Rufen Sie uns an: +49 (0) 2551-78 78
NEWS
von der AVA und aus der Branche
Ist Frau von der Leyen käuflich?
Die Europäische Ombudsfrau Teresa Anjinho wirft der EU-Kommission unter Leitung von Ursula von der Leyen Missstände bei der Änderung mehrerer Gesetze vor.
Im Ringen um Bürokratieabbau stehen viele EU-Gesetze auf dem Prüfstand. Bei der Abschwächung des Lieferkettengesetzes bescheinigt die EU-Bürgerbeauftragte der Kommission nun eine Nähe zur Industrie.
|
Verwaltungsgericht bestätigt Haltungsverbot und Sicherstellung eines gefährlichen Hundes
Gericht sieht Bestandskraft der Gefährlichkeitsfeststellung und fehlende Zuverlässigkeit als maßgeblich an
Das Verwaltungsgericht Trier hat den Eilantrag eines Hundehalters gegen eine von der Verbandsgemeinde Prüm verfügte Haltungsuntersagung sowie die angeordnete Sicherstellung des Hundes abgelehnt.
Der Hund war über einen Zaun gesprungen und griff den Hund einer Spaziergängerin an…. .
Milchproduktion muss wettbewerbsfähig bleiben!
Der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Raiffeisenverband fordern die Politik auf, verlässliche Rahmenbedingungen für die deutschen Milchviehbetriebe zu schaffen, um sie auch im Wettbewerb in der Lebensmittelkette zu stärken.
Die aktuellen Preisentwicklungen bei Milchprodukten setzen unsere Milcherzeuger zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Es muss in der jetzigen Situation im Blick behalten werden, die heimische Lieferbasis zu sichern. Trotz aktuell hoher Milchanlieferungen wird der Rohstoff Milch aufgrund des Strukturwandels langfristig knapp bleiben.
Die Milchproduktion muss wettbewerbsfähig und marktorientiert bleiben – Preise bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Eingriffe der Politik in den Markt sind daher strikt abzulehnen. Besonders zurückgewiesen wird die Pflicht zu schriftlichen Lieferverträgen. Aber auch freiwillige Mengenbegrenzungen in freien Märkten werden ins Leere laufen. Ansonsten verlieren wir wichtige Absatzmärkte für heimische Milch.
Allerdings erkennen wir an, dass für den Fall von Krisenzeiten besondere Maßnahmen notwendig werden können. Der Fokus muss dabei auch auf das betriebliche Risikomanagement gelegt werden. Daher fordern wir eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage für landwirtschaftliche Betriebe. Grundsätzlich gilt: Die Rahmenbedingungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft müssen deutlich verbessert werden. Dazu zählen Bürokratieabbau, schlankere Genehmigungsverfahren und Planungssicherheit. (gemeinsame Pressemitteilung DRV und DBV)
Bundeshaushalt 2026 lässt Fragen zur Zukunft der Stallbauförderung unbeantwortet
DBV-Sabet: Neben Finanzierung braucht es wirksame Verbesserungen bei Baurecht und Immissionsschutz sowie Tierhaltungskennzeichnung
Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Stefanie Sabet, fordert anlässlich der abschließenden Beratung zum Bundeshaushalts 2026 im Deutschen Bundestag mehr Anstrengungen für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft, speziell für die tierhaltenden Betriebe:
"Die heutige Haushaltsdebatte sendet ein gemischtes Signal an die Landwirtschaft. Die Verstetigungen des Bundeszuschusses für die Landwirtschaftliche Unfallversicherung sowie für die Ackerbaustrategie auf Vorjahresniveau sind ein wichtiges Zeichen der Verlässlichkeit für unsere Familienbetriebe. Zugleich ist für die heimischen Schweinehalter völlig unklar, wie Investitionen für mehr Tierwohl gerade in der Schweinehaltung ab Sommer 2026 finanziell gestemmt werden sollen. Ein bundeseinheitliches Förderprogramm ist unverzichtbar. Die gemachten Finanzierungszusagen müssen eingehalten werden. Angesichts der großen Herausforderungen für die Tierhalter braucht es ein aufeinander abgestimmtes Gesamtpaket von Erleichterungen beim Genehmigungsrecht, eine praxistaugliche Umsetzung vor Ort, eine Anpassung bestehender Regelungen an EU-Standards sowie deutliche Verbesserungen bei der Tierhaltungskennzeichnung. Unsere Betriebe brauchen Planungssicherheit für Stallumbauten, Klimaschutz und mehr Tierwohl. Nur so werden aus politischen Ankündigungen tatsächlich investierbare Perspektiven auf den Höfen."
Tiermedizin: Zwischen Stall und Sensor
Das Ziel ist immer, Auffälligkeiten zu erkennen, bevor ein Tier sichtbar krank wird (Prof. Dr. Michael Iwersen).
Der Veterinärmediziner Michael Iwersen, neuberufen an der LMU, vereint Hightech und landwirtschaftliche Praxis zur Förderung von Tierwohl und Tiergesundheit.
In seinem Büro steht ein kleines Playmobil-Stillleben: ein Karren, davor ein Landwirt, eine Tierärztin, Hund und Katze. „Ein Bild davon nehme ich oft mit in meine Vorträge“, sagt Michael Iwersen. „Es zeigt, was mir wichtig ist: Landwirtschaft und Tiermedizin müssen an einem Strang ziehen.“ Der Tierarzt und Professor für Bestandsbetreuung an der LMU verbindet in seiner Forschung wissenschaftliche Arbeit mit fundierter praktischer Erfahrung. Sein Ziel: Krankheiten und Probleme möglichst frühzeitig erkennen, um die Tiergesundheit zu erhalten bzw. zu verbessern und Bestände bestmöglich zu managen.
Aufgewachsen in Hamburg, entdeckte Iwersen schon früh seine Begeisterung für die Landwirtschaft. Daher absolvierte er zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung und studierte anschließend Agrarwissenschaften. Schon während des Studiums begleitete er den Umbau eines ehemaligen volkseigenen Landwirtschaftsbetriebs in Mecklenburg-Vorpommern in einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb. Nach dem Studium war er in diesem Betrieb dann mehrere Jahre als Herdenmanager tätig. „In dieser Zeit konnten wir die Tiergesundheit und Leistung deutlich verbessern und ich konnte beobachten, wie gutes Management, verbesserte Fütterungs- und Haltungsbedingungen unmittelbar wirken.“
Gleichzeitig gaben diese Erfahrungen ihm den Anstoß, Tiermedizin an der FU Berlin zu studieren. Über Forschungsprojekte fand er den Weg in die Wissenschaft und war anschließend für 15 Jahre an der Veterinärmedizinischen Universität Wien tätig, wo er gemeinsam mit Professor Marc Drillich und PD Dr. Daniela Klein-Jöbstl die Abteilung für Bestandsbetreuung aufbaute, bevor er nun an die Tierklinik der LMU wechselte.
Wir müssen die Technik den Tieren anpassen, nicht umgekehrt (Michael Iwersen)
Prävention mit Hightech
Praxis und Forschung sind für Iwersen untrennbar. „Im Nutztierbereich müssen Landwirtschaft und Tierärzte als Partner agieren. Dafür braucht es Vertrauen und Teamarbeit.“ Bestandsbetreuung versteht er als überwiegend präventive, ganzheitliche Begleitung landwirtschaftlicher Betriebe. Es geht nicht nur um die tierärztliche Behandlung einzelner Tiere, sondern auch um Themen wie Fütterung und Haltungsbedingungen. „Wir schauen nicht nur auf das Einzeltier, sondern auf das Gesamtsystem.“ Tierwohl und Effizienz schließen sich für ihn nicht aus – im Gegenteil: Gute Haltungsbedingungen und gesunde Tiere seien die Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs. „Wir müssen die Technik den Tieren anpassen, nicht umgekehrt.“.. .
Milchhöfe unter Druck – und trotzdem zuversichtlich
Trotz Investitionshürden und Marktunsicherheit setzen Milchbauern auf Zukunft
Auf vielen Milchviehbetrieben in Niedersachsen ist die Stimmung angespannt, doch keineswegs hoffnungslos. Sinkende Milchpreise, steigende Kosten und eine Bürokratie, die mitunter jede Investition ausbremst – das ist laut den Mitgliedern des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen die gegenwärtige Realität auf den Höfen. Und dennoch: Betriebe, die weitermachen, tun dies mit klarer Perspektive. Bei der Tischrunde wurde deutlich, wie sehr die Preisabsenkungen überraschten. „Die, die jetzt weitermachen, werden am Markt bestehen“, betont Frank Kohlenberg, Vorsitzender des Milchausschusses und Vizepräsident des niedersächsischen Landesbauernverbandes, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.
Viele Bauern haben in den vergangenen Jahren auf Automatisierung gesetzt, nicht nur weil sie wollten, teilweise auch, weil der Mangel an Arbeitskräften sie dazu gezwungen hat. „Melkroboter und digitale Fütterungssysteme sind vielerorts längst Standard – und sichern den Alltag von Familienbetrieben ebenso wie von größeren Hofstrukturen“, berichtet Kohlenberg.
Als besonders belastend empfinden die niedersächsischen Milchviehbetriebe den Aufwand für Genehmigungen und Bauvorschriften. Ob Siloplatten, Düngelagerstätten oder Antragsverfahren für Stallanbauten – die Hürden sind hoch, und in manchen Regionen dauert es Jahre, bis überhaupt ein Bescheid kommt. Ein Landwirt aus dem Landkreis Osnabrück berichtete, dass nach zwei Jahren Bearbeitungszeit und 30.000 Euro Planungskosten die Absage ins Haus flatterte. Kohlenberg sieht in dieser Entwicklung einen Treiber des Strukturwandels: „In manchen Regionen wiehert der Amtsschimmel sehr laut. Es gibt Betriebe, die investieren wollen – aber es fehlt die Genehmigung.“ Trotz alledem wird genau dort weiter investiert, wo Betriebe eine Zukunft für sich sehen. Viele Ställe werden modernisiert oder erweitert, nicht überdimensioniert, sondern um gezielt und tiergerecht zu wachsen.
Die Grundfuttersituation ist gut, vielerorts sogar sehr gut. Die Maisernte war stark, Graserträge solide – das stabilisiert die Milchviehbetriebe in einer Phase niedriger Milch-Auszahlungspreise. Schlachtreife Kühe gehen zum Teil etwas früher in die Vermarktung, um den Milchmarkt zu entlasten. Dass die Preisentwicklung drückt, ist allen bewusst. Kohlenberg mahnt jedoch zur Einordnung: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir 18 Monate lang Höchstpreise hatten.“ Kurzfristig sei keine Erholung zu erwarten, aber mittelfristig deuteten Prognosen auf steigende Notierungen hin. Milch, Käse, Butter und weitere Produkte werden weiterhin nachgefragt.
Vogelgrippe erreicht in Niedersachsen Rekordniveau
Mehr als eine Million Tiere musste in Niedersachsen wegen der Vogelgrippe bereits getötet werden. Welche Prognose das Landwirtschaftsministerium jetzt abgibt.
Wegen der Vogelgrippe sind in diesem Jahr in Niedersachsen bereits so viele Tiere getötet worden wie noch nie seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen. Das hat das Landwirtschaftsministerium in Hannover auf Anfrage mitgeteilt.
Es sei zudem aktuell nicht zu erkennen, wann sich die Geflügelpest-Welle abschwächen werde. Seit Jahresbeginn wurden laut Ministerium rund 1,37 Millionen Tiere wegen der Seuche getötet, insbesondere Puten und Hennen. Der weit überwiegende Teil der Ausbrüche entfällt dabei auf die Zeit seit Oktober.
Ministerium: Weniger Ausbrüche erst mittelfristig
Die ersten Zahlen zu Vogelgrippe-Ausbrüchen und getöteten Tieren wurden 2008 erhoben. Seither ragten die Jahre 2021 und 2022 mit 1,17 Millionen und 1,25 Millionen getöteten Tieren heraus. Diese Werte wurden nun übertroffen. Die Zahl der in diesem Jahr verendeten Tiere liegt mit 7.145 deutlich darunter.
Auch wenn das Landwirtschaftsministerium kurzfristig noch keine Anzeichen für eine Entspannung der Lage sieht, rechnet es wegen Sperrzonen und Verboten, Ställe wiederzubelegen, mittelfristig mit weniger Ausbrüchen. «Erfahrungsgemäß kommt es im Zuge einer deutlichen Reduktion der Geflügeldichte auch zu einer Abnahme der Ausbrüche der Geflügelpest in diesen Gebieten», teilte eine Sprecherin mit.
In Niedersachsen gab es 2024 mehr als 4.400 Geflügelbetriebe mit mehr als 20 Millionen Legehennen. Zudem wurden rund 927.000 Tonnen Geflügel geschlachtet - das waren 59 Prozent des deutschen Schlachtgeflügels.
Brandenburg hebt Schweinepest-Zonen im Süden weitgehend auf
Die Sperrzonen wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Oberspreewald-Lausitz werden weitgehend aufgehoben.
«Damit wird der Süden Brandenburgs, der lange einen Schwerpunkt bei den festgestellten ASP-Fällen bildete, weitestgehend wieder zum freien Gebiet», sagte Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt. Zuletzt war im November 2024 ein verendetes Wildschwein im Landkreis positiv auf ASP getestet worden.
Ab dem 26. November wird den Angaben zufolge die Sperrzone II vollständig aufgehoben und die Sperrzone I auf den Schutzkorridor beschränkt. In den nun freien Gebieten wird die Seuchenlage weiter überwacht. Tot aufgefundene und erlegte Wildschweine werden weiterhin untersucht, gesund erlegte Tiere dürfen Jäger sofort verwerten. Der Landkreis beginnt zudem mit dem Rückbau der Schutzzäune.
Im September wurden bereits die Sperrzonen im benachbarten Landkreis Spree-Neiße nahezu vollständig aufgehoben. Im Jahr 2020 wurde dort der erste ASP-Fall in Deutschland amtlich festgestellt.
Protest gegen Mercosur: 10.000 Landwirte in Brüssel erwartet
Rund 10.000 Landwirte werden zu einer Bauerndemonstration am 18. Dezember in Brüssel erwartet. Sie werden für eine starke EU-Agrarpolitik und gegen das Mercosur-Abkommen protestieren.
Mit einer Großkundgebung wollen Landwirte aus ganz Europa im Dezember in Brüssel gegen den Mercosur-Deal und für eine starke EU-Agrarpolitik protestieren. Derweil arbeiten die EU-Institutionen weiter auf die schrittweise Ratifizierung des Abkommens hin.
Am 18. und 19. Dezember treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten in Brüssel. Sie werden über den mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und womöglich auch über das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten beraten.
Für die europäische Landwirtschaft steht viel auf dem Spiel bei diesem EU-Gipfel. Damit das den Staats- und Regierungschefs und auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wirklich klar ist, rufen die europäischen Bauernverbände die Landwirte in Europa für den 18. Dezember zu einer riesigen Protestaktion in Brüssel auf.
Protest für eine starke und gut finanzierte EU-Agrarpolitik
Rund 10.000 Landwirte erwarten die EU-Dachorganisationen der Bauernverbände und Genossenschaften (Copa-Cogeca) zu der Kundgebung in der belgischen Hauptstadt. Die Landwirte wollen für eine starke, gemeinsame und gut finanzierte EU-Agrarpolitik protestieren… .
Mercosur-Handelsabkommen: Rat mit Schutzmaßnahmen zufrieden
Die Mitgliedstaaten sind mit den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schutz vor Marktverwerfungen als Folge des Mercosur-Abkommens vollständig zufrieden. Der Rat hat seine Position zum Verordnungsentwurf für den Trilog mit Europaparlament und Kommission am Mittwoch (19.11.) verabschiedet und wird ohne Änderungswünsche in die Verhandlungen gehen.
Die Kommission hatte ihre Vorschläge erst am 8. Oktober präsentiert. Die Ratifizierung des Freihandelsabkommens wird von der geplanten Verordnung nicht berührt. Die Schutzmechanismen sollen es nach Inkrafttreten des Abkommens beispielsweise ermöglichen, den präferierten Marktzugang der südamerikanischen Staaten für sensible Agrarprodukte vorübergehend auszusetzen. Ausgeweitet werden soll dazu unter anderem die Marktüberwachung, um Risiken frühzeitig begegnen zu können. Den Mitgliedstaaten soll zudem die Möglichkeit eingeräumt werden, Untersuchungen zu negativen Auswirkungen von Importen aus dem Mercosur bei der Kommission zu beantragen. Drohen hohe Schäden für heimische Sektoren, sollen innerhalb von maximal drei Wochen vorläufige Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Zu den sensiblen Produkten werden unter anderem Rind- und Geflügelfleisch, Milchprodukte, Zucker und Ethanol gezählt.
Aus Sicht des Rates sind die Kommissionsvorschläge geeignet, den Schutz der heimischen Landwirte im Rahmen des Abkommens zu verbessern. Es werde sichergestellt, dass die Schutzklauseln schnell und effektiv greifen könnten, sollten ernsthafte Marktstörungen vorliegen oder drohen, heißt es. Sobald auch das Europaparlament seine Position für den Trilog festgelegt hat, können die Verhandlungen der EU-Gesetzgeber beginnen.
