies ist Tierquälerei und in dieser Form untersagt“ so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros. Die Bilder zeigten auch, dass es im Betäubungsbereich keine Fixierungsmöglichkeit gab und so wurde die Elektrozange im „Laufschritt“ angesetzt. Dies führte immer wieder zu einer unsachgemäßen Anwendung mit der Folge, dass die Schweine nicht vollständig betäubt waren. Insgesamt wurden 410 Tiere an 2 Tagen im August 2020 dokumentiert. Die detaillierte Auswertung zeigte, dass bei mindestens 67 Tieren die gesetzliche Vorgabe von 20 Sekunden zwischen Betäubung und Entblutung überschritten und somit nicht eingehalten wurde.
Im Entblutungsbereich, wo der Kehlschnitt erfolgt, wurden ca. 100 Tiere dokumentiert, die eine deutliche, zum größten Teil mehrfache (bis zu 12x) Schnappatmung bzw. Maulatmung aufwiesen. Einige der Tiere zeigten zudem eine deutliche Atembewegung an der Brust und Bauchwand. Mindestens 63 Tiere zeigten sehr heftige Bewegungen mit allen Extremitäten. „Die Aufnahmen zeigen immer wieder Tiere, die sich sehr heftig bewegen, nach Luft schnappen und den Kopf bewusst bewegen. Diese Tiere sind weder betäubt noch tot, sondern sie erleiden Höllenqualen“ so Peifer. Im Entblutungsbereich wiesen viele der Tiere gleich mehrere Anzeichen einer Fehlbetäubung auf, hatten also z.B. Schnappatmung und klare Bewegungen mit meist allen Extremitäten. Bei einem Teil der Tiere war eine Auswertung nicht möglich, da die Kamerasicht verdeckt war. „Wir gehen insgesamt von einer Fehlbetäubung von ca. 40 % aus, das ist mit das schlimmste, was man einem Tier antun kann“ so Tierrechtler Peifer.
Besonders pikant: der Schlachthof hat auch Bio-Schweine geschlachtet und belieferte kleine und regionale Metzgereien. Auch die Bio-Company hat Fleisch aus dem Schlachthof bezogen, bzw. dort schlachten lassen. Die Bioladen-Kette mit 60 Filialen in Berlin, Brandenburg, Dresden, Hamburg und Potsdam hat die Zusammenarbeit mit dem Schlachthof im Dezember 2020 beendet. Dies trug sicherlich dazu bei, dass seit Anfang des Jahres in diesem Schlachthof keine Tiere mehr geschlachtet wurden, sondern hier nur noch die Zerlegung erfolgte. Zudem hat QS den Schlachthof im QS System gesperrt, auch nimmt der Schlachthof nicht mehr an der „Initiative Tierwohl“ teil.
Nun wurde bekannt, dass das Unternehmen Färber den Standort Neuruppin aufgeben wird. Der Schlachtbetrieb war zwar bereits seit Bekanntwerden der Zustände und Veröffentlichung der Bildaufnahmen eingestellt worden, damals aber vor allem vor dem Hintergrund, dass es Überlegungen gab, den Schlachthof umzubauen. Von diesem Plan weicht das Unternehmen nun ab und plant einen Verkauf des Standorts. „Wir begrüßen diesen Schritt und freuen uns sehr, dass in dem Skandal-Schlachthof keine Tiere mehr gequält werden. Das ist ein großartiger Erfolg unserer Kampagne“ so Peifer und ergänzt „jetzt müssen die Täter hart bestraft werden, Tierquälerei darf nicht folgenlos bleiben“.
Basierend auf einer Strafanzeige, die das Deutsche Tierschutzbüro bereits im November 2020 gestellt hatte, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Neuruppin (AZ 334 UJs 22891/20) gegen den Schlachthof wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Der Schlachthof selbst, hat Strafanzeige gegen einzelne Mitarbeiter gestellt. Wie das zuständige Veterinäramt mitteilte wurde auch durch das Amt Strafanzeige erstattet. Zudem wurden mehrere Ordnungsverfügungen zum Entzug von Sachkundebescheinigungen, sowie zur Gewährleistung des tierschutzgerechten Umgangs mit den Schlachttieren erlassen.
In dem Schlachthof wurden zuletzt ca. 600-700 Schweine pro Woche geschlachtet. „Immer wieder wird empfohlen bei kleinen, regionalen Betrieben zu kaufen, denn dort würde kein Tier gequält. Unsere Bilder beweisen zum wiederholten Mal, dass dies ein Trugschluss ist“ so Peifer und ergänzt „ob klein, regional oder groß und weit weg, kein Tier geht freiwillig in einen Schlachthof und kein Tier will sterben“… .
Förderrichtline Diversifizierung bei Abbau der Tierhaltung
Das zweite Antragsverfahren zu Einkommensalternativen bei Aufgabe oder dauerhaften Reduzierung (mind. 30 GV) der Tierhaltung startet. Der nächste Antragsstichtag soll voraussichtlich der 01.07.2025 sein. Es geht darum, neue Einkommensalternativen außerhalb der landwirtschaftlichen Urproduktion zu schaffen. Mit der Fördermaßnahme werden Betriebe unterstützt, die ihren Tierbestand teilweise oder in Gänze abstocken und in ihre Diversifizierung investieren, um so eine alternative Einkommensquelle zu generieren. Auch Betriebe, die in den vergangenen 15 Monaten
vor Antragsstichtag ihre Tierbestände abgebaut haben, werden berücksichtigt.
Weitere Infos und Voraussetzungen unter folgendem Link:
Förderung von nicht der landwirtschaftlichen Urproduktion zuzuordnenden Investitionen der Diversifizierung landwirtschaftlicher Unternehmen bei Abbau der Tierhaltung (DAT):
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Heute im Bundestag, Nr.227
Meldungen in der Rubrik 'heute im bundestag' (hib) informieren tagesaktuell über Schwerpunkte der Beratungen in den Ausschüssen sowie der parlamentarischen Arbeit ..
1.Schlachthöfe in Deutschland
Ein Großteil der Schlachthöfe in Deutschland schlachtet sowohl konventionell als auch ökologisch gehaltene Tiere. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (21/453) auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/280) zur „Betriebsstruktur in der regionalen Fleischproduktion“ hervor. Zudem heißt es in der Antwort, zu Mitarbeiterzahlen der Schlachthöfe differenziert nach Schlachtungen konventionell und ökologisch gehaltener Tiere habe sie keine Kenntnis. Auch sei ihr nicht bekannt, dass es aufgrund der abnehmenden Anzahl von Schlachtstätten und Metzgereien regional zu Vermarktungskapazitätsengpässen beim Schlachten landwirtschaftlicher Nutztiere gekommen ist.
2.Marktstruktur der deutschen Milchwirtschaft erfragt
Die Marktstruktur der deutschen Milchwirtschaft ist das Thema der Kleinen Anfrage der AfD-Fraktion (21/481).
Unter anderem fordern die Abgeordneten Auskunft von der Bundesregierung über die Anzahl der zugelassenen Molkereien und Käsereien in den vergangenen 15 Jahren, über die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern und über die Verteilung von Molkereien mit konventioneller und solcher mit Biomilchverarbeitung in Deutschland.
Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Radar Bulletin von Mai 2025
Im Radar Bulletin werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen, die für Deutschland und die Schweiz relevant sind, zusammengestellt und bewertet.
Das Radar Bulletin wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler Institut (FLI) erstellt.
Hauptbeiträge sind die ASP-Fälle in Europa und das Hochpathogene aviäre Influenza (HPAI).
ASP:
Die meisten ASP-Fälle in Deutschland stammten erneut aus Hessen (192), aus dem angrenzenden Baden-Württemberg wurden fünf und aus Brandenburg nur noch ein Fall gemeldet. Aus Rheinland-Pfalz und Sachsen erfolgten im Berichtszeitraum keine Meldungen. Am 14.6. wurde die ASP erstmals in Nordrhein-Westfalen, im Landkreis Olpe, bei einem verendet aufgefundenen Überläufer nachgewiesen (und weitere Fälle).
Im Mai 2025 erfolgten die meisten ASP-Meldungen wieder aus Polen (346), gefolgt von Deutschland (198, s.o.), Ungarn (86), Litauen (50) und Lettland (47). Auch aus Italien (46) wurden wieder zahlreiche ASP-Fälle gemeldet, alle Fälle bis auf einen traten wieder im nördlichen Teil des Landes auf.
In Deutschland hat die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung im Wildschweinbereich nach wie vor höchste Priorität. Auch gilt es weiterhin, Einträge in Hausschweinebestände zu verhindern. Unabhängig von der intensiven Kadaversuche im Ausbruchsgebiet (mit Anzeigepflicht für Fallwildfunde) werden insbesondere Jäger, Förster und Landwirte verstärkt gebeten, aufgefundenes Fallwild an die zuständige Behörde zu melden… .
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Hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) – Europa und andere Regionen
Im Berichtszeitraum (Stand 10.06.2025) ist die Gesamtzahl von HPAI-Meldungen in Europa mit 26 Meldungen im Vergleich zum Vormonat (119) zurückgegangen. Fast alle Meldungen waren vom Subtyp H5N1. Eine Meldung aus Schweden war vom Subtyp H5N5 und eine aus Belgien vom Subtyp H5 (N nicht typisiert).
Hausgeflügel:
Im Berichtszeitraum gab es acht Ausbrüche beim Hausgeflügel (Vormonat: 52). Die Meldungen kamen wie im Vormonat hauptsächlich aus Ungarn (4, Vormonat 30). Je ein Ausbruch wurde aus Polen, Bulgarien, Lettland und der Tschechischen Republik gemeldet (ADIS). In der Tschechischen Republik handelt es sich um den ersten Ausbruch in einer Geflügelhaltung im Jahr 2025 (PAFF).
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MKS:
Weder in Ungarn (letzter Ausbruch von insgesamt fünf am 17.4.2025) noch in der Slowakei (letzter Ausbruch von insgesamt sechs am 4.4.2025) kam es im Berichtszeitraum zu weiteren Ausbrüchen der MKS. In beiden Ländern wurden alle Ausbruchsbetriebe gekeult, und die vorläufige Reinigung und Desinfektion ist abgeschlossen.
Mit Stand 16.05.2025 wurden in Ungarn über 2.000 Betriebe und nahe 4.000 Wildtiere getestet (PAFF). In der Slowakei wurden mit Stand 19.05.2025 2.175 Betriebe und 1.522 Wildtiere getestet (PAFF).
Alle Schutz-, Überwachungs- und erweiterten Sperrzonen in Ungarn, der Slowakei und Österreich wurden per 05.06.2025 aufgehoben... .
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Was Superhirne quält: 7 Probleme, die hochintelligente Menschen haben
Eine hohe Intelligenz ist oft mehr Bürde als Geschenk – womit kluge Köpfe tagtäglich zu kämpfen haben
Kennst du deinen Intelligenzquotienten (IQ)? Viele Menschen wissen nicht, dass sie hochbegabt sind, da sie nie einen entsprechenden Test gemacht haben. Überdurchschnittliche Intelligenz bleibt daher lange unerkannt und kann allerhand Probleme verursachen. Welche das sind und wie du Anzeichen für eine hohe Intelligenz erkennst, erfährst du jetzt.
Freud und Leid der überdurchschnittlichen Intelligenz
Wer hochbegabt beziehungsweise überdurchschnittlich intelligent ist, sollte doch in der Theorie leichter durchs Leben kommen, oder? Sind Erfolg in der Schule und im Beruf da nicht vorprogrammiert?
Leider nicht! Mit einem IQ von 130 fangen die Probleme erst richtig an, wird häufig behauptet. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Hochbegabung. Doch bereits ein IQ von 116 bis 129 gilt als überdurchschnittlich – und bringt ebenfalls die eine oder andere Problematik für die Betroffenen mit sich. Aber woran liegt das?... .
Ohne Milch und Zucker: Schwarzer Kaffee senkt das Sterberisiko
Vorteile werden durch Zusatzstoffe gemindert
Obwohl Sie Ihre morgendliche Tasse Kaffee wahrscheinlich nicht wegen der langfristigen gesundheitlichen Vorteile trinken, wurde der Kaffeekonsum mit einem geringeren Sterberisiko in Verbindung gebracht. In einer neuen Beobachtungsstudie fanden Forscher der Gerald J. and Dorothy R. Friedman School of Nutrition Science and Policy an der Tufts University heraus, dass sich der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Sterblichkeitsrisiko mit der Menge an Süßstoffen und gesättigten Fetten, die dem Getränk zugesetzt werden, verändert.
Die Studie, die online im Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, ergab, dass der Konsum von 1 bis 2 Tassen koffeinhaltigen Kaffees pro Tag mit einem geringeren Risiko für den Tod aus allen Ursachen und den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden war. Schwarzer Kaffee und Kaffee mit einem geringen Gehalt an zugesetztem Zucker und gesättigten Fettsäuren wurde mit einem um 14 % niedrigeren Risiko für die Gesamtmortalität in Verbindung gebracht, als wenn kein Kaffee konsumiert wurde. Bei Kaffee mit hohem Zuckerzusatz und gesättigten Fettsäuren wurde der gleiche Zusammenhang nicht beobachtet.
"Kaffee gehört zu den am meisten konsumierten Getränken der Welt, und da fast die Hälfte der amerikanischen Erwachsenen angibt, mindestens eine Tasse pro Tag zu trinken, ist es für uns wichtig zu wissen, was dies für die Gesundheit bedeuten könnte", sagte Fang Fang Zhang, Hauptautor der Studie und Neely Family Professor an der Friedman School. "Die gesundheitlichen Vorteile des Kaffees könnten auf seine bioaktiven Substanzen zurückzuführen sein, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zugabe von Zucker und gesättigten Fetten die Vorteile für die Sterblichkeit verringern könnte".
Die Studie analysierte Daten aus neun aufeinanderfolgenden Zyklen der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 1999 bis 2018, die mit den Mortalitätsdaten des National Death Index verknüpft waren. Die Studie umfasste eine landesweit repräsentative Stichprobe von 46.000 Erwachsenen im Alter von 20 Jahren und älter, die gültige 24-Stunden-Erinnerungen an den ersten Tag ausfüllten. Der Kaffeekonsum wurde nach Art (koffeinhaltig oder entkoffeiniert), Zucker und gesättigtem Fettgehalt kategorisiert. Die Mortalitätsergebnisse umfassten alle Ursachen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Geringer Zuckerzusatz (aus Kristallzucker, Honig und Sirup) wurde definiert als weniger als 5 % des Tageswerts, was 2,5 Gramm pro 8-Unzen-Tasse oder etwa einem halben Teelöffel Zucker entspricht. Geringer Anteil an gesättigten Fettsäuren (aus Milch, Sahne und Halbfett) wurde definiert als 5 % des Tageswerts, d. h. 1 Gramm pro 2-Unzen-Becher oder das Äquivalent von 5 Esslöffeln 2 %iger Milch, 1 Esslöffel leichter Sahne oder 1 Esslöffel Halbfett.
In der Studie war der Verzehr von mindestens einer Tasse pro Tag mit einem um 16 % geringeren Risiko für die Gesamtmortalität verbunden. Bei 2-3 Tassen pro Tag stieg dieser Zusammenhang auf 17 %. Der Konsum von mehr als drei Tassen pro Tag wurde nicht mit einer zusätzlichen Verringerung in Verbindung gebracht, und der Zusammenhang zwischen Kaffee und einem geringeren Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, schwächte sich ab, wenn der Kaffeekonsum mehr als drei Tassen pro Tag betrug. Zwischen Kaffeekonsum und Krebssterblichkeit wurde kein signifikanter Zusammenhang festgestellt… .
Rübenschnitzel für das Pferd: Gesund oder reiner Zucker?
Wie jedes Futter sollen Rübenschnitzel dem Pferd Energie in Form von Kalorien, Nährstoffen und Rohfaser bieten. Doch viele Halterinnen und Halter lehnen Rübenschnitzel für das Pferd ab und diskutieren offline wie online angeregt, ob es sich dabei nicht um eine Art überzuckertes Fastfood handelt. Bei uns erfährst du, was Rübenschnitzel ist und wie du es gezielt füttern kannst.
Folgende Themen werden angesprochen:
Wie die Rinderwirtschaft umweltfreundlicher wird
Kühe, die mehr Milch geben und länger leben – darauf wurde in den letzten Jahrzehnten bei der Rinderzucht in Österreich geachtet. Mit Erfolg: denn dadurch werden weniger Rinder gebraucht und so konnte der Treibhausgasausstoß der Milchproduktion rund um ein Drittel verkleinert werden. Jetzt geht die Rinderzucht Austria, die Interessensvertretung der rund 21.000 Rinderzuchtbetriebe, noch einen Schritt weiter: mit dem Projekt „breed4green“ wird etwa auch untersucht, wie durch die Zucht der Methanausstoß der Rinder weiter reduziert werden kann. Auch die Betriebe können mithelfen, die Nachhaltigkeit in der Rinderwirtschaft zu verbessern. Der Fleckvieh-Betrieb der Familie Kloibhofer in Pabneukirchen in Oberösterreich nutzt bereits das neue digitale Werkzeug „NEU.rind“. Das soll helfen abzuschätzen, wie es um die Nachhaltigkeit am eigenen Hof steht und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Und schlussendlich sind auch noch die Molkereien gefordert, etwa durch umweltfreundliche Verpackungen und kurze Transportwege, wie ein Besuch bei Berglandmilch in Aschbach in Niederösterreich zeigt.
Preis für Schweinefleisch stagniert – Schwache Nachfrage zum Start der Grillsaison
Die Schweinepreise in Deutschland stagnieren. Das liegt zum einen an dem schwächelnden Absatz von Grillware. Vor allem aber der Ausbruch der Schweinepest in Nordrhein-Westfalen macht den Mästern zu schaffen

Derzeit stagnieren die Schweinepreise. Das liegt am Ausbruch der Schweinepest in Nordrhein-Westfalen sowie an einer schwächelnden Nachfrage zum Start der Grillsaison.
Die eine Seite wollte mehr – der Kontrahent weniger. Trotzdem gab es gestern in Oldenburg Einigkeit: der Schweinepreis, die Leitwährung der Bauern, stagniert vorerst bei 2,10 Euro pro Kilogramm. Aber nicht für alle Schweinemäster sind etwas mehr als 200 Euro für das Mastschwein rentabel.
Immer mittwochs legt in der Landwirtschaftskammer Oldenburg die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) die ab dem nächsten Tag geltende Notierung für Schweinefleisch für die jeweilige bevorstehende Schlachtwoche fest: 1,72 Euro waren es zum Frühlingsanfang. Zum Sommeranfang mit dem Start der Grillsaison wollten die Mäster mehr. Denn auch Energie- und Futterkosten seien gestiegen, argumentiert die sogenannte „grüne Seite“ der Landwirte.
Weniger Schweine geschlachtet
Die „rote Seite“ beim Mittwochs-Gefeilsche sind die Schweineschlachter. Der größte von ihnen ist Tönnies mit einem Marktanteil von über 30 Prozent. Dr. Robert Elmerhaus, der Einkaufschef beim Marktführer, weist schon seit Wochen – neben der Kritik an der letzten Erhöhung um zehn Cent auf 2,10 Euro pro Kilogramm – darauf hin, dass der Fleischmarkt stockt. Denn bisher wurden „nur“ 16,4 Millionen Schweine geschlachtet – im Vorjahreszeitraum waren es 17 Millionen.
Er ist sich sogar mit Bernd Terhalle, dem scheidenden Chef der um die Viehverwertung Löningen erweiterten Erzeugergemeinschaft in Lorup, einig, dass für die im Sommer sonst stark nachgefragten Grillartikel das Kaufinteresse im Moment eher enttäuschend sei. „Aber bald wird die Fleischnachfrage auf dem Rost anziehen“, ist Terhalle überzeugt.
Nach einer weiteren Anzeige durch das Deutsche Tierschutzbüro ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Betreiber
Skandal um Schlachthof Hürth weitet sich aus
Anfang Januar 2023 hat das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial aus dem Schlachthof „Mezbaha“ in Hürth bei Köln veröffentlicht, die Bildaufnahmen sind dem Verein zugespielt worden und im Zeitraum vom 25.12.2022 bis 04.01.2023 mit versteckter Kamera entstanden. Die veröffentlichten Bilder zeigen einen brutalen Umgang mit den Tieren. So wurden Schafe regelrecht an Beinen und Schwänzen in den Schlachtraum gezogen, Rinder mit Mistgabeln misshandelt. „Die Zustände in dem Betrieb gleichen einem Horrorfilm“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.
Die Liste der Verfehlungen ist lang, so wurden Tiere u.a. mangelhaft betäubt, doch der Hauptvorwurf ist, dass einige der Tiere sogar betäubungslos geschlachtet worden sind. Dazu wurden Schafe brutal auf den Boden gedrückt und ihnen ohne vorherige Betäubung die Kehle aufgeschnitten. Dabei ist das betäubungslose Schlachten von Tieren in Deutschland grundsätzlich verboten und nur ein einziger Betrieb in Hessen hat eine Ausnahmegenehmigung, die dieses Verbot aushebelt. Solch eine Ausnahmegenehmigung lag dem Schlachthof in Hürth jedoch nicht vor. „Die Tierquälerei in dem Schlachthof ist kaum in Worte zu fassen, es ist sicherlich mit das schlimmste, was ich jemals gesehen habe“, sagt Peifer.
Nach kurzer Sichtung hatte das Deutsche Tierschutzbüro damals das zuständige Veterinäramt informiert. Das Amt handelte sehr schnell, entzog den Mitarbeitenden die Schlachtlizenz und versiegelte den Schlachthof. „Bis heute ist der Schlachthof geschlossen und das ist auch gut so“, sagt Peifer. Zudem hatte die Tierrechtsorganisation eine umfangreiche Strafanzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft Köln hat die Ermittlungen bereits aufgenommen. Derzeit wertet das Kriminalkommissariat 11 in Hürth das Bildmaterial aus.
Jetzt hat das Deutsche Tierschutzbüro eine weitere Strafanzeige gegen den Betreiber des Schlachthofes gestellt. Nach weiterer Sichtung des Bildmaterials fiel auf, dass es zu Anlieferungen von Schafen und Rindern kam, die direkt geschlachtet worden sind, ohne dass die sogenannte Lebendbeschau stattgefunden hat. Der Gesetzgeber sieht vor, dass jedes Tier vor der Schlachtung von einem Veterinär oder amtlichen Tierarzt begutachtet wird. Dieser muss die Schlachtfähigkeit bescheinigen. „Auf dem Videomaterial sind mehrere Anlieferungen von Tieren zu sehen, die ohne Begutachtung geschlachtet worden sind. In einigen Fällen ist dabei auch der Betreiber des Schlachthofes zu sehen“, so Peifer. Die Tierrechtsorganisation hat das zuständige Veterinäramt in Bergheim informiert und dort teilt man die Einschätzung der Schwarzschlachtung des Deutschen Tierschutzbüros. Die Staatsanwaltschaft hat auch dazu die Ermittlungen unter dem AZ 911 JS 190/23 aufgenommen. „Wir hoffen, dass der Betreiber bestraft wird“, so Peifer abschließend… .
