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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Haftstrafe für Ex-Schlachthofbetreiber wegen Tierquälerei
Auf einem Schlachthof an der bayerisch-hessischen Landesgrenze sollen Tiere gequält worden sein. Mehr als zwei Jahre nach Bekanntwerden der Vorwürfe muss nun der frühere Betreiber büßen.
Ein ehemaliger Betreiber eines Schlachthofs am Untermain ist wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Obernburg zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit auf drei Jahre festgelegt, wie ein Gerichtssprecher sagte.
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Hundehalter ist nach rund zwei Jahre probeweiser Übernahme eines fremden Hunden als Eigentümer anzusehen
Das Landgericht Köln bestätigt amtsgerichtliche Zurückweisung einer Klage auf Herausgabe eines Hundes
Wer einen fremden Hund - hier Zwergspitz - zwei Jahre lang "probeweise" hält, ihn komplett versorgt, finanziert und sogar ummeldet, ist neuer Eigentümer des Hundes geworden… .
Warum Wölfe so weite Strecken zurücklegen
Der Wolf, der in einem Wildpark im Saarland Rothirsche gerissen hat, wurde zuvor schon in Rheinland-Pfalz und Hessen nachgewiesen.
Eine gewaltige Strecke, doch laut Julian Sandrini vom rheinland-pfälzischen Koordinationszentrum Luchs und Wolf nicht ungewöhnlich. «Dass ein Wolf in relativ weit voneinander entfernten Orten auftaucht, ist damit zu erklären, dass Wölfe normalerweise ihr Heimatrudel verlassen, im Alter zwischen 10 und 22 Monaten ungefähr, und dann auf die Suche nach einem eigenen Revier gehen», sagt er.
Diese Reise könne weit über 1.000 Kilometer Wanderstrecke bedeuten. Wölfe seien hochmobil, die üblichen Geländebarrieren wie Straßen, Schienen oder Flüsse seien keine Hindernisse. «Die Nachweise an unterschiedlichen Orten dieser sogenannten wandernden Wölfe, meist subadulte Wölfe, ist daher die Regel und weniger die Ausnahme», so Sandrini.
Aktuell gebe es in Rheinland-Pfalz vier Wolfsrudel, die ihr Revier ganz oder teilweise im Land haben. Ein Rudel besteht immer aus den beiden erwachsenen Elterntieren und den Jungtieren aus den letzten beiden Würfen. Ein durchschnittliches Wolfsrevier sei rund 250 Quadratkilometer groß.
Warum reißen Wölfe so viele Tiere auf einmal?
Dass Wölfe mehrere Tiere, insbesondere Weidetiere, auf einmal reißen, ist laut Sandrini ebenfalls nicht ungewöhnlich. «Die eigentlich unnatürliche Situation, auf kleinem Raum auf relativ viele Beutetiere zugreifen zu können, löst wiederholt den Trieb aus, Beute zu erlegen.» Insbesondere unerfahrene Wölfe würden die Gelegenheit zum Beuteerwerb umfassend ausnutzen, eigentlich auch, um einen Vorrat anzulegen. Über mehrere Tage kämen Wölfe zu ihrer Beute zurück, um davon zu fressen. Bei Weidetieren ist das häufig nicht der Fall, weil die menschlichen Aktivitäten den Wolf vergrämen könnten.
Die Wölfe würden also an Erfahrung gewinnen: «Daher können unerfahrene Wölfe lernen, dass die Erbeutung einer Vielzahl von Weidetieren keinen Mehrwert hat.» Die Anzahl an getöteten Weidetieren reduziere sich von Fall zu Fall.
Frankreich: Klare Absage an Mercosur
In Frankreich hat die Nationalversammlung dem Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten eine eindeutige Absage erteilt. Mit nur einer Gegenstimme aus den Reihen der Sozialisten hat das Unterhaus am Donnerstag (27.11.) die Regierung aufgefordert, sich der Ratifizierung der umstrittenen Vereinbarung entgegenzustellen. Dazu soll Paris im Rat eine Sperrminorität organisieren. Außerdem soll sich die Regierung darum bemühen, das Abkommen vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu bringen.
Wie aus der Entschließung hervorgeht, sind auch aus Sicht der französischen Abgeordneten mehrere Aspekte fraglich. Wie im Europaparlament ist man sich in der Nationalversammlung nicht sicher, ob die EU-Kommission entscheiden durfte, dass die künftige Partnerschaft in Form von zwei getrennten Verträgen zur Ratifizierung vorgelegt wird. Auf den Prüfstand müssen laut den Abgeordneten zudem der vorgesehene Ausgleichsmechanismus und die Vereinbarkeit mit dem Vorsorgeprinzip.
Rechtlich bindend ist die Entschließung nicht. Der zusätzliche Druck auf die Regierung dürfte sich in Grenzen halten. Immer wieder betonen Kabinettsmitglieder, dass das Abkommen in seiner derzeitigen Form nicht zustimmungsfähig sei. Zuletzt erklärte Europaminister Benjamin Haddad mit Blick auf die Entschließung, dass die vorgesehenen Schutzklauseln ein notwendiger und nützlicher Fortschritt seien, allerdings noch nicht ausreichten. Paris pocht auf die Durchsetzung der europäischen Standards über Spiegelklauseln für Importe und hält auch verstärkte Kontrollen für unverzichtbar. In Bezug auf die Angleichung von Produktionsstandards bei Einfuhren hat es jüngst etwas Bewegung in Brüssel gegeben.
An einer Sperrminorität für die Abstimmung im Rat arbeitet Landwirtschaftsministerin Annie Genevard bereits seit Längerem. Für Unruhe sorgen indes immer wieder Äußerungen von Staatspräsident Emmanuel Macron, die insbesondere in den Reihen der Landwirtschaft Zweifel an den tatsächlichen Absichten der Staatsführung säen. In den vergangenen Wochen hatte es landesweit immer wieder kleinere Proteste gegen das Abkommen gegeben.
Ein gescheiterter Hoffnungsträger: Ein Film über Robert Habeck
Es ist ein Film über das Scheitern. Ein Film vor allem über den Wahlkampf von Robert Habeck - Grünen-Kanzlerkandidat, früherer Vizekanzler und Wirtschaftsminister.
Ein Hoffnungsträger, für viele aber ein Feindbild, der sich nach einem enttäuschenden Ergebnis bei der Bundestagswahl aus der Politik zurückgezogen hat. Der Filmemacher Lars Jessen blickt hinter die Kulissen. Es ist ein sehr persönlicher, ein parteiischer und nachdenklicher Dokumentarfilm, der nun in die Kinos kommt. Jessen, langjähriger Freund und Berater des fast gleichaltrigen Habecks. Der Anspruch: das «filmische Protokoll eines politischen und menschlichen Experiments».
Jetzt wohin
«Jetzt. Wohin.» heißt der Film - Untertitel: «Meine Reise mit Robert Habeck». Immer wieder kommt Jessen zu Wort. Er versuche in seiner Arbeit Geschichten vom Gelingen zu erzählen, sagt er. «Jetzt wohin» ist auch der Titel eines Gedichts von Heinrich Heine. Es handelt von Orientierungslosigkeit.
Wurzeln
Am Anfang des Films: Meeresrauschen. Dann O-Ton Habeck: «Ich will nicht glauben, dass Leute belogen werden wollen. Dann können wir den Laden doch dichtmachen.» Es folgt das Kernthema der Grünen, der Klimaschutz, die Folgen des Klimawandels, unterlegt mit Bildern: Jahrhundertfluten, Unwetter, Dürren, Hitzewellen. Das Thema Klimaschutz aber spielte im Bundestagswahlkampf kaum eine Rolle, es dominierten Migration und Sicherheit. Die Grünen und Habeck können bei diesen Themen nicht überzeugen. Das spielt eine große Rolle im Film.
Habeck (56) erzählt, wie ihn Tschernobyl geprägt habe, das schwerste Unglück in der Geschichte der Atomkraft im April 1986: «Rückblickend würde ich sagen, das war so ein Moment, wo ich politisch geworden bin.» Der Schriftsteller geht in die Politik, es folgt ein steiler Aufstieg. Zu sehen sind Szenen des jungen Habeck. Er wird Kreisvorsitzender, Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein und Landesminister. Dann Bundesvorsitzender und in der Ampel Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister.
Zuhörer
Die Ampel scheitert, Habeck wird Spitzenkandidat der Grünen. Er will Kanzler werden, mindestens als Minister weitermachen. Sein zentraler Slogan im Wahlkampf lautet Zuversicht. Er will für einen anderen Politikstil stehen. «Demokratie handelt ja vom Reden, vom Erklären, aber eben auch vom Zuhören. Also irgendeiner muss ja auch zuhören», sagt er im Film. Eine Schulfreundin erzählt, Habeck habe schon immer «so was Verbindendes» gehabt. Dafür soll auch der Küchentisch stehen: Am Anfang des Wahlkampfs macht Habeck viele Gespräche mit normalen Menschen, immer begleitet von Videos für die sozialen Medien.
Mitte
Habeck will die Grünen als «neue progressive Kraft» der politischen Mitte verankern. Er erzählt von seiner Zeit in Kiel: «Das Besondere war ja, dass ich Landwirtschafts- und Umweltminister war. Mein Gedanke war dann nun - genau, wie ich das davor angelegt hatte - quasi eine neue Mitte zu finden.»
Wahlkampf
Der Film zeigt viele Szenen aus dem Wahlkampf: Habeck hinter der Bühne, dann redet er in einem vollen Saal. Habeck streckt die Daumen nach oben. Habeck im Norweger-Pulli. Habeck wird auf dem Grünen-Parteitag bejubelt. Habeck unterwegs im Zug. Die Anschläge von Magdeburg und Aschaffenburg. CDU-Chef Friedrich Merz und sein Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik, der mit Hilfe der AfD eine Mehrheit bekommt. Attacken auf Habeck - zum Beispiel von CSU-Chef Markus Söder, der wettert: «Die Grünen sind und bleiben Linke und bleiben Ideologen.» Söder lehnt Schwarz-Grün ab.
Das liegt auch an dem Projekt, mit dem Habeck polarisiert: das Heizungsgesetz. Im Film nimmt es breiteren Raum ein: der «Heiz-Hammer» der «Bild»-Zeitung, der - falsche - Vorwurf, Habeck wolle Heizungen aus Wohnungen herausreißen. Im Film wird von einer beispiellosen Kampagne der Desinformation gegen Habeck gesprochen. FDP-Politikern wird vorgeworfen, sie hätten fossile Geschäftsmodelle von Energiekonzernen schützen wollen. «Man kann nicht klimaneutral sein, wenn 80, 90 Prozent des Landes mit Gas- und Ölheizung heizen», sagt Habeck.
Enttäuschung
23. Februar 2025, Wahlabend. Habeck sitzt in einem Raum mit der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock und Mitarbeitern. Das Habeck-Team starrt auf Handys, schon vor 18 Uhr sickern Ergebnisse von Nachwahl-Befragungen durch. 18 Uhr, die Prognosen. Die ARD sieht die Grünen bei 13,5 Prozent. Was denn das ZDF sage, fragt Habeck. «Zwölf haben die nur?» Am Ende werden es 11,6 Prozent. Eine herbe Enttäuschung
In dem Interview im Film sagte Habeck, er habe für seinen Ansatz nicht das Mandat bekommen. «Dahinter ist ja auch der Gedanke, der Union als letzter verbliebener größerer Volkspartei, eine Brücke zu bauen, mit den Grünen zusammenzuarbeiten. Diese Brücke ist ja nicht nur nicht begangen worden, die ist ja eingerissen worden von so Wurstpolitikern wie Söder und Spahn und Klöckner und auch Friedrich Merz.»
Danach
Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin, Anfang Mai. Habeck übergibt sein Amt an seine Nachfolgerin Katherina Reiche von der CDU. Er bekommt riesigen Beifall. Im Film wird aufgezählt: Die Schuldenbremse ist reformiert worden, eine jahrelange Forderung Habecks, die Erfolge bei den erneuerbaren Energien seien überall sichtbar. Und Habecks Nachfolgerin wolle neue Gaskraftwerke bauen - was allerdings verschwiegen wird: Das wollte aus Gründen der Versorgungssicherheit auch Habeck. Überhaupt gibt es nur wenige Habeck-kritische, einordnende Stimmen.
Abgang
Zum 1. September gibt Habeck sein Bundestagsmandat zurück. Er will künftig an Unis im Ausland arbeiten, im Berliner Ensemble hat er inzwischen die Gesprächsreihe «Habeck Live». Am Ende des Films sagt er in dem Interview, offensichtlich geführt nach seinem Abschied aus der Politik: «Nachdem ich's entschieden habe, habe ich wieder Luft unter die Flügel bekommen.» Er ist zu sehen, wie er die Bühne des Berliner Ensembles betritt.
Experimentelle mRNA-Therapie zeigt Potenzial zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Infektionen
Lipid-Nanopartikel-Transportsystem enthält Anweisungen für antimikrobielle Peptikörper
Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai und Mitarbeiter haben erste Erfolge mit einer neuartigen mRNA-basierten Therapie zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien erzielt.
Die in Nature Biotechnology veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Therapie in präklinischen Studien an Mäusen und menschlichem Lungengewebe im Labor das Bakterienwachstum verlangsamt, die Aktivität der Immunzellen gestärkt und die Schädigung des Lungengewebes in Modellen für multiresistente Lungenentzündung verringert hat.
Antibiotikaresistente Infektionen stellen eine wachsende globale Bedrohung dar, an der jedes Jahr mehr als 1,2 Millionen Menschen sterben und die zu fast 5 Millionen Todesfällen weltweit beiträgt. Allein in den Vereinigten Staaten treten jährlich mehr als 3 Millionen Infektionen auf, die bis zu 48.000 Todesfälle verursachen und das Gesundheitswesen Milliarden von Dollar kosten. Experten warnen davor, dass die Resistenz bei fast allen wichtigen Bakterienarten zunimmt, wodurch Routineoperationen, Krebsbehandlungen und die Versorgung von Neugeborenen gefährdet sind.
"Unsere Arbeit deutet darauf hin, dass es einen neuen Weg geben könnte, antibiotikaresistente Infektionen durch eine direktere Unterstützung des Immunsystems zu bekämpfen", sagt Xucheng Hou, PhD, einer der Hauptautoren der Studie und Assistenzprofessor für Immunologie und Immuntherapie im Labor von Yizhou Dong, PhD , an der Icahn School of Medicine am Mount Sinai… .
Pestizide und andere gängige chemische Schadstoffe sind giftig für unsere "guten" Darmbakterien
Bei einem groß angelegten Laborscreening von vom Menschen hergestellten Chemikalien wurden 168 Chemikalien identifiziert, die für Bakterien im gesunden menschlichen Darm giftig sind. Diese Chemikalien unterdrücken das Wachstum von Darmbakterien, die als lebenswichtig für die Gesundheit gelten.
Zu den Chemikalien, die eine toxische Wirkung auf die menschlichen Darmbakterien haben, gehören Pestizide wie Herbizide und Insektizide, die auf Lebensmittelkulturen gesprüht werden. Diese Chemikalien unterdrücken das Wachstum von Darmbakterien, die als wichtig für die Gesundheit gelten.
Ailen Fernandez-Lande/ University of Cambridge
Von den meisten dieser Chemikalien, die wahrscheinlich über die Nahrung, das Wasser und die Umwelt in unseren Körper gelangen, wurde bisher nicht angenommen, dass sie irgendwelche Auswirkungen auf Bakterien haben.
Da die Bakterien ihre Funktion ändern, um sich gegen die chemischen Schadstoffe zu wehren, werden einige auch gegen Antibiotika wie Ciprofloxacin resistent. Wenn dies auch im menschlichen Darm geschieht, könnte dies die Behandlung von Infektionen erschweren… .
Deutscher Schweinemarkt im November: Erneuter Preisrutsch sorgt für Frustration bei den Erzeugern

aus: www.3tres3.com/de
Der Monat war in seinem Verlauf von einem saisonuntypischen Preisverfall geprägt und hinterließ eine Branche, die zwischen routiniertem Alltagsgeschäft und plötzlicher Verunsicherung schwankte.
Spanien führt neue Besatzdichten für Betriebe mit unkupierten Schweinen ein
Der Königliche Erlass 809/2025 führt eine Einstufung nach Betriebstypen ein und erlaubt höhere Besatzdichten in Betrieben, die alle Schweine mit intakten Schwänzen halten.
Die spanische Regierung hat den Königlichen Erlass (Real Decreto) 809/2025 vom 16. September zur Änderung des Königlichen Erlasses 1135/2002 über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen verabschiedet. Die neue Regelung überarbeitet einige der 2023 eingeführten Bestimmungen und teilt Schweinehaltungsbetriebe künftig in drei Typen ein, abhängig davon, wie das Schwanzkupieren gehandhabt wird und welches Tierschutzniveau erreicht wurde.
Betriebe des Typs 1, die alle Tiere mit intakten Schwänzen halten, dürfen weniger restriktive Besatzdichten anwenden und sich wieder nach den in der Richtlinie 2008/120/EG festgelegten Werten richten. Demgegenüber müssen Betriebe des Typs 3, die weiterhin das routinemäßige Kupieren der Schwänze praktizieren, auch künftig die strengeren Besatzdichten von 2023 einhalten.
Zusätzlich führt der Erlass eine Zwischenkategorie (Typ 2) für Betriebe ein, die zwar noch einige kupierte Tiere halten, aber Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls umgesetzt haben. Diese Betriebe dürfen leicht höhere Besatzdichten anwenden, wenn sie die Einhaltung bestimmter Voraussetzungen nachweisen. Dazu zählen beispielsweise ein Tierwohlplan, automatische Systeme zur Temperatur- und Luftqualitätskontrolle, der begrenzte Einsatz von Antibiotika sowie Beschäftigungsmaterialien für mindestens 86 % der Tiere.
Darüber hinaus schreibt der neue Gesetzestext vor, dass 2,5 % der Stallfläche für die Absonderung kranker oder verletzter Tiere reserviert werden müssen, und legt die Mindestanzahl von Fütterungs- und Tränkestellen in Abhängigkeit von der Tiergröße fest.
Der Königliche Erlass 809/2025 tritt am 9. März 2026 in Kraft und soll den schrittweisen Verzicht auf das Schwanzkupieren fördern, indem Betriebe belohnt werden, die ein hohes Maß an Tierwohl erreichen, ohne dabei ihre Produktivität zu beeinträchtigen.
10. Oktober 2025/ Spanisches Amtsblatt (BOE)/ Spanien.
https://www.boe.es
Keine Entwarnung bei der Vogelgrippe
Für die Geflügelhalter gibt es nach dem Durchzug von besonders für die Vogelgrippe anfälligen Kranichen keine Entwarnung. «Wir müssen abwarten, wie sich das weiter entwickelt», sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts.
Es werde bislang weiter davon ausgegangen, dass auch andere Wildvogelarten das Virus tragen. Möglicherweise hätten sich die empfindlichen Kraniche an Rastplätzen bei anderen Wildvögeln infiziert.
Nicht mehr die hohe Dynamik
Vor drei Wochen seien bei der Vogelgrippe noch stark steigende Zahlen verzeichnet worden. So eine Dynamik, wie sie in diesem Jahr von Mitte Oktober an verzeichnet worden sei, habe man zuvor noch nicht erlebt. Das habe sich nicht in diesem Ausmaß fortgesetzt: «Die Fallzahlen gehen nicht mehr so rasant hoch», erklärte die Sprecherin weiter. Das Infektionsgeschehen habe sich in Deutschland nach Westen, also auch nach Nordrhein-Westfalen, verlagert.
Bundesweit über 2 Millionen Tiere getötet
Seit dem 1. September seien bundesweit insgesamt etwa 2,3 Millionen Tiere bei Geflügelhaltern an der Vogelgrippe verendet oder wegen einer Infektion in dem jeweiligen Tierbestand getötet worden. Die weitere Entwicklung bei der Vogelgrippe hänge von verschiedenen Faktoren ab, zu denen auch das Winterwetter zähle, erklärte die Sprecherin. Bei einem heftigen Kälteeinbruch könnten weitere Wildvögel aus dem Osten Richtung Deutschland ziehen. Nach einer Übersicht des Instituts zu Tierseuchen sind in diesem Jahr mit Stand Freitagabend 2.056 Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln registriert worden - so viele wie in keinem Jahr zuvor in der bis zum Jahr 2000 reichenden Zeitreihe. Bei den Geflügelbeständen in Betrieben sind es bundesweit 181 Fälle.
Auf NRW entfallen 148 Fälle bei Wildvögeln - wie bundesweit ein langjähriger Höchststand. In Tierhaltungen sind es 28 Fälle. Das ist nah dran an dem langjährigen Höchststand von NRW-weit 30 Fällen aus dem Jahr 2022. Nach Angaben des Landesagrarministeriums sind in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr rund 230.000 Tiere in den Geflügelbeständen der Betriebe durch das Virus verendet oder infolge einer Infektion in dem Geflügelbestand getötet worden. Von Infektionen betroffen sind nach Auskunft des Landesministeriums unter anderem Regionen im Kreis Paderborn, im Kreis Kleve, im Kreis Wesel, im Kreis Coesfeld, im Kreis Gütersloh, im Rhein-Erft-Kreis sowie im Kreis Soest.
Besondere Schutzmaßnahmen
Das Landesministerium verwies darauf, dass das Friedrich-Loeffler-Institut das Risiko des Eintrags der Erkrankung in Geflügelhaltungen und bei Wildvögeln als «hoch» eingestuft hat. Wo es die Lage erfordere, seien beziehungsweise werden Sperrzonen eingerichtet, in denen besondere Schutzmaßnahmen gelten. Derzeit gebe es acht Sperrzonen - darunter Regionen in den Kreisen Recklinghausen, Kleve, Wesel, Paderborn, Gütersloh sowie im Raum Köln.
Ministerium richtet sich an Verbraucher
Außerdem erklärte das NRW-Agrarministerium: «Verbraucherinnen und Verbraucher in NRW können unverändert davon ausgehen, dass sie sichere, frische und hochwertige Lebensmittel kaufen können, dazu gehört auch der Einkauf von Eiern oder Geflügelfleisch», betonte die Ministeriumssprecherin.
Wie groß sind die Bestände?
Nach Daten des Statistischen Landesamtes sind 2024 in NRW 36,8 Millionen Tiere im Geflügelbereich geschlachtet worden. Darunter waren knapp 10.000 Enten und 23.000 Gänse. Mit 58,3 Millionen Tonnen war das die höchste Schlachtmenge der vergangenen 15 Jahre. In NRW haben 2024 mehr als 300 Betriebe insgesamt 5 Millionen Legehennen gehalten. Darunter waren 3,5 Millionen in Bodenhaltung. Die Legehennen in NRW legten 1,4 Milliarden Eier. Knapp die Hälfte der Eier wurde im Regierungsbezirk Münster produziert.
