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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Vorstand des Fördervereins des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) wiedergewählt
Im Vorfeld des Treffens des Fördervereins im Juni auf der Insel Riems bot eine wissenschaftliche Vortragsveranstaltung den Teilnehmenden die Möglichkeit, brandaktuelle Forschungsergebnisse aus dem Friedrich-Loeffler-Institut zu diskutieren. Eine außergewöhnlich große Zuhörerschaft verfolgte mit Spannung neuste Erkenntnisse zu Aspekten im Tierschutz und von Umwelteinflüssen, ebenso wie zum Nachweis sowie zur Kontrolle der Geflügelpest, der Maul- und Klauenseuche, der Blauzungenkrankheit und der Afrikanischen Schweinepest.
Ideal abgerundet wurde dieses Fachforum durch die Vorstellung der mit dem „Förderpreis 2025 des Fördervereins“ prämierten herausragenden akademischen Abschlußarbeiten, die von jungen WissenschaftlerInnen am Friedrich-Loeffler-Institut angefertigt worden sind.
Im Rahmen der anschließenden 34. Mitgliederversammlung des Fördervereins des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, e.V. fanden zudem turnusgemäß Vorstandswahlen statt. Von den anwesenden Mitgliedern wurden Dr. Gerfried Zeller, Selectavet/Weyarn-Holzolling, als erster Vorsitzender, Dr. Egbert Mundt, Boehringer Ingelheim/Rohrdorf, als zweiter Vorsitzender und Dr. Holger Vogel, Amtstierarzt im Landkreis Vorpommern-Greifswald, als Schatzmeister, wiedergewählt und in ihren Funktionen bestätigt.
Der Förderverein des Friedrich-Loeffler-Instituts lädt seine Mitglieder für den 02.06.2026 zur 35. Mitgliederversammlung ein, die dann am FLI-Standort in Jena stattfinden wird. Das Treffen wird von einer wissenschaftlichen Vortragsveranstaltung begleitet und die Gelegenheit für die Vergabe der „Förderpreise 2026 des Fördervereins“ bieten. Weitere Informationen zum Förderverein sind auf der FLI Homepage unter http://foerderverein.fli.de verfügbar.
Pressemeldung: Dr. Gerfried Zeller, Vorsitzender Förderverein Friedrich-Loeffler-Institut e.V.
Mastitis: Den Ursachen auf der Spur - Was Veterinäre und Milchviehhalter über konventionelles und automatisches Melken unbedingt wissen sollten. "Sie werden überrascht sein"
Zum AVA-Seminar für Tierärztinnen und Tierärzte am 02. Juli 2025 in Steinfurt (Münsterland)

Im AVA-Workshop werden Sie "um" das Mastitisgeschehen eine Menge erfahren, wovon Sie bisher kaum etwas wussten. Unser Referent, Dr. Hömberg, wird Ihnen zum Mastitisumfeld sicher "die Augen öffen".
Als Ursache erhöhter Zellzahlen und geringer Milchleistung wird meist mangelhaftes Melken angenommen. Und tatsächlich bestehen seitens der Melktechnik noch immer zahlreiche Defizite, die neben ungenügender Stallhygiene und nicht bedarfsgerechter Nährstoffversorgung wesentlich zu (oft anhaltend) schlechter Eutergesundheit und enttäuschender Milchleistung beitragen.
Das gilt nicht nur für konventionelle Melkanlagen, sondern auch für die vermeintlich fortschrittlichen Melkroboter. Letztere beeindrucken zwar durch diverse technisch hoch entwickelte Komponenten, wie z.B. Ansetzautomaten und diverse Sensoren. Dennoch weisen alle zurzeit verfügbaren automatischen Melksysteme seitens der unmittelbar auf die Euter einwirkenden (originären) Melktechnik noch immer gravierende Unzulänglichkeiten auf. Diese Mängel der "euternahen Melktechnik" bestehen (ebenso wie in vielen konventionellen Melkanlagen) insbesondere in starken unkontrollierten Schwankungen des in den Zitzengummis direkt auf die Euter einwirkenden Vakuums. Hinzu kommt die fehlende Möglichkeit zum Nachmelken. Ein weiteres Manko der Melktechnik ist in zahlreichen konventionellen und automatischen Melkanlagen eine ungenügende Führung der langen Milchschläuche, die zu schräg sitzenden Melkbechern und Lufteinbrüchen in die Zitzengummis führt.
Die melktechnischen Mängel der verschiedenen Melkanlagen sind zwar höchst unterschiedlich. Ihre Folgen sind hingegen weitgehend einheitlich. Diese bestehen insbesondere in einer verbreitet unvollständigen Euterentleerung sowie der Schädigung des Eutergewebes, insbesondere der Zitzenkuppen und ihrer Infektionsbarrieren. Beides begünstigt neue Euterinfektionen und beeinträchtigt den Behandlungserfolg. Für erfolglose Therapieversuche werden dann oft ungerechtfertigterweise die verwendeten Medikamente und nicht zuletzt die behandelnden Veterinäre verantwortlich gemacht, nicht aber die anhaltenden Mängel, die seitens der Melktechnik und evtl. auch im Bereich der Haltung und Fütterung bestehen.
In diesem Seminar lernen Sie, woran Sie mangelhaftes Melken auch ohne Prüfgeräte und ohne Detailwissen über die verschiedenen Modelle konventioneller bzw. automatischer Melkanlagen erkennen können. Zudem erfahren Sie, welche Lösungsmöglichkeiten jeweils bestehen und wie Sie zur Mangelbeseitigung beitragen können. Im Einzelnen werden im Seminar folgende Themen ausführlich behandelt:
▪ Biologische & technische Grundlagen des Maschinenmelkens
▪ Einfluss des Melkens auf Eutergesundheit, Milchleistung & Milchqualität
▪ Tiergerechte Melktechnik: Anforderungen & verbreitete Mängel
▪ Bedeutung und Beeinflussung der Melkintervalle
▪ Fachgerechte Melkroutine
▪ Hygiene in Melksystemen
▪ Automatische Kontrolle der Milchqualität und Eutergesundheit
Versäumen Sie nicht diese spezielle „Mastitis-Fortbildung“ am 02. Juli in Steinfurt, um auch das Wissen links und rechts der obligatorischen Mastitis-Therapiemaßnahmen zu erlangen, wovon Sie ansonsten nur selten erfahren werden. Hier erfahren Sie mehr
Erste Kuhtoilette der Schweiz
Als Teil des Projekts «Ammoniak und Geruch» ist im Kanton Luzern die erste Kuhtoilette der Schweiz in Betrieb.
Rund 90 Prozent der Ammoniakemissionen stammen aus der Landwirtschaft. Ammoniak entsteht vor allem in der Nutztierhaltung, wenn Harn und Kot aufeinandertreffen. Das Gas verflüchtigt sich, gelangt in die Atmosphäre und wirkt wie ein unkontrollierter Dünger – allerdings nicht dort, wo er gebraucht wird. Besonders gefährlich ist das für sensible Ökosysteme wie artenreiche Magerwiesen, Moore oder Wälder, die durch Stickstoffeinträge langfristig zerstört werden.
Unsichtbares Problem
«Man riecht es, sieht es aber nicht», sagt Luzerner Kantonsrätin Laura Spring bei Familie Röösli auf dem Hof. «Der Stickstoff ist nicht dort, wo wir ihn haben wollen – in der Produktion für unsere Erträge – sondern in der Luft und das ist für die Landwirtschaft wie für die Umwelt ein Problem», erklärt sie weiter und ergänzt: «Wenn wir über die Luft zu viele Stickstoffeinträge bringen, wird der ganze Biodiversitätseffort der Landwirtschaft zum Teil zunichtegemacht».
Gerade im Kanton Luzern ist der Druck hoch: Er weist die höchsten Ammoniakemissionen der Schweiz auf. Ein Grund ist die Tierdichte – eine Folge politisch gewollter «innerer Aufstockung», also der wirtschaftlich getriebenen Konzentration von Nutztieren auf weniger Betrieben.
Innovation aus den Niederlanden
Die «CowToilet» wurde von der niederländischen Firma Hanskamp entwickelt und ist nun zum ersten Mal in der Schweiz im Praxiseinsatz. Der Milchviehbetrieb von Franz Röösli in Hellbühl hat die Anlage installiert – begleitet vom Ressourcenprojekt «Ammoniak und Geruch Zentralschweiz» sowie von Agroscope und dem Kanton Luzern.
Die Kuhtoilette ist eine freistehende Box, die die Kühe freiwillig betreten. Als Anreiz erhalten sie eine Portion Lockfutter – in Hellbühl betriebseigene Maiswürfel. Danach stimuliert die Anlage die Kuh am Hinterteil, wodurch ein Harndrang ausgelöst wird. Der Urin wird separat aufgefangen und nicht – wie sonst üblich – mit dem Kot vermischt. Dadurch wird verhindert, dass sich Ammoniak überhaupt erst bilden kann.
Wissenschaftlich begleitet
Wissenschaftler von Agroscope haben die Kuhtoilette zuvor am Forschungsstandort in Tänikon getestet. Dort konnte eine durchschnittliche Harnmenge von 5,5 Litern pro Kuh und Tag gesammelt werden. Das entspricht rund 10 bis 30 Prozent der täglich im Stall ausgeschiedenen Harnmenge pro Kuh – damit erreicht die Toilette eine Minderung der Ammoniakemissionen von rund 15 Prozent.
In den Niederlanden wurde sogar eine Emissionsminderung von bis zu 45 Prozent gemessen. Die tatsächliche Emissionsminderung hänge aber vom Haltungssystem und vom Lockfuttereinsatz ab, betonte Michael Zähner von Agroscope vor Ort in Hellbühl.
Im Stall der Familie Röösli nutzen rund 80 Prozent der 35 Kühe die Toilette – das entspricht etwa 200 Litern Urin täglich. Daraus lässt sich hochwertiger Stickstoffdünger gewinnen, der beispielsweise für den Biolandbau interessant ist.
Auf dem Betrieb der Familie Röösli in Hellbühl kommen zur Kuhtoilette aber noch weitere Massnahmen hinzu: Die Lauffläche mit Quergefälle und Harnsammelrinne sowie ein erhöhter Fressbereich mit Abtrennungen. Zusammengenommen ergibt das eine Reduktion der Ammoniakemissionen um rund 44 Prozent… .
Veterinäramt stellt Strafanzeige – Deutsches Tierschutzbüro fordert harte Strafe für den Tierquäler
Vor wenigen Tagen hat das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial aus einer der größten Schweinemastanlagen Niedersachsens veröffentlicht. Der Betrieb liegt in Merzen, Samtgemeinde Neuenkirchen, Landkreis Osnabrück. Es werden dort ca. 7.000 Schweine gemästet. Der Betreiber der Mastanlage ist CDU Mitglied und der stellvertretende Bürgermeister von Merzen.
Die Videoaufnahmen aus den Masthallen sind nur schwer zu ertragen. Einige der Tiere weisen zum Teil blutige Verletzungen an den Beinen auf, so dass sich die Tiere nur unter Schmerzen fortbewegen können. Bei anderen Tieren haben sich bereits handballgroße Abszesse gebildet, die ganz offensichtlich nicht behandelt wurden. Zudem müssen die Tiere auf Spaltenböden sehr dicht gedrängt stehen. Ein Teil der Schweine sieht offenbar noch nicht einmal Tageslicht. Auf den Aufnahmen sind auch einige Tiere zu sehen, die apathisch wirken oder augenscheinlich am Sterben sind. „Ein totes Schwein wurde vorgefunden, das bereits blau aufgedunsen war. Vermutlich lag es schon mehrere Tage tot im Stall“ so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Ein anderes totes Schwein wurde von den anderen Schweinen bereits angefressen. „Der Betreiber kommt seiner Fürsorgepflicht hier überhaupt nicht nach. Das wird auch dadurch deutlich, dass viele der verletzten Tiere nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Krankenbucht vorgefunden wurden“ moniert Peifer.
Geschlachtet wurden die Schweine bei den Schlachtgiganten VION und Tönnies in Niedersachsen. Beide Unternehmen nehmen nach einem Hinweis durch das Deutsche Tierschutzbüro keine Tiere mehr von dem Betrieb an. VION stellt die Lieferbeziehung zu dem Betrieb sogar ein. „Dies ist sicherlich eine sinnvolle Entscheidung. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die Firmen vorher nicht so genau hingeschaut haben“ so Peifer.
Die Videoaufnahmen wurden Anfang Dezember 2020 erstellt. Unmittelbar danach wurde das zuständige Veterinäramt in Osnabrück informiert. Dieses hat bei Kontrollen diverse Missstände vorgefunden. So musste die Anzahl der Tiere reduziert werden, da es zu einer Überbelegung der Stallungen gekommen ist. Auch wurden schwer erkrankte Tiere vorgefunden, die sofort notgetötet werden mussten. Aufgrund der Zustände vor Ort wurden bzw. werden Ordnungswidrigkeiten- bzw. Strafverfahren durch das Amt eingeleitet. Basierend auf einer bereits vom Deutschen Tierschutzbüro gestellten Strafanzeige ermittelt derzeit die zuständige Staatsanwaltschaft in Oldenburg (AZ 1102 Js 18935/21).
Dies ist nun der sechste Fall von massiver Tierquälerei aus niedersächsischen Schweinemastbetrieben innerhalb der letzten Monate, den das Deutsche Tierschutzbüro aufgedeckt und zur Anzeige gebracht hat… .
ANINOVA liegt umfangreiches Videomaterial aus einem der größten Rinderbetriebe in Brandenburg vor. In dem Milchviehbetrieb in Brüssow, Landkreis Uckermark, werden rund 1.000 Tiere gehalten.
Die gefilmten Missstände sind gravierend. So haben versteckte Kameras über Monate hinweg Übergriffe von Mitarbeitenden an Kühen und Kälbern dokumentiert. Vor allem werden Kühe mit Stöcken geschlagen und getreten, oft handelt es sich um Tiere, die ohnehin schon krank oder verletzt sind. „In dem Betrieb werden Tiere gequält, daher haben wir Strafanzeige erstattet“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA e.V. Zusätzlich wurde das Veterinäramt in Prenzlau und das Landwirtschaftsministerium in Potsdam informiert. Die Milch der gequälten Tiere wird als Haltungsstufe 3 bei LIDL, REWE und Kaufland verkauft. Teilweise wird es mit „Milch aus einem Tierwohl-Stall“ beworben. Weitere Informationen hier.
Es sind Bilder, die nur schwer zu ertragen sind. Immer wieder sind Mitarbeitende des Milchbetriebs zu sehen, wie sie Kühe treten, mit Stöcken schlagen oder mit spitzen Gegenständen quälen. Auch werden immer wieder Kälber geworfen oder getreten. Die Aufnahmen zeigen einen brutalen Umgang mit den Tieren. Einer der Hauptvorwürfe ist, dass kranke und verletzte Kühe augenscheinlich nicht tierärztlich behandelt werden. Viele Kühe haben Geschwüre, die teilweise die Größe eines Medizinballs überschreiten und offen sind. Mehrere Tiere haben stark geschwollene Beine, die einen Umfang von bis zu dem Dreifachen des Normalen erreichen. Diverse Tiere weisen offene Wunden sowohl an den vorderen als auch an den hinteren Karpalgelenken sowie an anderen Stellen auf. Einige Kühe können sich überhaupt nicht mehr aufrichten. Rund 50 der Kälber-Iglus verstoßen gegen die gesetzlichen Vorgaben, da es an sozialem Kontakt zu anderen Kälbern fehlt. „Die Liste der Vorwürfe ist sehr lang“, resümiert Peifer.
Dass der Landwirt gegen Tierschutzvorschriften verstößt, sollte ihm eigentlich bewusst sein, denn schließlich nimmt er an der Haltungsstufe 3 Außenklima teil. Die Milch wird an die Molkerei Fude + Serrahn in Gransee geliefert. Fude + Serrahn beliefert u.a. die Eigenmarken von LIDL, Kaufland und REWE. Im Supermarkt wird die Milch als „Tierwohl“, Haltungsstufe 3 verkauft.
Insgesamt sieben versteckte Kameras haben zwischen Mitte Dezember 2024 bis Mitte Februar 2025 rund 1.000 Stunden Videomaterial aus dem Betrieb aufgenommen. Das zuständige Veterinäramt in Prenzlau sowie das Landwirtschaftsministerium in Potsdam wurden direkt nach Abschluss der Recherche informiert. ANINOVA wurde das Bildmaterial zugespielt. Nach detaillierter Auswertung hat die Organisation eine umfangreiche Strafanzeige erstattet und Mitte März 2025 das gesamte Bildmaterial der Staatsanwaltschaft Neuruppin übermittelt. „Wir hoffen, dass die Täter hart bestraft werden“, so Peifer.
Die Tierrechtsorganisation will mit der Veröffentlichung der Bilder generell aufzeigen, wie Milchkühe in Deutschland gehalten werden. Bezeichnungen wie „Tierwohl“ oder Haltungsstufe 3 sagen am Ende überhaupt nichts darüber aus, ob die Tiere artgerecht gehalten werden oder nicht… .
Millionen Tiere gekeult: Seuchen belasten Polens Geflügelbranche
Polens Geflügelsektor leidet massiv unter Seuchenausbrüchen und sieht sich durch das Mercosur-Abkommen zusätzlich wirtschaftlich bedroht.
Neue Ausbrüche: 1,5 Millionen Hühner gekeult in Masowien
Polens Geflügelsektor wird derzeit massiv durch Seuchenausbrüche belastet. Besonders betroffen ist das Land von der hoch pathogenen Vogelgrippe und der Newcastle-Krankheit (NCD). Kürzlich kam es in der zentralpolnischen Region Masowien zu zwei neuen NCD-Ausbrüchen. Dabei mussten 1,5 Millionen Hühner gekeult werden.
Seit Jahresbeginn wurden in Polen bereits dreißig Fälle von NCD registriert. Insgesamt sind dabei bereits 3,5 Millionen Stück Geflügel getötet worden. Diese Seuchenausbrüche stellen eine große Herausforderung für die gesamte Geflügelwirtschaft dar.
Geflügelbranche unter Druck: Strukturelle Schwächen verschärfen Krise
Die Geflügelbranche in Polen leidet zudem unter strukturellen Problemen. Es bestehen erhebliche Überkapazitäten in Schlachthöfen und Verarbeitungsbetrieben, was bei Seuchenausbrüchen zu langen Produktionsausfällen führt. Dies wiederum schädigt das Vertrauen der Kunden und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.
Vor diesem Hintergrund befürchtet der polnische Geflügelsektor, durch das geplante Mercosur-Handelsabkommen besonders hart getroffen zu werden. Als größter Geflügelfleischerzeuger und -exporteur der EU sieht sich Polen im Nachteil gegenüber neuen Importkonkurrenten.
Knappheit europäischer Rinder und Regularien sorgen für Engpässe im Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie
Strenge Regularien und ein sinkender Rinderbestand sorgen für Engpässe am Rindfleischmarkt. Die E.Jacobsen GmbH sichert mit hochwertigen Importen aus Südamerika weiterhin stabile Liefermengen.
Der europäische Rindfleischmarkt steht vor einer der größten Herausforderungen der letzten Jahre. Eine zunehmende Verknappung europäischer Rinder trifft auf verschärfte gesetzliche Vorgaben und stellt die gesamte Fleischwirtschaft vor neue Hürden. Doch während viele Marktteilnehmer mit Lieferengpässen und Preissprüngen kämpfen, sichert die E.Jacobsen GmbH durch gezielte Importe hochwertiger südamerikanischer Rindfleischprodukte weiterhin eine stabile Versorgung – sowohl für den Großhandel als auch für den Lebensmitteleinzelhandel und verarbeitende Betriebe.
Ursachen für die angespannte Lage am europäischen Rindfleischmarkt
Der europäische Rinderbestand ist bereits seit Jahren rückläufig. Vor allem wirtschaftliche Faktoren, wie steigende Produktionskosten, ein erhöhter Druck auf landwirtschaftliche Nutzflächen und strengere Umwelt- und Tierschutzauflagen, machen es vielen landwirtschaftlichen Betrieben zunehmend schwer, rentabel zu wirtschaften. Die neue EU-Tierwohlverordnung sowie die verschärften Regularien zur Fütterung, Rückverfolgbarkeit und CO?-Bilanzierung setzen zusätzliche Herausforderungen.
Dazu kommen klimatische Einflüsse, die insbesondere in Südeuropa zu Futtermangel und Bestandsreduktionen führten. „In der Folge sehen wir einen deutlichen Angebotsrückgang bei gleichzeitig stabiler bis wachsender Nachfrage – vor allem aus der Gastronomie und dem hochwertigen Lebensmitteleinzelhandel“, erklärt Thomas Bär, Geschäftsführer der E.Jacobsen GmbH.
Für Großhändler und Lebensmitteleinzelhandel bedeutet diese Entwicklung spürbare Unsicherheiten bei Einkaufspreisen, Planbarkeit und Warenverfügbarkeit.
E.Jacobsen GmbH bietet mit Südamerika eine stabile und hochwertige Alternative
Die E.Jacobsen GmbH begegnet dieser Situation mit einer klaren Strategie: Die langjährige Partnerschaft mit ausgewählten Produzenten in Südamerika sichert auch in dieser Marktlage gleichbleibend hohe Qualität und stabile Liefermengen. Argentinien, Brasilien und Uruguay gehören zu den renommiertesten Rindfleischproduzenten weltweit und bieten durch große Weideflächen, nachhaltige Zuchtmethoden und langjährige Exporterfahrung ideale Voraussetzungen, um die europäische Knappheit abzufedern.
„Durch unser internationales Beschaffungsnetzwerk und enge Beziehungen zu vertrauensvollen Partnerbetrieben können wir weiterhin bedarfsgerecht liefern – in gewohnter Premium-Qualität“, betont Jan Tilsner, Prokurist der E.Jacobsen GmbH. „Gerade für unsere Kunden im Food Service, im Cash & Carry-Bereich sowie dem Lebensmitteleinzelhandel bleibt Verlässlichkeit entscheidend, um den eigenen Betrieb wirtschaftlich führen zu können. Hier verstehen wir uns als Partner auf Augenhöhe.“
Hochwertiges Premium-Rindfleisch für anspruchsvolle Zielgruppen
Das Sortiment der E.Jacobsen GmbH umfasst eine große Auswahl an Premium-Rindfleisch, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen: Vom klassischen Lebensmittelgroßhandel über Food Service bis hin zur fleischverarbeitenden Industrie. Ob argentinisches Sirloin-Steak, brasilianisches Filet oder Grain Fed Cuts für höchste Ansprüche – die E.Jacobsen GmbH bietet Fleischspezialitäten, die sowohl in der Spitzengastronomie als auch im Qualitätssegment des Einzelhandels gefragt sind.
Durch die hohe Nachfrage nach verlässlicher Produktqualität und Lieferfähigkeit ist die E.Jacobsen GmbH ein wichtiger Partner für Küchenchefs, Einkäufer und Fleischveredler. „Unsere südamerikanischen Steaks überzeugen durch Zartheit, Marmorierung und Geschmack. Diese Eigenschaften sind für Profis in der Gastronomie genauso wichtig wie eine verlässliche Lieferkette und kalkulierbare Preise“, so Thomas Bär weiter.
Signal für den Wandel: Landwirtschaft fordert Finanzierungssicherheit für mehr Tierschutz
Der Deutsche Bauernverband fordert von der neuen Bundesregierung finanzielle Unterstützung für den Umbau der Tierhaltung und mehr Tierschutz. Gleichzeitig sind Erleichterungen im Bau- und Emissionsschutzrecht notwendig, um den Landwirten Planungssicherheit für langfristige Investitionen zu gewährleisten.
Der Deutsche Bauernverband formuliert deutliche Erwartungen an die neue Bundesregierung, um den erforderlichen Umbau der Tierhaltung voranzutreiben und hierbei den Tierschutz in den Ställen nachhaltig zu stärken. Laut Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied ist das Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Tierhaltung ein wichtiges Zeichen. Es gilt jedoch, diese Absichtserklärungen in konkrete Handlungen umzusetzen.
Rukwied betont, dass die notwendigen Investitionen zur Veränderung der Tierhaltungsstrukturen auf staatliche Mitfinanzierung angewiesen sind, da diese aus dem Agrarhaushalt nicht umgeschichtet werden können. Er unterstreicht die Dringlichkeit konkreter Maßnahmen vonseiten der Politik und signalisiert, dass der neue Agrarminister Alois Rainer (CSU) an seinen Taten gemessen wird.
Trotz des gesellschaftlichen und politischen Willens zur Umstrukturierung lässt sich der Umbau nicht allein über den Markt realisieren. Entscheidend sei, dass die finanziellen Mittel auch tatsächlich bei den Landwirten ankommen, um Planungssicherheit für notwendige Investitionen über 20 Jahre hinaus zu gewährleisten.
Bauern fordern 'frisches Geld' für Umbau der Tierhaltung
Der Bauernverband macht bei der neuen Bundesregierung Druck für eine gesicherte Finanzierung für mehr Tierschutz in den Ställen. "Das Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Tierhaltung ist ein wichtiges Signal. Es dürfen aber keine leeren Worte bleiben", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur vor dem Deutschen Bauerntag in Berlin. "Der Umbau und die Sicherung der Tierhaltung werden nur gelingen, wenn Investitionen staatlich mitfinanziert werden. Dafür braucht es frisches Geld, keine Umschichtungen im Agrarhaushalt."
Rukwied betonte: "Wir erwarten jetzt konkrete Schritte." Daran werde man den neuen Agrarminister Alois Rainer (CSU) auch messen. "Gesellschaft und Politik möchten diesen Umbau, und wir wollen ihn umsetzen. Aber über den Markt allein wird es nicht funktionieren." Entscheidend sei, dass das Geld bei den Landwirten ankomme. "Wir brauchen für Investitionen in Ställe eine garantierte Planungssicherheit für 20 Jahre. Damit überhaupt investiert wird, braucht es Erleichterungen im Bau- und Emissionsschutzrecht."
Ziel des neuen Ministers
Damit Landwirte nicht allein auf Kosten für den Umbau von Ställen und höheren laufenden Ausgaben sitzen bleiben, wird schon seit Jahren über eine dauerhafte, umfassende Finanzierung in Milliardenhöhe diskutiert. Minister Rainer hatte als Ziel genannt, als Förderung 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu mobilisieren. Im Gespräch sind seit längerem auch Preisaufschläge oder eine Anhebung der Mehrwertsteuer für Fleisch im Supermarkt… .
Staatsanwaltschaft ermittelt – „Das sind keine Einzelfälle“ – Ministerium muss handeln
Erneut veröffentlicht das Deutsche Tierschutzbüro e.V. Bildmaterial aus einem Schweinehaltungsbetrieb in Niedersachsen. Der Betrieb liegt in Wietmarschen, Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. In dem Familienbetrieb werden ca. 1.000 Mastschweine verteilt auf 2 Hallen gehalten.
Die Videoaufnahmen wurden dem Deutschen Tierschutzbüro zugespielt und zeigen katastrophale Zustände. So sind die Stallungen an einigen Stellen stark mit Urin und Kot verschmutzt, die Tiere müssen in ihren eigenen Ausscheidungen leben. Viele der Tiere haben Abszesse, teilweise Handball groß. Ein Schwein hat einen Abszess direkt über dem Auge, was zur Folge hat, dass dieses blutunterlaufen und voller Eiter ist. Andere Schweine haben blutig gebissene Ohren, humpeln oder haben andere schwere Verletzungen. Bei der Sichtung des Bildmaterials fiel den Tierrechtler*innen vor allem ein sehr stark verkratztest Tier auf, das offenbar im Sterben lag. „Eine tierärztliche Behandlung oder Separierung erfolgte offensichtlich nicht. Für dieses Schwein müssen das Höllenqualen gewesen sein“, kritisiert Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros e.V.
Die Aufnahmen sind im Oktober 2020 entstanden, unmittelbar danach wurde das zuständige Veterinäramt in Nordhorn informiert und eine Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft in Oldenburg ermittelt gegen den Betreiber wegen des Verdachts der Tierquälerei (AZ 1106 Js 77533/20). „Wir informieren erst jetzt die Öffentlichkeit über den Fall, da uns in der Vergangenheit oft der Vorwurf gemacht worden ist, dass wir zu schnell die Medien kontaktiert haben und es dadurch zu Ermittlungsbehinderungen gekommen sei. Auch wenn dieser Vorwurf haltlos ist, haben wir uns dazu entschlossen, jetzt erst die Medien zu informieren“ so Peifer. Geschlachtet werden die Tiere u.a. bei dem Schlachtgiganten Vion in Emstek. Dies geht aus Lieferscheinen hervor, die abgefilmt wurden. Vion hat die Lieferbeziehung bestätigt.
Das Deutsche Tierschutzbüro deckt damit den 7. Fall von Tierquälerei in Schweinehaltungsbetrieben in Niedersachsen innerhalb von nur wenigen Monaten auf. In allen Fällen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Noch immer spricht das niedersächsische Landwirtschaftsministerium von Einzelfällen und Verfehlungen einzelner Landwirte, doch bei 7 Fällen von Tierquälerei muss selbst die Ministerin anerkennen, dass dies ein systemimmanentes Problem ist und endlich handeln“ moniert Peifer, der dabei auf eine Untersuchung von NRW verweist… .
