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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Umfrage zum Umbau im Sauenstall: Geplant oder noch unschlüssig?
Die ISN hat die Fragen in bewährter Weise kurz und knapp gehalten und bitten Sie, sich einige Minuten Zeit zu nehmen!
Die Fristen zur Umsetzung der neuen Haltungsvorgaben für Sauen rücken immer näher. Vor diesem Hintergrund möchten uns einen aktuellen Überblick zum Umbaustand in den Sauenbetrieben verschaffen: Wie weit sind Sie mit der Umsetzung der Vorgaben im Deckzentrum und Abferkelstall? Welche Rolle spielt dabei die Förderung?
Jetzt online mitmachen!
Wie gewohnt werden wir die Ergebnisse in anonymisierter und aggregierter Form auswerten, darstellen und in der politischen Argumentation nutzen. Gleichzeitig wollen wir die Informationen nutzen, um Sauenhalter im Rahmen unseres Netzwerks pigpoint hinsichtlich ihres Planungs- und Umbaustandes passgenau unterstützen und mit Gleichgesinnten vernetzen zu können.
Deshalb sind alle Ferkelerzeuger – egal, ob die Sauenhaltung weitergeführt oder beendet wird – egal ob ISN-Mitglied oder nicht, aufgerufen, den Fragebogen auszufüllen. Der Austausch in den pigpoint-Gruppen ist dann allerdings exklusiv für ISN-Mitglieder. Natürlich kann jeder auch ISN-Mitglied werden… .
So viel kostet die Vogelgrippe den Steuerzahler
Die Vogelgrippe-Welle trifft Niedersachsens Landeshaushalt mit Entschädigungen in Millionenhöhe.
Alleine die Ausbrüche in diesem Herbst schlagen bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse bisher mit knapp 32 Millionen Euro zu Buche, wie eine Sprecherin des Agrarministeriums in Hannover sagte. «Davon wird etwa die Hälfte das Land zu tragen haben und damit auch der Steuerzahler.»
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Experten sehen viele Probleme bei Kontrollen von Nutztieren
Bayerns Kontrollsystem für die Nutztierhaltung kann nach Ansicht von Experten wegen einer Vielzahl von Defiziten Verstöße gegen das Tierwohl nicht ausreichend verhindern.
Den Veterinärämtern sei es schon wegen des Personalmangels nicht möglich, zeitnah Problembetriebe erkennen zu können, sagte Kai Braunmiller, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für Fleischhygiene und Tierschutz in Bayern, in einer Anhörung von Fachleuten im bayerischen Landtag. Helfen würde die Einführung einer Tiergesundheitsdatenbank.
Tierärzteschaft: Seit vielen Jahren wird zu wenig gemacht
Auch Iris Fuchs, Präsidentin der Landestierärztekammer, betonte gleich zu Beginn ihrer Ausführungen, die Tierärzteschaft sehe seit vielen Jahren, dass «bislang zu wenig gemacht worden ist zur Vermeidung» von Missständen. Es brauche endlich ein wirksames Frühwarnsystem in Bayern, «zum Schutz der Landwirte und der Tiere». Ein Problem sei auch ein Mangel beim Vollzugspersonal, denn nur Kontrollen lösten nicht die Probleme.
Kann Datenbank zu Tiergesundheit mit Ampelsystem helfen?
Auch müsse, so Fuchs, dringend eine Tiergesundheitsdatenbank eingeführt werden, in der die bereits vorhandenen Daten etwa von Schlachtern, zur Milchproduktion sowie vorhandenen Tieren und Mitarbeitern auf den Höfen hinterlegt würden. Die Tierärzte wollten keinen Zugriff auf die Daten, gleichwohl müssten sie in einer staatlichen Datenbank gesammelt und über ein Ampelsystem ausgewertet werden, um zu sehen, wo Kontrollen durchgeführt werden müssten. Das Argument, man wolle aus Datenschutzgründen keine entsprechende Datenbank einzurichten, sei «fadenscheinig».
Arbeitsüberlastung bei Amtstierärzten über zu viele Aufgaben
Der Vorsitzende des Landesverbands der beamteten Tierärzte Bayerns sprach ebenfalls von Problemen wegen einer starken Personalfluktuation und einem wachsenden Tierarztmangel. Immer weniger Menschen müssten immer mehr Aufgaben erfüllen, «das führt zu einer Priorisierung, dass man nicht überall sein kann». Manchmal komme es dann dazu, dass man «nicht so schnell vor Ort ist, wie man es sich wünscht». Gleichwohl seien die Amtstierärzte trotz der Arbeitsüberlastung «keine Buhmänner», helfen würde ihnen die Etablierung eines Frühwarnsystems, ein Bürokratieabbau und eine schnellere Digitalisierung.
Bauernverband: Mehr Daten und Kontrollen helfen nicht weiter
Seitens des Bayerischen Bauernverbandes wurden Rufe nach mehr Vorwürfen oder besagter Datenbank zurückgewiesen. «Daten bringen uns nicht weiter», sagte Irene Pfeiffer, Referentin für Tierhaltung und Tierschutz im Generalsekretariat des Verbandes. Dadurch würde sich nur der ohnehin schon hohe Druck auf die Landwirte erhöhen. Das gelte genau so für Kontrollen, diese erhöhten auch nur den Druck. Vielmehr müsse man die mentale Gesundheit der Landwirte in den Fokus rücken. Es brauche eine Entstigmatisierung und die Bereitschaft der Landwirte, Hilfsangebote etwa bei Depressionen anzunehmen.
2025 viele Missstände bei Nutztierhaltern aufgedeckt
Im laufenden Jahr waren in Bayern wiederholt Fälle aufgedeckt worden, in denen Landwirte ihre Rinder oder Schweine nicht ordnungsgemäß gehalten haben. Immer wieder wurden Tiere in teils extrem schlechtem Zustand gefunden, obwohl die Höfe teils zuvor behördlich kontrolliert worden waren.
In der Folge hatten die Grünen mit der SPD die Anhörung durchgesetzt. «Wenn Tierquälerei oft erst von Tierschutzorganisationen gefilmt werden muss, damit staatliche Stellen aufmerksam werden, dann hat das System ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem», sagte Paul Knoblach, Sprecher für Tierschutz der Landtags-Grünen. «Wir müssen jetzt Lücken schließen, Verantwortlichkeiten klären und endlich ein Kontrollsystem schaffen, das seinen Namen verdient - damit Missstände frühzeitig auffallen.» Auch die SPD sprach sich für die Einführung des von den Experten vorgeschlagenen Frühwarnsystems aus.
CSU und Freie Wähler sehen keinen Handlungsdruck
Die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern machten dagegen bereits klar, dass sie keinen Reformbedarf des Kontrollsystems sehen. «Die schweren Einzelfälle dieses Jahres erschüttern uns alle, doch sie widerlegen nicht die vielen engagierten Kontrollen, die in Bayern täglich Missstände verhindern, bevor sie entstehen», sagte der Ausschussvorsitzende Alexander Flierl (CSU). Von den Freien Wählern hieß es ebenfalls, sie lehnten eine erhöhte Kontrolldichte ab, vielmehr müssten Landwirte über Bürokratieabbau weiter entlastet werden. Verstöße gegen den Tierschutz resultierten aus «individuellen Überlastungen und strukturell vorliegenden hohen Standards».
Preise und Transparenz: So essen die Deutschen
Verbraucherinnen und Verbraucher achten im Supermarkt wieder vermehrt auf den Preis - aber zugleich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Beim Einkaufen wird auf den Preis geachtet
Milch, Gemüse, Fleisch - Was in den Einkaufswagen kommt, muss zwar in erster Linie schmecken und im Idealfall auch saisonal oder regional sein, doch mehr als in den vergangenen Jahren achten die Verbraucher auch wieder auf den Preis. 74 Prozent achten auf Angebote und 59 Prozent darauf, dass der Einkauf preiswert ist. Das war vor wenigen Jahren, während der Corona-Pandemie, noch anders: Im Jahr 2020 gaben nur 46 Prozent an, besonderen Wert auf preiswerte Produkte zu legen.
Für Rainer kommt die Entwicklung nicht überraschend: «Kein Wunder, wenn man sieht, dass die Preise gerade für Lebensmittel seit einigen Jahren nur einen Weg kennen, nämlich nach oben», sagte er. Seit 2020 seien sie laut Statistik rund 30 Prozent gestiegen.
«Gute Lebensmittel müssen für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich sein», sagte der Minister. Lebensmittel dürften deshalb nicht mit zusätzlichen staatlichen Aufschlägen künstlich verteuert werden. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Produkte oder eine Tierwohlabgabe für Fleisch lehne er ab.
Transparenz bei Lebensmitteln ist wichtig
Die Konsumenten achten weiterhin auf Transparenz über Inhaltsstoffe und Herstellung. Die Haltungsbedingungen von Tieren, Nährwerte, Herkunftsangaben und Produktionsbedingungen, das alles wird auf der Verpackung nachgeschaut. Auch der Anteil derer, die den Nutri-Score wahrnehmen, hat sich laut Report verdoppelt.
Der Nutri-Score ist ein freiwilliges, farblich abgestuftes Kennzeichnungssystem, das Verbraucherinnen und Verbrauchern eine schnelle Einschätzung der Nährwertqualität von Lebensmitteln von A (günstig) bis E (ungünstig) ermöglicht. 35 Prozent der Befragten nutzen ihn, um Produkte miteinander zu vergleichen. «Der Wert unterschreibt, dass Information und Transparenz eigenverantwortliche Entscheidungen der Menschen unterstützen können», sagte Rainer.
Auch das Bio-Siegel und Tierwohl-Label sind den Einkäufern wichtiger als früher. Achteten vor zehn Jahren 47 Prozent auf das staatliche Bio-Siegel sind es laut Report inzwischen 59 Prozent. Beim Tierwohl-Label stieg die Aufmerksamkeit sogar noch stärker von 36 Prozent auf 65 Prozent. «Auch das zeigt, die Bürger wollen und nutzen Informationen über Lebensmittel und entscheiden dann selbst», sagte Rainer.
Deutsche kaufen bewusst ein
Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen laut Report überwiegend Produkte aus der Region. 77 Prozent geben laut Rainer an, dass sie beim Einkauf darauf achten, dass die Lebensmittel aus ihrer Umgebung kommen. Vor allem bei Eiern, frischem Geflügel und Obst sowie bei Backwaren sei die Regionalität sehr wichtig.
Beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten werde vermehrt darauf geachtet, wie viel Zucker das Produkt enthält. Der bewusste Kauf von salz- und fettreduzierten Produkten sei von 2020 bis 2025 gestiegen: Auf den Salzgehalt achtet inzwischen jeder Fünfte, auf den Fettgehalt mehr als jeder Zweite.
In den vergangenen 10 Jahren habe sich außerdem eine eindeutige Entwicklung beim Fleischverzehr gezeigt. Im aktuellen Bericht gaben 24 Prozent an, dass sie täglich Fleisch essen. 2015 habe der Anteil noch bei 34 Prozent gelegen. 37 Prozent bezeichneten sich heute als sogenannte Flexitarier. Sieben Prozent ernährten sich derzeit vegetarisch und zwei Prozent vegan.
Man kocht gern - aber es muss schnell gehen
«Außerdem kochen die meisten gern und wollen sich ausgewogen ernähren», sagte Rainer. Das sei seit 2015 gleichbleibend. Laut Bericht kocht die Hälfte der Befragten (43 Prozent) in einer gewöhnlichen Woche so gut wie jeden Tag. 72 Prozent kochen gerne. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) findet es allerdings auch wichtig oder sehr wichtig, dass das Kochen einfach und schnell geht. Das habe innerhalb der letzten zehn Jahre deutlich zugenommen, heißt es im Report. Vor allem Frauen sind inzwischen Tempo-Kocher.
Das Wichtigste beim Essen für die Verbraucher bleibt laut Report aber gleich: Es muss schmecken. «Das sagen auch in diesem Jahr so gut wie alle Befragten, nämlich 98 Prozent,» sagte Rainer. «Deswegen ist es wichtig, dass Geschmack bekanntlich auch Geschmackssache ist.»
Tierärzte häufiger suizidgefährdet - neues Hilfsangebot
Rund 2.000 Tierärztinnen und Tierärzte gibt es in Schleswig-Holstein. Diese zeigen im Schnitt ein erhöhtes Suizidrisiko. Vor allem Einschläferungen sind für viele mental belastend.
Der erste Patient tapst in den Behandlungsraum von Jan Balzar. Mischling Pepe bekommt heute von ihm die Fäden gezogen. Der Tierarzt betreibt seit 14 Jahren eine Praxis in Wees (Kreis Schleswig-Flensburg). Der sechsjährige Mischling hatte eine Hautentzündung, weil er sein Futter nicht vertragen hat. Balzar entfernt vorsichtig die Fäden und gibt Pepe noch per Spritze ein Antibiotikum. Nach wenigen Minuten kann der Hund mit seinem Herrchen wieder gehen… .
Deutschlandweite Studie zeigt mentale Belastung
Knapp ein Drittel der Befragten in Deutschland zeigten ein erhöhtes Suizidrisiko. Zum Vergleich: In der Allgemeinbevölkerung lag dies nur bei sechseinhalb Prozent.
Auch Evelin Stampa weiß um die hohe Arbeitsbelastung ihrer Kolleginnen und Kollegen. Die Präsidentin der Tierärztekammer Schleswig-Holstein meint dabei vor allem die Nacht-
und Notdienste, die zusätzlich zu leisten sind. "Es gibt natürlich dieses Gemecker über Pensum und fehlende Mitarbeiter.
Wer psychische Probleme hat und professionelle Hilfe braucht, der kann sich seit Juni bei einer Telefonseelsorge melden. Die hat der Verein VETHilfe ins Leben gerufen. Auch die Pinneberger Tierärztin Doris Timmann engagiert sich dort… .
Neue Versorgungsempfehlungen für Milchkühe
Der Ausschuss für Bedarfsnormen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie hat in jüngster Zeit das bisherige in Deutschland angewandte und gültige Futterbewertungssystem (GfE 2001) auf Aktualität hin überprüft. Grund hierfür war eine Auswertung zahlreicher Fütterungsversuche mit Rindern verschiedener Rassen, unterschiedlichen Alters und Laktationsstadien, vor allem aus Arbeiten am Agricultural Research Institute of Northern Ireland von Yan et al. 1997, Agnew and Yan 2000, Agnew et al. 2003, Yan et al. 2006 und Dong et al. 2015.
Energiebedarf von Milchkühen
Bei der Auswertung dieser Datenbasis (Daten von 1997–2015) stellten sich in Bezug auf den Energiebedarf von Milchkühen zwei grundsätzlich neue Aspekte heraus.
- Der Energie-Erhaltungsbedarf von Kühen, die auf eine hohe Milchleistung selektiert wurden, ist höher als bei den derzeit angewandten Versorgungsempfehlungen unterstellt. Dieses betrifft Milchkühe der Milchrassen und der Zweinutzungsrassen, weil sie einen höheren Grundumsatz haben als bisher (nach GfE, 2001) angenommen. Das betrifft nicht Kühe von Mastrassen.
So wird nun mit einem Erhaltungsbedarf, genauer gesagt, mit einem „leistungsunabhängigen Energiebedarf“ von 0,64 MJ umsetzbare Energie (ME)/kg0,75 gerechnet und nicht mehr, wie bisher, mit 0,49 MJ Nettoenergielaktation (NEL)/kg0,75. Eine z.B. 700 kg schwere Kuh hat somit einen Energieerhaltungsbedarf von 87 MJ ME. Nach bisherigen Annahmen lag dieser Wert bei 40 MJ NEL, was 67 MJ ME entsprechen würde. - Der zweite neue Aspekt betrifft den Teilwirkungsgrad, also die Umsetzung der Energie in Milch. Nach neuer Datengrundlage wird hierfür nun nicht mehr von 60 % ausgegangen, sondern von 66 %. „Die durch Züchtung erreichte höhere Leistung bei gleicher Energieaufnahme beruht nicht auf einer effizienteren Verwertung, sondern auf einer stärkeren Priorisierung der Milchleistung gegenüber dem Erhalt oder Aufbau von Körpersubstanz.“, so Agnew und Yan (2000).
Somit ist der Leistungsbedarf für 1 kg ECM (Energiegehalt der Milch = 38,5 * g Fett + 24,2 * g Eiweiß *16,5 * g Laktose = 3,15 MJ/kg ECM) 3,15, dividiert durch 0,66, demnach 4,77 MJ (gerundet: 4,8 MJ) (GfE 2023)…. .
Mit der Erarbeitung und Anwendung der neuen Versorgungsempfehlungen für Milchkühe verbindet sich der Gedanke, eine bessere Vorhersage der Leistung mit der entsprechenden Fütterung treffen zu können sowie die Kühe noch näher an ihrem tatsächlichen Bedarf und damit effizienter zu füttern.
Auch wenn vielfach als Ziel für die Einführung dieser neuen Versorgungsempfehlungen Herbst 2025 genannt wurde, so bedeutet dieses vielmehr, dass ab Herbst/Winter 2025 die Hilfsmittel und Werkzeuge, wie Analysen und Rationsberechnungsprogramme, verfügbar sind, um Schritt für Schritt in die Umsetzung gehen und Erfahrungen sammeln zu können… .
Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, HAW Kiel
Vogelgrippe schlimmer als Covid? Krasse Virus-Warnung aus Frankreich
Für den Fall einer Mutation befürchten Experten eine dramatische Ausbreitung der Vogelgrippe
Werden wir bald von einer neuen Pandemie überrollt? Das renommierte französische Institut Pasteur warnt vor einer dramatischen möglichen Vogelgrippe-Ausbreitung, sollte das Virus mutieren.
Die Leiterin des Zentrums für Atemwegsinfektionen, Marie-Anne Rameix-Welti, sagte: „Eine Vogelgrippe-Pandemie wäre wahrscheinlich sehr schwerwiegend, möglicherweise sogar schlimmer als die Pandemie, die wir erlebt haben.“
Die Befürchtung der Experten aus Frankreich: Das Virus könnte sich an Säugetiere und insbesondere an den Menschen anpassen und von Mensch zu Mensch übertragbar werden. Das Institut Pasteur war eines der ersten Labore in Europa, das Tests zum Nachweis von Covid-19 entwickelte… .
Blauzungenkrankheit (die neuere Variante BTV-8) in Rheinland-Pfalz
Nach einem Blauzungenfall im Eifelkreis Bitburg-Prüm gilt ganz Rheinland-Pfalz als Restriktionszone. Was das für Tiertransporte und Landwirte bedeutet.
Bei einem Rind im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Blauzungenkrankheit nachgewiesen worden. Es handele sich um die neuere Variante BTV-8, teilte das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz mit.
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Chip-Pflicht kommt: EU will illegalen Tierhandel eindämmen
Tierhandel ist ein Milliardengeschäft - das zieht auch Kriminelle an, oft zum Leid der Tiere. In der EU gibt es jetzt eine Einigung auf strengere Regeln, die auch Auswirkungen auf Tierbesitzer haben.
Die EU will den illegalen Handel mit Hunden und Katzen eindämmen und den Schutz dieser Tiere verbessern. Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten einigten sich in Straßburg unter anderem darauf, dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen durch einen Mikrochip identifizierbar sein müssen.
Für die Chip-Pflicht gibt es mehrjährige Übergangsfristen. Für Hunde greift sie nach Angaben des Parlaments nach 10 und für Katzen nach 15 Jahren. Für Händler greifen die neuen Regeln demnach bereits nach vier Jahren. Die Einigung muss noch formell von Parlament und EU-Staaten bestätigt werden.
Warum wurden die neuen Regeln vorgeschlagen?
Die Einigung geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission von 2023 zurück. Die Behörde hatte ihren Vorschlag unter anderem damit begründet, dass hohe Preise und eine steigende Nachfrage Anreize für illegale Geschäftemacher seien. «Der illegale Handel hat durch die Online-Werbung und die Nutzung sozialer Medien stark zugenommen, da die Täter problemlos ein breites Publikum erreichen können», so die Kommission.
Die Behörde teilte damals auch mit, EU-Recht gelte bislang unter anderem nur für Hunde und Katzen, die für wissenschaftliche Zwecke bestimmt seien oder etwa zu gewerblichen Zwecken transportiert würden.
Laut EU-Kommission fälschten Kriminelle Dokumente, einschließlich falscher Impfzeugnisse für schwere Seuchen wie die Tollwut. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese begrüßte den Vorschlag. «Es ist extrem wichtig, dass wir der Hundemafia das Handwerk legen und der Beschluss wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten», teilte Liese mit.
Wie sollen die Regeln illegalen Welpenhandel stoppen?
Mit der verpflichtenden Kennzeichnung von Hunden und Katzen sollen Herkunft und Gesundheitsstatus verlässlich nachgeprüft werden können. Damit soll es schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen. Für die luxemburgische Grünen-Abgeordnete Tilly Metz eine sinnvolle Maßnahme. «Diese kostengünstige Maßnahme ermöglicht die Rückverfolgung der Tiere, deckt kriminelle Netzwerke auf und entlastet die Kommunen», so Metz.
Was verbessert sich konkret für die Tiere?
Künftig müssen Zuchtbetriebe laut Metz sicherstellen, dass Katzen und Hunde erst ab einem bestimmten Alter zur Zucht eingesetzt werden. Außerdem brauche es ausreichend Platz, Beschäftigungsmöglichkeiten und Qualzuchten würden der Vergangenheit angehören, so die Abgeordnete.
Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes können bestimmte angezüchtete Merkmale bei Tieren zu einem Leben mit Schmerzen und Schäden führen. Der Großteil kurzköpfiger Hunde leide etwa unter Atemnot.
Für Katzen ist etwa vorgesehen, dass Tiere mit gesundheitlich belastenden Merkmalen künftig weder für Zucht noch für Wettbewerbe eingesetzt werden dürfen. «Damit setzen wir klare Grenzen gegenüber Praktiken, die zu unnötigem Tierleid führen», so Liese.
Gibt es weitere Verbesserungen für Tiere?
Ja. Unter anderem wird es laut EU-Staaten verboten, Wildtiere mit Haustieren zu paaren. Laut dem deutschen Tierschutzbund bedeutet es beispielsweise für weibliche Katzen Schmerzen und Stress, wenn sie mit einem Wildkater zwangsverpaart werden. «Durch den Größenunterschied und den Nackenbiss wird sie dabei häufig verletzt», heißt es.
Zudem soll es weitere Einschränkungen für Inzucht und schmerzhafte Verstümmelungen - etwa das Abschneiden von Schwanz- oder Ohrenteilen - geben. Ausnahmen für medizinische Fälle sind laut EU-Staaten vorgesehen. In Deutschland ist es nach Angaben des Tierschutzbundes bereits grundsätzlich verboten, Tieren Körperteile zu amputieren.
Was sagt die Bundesregierung?
Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums begrüßte die Einigung. Deutschland habe dieses Vorhaben von Anfang an unterstützt. Es sei gut, dass Zuchtbetriebe und Tierheime dies umsetzen müssen. Der Aufwand für private Tierhalter sei überschaubar, da dafür nur eine einmalige Tierarztbehandlung notwendig sei. «Viele privat gehaltene Hunde und Katzen sind bereits gechipt», fügte der Sprecher hinzu.
Was sagen Tierschützer?
Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten begrüßte die Einigung und sieht darin ein wirksames Instrument gegen den illegalen Handel mit Hunden und Katzen. «Dies ist ein großartiger Schritt für mehr Tierschutz in Europa», teilte die Organisation mit.
Auch der Deutsche Tierschutzbund fordert schon lange eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für jeden gehaltenen Hund und jede gehaltene Katze. Nicht nur erschwere dies den illegalen Handel mit Tieren, es helfe auch gegen das Aussetzen von Tieren. Zudem könnten entlaufene Tiere schneller zu ihren Besitzern gebracht und Tierheime entlastet werden. Der Tierschutzbund empfiehlt daher, die Übergangsfrist nicht auszusitzen, sondern sofort das eigene Tier kennzeichnen und registrieren zu lassen.
Wie viele Hunde und Katzen leben als Haustiere in der EU?
Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim Handel mit den beiden Tierarten werde Schätzungen zufolge jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro gemacht.
BayWa 9-Monatszahlen: Umsatz bricht 22 Prozent ein - Turnaround möglich?
Der Mischkonzern hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 mit EUR 9,6 Mrd. einen Umsatzrückgang von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet (2024: EUR 12,3 Mrd.).
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