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von der AVA und aus der Branche
Umstrittene Glyphosat-Studie nach 25 Jahren zurückgezogen
Eine zentrale Studie zur Sicherheit von Glyphosat ist wegen schwerer ethischer Mängel zurückgezogen worden. Das Fachjournal wirft den Autoren Verbindungen zum Glyphosat-Hersteller Monsanto vor.
Eine Studie aus dem Jahr 2000, die eine zentrale Rolle in der Debatte um die Sicherheit des Pestizids Glyphosat spielt, ist von der Fachzeitschrift «Regulatory Toxicology and Pharmacology» formell zurückgezogen worden.
Das Papier war seither ein wichtiges Argument für Angaben des damaligen Herstellers Monsanto, das Herbizid Roundup und sein Wirkstoff Glyphosat hätten keine krebserregenden Wirkungen.
Die Studie habe weithin als wegweisend in der Debatte gegolten, hieß es vom Fachverlag Elsevier, in dem das Fachblatt erscheint. Nun sei aber unklar, ob die gezogene Schlussfolgerung - dass Glyphosat und das Präparat Roundup nicht krebserregend sind - tatsächlich korrekt ist.
Es wurden Bedenken hinsichtlich der Urheberschaft der Studie, der Gültigkeit der Ergebnisse im Zusammenhang mit einer falschen Darstellung der Beiträge der Autoren und des Studiensponsors sowie potenzieller Interessenkonflikte der Autoren geäußert, schreibt der zuständige Chefredakteur Martin van den Berg in der Mitteilung. Demnach gibt es mehrere Punkte, die zur Rücknahme führten, unter anderem:
Bewertung der Karzinogenität
Die Schlussfolgerungen der Studie hinsichtlich der Karzinogenität von Glyphosat basieren ausschließlich auf Studien von Monsanto, die kein tumorauslösendes Potenzial zeigten, schreibt van den Berg. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe es andere Langzeitstudien zur chronischen Toxizität und Karzinogenität gegeben, deren Daten nicht berücksichtigt wurden.
Mangelnde Unabhängigkeit der Autoren
Ein Rechtsstreit in den USA brachte Korrespondenz von Monsanto ans Licht, aus der hervorgeht, dass die drei in der Studie genannten Autoren wohl nicht allein für den Inhalt verantwortlich waren. Stattdessen hätten möglicherweise Mitarbeiter von Monsanto ohne ordnungsgemäße Nennung als Mitautoren an der Erstellung mitgewirkt.
Falsche Darstellung der Beiträge
Die anscheinenden Beiträge der Mitarbeiter von Monsanto als Mitautoren wurden im Abschnitt «Danksagungen» nicht ausdrücklich als solche erwähnt. «Diese Auslassung lässt vermuten, dass die Autoren ihre jeweiligen Rollen und den kooperativen Charakter der vorgestellten Arbeit falsch dargestellt haben könnten.»
Fragen zur finanziellen Vergütung
Weitere während des Rechtsstreits offengelegte Korrespondenz mit Monsanto deutet der Mitteilung zufolge darauf hin, dass die drei offiziell genannten Autoren möglicherweise eine finanzielle Vergütung von Monsanto für ihre Arbeit an der Studie erhalten haben, was nicht offengelegt wurde.
Historischer Kontext und Einfluss
Die Studie hatte jahrzehntelang einen erheblichen Einfluss auf regulatorische Entscheidungen in Bezug auf Glyphosat und Roundup, wie es hieß. «Angesichts seines Status als Eckpfeiler für die Bewertung der Sicherheit von Glyphosat ist es unerlässlich, dass die Seriosität dieses Übersichtsartikels und seiner Schlussfolgerungen nicht beeinträchtigt wird.» Angesichts dieser Punkte gebe es kein Vertrauen mehr in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen, das mache die Rücknahme notwendig, betont van den Berg.
Warum passiert das jetzt?
Im Jahr 2017 seien in einem Gerichtsverfahren interne E-Mails des Chemiekonzerns Monsanto veröffentlicht worden, die nahelegten, dass Mitarbeiter des Unternehmens an der Erstellung der einflussreichen Studie mitgewirkt hatten, heißt es in einem Beitrag des Fachmagazins «Science» zur Rücknahme.
Erst vor wenigen Monaten hatte ein Forschungsduo im Fachjournal «Environmental Science & Policy» berichtet, wie stark die Studie dennoch weiter zitiert wird und Einfluss hat: Die Studie gehört demnach zu den 0,1 Prozent der meistzitierten Studien in der Glyphosat-bezogenen Forschung. Die Enthüllungen über Monsantos verdeckte Beteiligung hätten daran kaum etwas verändert.
Was sagt der Hersteller?
Der jetzige Monsanto-Eigner Bayer wies die Kritik zurück. Bei der zurückgezogenen Studie handele sich um einen reinen Übersichtsartikel ordnungsgemäß eingereichter Studien, erklärte Konzernsprecher Philipp Blank in einer Stellungnahme auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Glyphosat ist das in den letzten 50 Jahren am umfassendsten untersuchte Herbizid.» Unter führenden Regulierungsbehörden weltweit herrsche Einigkeit, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung sicher sei.
Wie ist der Forschungsstand?
Glyphosat gilt nach Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsagentur (WHO) als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen. Behörden wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sehen bei Einhaltung der Anwendungsregeln kein relevantes Krebsrisiko.
Der vermeintliche Widerspruch ist dabei nicht wirklich einer: Die IARC beurteilte die Krebsgefahr, also die generelle Möglichkeit, dass Glyphosat Krebs verursacht. In die Bewertung der Behörden floss das Alltagsrisiko als Faktor ein. Die EFSA bewertet das Krebsrisiko bei den Mengen, die ein Mensch üblicherweise etwa über Lebensmittel aufnimmt, als vernachlässigbar.
Wofür wird Glyphosat genutzt?
Es handelt sich um ein sogenanntes Totalherbizid, das nahezu alle grünen Pflanzen schädigt. Glyphosat wird seit Mitte der 1970er-Jahre vor allem unter dem Handelsnamen «Roundup» genutzt und ist heute in zahlreichen Pflanzenschutzmitteln verschiedener Hersteller enthalten. Landwirte sprühen es beispielsweise vor der Aussaat auf Felder, um unerwünschte Konkurrenzpflanzen zu vernichten.
Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 verlängert. In einem Teil der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sind Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, verboten oder stark eingeschränkt. In den USA hatten in den vergangenen Jahren an Krebs erkrankte Menschen, die Roundup verwendet hatten, mehrfach hohe Schadenersatzsummen zugesprochen bekommen.
EU will mehr Kontrollen gegen Pestizidrückstände
Die Europäische Union will importierte Lebensmittel strenger kontrollieren, um Rückstände besonders gefährlicher und in der Union verbotener Pestizide besser aufzuspüren.
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Bundesagrarminister will deutsche Agrarexporte ankurbeln
Fleisch, Käse und andere Produkte aus deutscher Herstellung sind auch auf internationalen Märkten gefragt. Die Regierung will globale Geschäfte künftig stärker unterstützen.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer will Exporte deutscher Lebensmittel und anderer Agrargüter in alle Welt stärker ankurbeln.
«Wir sehen uns mit der Wirtschaft als ein Team, das gemeinsam für «Made in Germany» wirbt», sagte der CSU-Politiker bei der Vorstellung einer Exportstrategie seines Ressorts in Berlin. Das Ministerium wolle «Türöffner» für neue Märkte sein und auch mittelständische Anbieter etwa mit Messeauftritten unterstützen.
Rainer kündigte eine Reise nach China im kommenden Frühjahr an. In der Strategie vorgesehen ist eine Analyse zu vielversprechenden Zielmärkten. Kürzungen der Vorgängerregierung bei einem Programm für Auslandsmessen sollen zurückgenommen werden. In deutschen Botschaften sollen Kontakte und Netzwerke intensiviert werden. Im Ministerium soll eine neue koordinierende Anlaufstelle für exportierende Unternehmen eingerichtet werden.
Exporte wichtig für Landwirtschaft
Rainer hob Qualität und verlässliche Standards von Produkten aus Deutschland hervor. Im Blick steht unter anderem Wein, bei dem es derzeit Absatzprobleme gibt. Laut Ministerium hat der deutsche Agrarexport ein jährliches Volumen von rund 100 Milliarden Euro. Die Landwirtschaft erlöst demnach nahezu jeden vierten Euro im Ausland, die Ernährungswirtschaft jeden dritten Euro. In der Landtechnik werden drei von vier Euro auf internationalen Märkten erlöst.
Ergebnisse des MLP-Jahresabschlusses 2025 (Milchkontrolljahr 2024/2025) (BRS-Aktuell Rind 38/2025)
Deutliche Verbesserung der Eutergesundheit im Milchkontrolljahr 2025
In Deutschland wird die Gesundheit der Milchkühe engmaschig überwacht. Ein wichtiges Instrument ist dabei die unabhängige monatliche Milchkontrolle. Für das Milch-kontrolljahr 2024/2025 (01.10.2024 bis 30.09.2025) hat der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) die Milchkontrollergebnisse aus allen Regionen Deutschlands zusammengefasst. Die Zahlen zeigen, dass die Milchviehhalter einen besonderen Fokus auf die Eutergesundheit ihrer Tiere legten, denn diese wurde in allen Regionen deutlich verbessert.
Eutergesundheit deutlich verbessert
Für das Herdenmanagement ist die regelmäßige Bestimmung der Zellzahlen und deren Auswertungen im monatlichen Kontrollbericht von besonderer Bedeutung zur Sicherstellung der Eutergesundheit der Tiere. Im Milchkontrolljahr 2024/2025 lag der mittlere Gehalt bei 231.000 Zellen je ml und verbesserte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Erfreulich ist, dass in allen Regionen Deutschlands der Anteil der Tiere in der besten Zellzahlklasse (< 100.000 Zellen/ml) zunahm. Insgesamt 77,9 % aller Milchpro-ben wiesen einen Zellgehalt von weniger als 200.000 Zellen je ml auf; ein Erfolg jedes einzelnen Be-triebsleiters.
Milchleistung steigt leicht an
Die 3,09 Millionen geprüften Milchkühe gaben im Mittel aller Rassen 82 kg mehr Milch je Kuh und Jahr und erreichten eine durchschnittliche Jahresleistung von 9.718 kg Milch mit einem Milchfettanteil von 4,10 % und einem Milcheiweißgehalt von 3,52 %. Die höchsten Leistungssteigerungen erzielten die Kühe in Sachsen (+182 kg), gefolgt von den Kühen aus den Regionen Berlin-Brandenburg (+139 kg) und Niedersachsen (+132 kg). Die höchste mittlere Milchleistung je Kuh wurde ebenfalls in Sachsen erreicht (10.909 kg bei 4,00 % Fett und 3,50 % Eiweiß). Das mittlere Leistungsniveau der Kühe in Bayern lag dagegen bei 8.628 kg Milch mit den im Bundesdurchschnitt höchsten Fett- und Eiweißgehalten von 4,18 % bzw. 3,55 %. Die regional differenzierten Leistungen sind hauptsächlich auf die verschiedenen Produktionsvoraussetzungen und die vorherrschenden Milchviehrassen zurückzuführen.
Atypische Ergebnisse des Jahresabschlusses
Während in den Vorjahren beim Vergleich der Kuhzahlen zum Stichtag 30. September regelmäßig ein nahezu konstanter Rückgang zu beobachten war, zeigt sich in diesem Jahr ein untypisches Ergebnis: Mit nahezu 3,14 Millionen Milchkühen wurden fast genauso viele Kühe zum Ende des Kontrolljahres geprüft wie im Vorjahr (-0,3 %; Vorjahr: -3,3 %). Der Endbestand an Kühen war damit nahezu identisch mit dem Anfangsbestand. Gleichzeitig sank die im Kontrolljahr im Durchschnitt geprüfte Anzahl an Kü-hen (A+B-Kühe) um 76.694 Tiere (-2,5 %). Dies deutet darauf hin, dass viele Milchviehhalter den Abgang einzelner Kühe erst zeitversetzt durch frisch abgekalbte Färsen ausgleichen konnten, da diese offenbar nicht in dem Zeitraum abgekalbt haben, der für einen unmittelbaren Bestandsausgleich erforderlich gewesen wäre.
Milchkontrolle in Deutschland – mehr als nur ein Leistungsvergleich
Die Milchkontrolle in Deutschland wird durch unabhängige, regional tätige Landeskontrollverbände durchgeführt. Ihre Arbeit erfolgt auf Grundlage internationaler und nationaler Regelungen. Durch ihre Mitgliedschaft im Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) haben sie sich zur Einhaltung der BRS-Richtlinien und Empfehlungen verpflichtet. Die qualitativ hochwertigen Milchkontrolldaten bilden auch die wesentliche Grundlage für die Q Check Auswertungen. Hier werden einerseits Tierwohlindi-katoren auf Betriebsebene ausgewiesen. Andererseits wird durch eine Zusammenführung von anonymisierten Betriebsdaten ein nationales Tierwohlmonitoring mit hohem Aussagewert erreicht. Das Qua-litätsniveau, das im Rahmen von Q Check erreicht wird, wird in keiner anderen Auswertung zum nati-onalen Tierwohlmonitoring erreicht. Gleichzeitig ermöglicht die Nutzung von Q Check den Milchvieh-haltern, die gesetzlichen Anforderungen an die verpflichtende Eigenkontrolle nach dem Tierschutzgesetz zu erfüllen, sofern die Milchkontrolle über den regionalen Kontrollverband beauftragt wird.
BRS, 10.12.2025 –
Elefanten, Giraffen und Nashörner leben dort, wo es genug Salz hat
In manchen Regionen Afrikas können insbesondere die grossen Pflanzenfresser ihren Natriumbedarf nur unzureichend decken. Da viele Schutzgebiete in salzarmen Gebieten liegen, hat diese Knappheit auch Folgen für den Natur- und Tierschutz, sagen Forschende der UZH.
Pflanzenfressende Tiere benötigen regelmässig Natrium, damit ihr Stoffwechsel einwandfrei funktioniert. Nutztiere erhalten deshalb seit Langem Salz- oder Minerallecksteine. Bei Wildtieren hängt die Versorgung dagegen stark vom Lebensraum ab: In manchen Gebieten liefern Pflanzen und natürliche Salzquellen genügend Natrium, in anderen Regionen kann ein Mangel auftreten. Solche Unterschiede können beeinflussen, wo sich bestimmte Wildtierarten ansiedeln oder wie weit sie zu natürlichen Salzlecken wandern.
Eine neue Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich zeigt nun, dass die grössten freilebenden Pflanzenfresser der Erde – Elefanten, Giraffen und Nashörner – vielerorts nur eingeschränkten Zugang zu Natrium haben. Die Forschenden kombinierten dazu hochauflösende Karten zum Natriumgehalt von Pflanzen mit Daten zur Populationsdichte der Tiere und mit Ergebnissen aus Kotanalysen. Da sich ein Natriummangel in der Nahrung im Kot direkt nachweisen lässt, konnten sie so Rückschlüsse auf die tatsächliche Versorgungslage der Arten ziehen… .
Verschiebung TierHaltKennzG: Union und SPD einigen sich
Union und SPD haben sich auf die Details einer Reform des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG) verständigt. Wie der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Behrens, am Dienstag (9.12.) mitteilte, soll der Start der Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 verschoben werden. Außerdem sollen ein Downgrading ermöglicht sowie die verpflichtende Kennzeichnung auf ausländische Ware und die Außer-Haus-Verpflegung ausgeweitet werden.
Dass das Gesetz erneut verschoben werden könnte, hatte sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet. Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH), Silvia Breher, hatte Ende November davon gesprochen, dass sie fest mit einer Verschiebung rechne.
Über den neuen Starttermin soll nach Angaben von Behrens bereits kommende Woche im Bundestag in erster Lesung beraten werden. "Die Verschiebung ist kein Aufschub, sondern ein Auftrag: Wir machen das System einfacher, fairer und wirksamer. Die SPD hat sich dabei für verbindliche Verbesserungen eingesetzt", erklärte der Sozialdemokrat. Das Gesetz erneut zu verschieben, sei an klare Zusagen gebunden, es "grundlegend weiterzuentwickeln", betonte er.
Zudem bleibt laut SPD das Tierwohlniveau unangetastet. Auch müsse künftig die staatliche Kennzeichnung weiterhin "sehr präsent auf der Vorderseite der Verpackung" abgebildet werden.
Pflicht für Außer-Haus-Verpflegung ein halbes Jahr später
Als Verhandlungserfolg verbucht die SPD, dass die Kennzeichnungspflicht ab dem 1. Juli 2027 auch verpflichtend für die Außer-Haus-Verpflegung gelten soll. "Wer in der Kantine oder im Restaurant isst, hat genauso das Recht zu wissen, wie Tiere gehalten wurden", stellte Behrens klar.
Zudem sollen Optionen für ein Downgrading sowie eine verpflichtende Kennzeichnung auch für ausländische Ware ausgearbeitet werden. Beim Bürokratieabbau sind Erleichterungen bei den Meldepflichten und der Nutzung bereits erhobener Daten vorgesehen.
Verbesserungen seien auch für die Sauenhaltung und frühe Lebensphasen geplant, die künftig mindestens ab der Stufe "Frischluftstall" berücksichtigt werden sollen. "Damit setzen wir ein starkes Zeichen für mehr Tierwohl in der Ferkelproduktion, für die sich bessere Haltungsformen auch rentieren sollen", so Behrens weiter.
Kersten: Auf weitere Tierarten ausweiten
Auch die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Franziska Kersten, begrüßte den gefundenen Kompromiss. Sie betonte, dass damit ein ausdrückliches Bekenntnis zur Ausweitung der Kennzeichnung auf weitere Tierarten sowie auf verarbeitete Produkte noch in dieser Wahlperiode verbunden sei.
"Die SPD sorgt dafür, dass die Kennzeichnung nicht beim Schwein stehen bleibt. Wir wollen echte Transparenz entlang des gesamten Lebenszyklus und über die gesamte Produktpalette, vom Frischfleisch bis zur Wurst", so Kersten.
Mercosur-Handelsabkommen: Parlament ringt um Schutzmaßnahmen
Im EU-Parlament herrscht Uneinigkeit darüber, wie mit den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Schutzklauseln für das Mercosur-Abkommen umgegangen werden soll. Wie bei der jüngsten Sitzung des Landwirtschaftsausschusses am Montag (1.12.) deutlich wurde, bedauern die Agrarpolitiker, nicht gleichberechtigt mit dem Handelsausschuss an dem Thema mitwirken zu dürfen, und würden den Kommissionsvorschlag gerne deutlich nachschärfen. Anders ist die Stimmungslage im federführenden Handelsausschuss. Dort war die Debatte am Dienstag (2.12) von der Frage beherrscht, ob das Parlament seine Position als Mitgesetzgeber überhaupt nutzen sollte, um eine Nachschärfung der Schutzklauseln für die europäischen Landwirte zu erreichen.
Der Berichterstatter im Handelsausschuss, der EVP-Politiker Gabriel Mato, argumentierte, dass die Änderungsvorschläge eine Einigung im Trilog verhindern könnten. Ihm zufolge haben zumindest einige Mitgliedsländer angedeutet, dass sie dem Kommissionsvorschlag lediglich ohne Änderungen zustimmen wollen. Keine Einigung in der Frage der Schutzklausel könne zu einem Mercosur-Abkommen ohne den vorgeschlagenen Schutz für die Landwirtschaft führen oder im Zweifel sogar das Abkommen gefährden, warnte Mato. Beides sieht er als Problem.
Aus den Fraktionen rechts und links der EVP wurde dagegen argumentiert, dass es die Aufgabe des Parlaments sei, sich aktiv in den Gesetzgebungsprozess einzubringen. Die Reaktion des Rats sei abzuwarten. Man dürfe die Landwirtschaft nicht für Industrieinteressen opfern und müsse daher bei den Schutzklauseln noch weiter nachschärfen. Die Diskussionen werden nun auf der Ebene der Schattenberichterstatter fortgesetzt, bevor sich der Handelsausschuss Anfang nächster Woche wieder mit dem Thema befasst.
Tiergeräusche: Wenn Schmetterlinge wie Schlangen zischen
Die Schmetterlingsart Phyllosphingia dissimilis kommt in Ostasien vor. Ihre Larven und Puppen geben angsteinflößende Töne von sich, wenn man ihnen auf die Pelle rückt.
Die Larven und Puppen einer asiatischen Schmetterlingsart geben bei Gefahr ein Fauchen von sich. Damit verjagen sie wohl Vögel, die ihnen zu nahe kommen.
Manche Schmetterlingspuppen und -larven zischen wie Schlangen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Vermutlich schrecken sie damit Fressfeinde ab. Das berichtet eine Forschungsgruppe um Shinji Sugiura von der Universität Kobe in Japan. Die Fachleute haben Insekten der Schmetterlingsart Phyllosphingia dissimilis untersucht, die zu den Schwärmern gehört. Diese Tiere kommen im östlichen Russland, China, Taiwan, Korea und Japan vor. Sie wachsen bis auf 13 Zentimeter Flügelspannweite heran und sind in offenen Landschaften sowie an Waldrändern anzutreffen… .
Umweltbundesamt hält deutsche Klimaziele noch für erreichbar
Klimaschutz zielt darauf ab, nachhaltig zu wirtschaften und so eine dauerhafte Existenz der Menschheit zu ermöglichen.
Dekarbonisierung, erneuerbare Energien, Elektrifizierung, grüner Wasserstoff und veränderte Landnutzung: Darin sieht das Umweltbundesamt entscheidende Hebel, um klimaneutral zu werden.
Das Umweltbundesamt (UBA) hält es noch für möglich, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 treibhausneutral wird. Eine Studie der Behörde hat ergeben, dass sich dieses Ziel weiterhin erreichen lässt. In einer Pressemitteilung umreißt sie, welche Schritte dafür nötig sind. Wie das UBA schreibt, sei der Zeitraum von 2030 bis 2040 entscheidend, um bis 2045 die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Wichtig sei aber, schon jetzt ein treibhausgasneutrales Wirtschaften anzustreben und keine Entwicklungspfade mehr einzuschlagen, die von fossilen Brennstoffen abhängen. Denn diese wieder zu verlassen, sei nur nach langen Abschreibungszeiträumen oder bei enormen Umstellungskosten möglich.
Voraussetzung für die Treibhausgasneutralität sei es, aus der Nutzung fossiler Energieträger auszusteigen. Erneuerbare Energien sollen konsequent ausgebaut und Prozesse weiter elektrifiziert werden. Um die nötigen Strommengen zu transportieren und intelligent zu nutzen, müsse das Stromnetz erweitert und digitalisiert werden. Auch ein Ausbau der Fernwärmenetze sei zum Erreichen der Ziele wichtig, schreibt das Umweltbundesamt. In der Industrie, Chemie, Energiewirtschaft sowie dem Schiffs- und Luftverkehr sieht das UBA die grüne Wasserstoffwirtschaft als Zukunftstechnologie, die Europa und Deutschland unabhängiger und krisenfester machen könne… .
Gericht stoppt vorerst Wolfsabschuss
VG Oldenburg gibt Eilantrag gegen Ausnahmegenehmigung für die Entnahme eines Wolfes im Landkreis Wittmund statt
Die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Oldenburg hat einem vorläufigen Rechtsschutzantrag des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V. stattgegeben.
Hintergrund des Verfahrens waren mehrere Rissereignisse im Gebiet des Landkreises Wittmund im Zeitraum vom 19. August 2025 bis 24. November 2025, bei denen insgesamt zehn Rinder durch einen Wolf des "Friedeburger Rudels" getötet wurden. Mit Bescheid vom 27. November 2025 erließ der Landkreis Wittmund unter Bezugnahme auf das von der 101. Umweltministerkonferenz beschlossene "Schnellabschussverfahren"… .
