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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Kampf gegen ASP: Kreisbeigeordneter Patrick Krug: „Das funktioniert nur im Team“
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt eine ernsthafte Bedrohung für den Vogelsbergkreis dar, weshalb die Region sich auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet. Vertreter aller betroffenen Gruppen betonen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und praktischen Übungen zur Einrichtung von Kadaver-Sammelstellen, um die Seuche effektiv einzudämmen.
„Die Afrikanische Schweinepest ist kein Sprint, wir stehen dann vor einem Marathon.“ Dr. Torsten Scheid findet eindringliche Worte, um zu beschreiben, was auf den Vogelsberg zukommen könnte, sollte die Afrikanische Schweinepest (ASP) hier ausbrechen. Eins ist klar: Zu schaffen ist eine solche Herausforderung nur gemeinsam, betonen denn auch Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug und Scheid als Leiter des Veterinäramtes bei einer ASP-Übung im Alsfelder Pferdezentrum. Vertreter aus allen Vogelsberger Kommunen kommen an diesem Vormittag zusammen, die Forstämter sind vertreten, dazu Jäger, Landwirte und alle, die von einem ASP-Ausbruch betroffen sein könnten.
„ASP ist längst kein Thema mehr, das sich in Osteuropa abspielt, es beschäftigt uns mittlerweile auch in Hessen“, führt der Erste Kreisbeigeordnete aus. „Aber: Wir sitzen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange und warten ab, was passiert. Wir bereiten uns seit Monaten vor.“ So wurde Equipment bestellt, unter anderem 20 Kilometer Zaun, um Gebiete absperren zu können, Mitarbeiter des Veterinäramtes halfen in Südhessen und im Partnerkreis Oberhavel aus und lernten viel dabei. Die Erfahrung jedenfalls zeigt: „Will man die Afrikanische Schweinepest eindämmern, dann funktioniert das nur im Team“, so Patrick Krug, der allen dankt für ihr Bereitschaft mitzuhelfen. Und der auf eine gute Zusammenarbeit hofft, sollte es zum Fall X kommen.
Wie eine solche Kooperation aussehen kann, das zeigt sich bei der Übung im Pferdezentrum, bei der es um die Einrichtung von Kadaver-Sammelstellen geht. „Für uns ist es wichtig, praktisch zu üben, um Sie alle miteinzubeziehen, viele von Ihnen werden beteiligt sein“, kündigte Veterinäramts-Leiter Dr. Torsten Scheid an und steigt ein in das Übungsszenario: „Wenn im Wald ein Wildschwein gefunden wird, dann muss es irgendwohin. Wir müssen daher Sammelstellen aufbauen, wo die Kadaver beprobt werden, und wir müssen verhindern, dass sich die Seuche weiter ausbreitet.“ Bei einem ASP-Ausbruch müssten wahrscheinlich gleich mehrere Sammelstellen aufgebaut werden. „Wir als Veterinäramt können mit unterstützen, aber wir können das nicht alleine leisten, daher müssen die Kommunen mithelfen“, so Dr. Scheid…. .
Neue Hoffnung im Kampf gegen Superbakterien: Völlig neues Molekül identifiziert
Vielversprechender Antibiotikumkandidat entdeckt
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Wien und des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland hat mit Saarvienin A ein neuartiges Glykopeptid-Antibiotikum entdeckt. Die Ergebnisse, die jetzt in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie International Edition veröffentlicht wurden, stellen einen Wirkstoff vor, der eine starke Wirkung gegen hochresistente Bakterienstämme zeigt.
Antibiotikaresistente Infektionen nehmen zu und drohen selbst häufige Krankheiten wieder tödlich zu machen. Ohne neue Antibiotika könnten laut Expert*innen bis 2050 jährlich bis zu 100 Millionen Menschen sterben. Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen haben Forscher*innen mehrerer Institutionen, darunter die Universität Wien und das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), sich der Erforschung von Actinobakterien zugewandt – Mikroorganismen, die dafür bekannt sind, in ungewöhnlichen Umgebungen zu leben und Antibiotika wie Vancomycin, Rifamycin und Chelocardin zu produzieren. Jaime Felipe Guerrero Garzón von der Abteilung für Pharmakognosie am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Wien entdeckte in Extrakten eines aus einer chinesischen Seltenerdmine isolierten Stamms von Amycolatopsis eine starke antibiotische Wirkung, die weitere Untersuchungen nach sich zog. Martin Zehl, Leiter des Massenspektrometriezentrums an der Universität Wien, fand heraus, dass diese antibiotische Wirkung mit einer potenziell neuartigen Verbindung aus der Klasse der Glykopeptide zusammenhängt. Mithilfe von Massenspektrometrie und Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) identifizierte das Team am HIPS ein völlig neues Molekül: Saarvienin A.
Regeln brechen: Ein Glykopeptid mit einer Besonderheit
Die Besonderheit von Saarvienin A wurde schon früh deutlich: Im Gegensatz zu etablierten Glykopeptiden wie Vancomycin bindet der neue Wirkstoff nicht an das typische bakterielle Zielmolekül, das an der Zellwandsynthese beteiligt ist. Stattdessen wirkt er wahrscheinlich über einen anderen, noch ungeklärten Mechanismus. Die Strukturanalyse ergab eine charakteristische Architektur: einen halogenierten Peptidkern, der durch eine ungewöhnliche Ureidoverbindung zyklisiert ist und mit einer Kette aus fünf Zucker- und Aminozuckereinheiten verziert ist – zwei davon sind in Naturstoffen völlig neu. "Wir waren begeistert, dass Saarvienin A in keine bekannte Kategorie passt", sagte Jaime Felipe Guerrero. "Seine einzigartige Struktur könnte den Weg für Antibiotika ebnen, denen Bakterien noch nie begegnet sind."
Eine wirksame Waffe gegen resistente Bakterien
In enger Zusammenarbeit haben Forscher*innen des HIPS unter der Leitung des korrespondierenden Autors Rolf Müller die biologische Aktivität von Saarvienin A charakterisiert, benannt nach Saarbrücken und Vienna. Die Tests des neuen Moleküls gegen Bakterien konzentrierten sich insbesondere auf "ESKAPE-Erreger" – eine berüchtigte Gruppe von Superbakterien, die gegen die meisten gängigen Antibiotika resistent sind. Die Verbindung zeigte eine bemerkenswerte Wirksamkeit gegen Vancomycin-resistente Enterokokken und Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), darunter 3 ESKAPE-Erreger und 26 klinische Isolate. Es übertraf Vancomycin durchweg, selbst gegen Stämme, die bereits gegen mehrere andere Antibiotika resistent waren. "Die Entdeckung eines neuen Antibiotikums ist nur der Anfang", sagte der korrespondierende Autor Sergey B. Zotchev von der Universität Wien. "Jetzt stehen wir vor der faszinierenden Herausforderung, es zu einem für die klinische Anwendung geeigneten Wirkstoffkandidaten zu veredeln."… .
Milchpreisprognose sinkt: IG-Milchbarometer fällt im April
Die Aussichten für den Milchmarkt haben sich im April eingetrübt. An der Terminbörse EEX sind die Preise für Butter und Magermilchpulver gesunken, was sich direkt im aktuellen Stand des IG-Milchbarometers niederschlägt. Dieses Barometer, das als Frühindikator für die Preisentwicklung bei Rohmilch dient, verlor zum Monatsende 1,6 Cent und steht nun bei 48,9 Cent pro Kilogramm Milch.
Sowohl Butter als auch Magermilchpulver notierten schwächer. Der Preis für Magermilchpulver fiel um 2,5 Prozent, während Butter um 2,0 Prozent nachgab. Die Angaben des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) beziehen sich auf Rohmilch mit 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß, ab Hof und ohne Mehrwertsteuer.
Zwar lässt sich aus dem IG-Milchbarometer kein direkter Rückschluss auf die Auszahlungspreise einzelner Molkereien ziehen, es gibt jedoch Hinweise auf mögliche Marktentwicklungen. Für die Bewertung von Auszahlungspreisen kann das separate Milchpreisbarometer von top agrar herangezogen werden.
Die Entwicklung der Notierungen an der Börse deutet auf sinkende Erwartungen am Markt hin. Die Kurve des Barometers für die kommenden zwölf Monate zeigt im Vergleich zum Vormonat eine leicht abfallende Tendenz, vor allem bis zum Jahresende. Diese Einschätzung basiert unter anderem auf globalen Unsicherheiten und Kostensteigerungen, die Handel und Finanzierung betreffen.
Hinzu kommt, dass das Exportangebot aus den Vereinigten Staaten zunehmen könnte. Aufgrund des derzeit schwachen US-Dollars ist US-amerikanische Milch vergleichsweise günstig auf dem Weltmarkt verfügbar. Die höhere Produktionsmenge in den USA verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
In Europa wird zwar weiterhin mit einem leicht rückläufigen Rohstoffangebot gerechnet. Dennoch bleiben die Unsicherheiten bestehen. Erkrankungen wie die Blauzungenkrankheit oder MKS im Südosten Europas könnten das Angebot und damit die Preisentwicklung in beide Richtungen beeinflussen.
Das IG-Milchbarometer wurde eingeführt, um Milchviehbetrieben eine Orientierungshilfe bei der Planung zu geben. Entwickelt wird das Instrument vom ife Institut in Kiel im Auftrag des DRV sowie der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft. Grundlage für das Barometer sind die Preisbewegungen an der Terminbörse für die Produkte Butter und Magermilchpulver.
Die Berechnungen spiegeln die Einschätzungen der Marktteilnehmer wider und können frühzeitig Signale über die zu erwartenden Preisentwicklungen geben. Damit ist das Barometer ein nützliches Instrument zur Marktbeobachtung, ersetzt jedoch nicht die tatsächliche Auszahlungspreisgestaltung der Molkereien.
Trockenes Frühjahr belastet Tierhaltung in Großbritannien
Weite Teile Großbritanniens erleben derzeit ein ungewöhnlich trockenes Frühjahr, das zunehmend auch die Landwirtschaft unter Druck setzt. Besonders Tierhalter sind aufgerufen, ihre Futterversorgung zu überprüfen und vorausschauend zu planen.
Nach Einschätzung der britischen Absatzförderungsorganisation für Landwirtschaft und Gartenbau (AHDB) sollten Betriebe den aktuellen Bedarf an Futtermitteln sorgfältig kalkulieren. Die Organisation rät dazu, konkrete Maßnahmenpläne für Engpasssituationen zu erstellen. Hintergrund ist die anhaltende Trockenheit, die laut dem britischen Wetterdienst Met Office bereits jetzt zu einem der trockensten Frühjahre seit 1961 geführt hat. Vor allem der Nordosten und Nordwesten Englands sind von der Niederschlagsarmut betroffen.
In diesen Regionen mussten landwirtschaftliche Betriebe deutlich früher als üblich mit der Bewässerung ihrer Flächen beginnen. Die National Drought Group weist auf ungewöhnlich niedrige Wasserstände in den Speichern hin. Für einige Landesteile wurde sogar der trockenste Jahresbeginn seit fast einem Jahrhundert gemeldet – zuletzt war es im Jahr 1929 ähnlich trocken.
Im Vergleich zur Dürre im Jahr 2022 ist die Wassersituation in diesem Frühjahr noch angespannter. Damals lag der Füllstand der Wasserspeicher bei rund 90 Prozent. Aktuell erreichen sie lediglich 80 Prozent. Auch die Niederschlagsmengen liegen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Während im Frühjahr 2022 noch etwa 78 Prozent der üblichen Regenmenge verzeichnet wurden, sind es in diesem Jahr bislang lediglich 35 Prozent.
Für die tierhaltenden Betriebe bedeutet das trockene Wetter eine direkte Belastung. Besonders in der Rinder– und Schafhaltung ist die Weide eine zentrale Futterquelle in den Sommermonaten. Gleichzeitig wird Gras für die Silagebereitung genutzt, um die Winterversorgung zu sichern. Die geringen Niederschläge führen zu einem verlangsamten Graswachstum, wodurch sowohl die aktuellen Weideflächen als auch die Silageerträge unterdurchschnittlich ausfallen dürften.
Die AHDB appelliert an die Betriebe, ihre Strategien an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Entscheidende Faktoren wie Standortbedingungen, Flächenausstattung und Betriebsstruktur sollten in betriebsspezifische Vorsorgepläne einfließen. Eine systematische Vorbereitung könne dazu beitragen, Auswirkungen künftiger Extremwetterlagen besser abzufedern, erklärt die für Umwelttechnik zuständige Leiterin bei der AHDB, Rachael Madeley-Davies.
Strategien für Landwirte gegen die Trockenheit
Trockenjahre wie 2018, 2022 und 2024 haben gezeigt, wie rasch Bodenfeuchte sinken und Feldkapazitäten erschöpft sein können. Damit Höfe nicht jedes Jahr aufs Neue ins Schwitzen geraten, lohnt ein systematisches Bewässerungsmanagement und eine klug durchdachte Klimaanpassung.
Trockenheit und Klimawandel – die neuen Rahmenbedingungen
Meteorologen sprechen längst von einer Verschiebung des Niederschlagsregimes: Es wird nicht zwingend weniger Regen, aber er fällt in kürzeren, heftigeren Schüben. Die Böden können ihn dann nicht speichern, und schon ein paar regenarme Wochen reichen aus, um in das berüchtigte „Landwirtschaftliche Wasserdefizit“ abzurutschen. Karten wie der UFZ-Dürremonitor zeigen
Erklären
jeden Morgen, wo in Deutschland die Böden bereits im roten Bereich liegen.
Für Landwirte bedeutet das:
- Planung auf Ungewissheit – das Wetter fickt nicht mehr nach dem Kalender, also müssen Fruchtfolgen und Aussaattermine flexibler sein.
- Höheres Bewässerungsbedürfnis – egal ob Kartoffeln, Mais oder Sonderkulturen: Wasser wird zum Produktionsfaktor Nummer eins.
- Kosten- & Ertragsdruck – wer bei Trockenheit nichts erntet, steht schnell vor Liquiditätsengpässen.
Die gute Nachricht: Viele Betriebe haben schon gezeigt, dass sich Dürren managen lassen – wenn man frühzeitig ansetzt.
Auswirkungen extremer Trockenheit auf den Betrieb
Ertragsausfälle von 30 bis 70 Prozent, hohes Tierwohl-Risiko durch Hitzestress, sinkender Humusgehalt und Schädlinge, die sich in trockenen Beständen pudelwohl fühlen – Trockenheit trifft Acker- und Viehbetriebe gleichermaßen.
- Ackerbau: Geringere Biomasse, Schrumpf-& Bruchkörner, schlechtere Proteingehalte.
- Grünland: Nach drei Wochen ohne Regen steht die Weide braun da, Milch- und Mastbetriebe müssen Heu zukaufen.
- Bodenstruktur: Verdichtungen reißen auf und verschärfen Bodenerosion.
- Sozio-ökonomisch: Mehr Überstunden, steigende Versicherungskosten, steigender psychischer Druck auf Betriebsleiter*innen.
Strategien für Landwirte gegen die Trockenheit
Bewässerungsstrategien
Tropfbewässerung
Tropfbewässerung liefert Wasser als kontinuierliche „Tröpfchen“ direkt an die Wurzelzone und verhindert so unnötige Verdunstungsverluste. Sensorgestütztes Bewässerungsmanagement misst permanent die Bodenfeuchte und hält sie knapp unter der Feldkapazität, sodass kein wertvolles Nass im Schwammboden versickert. Low-Energy-Sprinkler pumpen bei minimalem Druck, sparen Strom und mindern CO₂.
Der Feuchtekegel reduziert Trockenstress selbst in Hitzewellen, wie sie der UFZ-Dürremonitor inzwischen häufiger meldet. In Kombination mit Mulchsaat oder Biochar steigt der Humusgehalt, was die Speicherfähigkeit für Starkregen verbessert und die Mikrobenaktivität fördert. Sensor-Telemetrie überträgt Daten in Echtzeit in das Bewässerungsdashboard, wo Algorithmen der Präzisionslandwirtschaft Wetterstation-Netzwerke und Satellitenfernerkundung abgleichen. Bei angekündigtem Starkregen pausiert die Anlage automatisch. Bei anhaltender Hitze startet sie nachts, wenn Verdunstung minimal ist. Tropflinien lassen sich mehrjährig im Boden belassen, wodurch Arbeitsgänge entfallen und Conservation-Tillage möglich bleibt.
Die Investition wird durch GAK-Förderung bezuschusst und steigert die Klimaresilienz des Schlages. Viele Landwirte koppeln die Leitungen an Regenwasserspeicher, um in kritischen Sommerphasen zusätzlich Puffer zu haben. Durch präzise Dosierung gelangt Dünger als Flüssigfertigation ebenfalls direkt an die Wurzel, wodurch Nährstoffverluste sinken und das Grundwasser geschont wird. Weil die Tropfer unter Folien oder Stroh liegen, entstehen kaum Algen oder Verkrustungen, was die Wartungskosten niedrig hält.
Tröpfchenbewässerung
Tröpfchenbewässerung arbeitet mit extra feinen Tropfern, die pro Stunde weniger als einen halben Liter abgeben. Dadurch lässt sich der Wasserpuls millimetergenau steuern, was bei Erdbeeren, Salatjungpflanzen oder Kräutertöpfen entscheidend gegen Hitzestress ist. Ein Sensor-Telemetrie-Netz synchronisiert sich mit den Daten von Wetterstationen und dem Wasserdefizitindex, um Startzeiten automatisch anzupassen.
Durch kurze Intervalle bleiben Poren luftdurchlässig, Wurzeln atmen besser, und Pilzkrankheiten werden seltener. Da der Druckbedarf gering ist, genügt oft eine solarbetriebene Pumpe, womit Betriebskosten sinken und Klimabilanz sowie Wassernutzungsplan verbessert werden. Bei Topfkulturen lässt sich jede Reihe separat regeln, sodass Mischungen mit unterschiedlichem Tagesverbrauch versorgt bleiben und kein Tropfen verloren geht.
Mulchen
Mulchen bedeutet, den Boden mit einer schützenden Decke aus Stroh, Hackschnitzeln, Kompost oder Zwischenfruchtresten zu bedecken. Diese Schicht senkt die Bodentemperatur, reduziert Verdunstung und verhindert Verschlämmung nach Starkregen. Durch den Verdunstungsschutz bleibt mehr Wasser für die Pflanzen erhalten, gleichzeitig lockt der angenehm feuchte Mikrokosmos Regenwürmer sowie Mikroorganismen an, die Humus bilden. Höherer Humusgehalt erhöht wiederum die Wasserhaltefähigkeit und macht den Schwammboden-Effekt nutzbar.
Bei Mulchsaat kombiniert man das Verfahren mit Direktsaat: Das Saatgut wird ohne Pflug in die feuchte Erde unter der Mulchschicht gelegt, wodurch Bodengare und Struktur erhalten bleiben. Satellitenfernerkundung zeigt, dass gemulchte Flächen an heißen Tagen vier bis fünf Grad kühler sind als blanker Acker. Damit sinkt Trockenstress und Hitzestress-Management wird einfacher. Landwirte verwenden Mulchen auch als Unkrautregulierung, weil Licht für Keimlinge fehlt. Zudem verringert eine dichte Mulchschicht die Windgeschwindigkeit am Boden, was Erosion minimiert.
Kombiniert mit Biochar oder Kompostdüngung liefern Mulchreste zusätzlichen mikrobiellen Kohlenstoff und schließen Nährstoffkreisläufe. In Agroforstsystemen bildet heruntergefallenes Laub eine natürliche Mulchdecke, die den Wasserdefizitindex auch bei längeren Trockenphasen niedrig hält. Mulchen ist deshalb eine klassische No-Regret-Maßnahme, die wenig Technik erfordert und über die BMEL-Klimaleitfäden breit empfohlen wird. Selbst bei Weidebewirtschaftung verhindert Mulch, dass Huftritte den feuchten Boden verdichten und die Infiltration blockieren. Mulchen schützt.
Regenwassernutzung
Regenwassernutzung bietet eine einfache Möglichkeit, Niederschlagsüberschüsse aus Winter und Frühjahr für den Sommer zu speichern. Dachflächen von Stall, Halle oder Gewächshaus leiten das Wasser in unterirdische Wasserrückhaltebecken, die über eine schwimmende Entnahme stets das klarste Wasser nutzen. Mit einem sensorgesteuerten Wassernutzungsplan wird das Reservoir in Trockenperioden in die Tropfbewässerung eingespeist. Solar- oder Windpumpen senken Energiekosten, und Sedimentfallen verringern Wartungsaufwand.
Besonders in Regionen mit GAK-Förderung amortisieren sich Investitionen schnell, während die Klimaanpassung langfristige Versorgungssicherheit schafft. Zusätzlich lässt sich überschüssiges Regenwasser mittels Dammkultur in Feldmulden verteilen, wodurch Feldkapazität ausgereizt und der Wasserdefizitindex stabilisiert wird. Kombinierte Filter aus Kies und Aktivkohle sichern Trinkwasserqualität.
Anbaumethoden
Dürretolerante Sorten
Dürretolerante Sorten sind die genetische Versicherung gegen Wasserknappheit. Saatgutunternehmen erforschen Trockentoleranzgene in Sorghumhirse, Rispenhirse, Sonnenblume und Sojabohne, um tiefwurzelnde, wüchsige Linien zu entwickeln. Mit CRISPR-Züchtung gelingt es, Porenöffnungen sparsamer auf Trockenstress reagieren zu lassen, ohne Ertragsdepression. Satellitenfernerkundung zeigt bereits in Versuchsparzellen, dass solche Hybride ihren Wasserdefizitindex später erreichen.
Agronomen empfehlen eine datengestützte Fruchtfolge, bei der jeweils nur ein Drittel der Fläche mit dürreharten Kulturen belegt wird; so bleibt Marktwert diversifiziert. Weil diese Sorten oft längere Vegetationszeiten besitzen, harmonieren sie gut mit Conservation-Tillage, das Bodenfeuchte bewahrt. In Süddeutschland laufen BMBF-Projekte, die Kombination von Biochar-Bodenverbesserung und Trockentoleranzgenen testen.
Der Versuchsbetrieb meldete im heißen Jahr 2024 einen um zehn Prozent höheren Kornertrag gegenüber herkömmlichen Sorten. Auch klassische Pflanzenzüchter arbeiten weiter: Kreuzung mit Wildarten liefert Resilienz, während Bulk-Selection den Humusgehalt nicht beeinflusst. Für Weizen stehen Linien mit mediterraner Genetik kurz vor der Zulassung; ihr erhöhtes Wurzellängen-Wachstum nutzt tiefe Kapillarwasserreserven. Landwirte können über BMEL-Klimaleitfäden Förderprogramme für die Erstanpassung nutzen.
Der Aufbau eines eigenen Saatgutnachbaus trägt zusätzlich zur Klimaresilienz bei, weil regional selektierte Linien saisonale Schwankungen besser abpuffern. Vor der Aussaat sollten Labortests auf Keimfähigkeit und Feldkapazitätstoleranz durchgeführt werden; dies verhindert Fehlinvestitionen und unterstützt ein präzises Bewässerungsmanagement schon im Keimblattstadium. Züchter empfehlen Saatgutbatzen nach Niederschlag zeitnah
Direktsaat
Direktsaat verzichtet auf den Pflug und legt das Saatgut direkt in den Stoppeln der Vorfrucht ab. Diese Conservation-Tillage schont Bodenstruktur, spart Diesel und erhält Bodenfeuchte. Ernterückstände bilden eine Mulchdecke, die Verdunstung reduziert und Regenwürmern Nahrung bietet. Weil weniger Mineralisierung stattfindet, bleibt Humus erhalten und der Schwammboden-Effekt verbessert die Wasserinfiltration.
UFZ-Dürremonitor-Daten zeigen, dass Direktsaat-Flächen im Sommer tagsüber kühler bleiben. Die Technik ermöglicht Präzisionslandwirtschaft: GPS-gesteuerte Sämaschinen legen Körner exakt ab, wodurch Auflauf und Trockenstress kleiner ausfallen. Dadurch sinkt auch die Erosionsgefahr, und Bodenleben entwickelt sich vielfältiger. Landwirte berichten von stabileren Erträgen trotz extremer Wetterereignisse sowie geringeren Reparaturkosten an Maschinen und weniger Arbeitstage
Zwischenfrüchte
Zwischenfrüchte bedecken den Boden im Zeitraum zwischen Hauptkulturen und verhindern Nährstoffverlust sowie Erosion. Beliebte Mischungen enthalten Phacelia, Senf, Ölrettich und Leguminosen, die den Humusgehalt steigern und den Schwammboden-Effekt ausbilden. Tiefwurzelnde Arten öffnen Verdichtungen und verbessern Wasserinfiltration. Flach wurzelnde legen feine Haare, die die Kapillarwirkung erhöhen.
Zwischenfruchtanbau ergänzt das Bewässerungsmanagement, weil mehr Wasser im Profil gehalten wird. Wird die Biomasse vor Blüte gehäckselt und als Mulch belassen, schützt sie die Bodenfeuchte in der folgenden Saison. Zudem binden Leguminosen Stickstoff, was Düngerkosten reduziert. Satellitenfernerkundung via NDVI erkennt vitale Bestände früh, wodurch Landwirte den Wasserdefizitindex überwachen können.
Als Weide bewirtschaftet füttern Schafe oder Rinder die Zwischenfrucht und bringen gleichzeitig organischen Dünger zurück. Forschung zeigt, dass Betriebe mit regelmäßigen Zwischenfrüchten über fünf Jahre zwölf Prozent mehr Feldkapazität ausnutzen. GAK-Förderung unterstützt Saatgutkosten; ein Wasserrückhaltebecken in Kombination mit Zwischenfrüchten senkt Trockenstress deutlich. No-Regret-Maßnahmen wie Zwischenfrüchte erhöhen Klimaresilienz und schaffen Biodiversität auf Ackerflächen. Innovative Landwirte integrieren Agroforststreifen, in denen Zwischenfrüchte bis an die Baumreihe heranwachsen.
Die Baumwurzelzone liefert Schatten, mindert Bodentemperatur und verhindert Trockenstress. Zusätzlich erheben Sensor-Telemetrie-Systeme Mikroklimadaten, um Bewässerung bei Bedarf punktuell zu steuern. Datengestützte Fruchtfolge-Software empfiehlt Zwischenfruchtspezies, die sich optimal in regionale Niederschlagsmuster einfügen und den Wasserdefizitindex langfristig stabilisieren. Dies maximiert Ertrag und ökologische Leistungen.
Agroforstwirtschaft
Agroforstwirtschaft verbindet Ackerkulturen mit Baumreihen und schafft dadurch ein Mikroklima, das Wasser länger in der Landschaft hält. Windschutzhecken aus Pappel, Robinie oder Walnuss brechen den austrocknenden Wind und senken die Verdunstungsrate des Oberbodens. Tiefwurzelnde Baumarten holen Wasser aus tieferen Schichten und geben es über hydraulischen Lift an flachere Horizonte ab, wodurch der Wasserdefizitindex des Feldes sinkt. Gleichzeitig bieten Baumstreifen Struktur für Biodiversität und liefern Holz, Früchte oder Blätter für Tierfutter.
Die Baumkronen spenden Schatten, was Hitzestress-Management bei empfindlichen Sommerkulturen verbessert. Regenwasser, das von Blättern abtropft, gelangt langsam in den Boden und erhöht die Feldkapazität lokal. Sensoren messen Bodenfeuchte zwischen den Reihen und steuern Tropfbewässerung nur dort, wo es nötig ist. GAK-Förderungen und BMEL-Leitfäden erleichtern Planung, während Community-Projekte beratend begleiten.
Agroforstsysteme gelten als klassische No-Regret-Maßnahme mit positiver Klimabilanz. Langfristig steigern humusreiche Baumwurzelzonen den Schwammboden-Effekt, verbessern Humusgehalt und stabilisieren Erträge trotz Wetterextremen. Landwirte berichten von gleichmäßigerem Ertrag und höherer Trockenresilienz seit Einführung.
Weitere Strategien
Bodenverbesserung
Bodenverbesserung zielt darauf ab, Struktur, Porenvolumen und Wasserhaltefähigkeit dauerhaft zu optimieren. Eine zentrale Rolle spielt die Einbringung von Biochar: Die hochporöse Pflanzenkohle speichert Wasser wie ein Schwamm und bietet Wohnraum für Mikroorganismen. Kombiniert mit Kompostdüngung steigt der mikrobielle Kohlenstoff, Humusgehalt nimmt zu, und die Aggregate werden stabiler. Dadurch versickert Regenwasser schneller und bleibt länger pflanzenverfügbar. Tiefes Grubbern mit Lockerungszinken beseitigt Verdichtungen, sodass Wurzeln Kapillarwasser aus tieferen Schichten erreichen.
Eine Bodenanalyse vorab misst pH-Wert, Kationenaustauschkapazität und Feldkapazität; darauf abgestimmte Maßnahmen verhindern Überkorrekturen. Wer Dammkultur anlegt, erhöht die Oberfläche, schafft kleine Wasserrückhaltebecken zwischen den Dämmen und verbessert Infiltration. Mulchsaat trägt Oberflächenhumus auf und schützt vor Erosion. Die Kombination aller Schritte führt zu einem Schwammboden-Effekt, der Trockenstress abpuffert. Satellitenfernerkundung erfasst den Bodenzustand über spektrale Indizes und sorgt für datengestützte Kontrolle.
GAK-Programme und BMBF-Projekte bezuschussen Investitionen, während Stakeholder-Kooperationen Maschinenkosten teilen. Ein regelmäßiger Wassernutzungsplan hilft, Verbesserungen zu dokumentieren und Anpassungen vorzunehmen. Versuche in Brandenburg zeigten nach drei Jahren eine um fünfzig Prozent höhere Feldkapazität und einen zehn Zentimeter tieferen Risspunkt. Diese Ergebnisse bestätigen, dass Bewässerungsmanagement und Bodenverbesserung zusammenhängen und den Wasserdefizitindex niedriger halten. Zusätzlich fördert verbesserte Bodenstruktur Regenwurmpopulationen, deren Gänge wirksame Dränagen fungieren und Starkniederschläge ableiten. Langfristig steigert Bodenverbesserung die Klimaresilienz und reduziert Bewässerungskosten signifikant.
Präzise Landwirtschaft
Präzise Landwirtschaft setzt digitale Werkzeuge ein, um Wasser, Dünger und Arbeit so einzuteilen, dass jede Pflanze exakt das bekommt, was sie benötigt. Sensor-Telemetrie misst Bodenfeuchte, Blatttemperatur und Wasserdefizitindex in Echtzeit. Diese Daten fließen in das Bewässerungsmanagement, wo Algorithmen Satellitenfernerkundung und Wetterstation-Netzwerke kombinieren. Sobald ein kritischer Schwellenwert erreicht ist, startet die Tropfbewässerung automatisch, vorzugsweise nachts, um Verdunstung zu minimieren.
GPS-gesteuerte Ventile öffnen nur die Zonen, deren Feldkapazität unter Zielwert gefallen ist. Low-Energy-Sprinkler reduzieren zugleich den Energiebedarf. Feldroboter erkennen Trockenstress bereits an früher Blattstellung und applizieren Wasserkleckse punktgenau. Landwirte nutzen Apps, die Bewässerungsplan, Wassernutzungsplan und Versicherungspolicen in einer Oberfläche bündeln.
Ein Frühwarnsystem sendet Push-Nachrichten, wenn UFZ-Dürremonitor eine kritische Stufe anzeigt. Datengestützte Fruchtfolge-Software berechnet Szenarien und schlägt No-Regret-Maßnahmen vor. Durch die Kombination reduziert sich Wasserverbrauch um bis zu fünfundzwanzig Prozent, während Erträge stabil bleiben.
GAK-Programme fördern Sensoren, und Steuervorteile gelten für Software-Abonnements. Präzisionslandwirtschaft ermöglicht klimaresiliente Produktion, erhöht Transparenz gegenüber Stakeholdern und erfüllt Dokumentationspflichten für BMBF-Forschungsprojekte. In Pilotbetrieben erfassen Drohnen Bilder, erstellen Karten für variable Wassergaben und verknüpfen sie direkt mit Tröpfchensteuerungen. Künstliche Intelligenz prognostiziert Wasserbedarf bis zum Erntetermin, indem sie Wettertrends, Bodenarten, Humusgehalt und Maßnahmen wie Mulchen einbezieht. Warnt das System vor Hitzestress, empfiehlt es zusätzliches Mulchen oder Zwischenfrüchte, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren.
Risikomanagement
Risikomanagement umfasst alle Vorkehrungen, die finanzielle Folgen von Dürren abfedern. Zentrale Bausteine sind Fruchtfolgediversifizierung und Dürreversicherung. Durch die Mischung von trocken- und nässetoleranten Kulturen wie Sorghum, Hafer und Sonnenblume verteilt sich der Ertragsschock. Mehrere Erntetermine verbessern Liquidität. Versicherer bieten Policen auf Basis des Wasserdefizitindex an. Erreicht der UFZ-Dürremonitor eine Schwelle, wird automatisch ausgezahlt.
Präzisionslandwirtschaft liefert die Daten für Schadensnachweise. Staatliche BMEL-Fördermittel subventionieren Prämien und reduzieren Einstiegshürden. Kooperationen mit Nachbarbetrieben ermöglichen gemeinsame Wasserrückhaltebecken und senken Investitionskosten. Ein betrieblicher Wassernutzungsplan fungiert als Frühwarnsystem, während Stakeholder-Workshops langfristige No-Regret-Maßnahmen entwickeln und die Klimaresilienz kontinuierlich verbessern. So bleiben Kreditlinien stabil und Investitionen planbar für Zukunft…. .
AVA-Klauenworkshop als Update für Tierärztinnen und Tierärzte in Bayern sehr erfolgreich durchgeführt
Update für Tierärzt:innen in Rinderbestandsbetreuung zur zielgerichteten Verbesserung der Klauengesundheit und Durchführung klauenorthopädischer Maßnahmen in Milchviehbetrieben
praktische Übungen (hier Anästhesie) am Nachmittag an Kuhklauen
Die Lahmheitsprävalenzen der Milchkühe steigen leider in den letzten Jahren stetig an, obwohl hinreichend bekannt ist, dass eine stabile Klauengesundheit eine der Grundvoraussetzungen für leistungsbereite und langlebige Milchkühe ist. WIR VETERINÄRE MÜSSEN HANDELN!
Aus diesem Grunde führte die Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA), eine Fortbildungsgesellschaft für Tierärzte und Landwirte, am 14. Mai 2025 einen völlig neu strukturierten Klauenworkshop zur zielgerichteten Verbesserung der Klauengesundheit und Durchführung klauenorthopädischer Maßnahmen, speziell für Tierärztinnen und Tierärzte in der Milchviehbetreuung, durch.
Die teilnehmenden Veterinäre wurden nach neuester tiermedizinischer und landwirtschaftlicher Wissenschaften im praktischen Workshop zur Überwachung und Optimierung der Klauengesundheit in der Bestandsbetreuung von Milchviehbetrieben „upgedatet“.... .
BayWa-Sanierungsplan gebilligt
Aufatmen bei der BayWa AG: Die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit der Gläubiger hat am Donnerstag (15.5.) dem Restrukturierungsplan im Verfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (StaRUG) zugestimmt.
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Bio in der Schweiz gerät ins Stocken
Die nunmehr fast 15 Jahre andauernde Aufwärtsentwicklung im Schweizer Ökolandbau hat 2024 an Schwung verloren. Zum ersten Mal seit 2010 ist die Zahl der Biobetriebe nicht gewachsen, sondern nahezu unverändert geblieben.
Das geht aus der aktuellen Landwirtschaftlichen Strukturerhebung hervor, deren Ergebnisse am Dienstag (13.5.) vom Bundesamt für Statistik (BfS) vorgelegt wurden. Erfasst wurden 7.889 Biohöfe, die einen Anteil von knapp 17% aller Landwirtschaftsbetriebe in dem Alpenland ausmachten.
Bewirtschaftet wurde 2024 von den Biobauern eine Fläche von 190.950 Hektar und damit etwa gleich viel wie im Vorjahr. Dieses Bioareal entsprach rund 18,4% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz. Einen kräftigen Zuwachs um 37% verzeichneten die Statistiker beim Bioanbau von Zuckerrüben. Bei Ölpflanzen wurde die Fläche um 17% ausgeweitet, bei Soja um 15% und bei Körnermais um 14%. Verkleinert wurde das Anbauareal von Bio-Hafer, und zwar um 14%. Bei Bio-Dinkel gab es ein Minus von 21%.
Strukturwandel geht weiter
Vom BfS wurden 2024 insgesamt 47.075 Landwirtschaftsbetriebe gezählt; das waren 1,3% weniger als ein Jahr zuvor. Sie beschäftigten 147.900 Personen, womit der Vorjahreswert um 0,7% unterschritten wurde. Festzustellen ist, dass immer mehr Frauen einen Landwirtschaftsbetrieb führen. Der Frauenanteil an der Spitze von Betrieben legte von 5,2% im Jahr 2014 auf 7,7% im vergangenen Jahr zu. Im Berichtsjahr bewirtschaftete ein Schweizer Bauernhof im Durchschnitt eine Fläche von 22,1 Hektar und damit 0,3 Hektar mehr als 2023.
Weiter rückläufig war 2024 der Schweinebestand in der Schweiz, der im Jahr 2022 einen Höchststand erreicht hatte; im Vergleich zu 2023 sank die Zahl der Schweine um 3,7% auf 1,275 Mio. Tiere. Die Bio-Schweinehaltung machte mit 2,7% nach wie vor nur einen kleinen Teil des Gesamtbestandes aus. Der Rindviehbestand legte gegenüber 2023 nur unmerklich um 0,3% auf 1,534 Mio. Tiere zu. Stabil blieb die Geflügelhaltung mit 13,2 Mio. Tieren.
Landwirtschaftliche Erzeugerpreise im März: Weiterhin konträre Entwicklung
Bei den Agrarprodukten besteht dieses Jahr bei den Preisen ein deutlicher Kontrast. Das galt auch für die Entwicklung im März. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch (14.5.) berichtete, lagen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im Mittel um 5,5% unter dem Niveau von März 2024, während die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse um durchschnittlich 6,3% höher ausfielen.
Auch im Vergleich zum Vormonat verbilligten sich die Produkte aus pflanzlicher Erzeugung, nämlich um 2,6%, wohingegen sich die Produkte aus tierischer Erzeugung um 1,3% verteuerten. Unter dem Strich ergab sich für die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise gegenüber Februar 2025 ein Minus von 0,3%, im Vergleich zum Vorjahresmonat aber noch ein Plus von 1,5%. Im Februar hatte die Veränderungsrate zum Vorjahr allerdings noch bei 2,7% gelegen, im Januar bei 2,2%.
Speisekartoffeln deutlich billiger
Der Preisrückgang bei pflanzlichen Produkten um 5,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat ist Destatis zufolge unter anderem auf die gesunkenen Preise für Speisekartoffeln zurückzuführen. Diese waren im März 2025 um 38,4% niedriger als zwölf Monate zuvor. Gegenüber dem Vormonat Februar blieben die Speisekartoffelpreise aber unverändert.
Die Erzeugerpreise für Obst waren im März 2025 hingegen um 20,5% höher als ein Jahr zuvor. Deutliche Preisanstiege gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit plus 22,9%. Die Preise für Gemüse verbilligten sich binnen Jahresfrist um 0,1%, wobei deutlich niedrigeren Erlösen für Salat und Kohlgemüse starke Aufschläge bei Tomaten und Gurken gegenüberstanden..
Getreide war im März 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 17,3% teurer, Raps um 14,7%. Die Preise für Futterpflanzen lagen dagegen im März 2025 um durchschnittlich 12,7% unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Milch- und Rinderpreise kräftig gestiegen
Der Preisanstieg für Tiere und tierische Erzeugnisse um 6,3% im Vergleich zu März 2024 ist laut Destatis insbesondere auf die gestiegenen Preise für Rohmilch zurückzuführen. Der Milchpreis lag im Berichtsmonat um 17,9% höher als im Vorjahr. Im Vergleich zum Februar stiegen die Preise um 0,4%. Bei Eiern kam es im März 2025 zu einem Preisrückgang um 0,4%, wobei das Vorjahresniveau aber noch um 3,8% übertroffen wurde.
Die Preise für Tiere waren im März 2025 um 1,3% niedriger als im Vormonat und um 1,8% niedriger als im März 2024. Maßgeblich dafür war der im Jahresvergleich erfolgte Preisrückgang bei den Schlachtschweinen um 21,2%. Bei den Rindern zogen die Erzeugerpreise dagegen um 33,4% an. Die Preise für Geflügel waren im März 2025 um 7,6% höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die Preissteigerungen bei Hähnchen.
Fallzahlen von Infektionskrankheiten erfragt
Die AfD-Fraktion erkundigt sich in einer Kleinen Anfrage (21/174) nach der Entwicklung der Fallzahlen von Tuberkulose, HIV, Hepatitis B, C und D, Diphterie, Masern und Krätze (Scabies). Bei einer früheren Abfrage der Zahlen hätten sich für die Jahre 2021 bis 2024 teils erhebliche Anstiege der Gesamtzahl oder explizit im Hinblick auf das Herkunftsland Ukraine gezeigt, heißt es in der Anfrage.
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