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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Ruinöse Milchpreise - Neue Bauernproteste im Anmarsch?
Milchviehhalter durchleben gerade harte Zeiten: «Für viele Betriebe ist die Situation tatsächlich existenzbedrohend», sagt der Agrarmarktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Albert Hortmann-Scholten.
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Bauern besorgt: Kosten steigen, Preise fallen
Die Landwirte in Deutschland befürchten nach insgesamt eher stagnierenden Gewinnen einen schärferen Druck auf die Preise für Butter und andere wichtige Produkte
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Zwölf Geflügelpest-Ausbrüche seit September in MV
Der jüngsten Geflügelpestwelle sind in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) seit 1. September rund 280.000 Tiere zum Opfer gefallen. Sie starben an der hochinfektiösen Krankheit oder mussten getötet werden.
In dem Zeitraum habe es bislang im Nordosten zwölf Ausbrüche gegeben, teilte Backhaus im Landtag mit. Hinzu kämen etwa 160 Fälle bei Wildvögeln, insbesondere bei Kranichen.
Die Geflügelpest bleibe weiterhin eines der größten Risiken für Geflügelhalter mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen. Die Tierseuchenkasse MV geht nach Angaben von Backhaus davon aus, dass die durchschnittlichen Entschädigungszahlungen von rund 1,1 Millionen Euro pro Jahr in diesem Jahr deutlich überschritten werden.
«Ich habe wirklich Mitleid»
Der Minister warb für eine offene Debatte über den möglichen Einsatz von Impfungen gegen die Geflügelpest. Impfungen seien kein Ersatz für Biosicherheit, könnten aber perspektivisch eine Ergänzung darstellen, um den Infektionsdruck zu senken und die wirtschaftliche Stabilität der Geflügelbranche zu sichern.
Zugleich erinnerte Backhaus an das Leid der Tiere und die hohe emotionale Belastung der Tierhalter, wenn deren Bestände betroffen seien. «Ich habe wirklich Mitleid, nicht nur mit den Tieren, sondern auch den Menschen, die dieses Leid mit ertragen müssen. Auch das gehört zur Wahrheit», so Backhaus.
Tierhaltungskennzeichnungsgesetz soll erst 2027 starten
Das THKG soll noch einmal verschoben werden - neuer Starttermin soll der 01.01.2027 sein
Die erneute Verschiebung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG) steht schon länger im Raum – jetzt soll sie kommen. Neuer Starttermin für die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung soll der 01. Januar 2027 sein.
ISN: Dass nun etwas passiert, wird höchste Zeit! Jetzt müssen die vielen Konstruktionsfehler schnellstmöglich behoben werden und gemeinsam mit der Wirtschaft Lösungen entwickelt werden, die bis ins Detail tragfähig sind.
Der Start des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG) soll erneut verschoben werden. Das steht seit heute fest. Aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach angekündigt, dass eine weitere Verschiebung notwendig sei. Zuletzt hatte die parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher auf dem Fachforum tierische Veredelung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) Ende November erklärt, dass das THKG in seiner aktuellen Fassung nicht in Kraft treten könne, es aber auch unmöglich wäre, die notwendigen inhaltlichen Änderungen bis kommenden März umzusetzen.
Auch Kennzeichnungspflicht für Außer-Haus-Verzehr kommt
Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) heute berichtet, sollen sich Union und SPD nun auf das weitere Vorgehen geeinigt haben. Die Beratung über ein entsprechendes Verschiebungsgesetz steht in der kommenden Woche für Donnerstagabend (18.12.2025) in 1. Lesung auf der Tagesordnung des Bundestages. Mit diesem Gesetz soll laut LZ der 01.01.2027 als neuer Starttermin für die Tierhaltungskennzeichnung festgelegt werden. Die Außer-Haus-Verpflegung soll zum 1. Juli 2027 integriert werden. Erst nach Beschluss des Verschiebungsgesetzes soll der Prozess der inhaltlichen Überarbeitung neu gestartet werden.
Gesetz soll grundlegend überarbeitet werden
In einer ersten Stellungnahme gegenüber Medienvertretern erklärte Jens Behrens, zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion und Tierschutzbeauftragter seiner Fraktion, dass die erneute Verschiebung mit der klaren Zusage verbunden werde, das Gesetz zuvor grundlegend weiterzuentwickeln. Die Verschiebung sei kein Aufschub, sondern ein Auftrag. Wir machen das System einfacher, fairer und wirksamer, so Behrens.
Die ISN meint:
Dass nun etwas passiert, wird höchste Zeit! Sobald die Verschiebung von Bundestag und Bundesrat endgültig beschlossen ist, müssen die zahlreichen Konstruktionsfehler des THKG schnellstmöglich behoben werden. Wo der Reparaturbedarf liegt, haben wir bereits mehrfach detailliert aufgezeigt. Nun erwarten wir, dass pragmatische Regelungen erarbeitet werden, die auch tatsächlich bis ins Detail praktikabel sind. Und das ziemlich zügig und vor allem gemeinsam mit den betroffenen Akteuren von Seiten der Wirtschaft! Denn mit Blick auf die Anpassung der bestehenden Vorgaben und der zusätzlichen Erweiterung ist das Zeitfenster bis zum 1. Januar 2027 nicht so lang, wie es einem vielleicht vorkommt. Wer das Gesetz verbessern und zugleich noch erweitern will, muss jetzt zügig handeln! Und an der Stelle ist noch deutlich Luft nach oben!
Viehzählungsergebnisse: Schweinebestand in Niedersachsen stabil - Deutliches Plus bei Sauen
Mit den Zahlen aus Niedersachsen sind die ersten vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung vom 03. November 2025 verfügbar.

© ISN-eigene Darstellung nach Destatis und Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
Demnach ist die Zahl der schweinehaltenden Betriebe weiter gesunken. Die Bestandszahlen hingegen entwickelten sich stabil.
ISN: Die Zahlen aus Niedersachsen dürften eine erste Orientierung geben, wie die bundesweiten Ergebnisse ausfallen könnten, immerhin stehen hier etwa ein Drittel der deutschen Schweinebestände.
Von der Viehzählung am 03.11.2025 hat Niedersachsen als erstes Bundesland bereits Ergebnisse geliefert: Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes Niedersachsen wurden dort zum Stichtag 7,14 Mio. Schweine gehalten. Das waren etwa 95.000 Schweine bzw. ca. 1,3 % mehr als im November 2024. Damit zeigt sich seit 2023 eine Stabilisierung der Bestände; zuvor hatte es zum Teil sehr deutliche Rückgänge gegeben.
Weniger Schweinehalter in Niedersachsen
Bei den Betriebszahlen hält der rückläufige Trend allerdings an: Am 03. November 2025 gab es noch 3.820 Betriebe in Niedersachsen, die mindestens 50 Schweine halten. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 90 weniger bzw. ein Minus von 2,3 %. In den vergangenen zehn Jahren verringerte sich die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Niedersachsen insgesamt um 42,1 %.
Unerwartetes Plus bei den Sauen
In den einzelnen Tierkategorien entwickelten sich die Zahlen sehr unterschiedlich. Bei den Mastschweinen wurde mit 4,87 Mio. Tieren ein Minus von 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr ermittelt. Die Ferkelzahlen fielen mit 1,89 Mio. Tieren um 6,7 % höher aus als vor einem Jahr. Bei den Zuchtsauen wurde eine Steigerung von 6,1 % auf 380.700 Tiere verzeichnet.
Die ISN meint:
Die Zahlen aus Niedersachsen dürften eine erste Orientierung geben, wie die bundesweiten Ergebnisse ausfallen könnten, denn in Niedersachsen steht etwa ein Drittel der deutschen Schweinebestände. Bemerkenswert ist der Anstieg der Sauenzahlen vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Ferkelerzeugung. Spannend für die Abschätzung des deutschen Schweineangebots im kommenden Jahr ist, ob die Entwicklung der Sauenbestände in den weiteren Bundesländern ähnlich ausfällt. Deren Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.
InterPIG-Produktionskostenvergleich: Deutschland im hinteren Mittelfeld
Seit Kurzem liegen die neuen Ergebnisse des InterPIG-Produktionskostenvergleichs für das Jahr 2024 vor. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass die Produktionskosten 2024 im Vergleich zu 2023 fast überall gesunken sind.

Deutschland mit 2,01 €/kg im hinteren Mittelfeld:
Im Durchschnitt der betrachteten Länder lagen sie bei 1,91 €/kg Schlachtgewicht (SG), rund 7 % unter dem Vorjahreswert von 2,06 €/kg. Hauptgrund dafür sind geringere Futterkosten, die in vielen Län-dern 2024 um 10–15 % niedriger waren als im Vorjahr. Da das Futter üblicherweise etwa 60 % der Gesamtkosten ausmacht, beeinflusst dies das Ergebnis maßgeblich. Für Deutschland wurden Produktionskosten von 2,01 €/kg SG ermittelt, was 11 Cent weniger als 2023 waren. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich im hinteren Mittelfeld.
Brasilien und Dänemark produzieren am günstigsten: Am günstigsten konnten Schweine in Brasilien produziert werden: Im Bundesstaat Mato Grosso für nur 1,07 €/kg SG. Ausschlaggebend waren sehr niedrige Futterpreise aufgrund großer Anbauflä-chen, aber auch deutlich geringere Arbeits-, Abschreibungs- und Kapitalkosten.
Im europäischen Vergleich hatte Dänemark 2024 mit 1,76 €/kg SG die niedrigsten Kosten. Spanien lag bei 1,79 €/kg SG, die Niederlande bei 1,82 €/kg SG und Frankreich bei 1,85 €/kg SG.
Große Differenzen bei Auszahlungspreisen zwischen Europa und Übersee:
Bei den Auszahlungspreisen pro kg SG gab es 2024 große Unterschiede. In Brasilien, Kanada und den USA lagen sie umgerechnet zwischen 1,50 und 1,70 €/kg SG, während die Preise in Europa deutlich höher lagen – mit Aus-nahme von Dä-nemark. In Dä-nemark wurde mit 1,71 €/kg wesentlich we-niger ausbe-zahlt als im eu-ropäischen Um-feld. Zum gro-ßen Teil dürfte dies auf die Probleme beim dänischen Marktführer Danish Crown zurückzuführen sein. Nach einer Neuausrichtung der Unternehmensstrategie scheint das Unternehmen mittlerweile aber wieder besser zu laufen, sodass die dänische Notie-rung nun wieder ungefähr auf dem gleichen Niveau der anderen wichtigen EU-Notierungen liegt. Die deutschen Schweinehal-ter lagen 2024 mit einem Auszahlungspreis von 2,09 €/kg SG im internationalen Mittelfeld. An der Spitze lag Italien (2,58 €) gefolgt von Portugal (2,40 €), Großbritannien (2,36 €), Österreich (2,27 €) und Spanien (2,21 €)… .
Quelle: schweine.net (gekürzt)
Warum die ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen explodieren
Seit 2021 sind die ADHS-Diagnosen bei Erwachsenen stark angestiegen. Fachleute halten das für eine gute Nachricht. Was bedeuten die Zahlen der Krankenkassen?
Im Jahr 2015 wurde bei 8,6 von 10 000 Erwachsenen erstmals eine Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert, 2024 waren es 25,7 – fast dreimal so viele wie vor zehn Jahren. Das geht aus einer Analyse im Deutschen Ärzteblatt hervor, die auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen beruht.
Diverse Fachleute bewerteten gegenüber dem Science Media Center die Entwicklung als erfreulich. Weil die Fachwelt inzwischen für die Störung sensibilisiert sei, würde diese nun deutlich öfter erkannt – endlich: Schließlich verursache ADHS einen erheblichen Leidensdruck und gehe mit einer reduzierten Lebenserwartung einher.
Echte Erstdiagnosen sind selten
Als »neu diagnostiziert« zählten Erwachsene ab 18, bei denen in den zwei Jahren zuvor keine derartige Diagnose bei der Krankenkasse dokumentiert war… .
Radar Bulletin November 2025
Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen für Deutschland und die Schweiz
Im Radar Bulletin werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen, die für Deutschland und die Schweiz relevant sind, zusammengestellt und bewertet. Das Radar Bulletin wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler Institut (FLI) erstellt.
In Ergänzung für die AVA-Workshops 2026 zur Fütterung und Fütterungskontrolle der Milchkühe
Das neue DLG-MERKBLATT 504: Leitfaden zur Proteinbewertung und -versorgung von Milchkühen nach den Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen (GfE 2023)
Die neuen GfE- Empfehlungen (2023) bringen grundlegende Änderungen in der Proteinbewertung und Rationsberechnung – mit detaillierter Berücksichtigung der Verdauungsvorgänge im Tier. Das neue DLG-Merkblatt 504 soll als Unterstützung für die Etablierung dieser neuen Futtermittelbewertungen sowie der neuen Rationsberechnungen und der Rationskontrolle dienen.
Lahmheiten bei trockenstehenden Kühen vermeiden!
Klauenpflege anlässlich des Trockenstellens senkt das Risiko für ernsthafte Komplikationen in Hochträchtigkeit und Frühlaktation.
Trockenstehenden Kühen wird in der Alltagsroutine im Betrieb zumeist weniger Aufmerksamkeit geschenkt als laktierenden Kühen. Letztere werden mindestens zweimal täglich gemolken und somit im besten Falle auch zweimal täglich bezüglich Eutergesundheit und Lahmheit kontrolliert (ICAR 2022, Laschinger et al. 2024a). Zudem sind in vielen Betrieben die trockenstehenden Kühe separat von den laktierenden aufgestallt, was aus Sicht des Tierwohls vorteilhaft für hochträchtige Kühe ist (DeVries et al. 2015, Eriksson et al. 2020). Die separate Haltung kann allerdings dazu führen, dass Lahmheiten bei trockenstehenden Kühen infolge der fehlenden täglichen Kontrolle erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt werden. Schlimmstenfalls werden sie erst sechs bis drei Wochen vor dem erwarteten Abkalbetermin zur Behandlung vorgestellt – mit allen damit einhergehenden erhöhten Risiken für das Muttertier und das ungeborene Kalb (Thomsen et al. 2020).
Lahmheitsprävalenz bei trockenstehenden Kühen
Zu Lahmheitsprävalenzen bei laktierenden Kühen liegen weltweit mehrere Hundert Studien vor, wobei mittlere Lahmheitsprävalenzen mit einem Locomotion-Score (LCS) ≥ 3 (von 5 Scores) von 22,8 % berichtet wurden. Dabei variierte die Prävalenz auf Herdenebene sehr stark von 0 % bis 88 % (Thomsen et al. 2023)… .
