Rufen Sie uns an: +49 (0) 2551-78 78
NEWS
von der AVA und aus der Branche
Ein Trojanisches Pferd für künstliche Aminosäuren
Forschende haben ein bakterielles Transportsystem so umgebaut, dass es grosse Mengen an unnatürlichen Aminosäuren effizient in die Zellen einschleusen kann.
Forschenden der ETH Zürich ist es gelungen, unnatürliche Aminosäuren in grossen Mengen in Bakterien einzuschleusen. Dadurch lassen sich hocheffizient neuartige Designerproteine herstellen. Sie können als effizientere Katalysatoren oder wirksamere Medikamente genutzt werden.
Das neue System ermöglicht die effiziente biotechnologische Massenproduktion solcher Designerproteine. Die Anwendungen reichen von präzise wirkenden Medikamenten über effizientere Katalysatoren bis hin zu verbesserten bildgebenden Verfahren.
Das Leben kennt 20 Aminosäure-Bausteine, aus denen es die Proteine zusammensetzt. Die Beschränkung auf 20 Bausteine ermöglicht zwar eine grosse Vielfalt an Proteinstrukturen und Funktionen, setzt aber auch klare chemische Grenzen. Im Labor hingegen können Chemikerinnen und Chemiker theoretisch tausende künstliche Aminosäuren synthetisieren, viele davon mit völlig neuen Eigenschaften.
Durch biotechnologische Methoden lassen sich diese künstlichen Bausteine gezielt in Proteine lebender Zellen einbauen. «Proteine mit spezifisch platzierten unnatürlichen Aminosäuren eröffnen sowohl für medizinische und industrielle Anwendungen als auch für die wissenschaftliche Forschung viele neue Möglichkeiten», erklärt Kathrin Lang, Professorin für chemische Biologie an der ETH Zürich.
Durch künstliche Aminosäuren entstehen in allen Anwendungsgebieten von Proteinen neue Möglichkeiten. Therapeutische Proteine können dank zusätzlicher chemischer Gruppen gezielter und effektiver wirken… .
Wie sich Bakterien feindlichen Angriffen widersetzen
Schutz vor Rivalen reduziert jedoch Resistenz gegen Medikamente
Mit einer molekularen Harpune räumen einige Bakterien ihre Rivalen aus dem Weg. Sie injizieren ihnen damit einen tödlichen Cocktail. Forschende an der Universität Basel haben nun herausgefunden, dass sich manche Bakterien vor dem Giftcocktail der Angreifer schützen können. Dies macht sie jedoch anfälliger für Antibiotika.
Bakterien unterschiedlichster Arten leben meist zu Abermillionen auf kleinstem Raum zusammen. Da bleibt ein Kampf um Platz und Ressourcen nicht aus. Um sich zu behaupten, setzen einige Bakterien auf eine molekulare Harpune, mit der sie ihre Widersacher wortwörtlich ausstechen. Eines dieser Bakterien ist Pseudomonas aeruginosa. Es ist in der Umwelt weit verbreitet, gilt aber auch als Problemkeim in Spitälern.
Pseudomonas kann in friedlicher Coexistenz mit anderen Mikroben leben. Wird es jedoch von artfremden Bakterien mit einer Nano-Harpune angegriffen, baut es in Sekundenschnelle seine eigene zusammen. Mit diesem sogenannten Typ VI Sekretionssystem (T6SS) injiziert es dem Angreifer seinen eigenen tödlichen Giftcocktail.
Wie aber kann Pseudomonas überhaupt zurückschlagen, wenn es zuvor schon selbst eine Giftspritze vom Gegner abbekommen hat? Eine Antwort hat das Team von Prof. Dr. Marek Basler am Biozentrum der Universität Basel gefunden und nun im Fachjournal «Nature Communications» veröffentlicht… .
KSP und ASP: Informationen für Tierärzte in NdS
Niedersächsisches Früherkennungs- und Monitoring - Programm für Klassische Schweinepest (KSP) und Afrikanische Schweinepest (ASP)
Einleitung
Effektive Früherkennungs- und Monitoring-Programme sind für eine schnelle und effiziente Tierseuchenbekämpfung von enormer Bedeutung. Ziel solcher Programme ist es, die sogenannte „High Risk Period“ - den Zeitraum, in dem Seuchenerreger unentdeckt in der Tierpopulation zirkulieren und sich ausbreiten können - deutlich zu verkürzen.
In der Vergangenheit sind bei Seuchenausbrüchen der KSP in Europa oft viele Wochen (6 - 12 Wochen) vergangen, bevor der erste Ausbruch festgestellt wurde. Solche langen Zeitspannen sind inakzeptabel und können durch ein effektives Früherkennungs-Programm verkürzt werden. Durch eine frühe Erkennung eines Seucheneintrages kann enormer Schaden von jedem Einzelnen sowie von der Gesamtheit aller Wirtschaftsbeteiligten abgewendet werden.
KSP und ASP zeichnen sich durch unspezifische Krankheitsbilder und Verlaufsformen aus und können nicht durch eine klinische Untersuchung auf dem Betrieb diagnostiziert werden. Eine eindeutige Diagnose kann nur im Labor erfolgen!
Da bei einem Eintrag von KSP oder ASP in die heimische Haus- oder Wildschweinpopulation mit (unspezifischen) Krankheitssymptomen gerechnet werden muss, ist die Einbeziehung von Proben klinisch kranker Tiere - auch wenn bei diesen explizit kein Verdacht auf Schweinepest besteht- sehr gut zur gezielten Früherkennung geeignet! Durch routinemäßige Ausschluss-Untersuchungen von KSP und ASP kann eine Seucheneinschleppung früher erkannt werden.
Warum brauchen wir ein Monitoring-Programm für KSP und ASP?
Seit September 2020 kommt die ASP bei Wildschweinen in Deutschland vor. Seitdem waren ebenfalls einige schweinehaltende Betriebe betroffen. Die ASP tritt in vielen Ländern Europas, in Teilen Afrikas, Asiens und Russlands auf und breitet sich kontinuierlich weiter aus. Für Niedersachsen stellt die ASP ein permanentes Risiko dar.
Die KSP trat in den letzten Jahren in Asien, Süd- und Mittelamerika auf. Auch wenn der letzte Nachweis in Europa 2015 erfolgte ist eine Einschleppung über Reiseverkehr (auch Jagdtourismus) oder Güter- bzw. Tierverkehr jederzeit möglich.
Bei einem Eintrag dieser Krankheiten in die naive, ungeschützte Schweinepopulation ist mit dem Auftreten klinischer, unspezifischer Krankheitssymptome zu rechnen.
Wie ist das Monitoring-Programm für Hausschweine in Niedersachsen aufgebaut?
Das nds. Früherkennungs-Programm für Schweinepest wurde 2013/14 überarbeitet und ergänzt.
Es weist folgende Komponenten auf:
1) Serologische Untersuchung auf KSP von Proben aus risikobasiert ausgewählten Betrieben.
2) Ausschluss-Untersuchung KSP und ASP bei Sektionen und Abklärungsuntersuchungen.
3) Ausschluss-Untersuchung KSP und ASP bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung.
4) Ausschluss-Untersuchung KSP und ASP bei diagnostischen Proben von kranken Schweinen, die an diagnostische Labore eingeschickt werden.
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Postfach 9262 26140 Oldenburg www.laves.niedersachsen.de Stand: Februar 2024
| Nds. Früherkennungs-Programm für Schweinepest für Hausschweine | |||
| Warum | Ein- und Verschleppung von KSP und/oder ASP ist zu befürchten | ||
| Ziel | Frühzeitiges Erkennen einer Seucheneinschleppung/ -verbreitung | ||
| Tierarten | Hausschweine | ||
| Kosten für Schweinehalter | Keine Kosten für den Tierbesitzer/-halter | ||
| Bausteine des Nds. Programms für Hausschweine |
1) Serologische Untersuchung von Proben aus risikobasiert ausgewählten Betrieben
|
| |
|
2) Ausschluss-Untersuchung KSP und ASP bei Sektionen und Abklärungsuntersuchungen
|
| ||
|
3) Ausschluss-Untersuchung KSP und ASP bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung
|
| ||
|
4) Ausschluss-Untersuchung KSP und ASP bei diagnostischen Proben von kranken Schweinen, die an ein Labor geschickt werden
|
| ||
| Zu 4) Weiterleitung diagnostischer Proben klinisch kranker Schweine | |||
| WICHTIG! |
| ||
| Folgen für Tierbesitzer/- halter | Keine (Außer die Probe wird KSP/ASP-positiv diagnostiziert) | ||
| Was geschieht, wenn eine Probe positiv getestet wird? | Bei positivem oder fraglichem Ergebnis:
Bei erneutem positivem oder fraglichem Ergebnis:
| ||
| Was geschieht, wenn eine Probe positiv getestet wird? | Bei positivem oder fraglichem Ergebnis:
Bei erneutem positivem oder fraglichem Ergebnis:
| ||
| Befundmitteilung | KEINE Rückmeldung bei negativen Untersuchungsergebnissen |
| Einwilligung zur Weiterleitung | Durch Ankreuzen der entsprechenden Option auf dem Probeneinsendungsformular des diagnostischen Labors und Unterschrift des Tierhalters |
| Weitere Infos | Informationsschreiben für Kunden bei den diagnostischen Laboren und unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de erhältlich |
Für die Ausschluss-Untersuchung von kranken Schweinen (Punkt 4) ist die Weiterleitung von Proben aus diagnostischen Laboren an die Untersuchungseinrichtungen des LAVES ein wichtiger Bestandteil, die nur mit der Zustimmung des Tierhalters/-besitzers erfolgt!
Nur durch die aktive Mithilfe der praktizierenden Tierärzte und der Tierhalter kann das Früherkennungs-Programm erfolgreich umgesetzt werden kann.
Im Folgenden sollen häufig gestellte Fragen beantwortet werden:
- Es handelt sich bei diesen Untersuchungen NICHT um die Abklärung eines Verdachts auf Schweinepest. Es wird davon ausgegangen, dass die Tiere aus anderen Gründen erkrankt sind. Mit der Untersuchung soll lediglich ausgeschlossen werden, dass Schweinepest ggf. unerkannt bleibt. Die Proben werden routinemäßig der Ausschluss-Untersuchung auf KSP und ASP zugeführt. Weitere Untersuchungen erfolgen nicht.
- Die Einsendung und Weiterleitung der Proben erfolgt routinemäßig. Sie werden NICHT bevorzugt behandelt. Die Untersuchung erfolgt zeitnah, aber nicht unbedingt sofort.
- Der Probeneinsendende Betrieb wird NICHT unter Beobachtung gestellt oder gemaßregelt.
- Die zuständige kommunale Veterinärbehörde wird NICHT eingeschaltet und NICHT informiert.
- Ist das Ergebnis der Ausschluss-Untersuchung negativ, so ist es sehr wahrscheinlich, dass keine Schweinepest vorliegt.
- Diese Untersuchungen ersetzen nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen nach §§ 8 und 9 der Schweinehaltungshygiene-Verordnung, wonach der Tierhalter bei gehäuftem Auftreten von verendeten Schweinen, Kümmerern, fieberhaft erkrankten Tieren, Totgeburten und Todesfällen sowie bei erhöhter Umrausch- und Abortquote durch seinen betreuenden Tierarzt u.a. auf KSP und ASP untersuchen zu lassen hat (weiterführende Informationen dazu entnehmen Sie bitte den §§ 8 und 9 sowie der Anlage 6 der SchHaltHygV).
Warum eignen sich die Proben aus anderen Monitoring-Programmen NICHT zur Schweinepest-Früherkennung?
Proben aus anderen Programmen (z.B. Salmonellen-Monitoring, Trichinen-Untersuchung) werden nicht zielgerichtet und risikoorientiert für Schweinepest entnommen. Es handelt sich in der Regel um Proben gesunder Tiere. Die Wahrscheinlichkeit der Früherkennung eines Schweinepest-Eintrags durch die Untersuchung solcher Proben wird als sehr gering beurteilt, würde aber immens hohe Kosten verursachen.
Wie kann die Einwilligung zur Weiterleitung von Proben klinisch kranker Tiere erfolgen?
Eine Weiterleitung der eingesandten Proben durch das mit der Untersuchung beauftragte Labor erfolgt nur, wenn einsendender Tierarzt und Tierhalter informiert sind und explizit zugestimmt haben. Private, diagnostische Labore haben dazu auf ihrem Probeneinsendungsformular eine entsprechende Ankreuz-Option eingefügt und die Möglichkeit zur Unterschrift vorgesehen. Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Postfach 9262 26140 Oldenburg www.laves.niedersachsen.de Stand: Februar 2024 Seite 4 von 4
Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch und weisen Sie den Tierhalter auf die Möglichkeit, der für ihn kostenlosen Untersuchung hin. Bitte geben auch Sie Ihre Einwilligung zur Weiterleitung von Proben. Bei Rückfragen kontaktieren Sie bitte Ihr Labor.
Welche Kosten kommen auf den Tierbesitzer/-halter zu?
Für die Teilnahme am nds. Schweinepest-Früherkennungs-Programm entstehen für den Tierbesitzer/-halter keine Kosten.
Was bedeutet die Teilnahme am Früherkennungs-Programm für den Tierbesitzer/-halter?
Die Teilnahme am Früherkennungs-Programm hat für den Tierhalter in aller Regel keine Folgen! Es handelt sich lediglich um Ausschluss-Untersuchungen und NICHT (!!!) um die Abklärung eines Schweinepest-Verdachts.
Es ist davon auszugehen, dass die Untersuchungsergebnisse negativ ausfallen und somit keine
Konsequenzen für den Tierhalter entstehen. Lediglich für den Fall, dass eine Probe positiv getestet werden würde, würde die zuständige kommunale Veterinärbehörde eingeschaltet.
Was geschieht, wenn eine Probe positiv getestet wird?
Erzielt eine Probe im Labor ein positives oder fragliches Ergebnis, so wird die Untersuchung im Labor zunächst wiederholt und ggf. auch mit weiteren diagnostischen Tests abgeklärt. Bestätigt sich das positive Ergebnis, so wird ein schriftlicher Befund erstellt und unverzüglich die für den Betrieb zuständige kommunale Veterinärbehörde verständigt.
Die Tierärzte der zuständigen kommunalen Veterinärbehörde werden dann Kontakt zum betroffenen Betrieb aufnehmen und diesen besuchen. Im Rahmen des Besuches erfolgen eine klinische Untersuchung der gehaltenen Schweine sowie eine gezielte Entnahme von Blutproben zur erneuten Untersuchung im Labor. Sollten bei dem Besuch auf dem Betrieb klinische Veränderungen bei den Schweinen festgestellt werden, die auf Schweinepest hindeuten, so wird ein Verdacht auf Schweinepest ausgesprochen werden müssen.
Was geschieht mit den Untersuchungsergebnissen? Wer erhält einen Befund?
Um den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich zu halten, erfolgt bei negativen Befunden keine Rückmeldung der Untersuchungsergebnisse an den Tierbesitzer/-halter, den Tierarzt oder das einsendende Labor. Die Untersuchungsergebnisse werden nur der zuständigen kommunalen Veterinärbehörde mitgeteilt.
Informieren Sie Ihre Kunden und beteiligen Sie sich am Früherkennungs-Programm für Schweinepest!
Nutzen Sie die Möglichkeit der kostenlosen Ausschluss-Diagnostik Schweinpest!
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Postfach 9262 26140 Oldenburg www.laves.niedersachsen.de
Überangebot am Milchmarkt: Ungarn fordert private Lagerhaltung
Ungarn pocht auf Unterstützungsmaßnahmen der Europäischen Union, um den durch ein Überangebot geprägten Milchmarkt wieder ins Lot zu bringen. Beim Agrarratstreffen am Donnerstag (12.12.) forderte Landwirtschaftsminister István Nagy, die Private Lagerhaltung (PLH) für Käse und Milchpulver zu aktivieren.
In einer Erklärung der Budapester Regierung heißt es, dass unter den gegenwärtigen Marktbedingungen vorübergehende und schnelle Maßnahmen gerechtfertigt seien, um das Angebot einzudämmen. Die Hoffnung der Ungarn: Ein wirksamer Beitrag zur Stabilisierung des Milchsektors. Am europäischen Milchmarkt kommt laut Analyse der Ungarn gerade einiges zusammen: eine steigende Produktion und dadurch fallende Rohmilchpreise, ein sinkender Konsum und ein schwächelnder Export.
Ungarn berichtet, dass der Spotpreis für Magermilch in der EU im allein Oktober um 12% und für Vollmilch um 11% gefallen ist. Anfang November deuten die Preise demnach auf weitere Rückgänge von 12% für Magermilch und 16% für Vollmilch hin. Vollmilch würde am Spotmarkt damit 42% und Magermilch 44% unter dem Vorjahresniveau liegen. Ähnliche Rückgänge werden auch für Milchprodukte verzeichnet. Käse ist demnach 28% günstiger als vor einem Jahr, Butter 34% und Sahne 39%.
Hansen will prüfen
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen teilt offenbar die Sorgen der Ungarn. Die Marktbeobachtung der EU-Kommission zeige, dass die zuletzt außergewöhnlich hohen Milchpreise nun abrupt abfallen würden, so der Kommissar. Die Folge aus seiner Sicht: „Wir erleben eine deutliche Preiskorrektur bei bestimmten Milchprodukten, insbesondere bei Butter und Milchpulver“. Er sicherte vor diesem Hintergrund zu, die Marktentwicklung im Milchsektor genauestens im Auge zu behalten.
Kein Wort aus Deutschland
Unterstützung erhielt Ungarn aus Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Rumänien sowie Kroatien, Bulgarien und der Slowakei. Eine Reihe dieser Länder forderte aber eine genauere Analyse der Marktlage, bevor Maßnahmen ergriffen werden. Keine Wortmeldung war das Thema der deutschen Delegation wert, was vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste von Bauern hierzulande doch erstaunt.
Mahnwache: Bauernprotest wegen billiger Butter

Treckerdemo im Januar 2024 im Münsterland
|
Der Verein «Land schafft Verbindung BW», ein Zusammenschluss aus Landwirten, wollte sich zunächst nicht auf eine Zahl festlegen.
Butter ist derzeit so günstig wie lange nicht. Die Handelsketten haben die Preise kürzlich erneut reduziert. Ein 250-Gramm-Stück Deutscher Markenbutter der Eigenmarken kostet inzwischen weniger als einen Euro. Grund ist der günstigere Weltmarktpreis für Milch. Bei den Molkereien wurde zuletzt mehr Milch angeliefert als im Vorjahreszeitraum, zudem ist der Fettgehalt gestiegen. Bauernvertreter warnen, viele Betriebe könnten notwendige Investitionen nicht mehr stemmen.
Mahnwache bis Dienstag
Insgesamt hatten die Organisatoren bis zu 500 Traktoren aus ganz Baden-Württemberg vor der Lidl-Zentrale erwartet. Die Polizei warnte wegen der sogenannten Sternfahrt vor möglichen Verkehrsbehinderungen. Nach Angaben der Veranstalter ist eine Mahnwache bis Dienstagnachmittag geplant. Die Bauern werfen Lidl in einer Online-Petition vor, die Butter «zu verramschen».
Einkommen der Agrarbetriebe stagnieren
Hohe Kosten, volatile Märkte und schwierige Ernten belasten zahlreiche Familienbetriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr.
Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 blieb das Einkommen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Baden-Württemberg nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Trotz einzelner positiver Entwicklungen bei bestimmten Betriebszweigen zeichnet sich für viele landwirtschaftliche Betriebe weiterhin eine schwierige wirtschaftliche Situation ab. Dies gab der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz in Stuttgart bekannt.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Betriebsformen prägen das Ergebnis
Das Unternehmensergebnis je nicht entlohnter Familienarbeitskraft (nFAK) lag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2024/2025 im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe bei 41.610 Euro und damit ungefähr auf Vorjahresniveau. Während einige Bereiche von besseren Preisen oder Marktimpulsen profitieren konnten, steht ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Betriebe weiterhin unter hohem wirtschaftlichen Druck. Im bundesweiten Vergleich bleibt Baden-Württemberg Schlusslicht unter den Bundesländern.
Ackerbau durch schwierige Marktlage und Wetterextreme enorm belastet
Die Ackerbaubetriebe verzeichneten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr erhebliche wirtschaftliche Einbußen. Ihr Unternehmensergebnis sank um 30 Prozent auf 25.216 Euro je nFAK. Entscheidend hierfür waren die weiterhin niedrigen Erzeugerpreise bei Getreide sowie ein schwächeres Ertragsniveau im Sommer 2024. Im aktuell laufenden Wirtschaftsjahr verschärft sich die wirtschaftliche Situation noch weiter. „Viele Ackerbaubetriebe geraten zunehmend in eine ökonomische Schieflage, weil weiter sinkende Erlöse, hohe Auflagen und Produktionsrisiken kaum noch zu kompensieren sind“, erklärte Rukwied.
Wein- und Obstbau weiter massiv unter Druck
Die Weinbaubetriebe konnten nach dem extrem schwachen Vorjahr ihr Unternehmensergebnis zwar auf 27.670 Euro je nFAK steigern, dennoch liegen die Einkommen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Insbesondere die weiter schwache Nachfrage nach Wein sowie ein zunehmender Preisdruck durch günstige Importe aus Ländern mit niedrigeren Lohnkosten und weniger strengen Produktionsauflagen setzen die heimischen Betriebe unter Druck.
Auch die Obstbaubetriebe verbesserten ihr Ergebnis auf 47.448 Euro je nFAK. Trotz des Plus von 43 Prozent bleiben die Herausforderungen groß: Die bundesweit sehr geringe Apfelernte im vergangenen Jahr, steigende Lohnkosten und zunehmender Krankheits- und Schädlingsdruck belasten die Obsterzeuger im Land.
Ergebnis der Schweinehaltung rückläufig
Die Veredlungsbetriebe erzielten zwar mit 67.378 Euro je nFAK das höchste Betriebsergebnis aller Betriebsformen, mussten aber im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang von rund 19 Prozent hinnehmen. Rückläufige Schlachtschweinepreise und anhaltende Herausforderungen bei den Tierhaltungsvorgaben belasten die wirtschaftliche Perspektive der Schweinehalter erheblich. „Die Betriebe benötigen Planungssicherheit und politischen Rückhalt, um dringend notwendige Investitionen tätigen zu können“, mahnte der LBV-Präsident.
Milchviehhaltung: Vorjahresplus wird durch Preisdruck im LEH gefährdet
In der Milchviehhaltung verbesserte sich das Unternehmensergebnis auf 60.683 Euro je nFAK und lag damit rund 21 Prozent über dem Vorjahr. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Milchpreise über weite Teile des Wirtschaftsjahres 2024/2025. „Trotz des verbesserten Ergebnisses bleiben die Betriebe angesichts der aktuellen Marktentwicklung verunsichert“, betonte LBV-Präsident Joachim Rukwied mit Blick auf die Preisabwärtsbewegung im Herbst 2025.
Die Landwirtinnen und Landwirte seien mit volatilen Märkten vertraut und könnten mit üblichen Preisschwankungen umgehen, so der LBV. Die derzeitige Entwicklung gehe jedoch über die normale Marktdynamik hinaus.
„Was wir aktuell erleben, ist kein Marktmechanismus mehr, sondern ein von einem Discounter entfachter Kampf um den günstigsten Preis,“ erklärte LBV-Präsident Rukwied. Der aktuell ausgerufene Preis von 99 Cent für ein Päckchen Butter sei inakzeptabel. „Wo bleibt das im Strategiedialog Landwirtschaft abgegebene Bekenntnis des Lebensmitteleinzelhandels zur Stärkung der Landwirtschaft?“, so Rukwied fragend.
Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels bremst Wertschöpfung auf den Höfen massiv aus
Die Gesamtbilanz zeigt klar: Die Wertschöpfung in der Landwirtschaft bleibt über alle Betriebszweige hinweg zu gering. Lediglich etwas mehr als 20 Prozent der Verbraucherausgaben für Lebensmittel erreichen die landwirtschaftlichen Betriebe – zu wenig, um Arbeit, Kapital und Boden angemessen zu vergüten. Besonders im Ackerbau, in der Schweinehaltung und im Weinbau fehlen stabile Erlöse, um Zukunftsinvestitionen und eine tragfähige Perspektive zu ermöglichen.
„Wir sehen seit Jahren, dass immer größere Teile der Wertschöpfung in Verarbeitung und Handel hängenbleiben, während auf den Höfen die wirtschaftliche Basis erodiert“, erklärte LBV-Präsident Joachim Rukwied. „Wenn die Gesellschaft erwartet, dass Lebensmittel weiterhin hier vor Ort produziert werden, dann müssen die Marktpartner auch dafür sorgen, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte genügend Einkommen zur Entwicklung ihrer Betriebe erwirtschaften können.“
Das jüngste Sondergutachten der Monopolkommission bestätigt diese Problemlage: Die dominierende Stellung des stark konzentrierten Lebensmitteleinzelhandels lasse kaum ausgewogene Verhandlungen zu und verschärfe die Wertschöpfungsverluste der Erzeuger.
„Wir teilen die Einschätzung der Monopolkommission, dass der Markt dringend vor weiterer Konzentration geschützt und die Missbrauchsaufsicht deutlich gestärkt werden muss“, so Rukwied. „Ohne faire Wettbewerbsbedingungen und eine stärkere Beteiligung der Erzeuger an der Wertschöpfung riskieren wir einen beschleunigten Strukturwandel, den Verlust regionaler Produktion und Versorgungssicherheit“, warnte Rukwied.
Milchleistungsprüfung in Österreich 2025
Die österreichische Milchleistungsprüfung basiert auf den Datenerhebungen der acht Landeskontrollverbände.
Ihr gemeinsames Ziel ist eine verlässliche, objektive Datengrundlage – unerlässlich für Zuchtwertschätzung, Qualitätsmanagement und langfristigen Zuchtfortschritt. Nur mit qualitativ erhobenen Leistungsdaten können Zuchttiere gezielt nach ihrer genetischen Leistungsveranlagung ausgewählt werden.
Über 80 % der Kühe unter Leistungs- und Qualitätskontrolle
Im Prüfungsjahr 2025 standen österreichweit 82,0 % der Milchkühe unter regelmäßiger Leistungs- und Qualitätskontrolle. Damit stieg der Anteil der geprüften Kühe um 1,3 Prozentpunkte. In Summe wurden 438.000 Kontrollkühe in 17.000 Kontrollbetrieben zwischen 8 und 11 Mal jährlich geprüft. Trotz hoher und vor allem gestiegener Kontrolldichte setzte sich der Strukturwandel fort: Die Zahl der teilnehmenden Kontrollbetriebe sank erneut um 420 Betriebe um etwa 2,5 %, die Anzahl der kontrollierten Kühe stieg um 2.400 Kühe bzw. um 0,5 %.
Regionale Unterschiede und Leistungen
Die höchsten Kontrollanteile verzeichnen weiterhin Tirol und Vorarlberg, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Die ermittelte Jahresleistung aller Kontrollkühe (Vollabschlüsse) stieg heuer um 128 kg Milch und liegt aktuell bei 8.188 kg Milch mit 4,13 % Fett und 3,43 % Eiweiß. In mehreren Bundesländern konnten die durchschnittlichen Milchmengen deutlich gesteigert werden, wobei die Leistungsentwicklung regional stark variiert. Die stärksten Zuwächse gab es in den Bundesländern Kärnten und Niederösterreich mit einem Plus von 216 kg bzw. 201 kg Milch. Die höchsten Durchschnittsleistungen erzielten erneut die Betriebe im Burgenland mit 9.462 kg. Man spricht dann von einem Vollabschluss, wenn die sogenannte 305-Tage-Standardlaktation in den Prüfungszeitraum vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 fällt. 305 Tage deswegen, da standardisiert und vor allem international vergleichbar. Im Prüfzeitraum 2025 schafften 361.000 Kühe einen Vollabschluss, das sind 83 % aller Kontrollkühe
Betriebsgrößen und Struktur
Die durchschnittliche Herdengröße der Kontrollbetriebe stieg leicht auf knapp 26 Kühe pro Betrieb. Die größten Bestände finden sich traditionell im Burgenland mit 46,2 Tieren, während Tirol mit 13,7 Tieren weiterhin die kleinsten Strukturen aufweist. In absoluten Zahlen bleibt Oberösterreich mit 133.000 Kühen das stärkste Milchviehbundesland, Tirol weist die meisten Betriebe mit insgesamt 4.200 auf.
Datenverarbeitung durch die ZuchtData
Alle erhobenen Daten werden von der ZuchtData im Auftrag der RINDERZUCHT AUSTRIA ausgewertet. Kontrollbetriebe erhalten nach jeder Kontrolle frühestens zwei Tage später einen Tagesbericht, dazu mehrmals jährlich Zwischenberichte und am Ende des Betriebsjahres einen umfassenden Jahresbericht mit Betriebs- und Regionsvergleich.
Umfang der Leistungsprüfung
Die Leistungsprüfung umfasst die Hauptmerkmale Milch und Fleisch sowie wichtige Fitness- und Gesundheitskennzahlen wie Kalbeverlauf, Fruchtbarkeit, Nutzungsdauer, Klauengesundheit, Zellzahl und Aufzuchtverluste. Auch tierärztliche Diagnosen, Abgangsursachen, Besamungserfolge und Melkbarkeit werden erfasst. Damit bietet die Leistungsprüfung eine unverzichtbare Grundlage für Zuchtentscheidungen, Herdenmanagement und die Verbesserung von Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit.
Genetik und Reproduktion
Fütterung der DanBred-Jungsau zur Steigerung von Fruchtbarkeit und Langlebigkeit

Zusammenhang zwischen Gewicht und Rückenspeckdicke von Jungsauen bei der Erstbelegung und ihrer späteren produktiven Lebensdauer. Bruun et al. (2020): Versuchsbericht Nr. 1206, SEGES Innovation
Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass das Gewicht und die Rückenspeckdicke von Jungsauen bei der Erstbelegung in engem Zusammenhang mit ihrer Produktivität und Langlebigkeit stehen.
Das Management zukünftiger Zuchtsauen, einschließlich der Ernährung, ist von zentraler Bedeutung, um ihre Leistung über die gesamte Lebensdauer sicherzustellen. Wenn Erzeuger das Ziel verfolgen, die Sauensterblichkeit zu senken, ist es entscheidend, die Fütterung der Jungsauen genau zu überwachen.
Aufzucht moderner Jungsauen mit hohem Potenzial für schnelles, mageres Wachstum
DanBred-Tiere sind genetisch so ausgewählt, dass sie die besten Ergebnisse in Bezug auf Wachstum, Futterverwertung und Muskelfleischanteil erzielen. Eine geeignete Futterzusammensetzung und Fütterungsstrategie für Masttiere stellt sicher, dass dieses hervorragende genetische Produktivitätspotenzial optimal ausgeschöpft wird.
Da DanBred-Tiere gleichzeitig auch Zuchttiere sind, müssen Futter und Fütterungsstrategie so angepasst werden, dass sowohl Sauen als auch Eber die richtige Körperkondition erreichen, um über eine lange Lebensdauer viele Ferkel zu gebären und erfolgreich abzusetzen. Werden diese Aspekte nicht berücksichtigt, entwickeln sich die Zuchttiere zu groß und zu mager, was sowohl ihre Produktivität als auch ihre Langlebigkeit negativ beeinflusst.
Große, magere Jungsauen als zukünftige Zuchtsauen? Nein, danke!
Kleinere und fettere Sauen sind das Ziel
Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass das Gewicht und die Rückenspeckdicke von Jungsauen bei der Erstbelegung in engem Zusammenhang mit ihrer Produktivität und Langlebigkeit stehen.
Wie können wir die Körperzusammensetzung von Jungsauen beeinflussen?
Die Wachstumsrate und die Rückenspeckdicke der Jungsau stehen in direktem Zusammenhang mit der Menge an Protein und Energie, die über das Futter bereitgestellt wird… .
EU: Schwere Listerieninfektionen nehmen in Europa zu
Zu diesem Ergebnis kommt der neue EU-Bericht „One Health Zoonoses Report“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).
Veränderte Ernährungsgewohnheiten und eine alternde Bevölkerung könnten zu einem Anstieg schwerer Listerieninfektionen in ganz Europa beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue EU-Bericht „One Health Zoonoses Report“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Jedes Jahr erkranken Tausende Menschen in ganz Europa nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel, wobei Eier, Fleisch und verzehrfertige Lebensmittel zu den häufigsten Infektionsquellen zählen.
Im Jahr 2024 verursachte Listeria den höchsten Anteil an Krankenhausaufenthalten und Todesfällen unter allen in der Europäischen Union (EU) gemeldeten lebensmittelbedingten Infektionen. Der in den letzten Jahren zu beobachtende Aufwärtstrend bei den Infektionen kann auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein, darunter die alternde Bevölkerung in Europa, veränderte Ernährungsgewohnheiten – wie der steigende Verzehr von verzehrfertigen Lebensmitteln – sowie unsachgemäße Handhabung und Lagerung von Lebensmitteln.
Bei verzehrfertigen Lebensmitteln ist der Kontaminationsgrad in den meisten Kategorien nach wie vor sehr gering: Die neuesten Daten zu Listeria monocytogenes zeigen, dass der Anteil der Proben, die die EU-Grenzwerte für Lebensmittelsicherheit überschritten, bei allen analysierten Produkten zwischen 0 % und 3 % lag, wobei fermentierte Würste die am häufigsten kontaminierten Produkte waren.
Während Listerien das größte Risiko für schwere Erkrankungen darstellen, sind Campylobacter und Salmonellen nach wie vor die häufigsten Ursachen für lebensmittelbedingte Erkrankungen in Europa, wobei Geflügelfleisch und Eier wichtige Infektionsquellen sind. Aktuelle Daten aus dem Tierbereich zeigen auch einen deutlichen Anstieg der Zahl der Zuchthühner und Truthühner, die positiv auf Salmonellen getestet wurden, in den letzten zehn Jahren.
Die Einhaltung geeigneter Lebensmittelhygienepraktiken in der Küche kann dazu beitragen, das Infektionsrisiko erheblich zu verringern. Dazu gehören:
- Den Kühlschrank auf 5 °C oder darunter halten.
- Verzehren Sie Lebensmittel, einschließlich verzehrfertiger Produkte, vor Ablauf des Verbrauchsdatums.
- Gründliches Garen von Lebensmitteln, insbesondere von Fleisch und Geflügel.
- Waschen Sie nach dem Umgang mit rohen Lebensmitteln Ihre Hände, Messer und Arbeitsflächen.
- Getrennte Lagerung von gekochten und rohen Lebensmitteln.
9. 12. 2025/ EFSA: https://www.efsa.europa.eu/
Zwischen Gesetz und tierärztlicher Berufspflicht: Wann endet die tierärztliche Schweigepflicht?
Eine Juristin erklärt, wann der Tierschutz höher wiegt als die Pflicht zu schweigen.
Eigentlich untersagt die tierärztliche Schweigepflicht eine Weitergabe von bestimmten persönlichen Informationen an Behörden oder die Polizei – aber eben auch nur eigentlich. Eine Juristin erklärt, wann der Tierschutz höher wiegt als die Pflicht zu schweigen.
In der Praxis kann es aber immer wieder vorkommen, dass Tierhaltende eine notwendige Behandlung verweigern oder sich Anhaltspunkte ergeben, die eine tierschutzwidrige Haltung wahrscheinlich machen. Praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte stehen dann oft vor einem Dilemma: Mache ich mich strafbar, wenn ich die Schweigepflicht verletze, oder mache ich mich womöglich strafbar, wenn ich es nicht tue?... .
